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Klas. Studien der Pol. Soziologie (Fach) / 4. Sitzung (American Voter) (Lektion)
- Wodurch unterscheidet sich die Studie „The American Voter“in theoretischer und methodischer Hinsicht von der Studie „The People‘s Choice“? - Unterscheiden sich sowohl in theoretischer als auch in methodischer Hinsicht Theoretischer Unterschied: PC: Bezieht sich auf die sozialstrukturelle Herkunft des Wählers und ihrem Einfluss auf die Wahlentscheidung AV: Geht von einer Wahlentscheidung aus, die durch politische Einstellungen bestimmt ist (Issueorientierung, Kandidatenorientierung, Identifizierung mit einer bestimmten Partei) Methodischer Unterschied: Drei wesentliche Unterschiede: 1. PC ist eine Lokalstudie, AV hingegen ist eine Nationalstudie 2. PC ist eine Pannelstudie, AV ist eine Trendstudie 3. PC beschäftigt sich nicht mit sozialpsychologischen Determinanten, AV hingegen operationalisiert politische Einstellungen
- Erläutern Sie bitte das im „American Voter“entwickelte sozialpsychologische Erklärungsmodell des Wählerverhaltens. Gehen Sie dabei auch auf den „funnel of causality“ ein. Der sozialpsychologische Ansatz in "The American Voter" ist als Fortsezung der Studie "The Voter decides" zu sehen. Als wesentliche Veränderung zum ursprünglichen Modell lässt sich feststellen, dass die drei Wirkungsfaktoren der Wahltentscheidung nicht mehr auf einer Stufe angesiedelt sind -> Die Parteiidentifikation ist nach vorne gezogen, Einflussfaktoren werden in eine kausale Reihenfolge gebracht Der sozialpsychologische Ansatz geht davon aus, dass die Wahltentscheidung von drei individualpsychologischen Einflussgrößen beeinflusst wird: der Parteiidentifikation,den Kandidatenorientierungen und den IssueOrientierungen (Positions- und Valenzissues). Aus dieser Annahme (Ann-Arbor-Modell) heraus wurde in der Studie "American Voter" der "funnel of casuality" eingeführt. Dieses Modell ist nach hinten geöffnet und von links nach rechts zu betrachten, wobei die X-Achse den Zeitverlauf darstellt, welcher mit der Wahlentscheidung endet. Das Modell beginnt ganz links auf der X-Achse mit den "relevanten Faktoren" (Sozialer Status, Soziologische Merkmale, Familiäres Umfeld etc..), aus welchen eine Identifikation mit einer bestimmten Partei hervorgeht (kausal vorgelagerter Einfluss). Neben dieser psychologischen Bindung an einer Partei besteht die Wahlentscheidung auch stets aus der Issue- und Kandidatenorientierung. Diese bilden die nächste Ebene des "funnels of casuality". Dies heißt so viel, dass der Wähler sich zusätzlich mit den politischen Streitfragen und dem Kandidaten auseinandersetzt. Die Mischung aus Parteibindung und Issue- und Kandidatenorientierung ergeben schließlich die Wahlentscheidung. Hierbei ist zu beachten, dass die Parteibindung stärker auf den Wähler wirkt als die anderen beiden Faktoren. Deshalb bezeichnet man auch eine Wahl der "eigenen" Partei auch als Normalwahl.
- Dem im „American Voter“entwickelten Erklärungsansatz wurde häufig „psychologischer Reduktionismus“ vorgeworfen. Erläutern Sie bitte warum. - Jegliches Wahlverhalten wird auf psychologische Variablen reduziert (analytisch nur eine Ebene beleuchtet) - Psychologische Variablen liegen zu nah an den Wahlentscheidungen, (Bsp. Wahl der Republikaner, weil man Republikaner gut findet) - Diese Variablen liefern zwar eine gute statistische Erklärungsleistung, sind jedoch in ihrer inhaltlischen Aussagekraft eingeschränkt - Deshalb erklärt das Modell nicht genau genug, wie die politischen Einstellungen eines Individuums herausgebildet werden