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Psychologie (Fach) / Grundlagen diagnostischer Verfahren (Lektion)

Psychologische Diagnostik SB2

Diese Lektion wurde von JuliaPerz erstellt.

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  • 1. Definition Test nach Gustav A. Lienert, allgemeine Def. und Geschichte des Begriffs Test= "ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung" (z.B.: Intelligenztests) allgemeine Def.: "Tests sind Instrumente zur standardisierten Informationsgewinnung über Personen" --> diese Infos werden mithilfe spezifischer Prozeduren in Zahlen und Kennwerte überführt (die Häufigkeit der richtigen Antworten wird gezählt =quantitative Größe) keine einheitliche Def. in der Psych. zum Test --> jedoch haben alle gemeinsam Zahlenwerte als Ergebnis. Erstmalig der Begriff im 19. Jh. als Qualitätsprüfung mit Schmelztiegel in der Metallurgie aufgetreten. Später dann als Zustands- oder Qualitätsprüfung und erst im 20. Jh. etablierte sich das Wort im Alttagsgebrauch (Schwangerschaftstest/ Produkttest) 
  • 1.1 Was ist Psychometrie? =Oberbegriff für alle quantifizierbaren psych. Vorgänge/ Wissenschaft über die Anwendung von Messmethoden  Hauptaufgaben der psychometrischen Forschung: Weiterentwicklung theoretischer Ansätze des psychologischen Messens, Bearbeitung psychophysischer Aufgaben sowie die Entwicklung u Implementation von Messinstrumenten für die psychologische Forschung u Diagnostik
  • 1.1 Wie sollen psych. Tests sein? -Normiert: Norme basieren auf einem Vergleich der individuellen Testergebnisse mit der Ergebnissen vorher untersuchter großer u repräsentativer Stichproben. Durch den Vergleich kann man einschätzen, ob die Zielperson "normal", unter- oder überdurchschnittlich sind.  -Objektiv: der Test ist unabhängig davon, wer für seine Durchführung zuständig war -Strukturiert: die Aufgaben sind klar und vollständig ausformuliert und die Antworten sind vorgegeben. ("ja/nein/richtig/falsch" Antworten) -Zulänglich: Diese Charakteristik bezieht sich auf die Validität des Tests und auf seine Prognosefähigkeit (Fähigkeit, Vorhersagen über die künftige Entwicklung zu untermauern) -nach klassischen oder probablistischen Testtheorien konstruiert 
  • 1.2 Die Klassische Testtheorie und ihre Axiome/Grundsätze/Prinzipien man unterscheidet die KTT u die probabilistische Testtheorie.  die KTT befasst sich mit Bestandteilen der Messwerte, nämlich mit dem wahren Wert, der gemessen oder beobachtet wurde, und einem zufälligen Messfehler, der aus der Einheit der Zielperson und der Eigeartigkeit der Testbedingungen resultieren (z.B.: Konzentrationsschwankungen oder Lärmeinwirkungen). Die Genauigkeit eines Tests ist nur bestimmbar, wenn die wahre Merkmalsausprägung u der Fehleranteil getrennt ermittelt werden.  -Axiom 1: besagt, dass sich jedes Testergebnis (Score X) additiv aus dem wahren Testwert (T) und dem Messfehler (E=Error Score) zusammensetzt. Das Ergebnis des Intelligenztests setzt sich z.B.: aus tatsächlichen/wahren Intelligenz u Felereffekten (Müdigkeit, Desinteresse,..) zusammen. -Axiom 2: Bei Testwiederholungen wird der Fehler ausgeglichen: der Mittelwert des Messfehlers beträgt 0. Der Mittelwert meherer unabhängiger Messungen an demselben Untersuchungsobjekt ist folglich messfehlerfrei u repräsentiert den wahren Wert. Würde man bei einer Zielperson über einen längeren Zeitraum imer wieder eine Messung durchführen, so wäre der Mittelwert dieser Messung der wahre Testwert, weil Fehlerschwankungen auf längerer Sicht "ausmitteln" -Axiom 3: Die Höhe des Messfehlers und die Ausprägung eines Persönlichkeitsmerkmals sind unabhängig voneinander, sie korrelieren nicht. Fehlereinschlüsse, z.B.: Tagesform, Müdigkeit, usw. sind in gleicher Weise wirksam, egal, wie die Ausprägung des Persönlichkeitsmerkmals ist. -Axiom 4: Der wahre Wert und der Wert des Messfehlers zweier verschiedener Tests sind ebenso unabhängig und daher unkorreliert. -Axiom 5: Der Messfehler verschiedener Testanwendungen, z.B.: bei verschiedenen Personen oder bei wiederholten Messungen, sind unabhängig voneinander und daher unkorreliert.  Hauptkritikpunkte: Diese Axiome sind theoretisch formuliert. Sie sind nicht beweisbar und müssen nicht unbedingt der realen Situation entsprechen.
  • 1.3 die probabilistische Testtheorie im Unterschied zur KTT wird diejenigen Merkmalsausprägungen, die für verschiedene Arten der Fragenbeantwortungen am wahrscheinlichsten sind ermittelt. Somit untersucht die Probabilistische Testtheorie, was die direkt erfassbare Testantwort (etwa eine kategorale Angabe) über ein Merkmal der getesteten Person (sogenannte latente Variable, z.B.: Motivation der Zielperson aussagt.  Latent-Trait-Modell/Rasch-Modell: setzt voraus, dass die Wahrscheinlichkeit der Antworten in einem Test ein Modell darstellt, dass aus zwei Parametern besteht. z.B.: im Leistungstest ist es einerseits die Fähigkeit des Individuums und andererseits der Schwierigkeitsgrad der Frage, die im Item enthalten ist.  Latente Variablenmodell: beschreibt den Zusammenhang zwischen Variablen, die direkt beobachtet werden können und latenten Variablen, die dahinter versteckt, aber nicht sichtbar sind. Direkt beobachtbare Variable ist beispielsweise die Anzahl von Wörtern im Wortschatz (im Intelligenztest), die latente variable ist die Intelligenz, die nur aufgrund direkt beobachtbarer Variablen festgestellt werden kann. 
  • 1.4 Gütekriterien der Tests und der Testung -Objektivität: verschiedene Anwender kommen bei der Messung mit diesem Instrument zum gleichen Ergebnis = Ergebnis ist unabhängig von Anwender -->Durchführungsobjektivität: Der Versuchsleiter hat keinen Einfluss auf das Testergebnis der Zielperson - eine genaue Anleitung zur Durchführung liegt vor für alle Beteiligten  -->Auswertungsobjektivität: alle Forscher müssen die gleiche Punktevergabe anwenden abhängig von den Formulierungen -->Interpretationsobjektivität: die Testauswertung u die Interpretation sind seperate/unabhängige Vorgänge. Die Interpretation orientiert sich an der Theorie oder den vorgegebenen Normen (Alter, Geschlecht, Bildung) u Vergleichswerten.  -Reliabilität: = Zuverlässlichkeit/Genauigkeit.  -->Interne Konsistenz/Halbierungsreliabilität: Die Korrelation einzelner Items spiegelt die wahre Varianz wieder. Häufig berechnet man diese mit dem Alpha-Koeffizient (für dichotome oder polytome (mehr als 2 Ausprägungen) Items) von Cronbach. Ein guter Test hat eine Reliabilität von mehr als 0,8. Die innere Konsistenz zeigt, wie stark die Aufgaben/Fragen dieses Tests miteinander in Beziehung stehen.Bei der Halbierungsreliabilität wird der Test in mind. 2 Hälften geteilt u diese werden miteinander korreliert.  -->Retest-Reliabilität: =Stabilität; der gleiche Test wird der gleichen Stichprobe nach geraumer Zeit noch einmal vorgelegt. -->Paralleltest-Reliabilität: Den Untersuchungsteilnehmer werden 2 ähnlich entwickelte Tests vorgelegt, die hintereinander bearbeitet werden. Je ähnlicher die Ergebnisse, desto weniger Fehler beinhaltet der Test -Validität:  -->Inhaltsvalidität: =wenn der Inhalt der Items das zu messende Konstrukt in seinen wichtigsten Aspekten umfassend und in Gänze erfasst. -->Kriteriumsvalidität: entspricht der Korrelation zwischen den Testwerten u den Kriteriumswerten einer StichprobePrognostische Validität (=Vorhersagevalidität), Übereinstimmungsvalidität (Werte von 2 verschiedenen Verfahren werden korreliert), Retrospektive Validität (zurückschauend), Inkrementelle Validität (Vorhersage: Intelligenztest zur Maturra sagt Karrierechancen voraus) -->Konstruktvalidität: =Oberbegriff für alle vorher genannten; man versucht im Vorhinein Hypothesen zu formulieren u zu testen, ob sie mit den Testwerten bestätigt werden oder nicht.
  • 1.5 Übungsaufgaben -Was ist Reliabilität?= Zuverlässlichkeit, Genauigkeit. Sie ist umso höher, je kleiner der Messfehler ist. -Welche Reliabilität kann ermittelt werden, wenn man der Stichprobe 2 ähnliche Tests vorlegt?Paralleltest-Reliabilität -Sven schätzt die Motivation der Teilnehmer seiner 3 Seminare mit einer Beobachtungs-Checklist ein. Er bittet sie anschließend, einen Fragebogen zum Thema Motivation auszufüllen. Dann berechnet er die Korrelation zwischen seinen Einschätzungen un den Fragebogen-Ergebnissen. Was möchte Sven hiermit überprüfen?Übereinstimmungsvalidität
  • 2. Konstruktionsprinzipien psychometrischer Tests Grunsätzlich werden bereits existierende Tests eingesetzt. Gibt es diese bei sehr spezifische Fragestellungennicht, so müssen neue konstruiert werden: -Abklärung der Problemstellung, für die ein Test benötigt wird-Planung u Konsulation des bisherigen Wissensbestands-Entscheidung, wie der Fragebogen/Test konstruiert werden soll-Formulierungen u Auswahl der Items-Erstellung Entwurf-Prüfung der Stichprobengröße-Festlegung der Skalenniveaus-Kontrolle u eventuell Revison des Tests
  • 2.1 Abklärung der Problemstellung, Planung der Testkonstruktion u Befragung des bisherigen Wissensbestands Bei der Abklärung des Aufgabebereichs kann intuitiv oder empirisch vorgegangen werden. Durch Fragestellungen die über die primären Erfahrungen ranken, kommen erste Schwerpunktsammlungen auf, die sich auf die Untersuchungsmethodik (z.B.: Verhaltensbeurteilung, Soziometrie =Analyse der Lebensumwelt) konzentrieren wird. Dann gilt es vorhandene Wissensbestände durch Literatursuche/-analyse zu erschließen (aus sicheren und aktuellen Quellen!! - 10-5 Jahre zurückliegend u bei aktuellen Veröffentlichungen max. aus letzten 3 Jahren). Die Problemstellung eingrenzen und zu formalisierte Methoden übergehen (weg vom empirisch-intuitiven hin zur analytisch-empirischen Methode). 
  • 2.2 Präzisierung des Messgegenstandes u Art der Testkonstruktion Nach Literatursuche u Analyse relevanter Veröffentlichungen folgt Def. des Problems und der Fokus der Untersuchung. Nach Methoden suchen - oder selbst Test entwickeln. Anhand der konzetuellen Einengung legt man ein theoretisches Konzept (Entdscheidung, welche Tests u Items benötigt werden) fest. Durch verschiedene Vorgehensweisen kommt man zur rationalen/externalen/induktiven Konstruktion.
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  • 2.2 Präzisierung des Messgegenstandes u Art der Testkonstruktion Nach Literatursuche u Analyse relevanter Veröffentlichungen folgt Def. des Problems und der Fokus der Untersuchung. Nach Methoden suchen - oder selbst Test entwickeln. Anhand der konzetuellen Einengung legt man ein theoretisches Konzept (Entdscheidung, welche Tests u Items benötigt werden) fest. Durch verschiedene Vorgehensweisen kommt man zur rationalen/externalen/induktiven Konstruktion.
  • 2.3 Formulierung u oder Auswahl der Items 2.3.1 Entscheidungen bei der Formulierung von ItemsZuerst Format auswählen - gebundene oder freie/offene AntwortformatenAuswahl bei gebundenen Antwortformat: -Dichotome Beantwortung: (Richtig/Falsch oder Ja/Nein) für schnelle u einfache Beantwortung -Rating-Skala: meist bei Beurteilungen/Einschätzungen mit mehrstufigen Antwortmöglichkeiten; Nachteile: eventuell Subjektivität u Unzuverlässlichkeit der Abstufungen;(eine gerade Zahl an Antwortmöglichkeiten zwingt zur Entscheidung einer Seite) -Mehrfach-Wahlaufgaben/Multiple Choice-Antworten: schwierig eine "richtige" Platzierung der Antwortmöglichkeiten zu finden; Verzerrung durch soziale Erwünschtheit der Beantwortung (=unehrliche Antworten) dagegen sollen Forced-Choice-Items (mind.1 Antwort muss gewählt werden) helfen. 2.3.2 Einige allgemeine Regeln zur Abfassung von Items-für Zielgr. verständliche Sprache verwenden-Invertierung (Umkehrung der Items oder ihrer Teile) Vorsicht: "Ich bin mit meinem Leben zurfrieden/unzufrieden2-klare Instruktionen geben was zu tun ist-Fremdwörter, verschachtelte Sätze usw. vermeiden
  • 2.4 Überlegungen zur Stichprobe Zuerst werden die demografischen Merkmale (Alter, Geschlecht, Familienstand, Bildungsstand, Wohnort, Berufsgruppe,...) bestimmt. Dazu kommen Erlebens- und Verhaltenscharakteristika ("Ich tanze gerne auf der Discobox" - gutes Bsp. für Extraversion , allerdings nur für junge Erwachsene) Stichprobe= Teilmenge aus einer Population u wird aus bestimmten Kriterien aus der Gesamtheit gebildet. -Repräsentative Stichprobe (gleicht der Grundgesamtheit in möglichst vielen Merkmalen u -kombinationen) -Ad hoc Stichprobe / Gelegenheitsstichprobe (wird aus einer gerade zur Verfügung stehenden Personengr. gebildet z.B.: Zeugen bei Unfall) -Zufallstichprobe (bietet größtmögliche Repräsentativität -Geschichtete Stichprobe (mehrere Teilmengen; z.B.: Untersuchung für 80+J: Schichtung in männlich u weiblich; 80-89;90-99;99+) -Theoretische-; Quoten-; Probabilistische-; nicht-Probabilistische Stichprobe
  • 2.5 Skalen Modell= "symbolische u abstrakte Darstellung" eines Ausschnitts aus der WirklichkeitAbbildung=Art Vorschrift, die angibt, wie die realen Objekte u deren Beziehungen untereinander zu dem Modell zugeordnet werden Messung in den Sozialwissenschaften u der Psych. ist die Zuordnung von Zahlen zu Personen, Objekten, Beziehungen u den individuellen Prozessen, die zwischen den Objekten u Personen ablaufen. Im Verlauf einer Messung werden Objekte, menschliche Eigenschaften u Beziehungen in eine Relation zum formalen Modell gestellt. -Nominalskala (bildet Reihe, deren Merkmale keine natürliche Rangfolge darstellen; messbare Eigenschaft: Häufigkeit; z.B.: Blutgr.merkmale 0,A,B,AB) -Ordinalskala (=Zahlen- Merkmalsreihe in Reihenfolge; z.B.: Größe, Häufigkeit, Stärke,... messbare Eigenschaft: Häufigkeit, Reihenfolge; z.B.: Schulnoten) -Intervallskala (=Reihe, in der die Zahlen die gleiche Differenz haben; messbare Eigenschaften: Häufigkeit, Reihenfolge, Abstand; z.B.:Thermometer mit Celsius Graden) -Verhältnisskala (beginnt beim 0-Punkt, der fest definiert ist; messbare Eigenschaften: Häufigkeit, Reihenfolge, Abstand, 0-Punkt; z.B.: Lebensalter) -Metrische Skala/Kardinalscala (Übergriff für Intervall- u Verhältnisskala) -Rangskala (spezielle Ordinalskala, bei der jeder Wert nur einer Merkmalsausprägung gegeben werden kann; z.B.: Platzierung bei Sportarten) -Rating-Skala (entsteht bei Bewertungen durch Rater; z.B.: Polarisierung) -Guttman-Skala (misst die Einstellung zu Objekten oder Personen; wegen Kompliziertheit selten verwendet;  -Likert-Skala (für die Messung von Selbstbewertung u Einstellung) -Rasch-Skala (bsp. für probabilistische Testtheorie) -Thurstone-Skala (für die Bewertung von Behauptungen bezüglich Einstellungen)
  • 2.6 Testentwurf Testentwurf an kleinen Stichprobe, die der Zielstichprobe ähnelt ausprobieren und Fragen nach der Erprobung klären (Welche Fragen halten sie für schwierig/zeitraubend u warum?) Zudem Itemanalyse, um die Validität zu prüfen. Wichtigstest Ziel: Erprobung Trennschärfe (sie sagt aus, wie weit das einzelne Item die Gesamtheit des Tests/Fragebogens repräsentiert) Die Trennschärfe ist niedrig, wenn z.B.: die Aufgaben eines Intelligenztests zu leicht sind, u alle Gymnasiasten diese richtig lösen können. --> Test muss dann modifiziert werden!
  • 2.7 Übungsaufgaben -Was sind latente Variablen? Variablen, die nicht direkt oder beobachtbar gemessen werden können. -Welche Stichprobe bietet die größtmögliche Repräsentativität?  Die Zufallstichprobe, die man aus der Grundgesamtheit nach einem Zufallsprinzip sieht
  • 3. Der diagnostische Prozess = ein systematisches Vorgehen, eine Abfolge von Schritten zur Gewinnung von Infos bei der Beantwortung anstehender Fragen u Lösungen bestimmter Probleme Vorgehen beginnt mit Problemuntersuchung/Fragestellung; dazu werden theoretische Annahmen formuliert; danach Infosammlung zur Klärung der Fragen/Problemlösung; Zustand der Zielperson u ihr Problem werden erfasst u analysiert; gewonnene Ergebnisse werden gedeutet/interpretiert;  zusammenfassend: Testführung (Vorbereitung+Testphase) u Testauswertung (Ergebnisse+Interpretation+Dukuentation)
  • 3.1 Richtlinien zur Durchführung der psych. Diagnostik Richtlinien regeln die Testdurchführung, deren Anwenundung, Formulierung diagnostischer Urteile u Abfassung von Gutachten, ethische Prinzipien, Anforderungen an Testanwender sowie Qualitätssicherung. 1. Anforderungen an die Kompetenzen (Fachwissen, Fertigkeiten u Fähigkeiten; persönliche Merkmale) der TestanwenderGründe:Überwachung, Copy-Right u Urhenerrecht; Anwendung im internationalen Kontext; 2. Computergestützte u internetbasierte Testdurchführung: durch internationale Richtlinien der Test Commission geregelt;  3. Die Qualitätssicherung bei der Entwicklung, Optimierung u Veröffentlichung psych Tests: richtet sich nach dem Testbeurteilungssystem der Deutsche Gesellschaft für Psych.  4. Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik: sind in der Deutschen Industrienorm festgeschrieben. Die Norm zeigt, wie eine qualitativ hochwertige Eignungbeurteilung aussehen soll. 5. Berufsethische Richtlinien: sind auf homepage des Berufsverbandes Deutscher Psych. 6. Bestimmungen zu der Aufbewahrung von diagnostischen Informationen (Archivierung u Dokumentation) sind durch das Psychotherapiegesetz geregelt (darunter auch Angaben zur Schweigepflicht u zum Schutz persönlicher Daten, zur Unparteilichkeit u Unabhängigkeit) 7. Die Leitlinie psychotherapeutische Diagnostik vom Bundesministerium für Gesundheit (Ziel: Anforderungen unter Praxisbedingungen darzustellen)
  • 3.2 Voraussetzungen bei den Testenden .. in den Internationalen Richtlinien verankert. Anforderungen: a. relevantes Fachwissen: Kenntnisse der Grundlagen der psychometrischen Prinzipien, insbesondere Kenntnisse methodischer Gütekriterien  b. Anwender soll Kenntnisse psychologischer Grunlagen haben c. solch sich im handelnden Praxisfeld auskennen d. Grundlagenwissen über psych. Diagnostik e. Auswahl an diagnostischer Instrumente mitbringen f. gute Kommunikationsfertigkeiten u zwischenmenschliche Fertigkeiten g. Up to date on rechtlichen u ethischen Voraussetzungen h. Vertaulicher Umgang mit Daten/Unterlagen i. kontinuierliches Weiterbilden Befunde sachgerecht erheben u auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse bewerten Diagnosen formulieren Eigenverantwortlich handeln
  • 3.3 Testauswahl Neben Gütekriterien auch praktische Kriterien zu beachten: 1. Nützlichkeit: Ist das Verfahren zur Beantwortung der Fragestellung geeigntet? --> Testinstruktion u Handbuch davor gründlich durchlesen! immer up to date sein! 2. Angemessenheit: Ist das Verfahren für die zu untersuchende Zielperson angemessen? die meisten diagnostischen Verfahren sind nicht universell anwendbar!!-Ist das Verfahren für Personen dieses Alters/Geschlechts/Bildung geeignet?-Wird das Verfahren die Zielperson nicht von vornherein benachteiligen? (Verfahren soll fair sein - Rücksichtsnahme auf Sehschwäche)-Ist der Test der Zielperson bereits bekannt? Besitzt sie schon Übung darin? Übung kann das Ergebnis beeinflussen.
  • 3.4 Übungsaufgaben -Welche Fragen muss sich einDiagnostiker stellen, wenn er prüfen will, ob ein Test der Zielperson/gr. angemessen ist? Ist das Verfahren für Personen dieses Alters/Geschlechts/Bildung geeignet? Wird das Verfahren die Zielperson benachteiligen? Kennt die Zielperson den Test schon u ist sie darin geübt? -Hanna berichtet:"In unserer Praxis verwenden wir nicht die neuersten Versionen der Tests für die Schüler, die zur Beratung kommen. Die früheren Versionen tun es auch. U wir sparen, weil wir nicht fürs Copyricht zahlen müssen." Hat sie recht? Nein! Abgesehen von Modifikationen, die in die neuen Angaben aufgenommen werden, ändern sich die Normen. Das ist für die Auswertung u Interpretation sehr wichtig.
  • 4. Strategien u ausgewählte Verfahren der Testung =die Untersuchung von Idividuen, Paaren oder Gr.  Methoden dafür: das diagnostische Interview, Projektive Tests, Paardiagnostik, Gruppendiagnostik u Gruppentestung Das Interview kann das alleinige Verfahren sein
  • 4.1 Das diagnostische Interview - unvermeidlicher Bestandteil psych. Einzeldiagnostik -ca. 50% in der psych Diagnostik eingesetzte Verfahren sind diagnostische Interviews aufgrund ihrer Flexibilität. -Interview= zielgerichtete (nach eindeutigen Antworten), verbale Infosammlung in einer dyadischen Interaktion des Interviewers u der Zielperson --> idealerweise Dialog. Es herrscht eine asymmetrische Kommunikation mit ungleicher Machtverteilung (Interviewer hat die Machtperson u stellt die Fragen, während Zielperson die vertraulichen Informationen preisgibt). Es ist vorteilhaft, wenn die Befragung gleichzeitig mit der Verhaltensbeobachtung verbunden wird.  Formen des diagnostischen Interviews: Alltagsgespräche weniger - eher Fachgespräche: Exploration (Art Erkundung); Entscheidungsgespräche; aus der Psychoanalyse das Tiefengespräch (Aufdeckung unbewusster Motive u Einstellungen); 3 verschiedene Formen des Interviews nach Fisseni: -weiche Form (max. Offenheit u Freiraum für Zielperson)-neutrale Form (Normalfall - Diagnostiker vollkommen neutral)-harte Form (Diagnostiker überrumpelt Zielperson in z.B.: Straf- oder Verkehrsrecht) -Quantitativ (basiert auf im Voraus formulierte Hypothesen, die aus Konzepten abgeleitet sind)-Qualitativ (Ziel: Qualitäten erfassen; Theorien werden aus Interviewdaten generiert)-Strukturiertheit: un-,halb-,vollstrukturiert-systematisch (Ziel, von dem nicht abgewichen wird) vs. unsystematisch/frei/offen (offenes, flexibles Gespräch)-standardisiert (Durchführungs- u Auswertungsnorme; Zeite u Istruktionen sind festgelegt)-nicht standardisiert/subjektiv (offenes Interview)-Anzahl von Zielpersonen: Individuen, Dyaden (2 Personen werden interviewed) oder Gr.-Dauer: Quer- (einmalig mehrere Personen zum gleichen ZP) oder Längschnitt (Langzeituntersuchung)-Kontinuität: Momentaufnahmen (einmalig) vs. Verlaufsinterviews (in festgelegten Zeitintervall werden wiederholt diagnostische Interviews mit identischen Personen durchgeführt)-Medium u der Dokumentationsmethode: Persönlich (face-to-face), übers Telefon oder internetbasiert
  • 4.1.1 Einflussfaktoren auf die Qualität diagnostischer Interviews -Verzerrung durch subjektive Wahrnehmung aufgrung bisherigen Erfahrungen, Wahrnehmung, Stimmung,...-Das Geschlecht: gegengeschlichtliche Dyaden wirkt sich z.B.: bei sexuellen Themen aus-Soziodemographische Faktoren (soziale Herkunft, Alter, Geschlecht, Beruf, Wohnort,..)-Voreinstellung: Vordiagnose wird entwerder übernommen oder abgelehnt u versucht sie zu widerlegen-neg. Erfahrungen: beeinflussen mehr als positive-Dynamik u Interaktion: Durch Frage u Antworten kann von der eigentlichen Intention abgekommen werden-Fehler u Verzerrung: durch fachlichen u individuelle Defizite sowie persönliche Werturteile-Gesellschaftliche Einflüsse: Wirkung von Stereotypen u Vorurteilen
  • 4.1.2 Situative Einflüsse u Gesprächsführung Die Gestaltung der Situation hängt vom Interviewzweck ab. Grunsätzlich gilt es aber eine warme Atmosphäre herzustellen, optimale Zeitplanung, Vermeidung von Störung u profesionelle Distanz entgegenzubringen.Relevant ist das aktive Zuhören (100% Aufmerksamkeit, Vermeidung von Wertungen, Geduld, Erkennen u Ansprechen der Gefühle, Verständnis u Empathie;) die Sprache teilweise anpassen;
  • 4.1.3 Vermeidung von Themen u Widerstand häufig trifft man auf Widerstand bei peinlichen oder unheimlichen Themen (Sexualität, Alk- oder Drogenkonsum, Suizidabsichten, emotionale Probleme, Untreue,...). Diese sollen erst angesprochen werden, wenn ein Vertrauensverhältnis besteht. Anhand von Beobachtung (ist Zielperson unruhig, errötet, vermeidet Blickkontakt, kommt zu spät,...) feststellen, ob Widerstand geleistet wird. Unzugängliche Befragungstechniken: ermutigen zu Erzählen, Verständnis u Respekt zeigen, zuerst die positiven u anschließend erst neg. Seiten eines Sachverhalts schildern lassen; Erlaubnis der Verweigerung erteilen; hinausschieben,... Grundhaltung nach Carl Rogers:-Kongruenz (authentisch wirken)-Empathie (einfühlendes Verstehen zeigen)-positive Zuwendung ("Akzeptieren, Anteilnahme u Wertschätzung")
  • 4.2 Projektive Tests Diese Tests zur Persönlichkeitsuntersuchung basieren auf der Annahme, dass Menschen generell dazu tendieren, eigene Einstellungen, Orientierungen, Werte, Motivationen u Wünsche auf andere zu übertragen. Diese Annahme stammt aus Psychoanalyse Sigmund Freuds. Um die Merkmale zu testen, bietet man einen Anreiz in Form eines Bildes oder einer Erzählten Situation, um den dynamischen Prozess der Projektion auszulösen. Diese projektiven Verfahren erfassen offene Antworten, Reaktionen u Verhaltender Zielperson.Verschiedene Projektionstests (attributiv, autistisch, rationalisiert) wurden entwickelt, die auf unterschiedlichen theoretischen Annahmen basieren.
  • 4.2.1 Der Rorschach Der Formdeutungstest mit widersprüchlichen Image stammt von Hermann Rorschach, welcher ihn nach 10-jährigen Entwicklungsarbeit veräffentlichte. "die Praktizierung des Rorschachtests ist eine Art Kunsthandwerk"Aus den Deutungen der Zielperson kann Rückschluss auf die Persönlichkeitsstruktur u -dynamik gezogen werden. Die Auswertung erfolgt sowohl formal als auch inhaltlich.
  • 4.2.2 Der TAT u weitere Projektile Tests 1.) TAT - Thematischer Apperzeptionstest stammte ursprünglich von Henry A. Murray u ist ein projektives Verfahren zur Erfassung der Dynamik von Persönlichkeit u von Motiven. Er arbeitet mit schwarz-weiß Bildern, auf denen Menschen in alltäglichen Situationen abgebildet sind u diese sollen beschrieben bzw. Geschichten dazu erzählt werden in 2 Sitzungen anhand von 4 Fragen. Vorschläge für die Auswertung richten sich auf die Akteure, Motive, Gefühle, Zukunftsorientierung, Bedürfnisse u Interessen der Zielpersonen.  2. FBT - Familien - Beziehungs- Test: von Howells & Lickorish; erfasst die Art u Qualität von Familienbeziehungen. Es wird eine Serie von vieldeutigen Bildern gezeigt, auf denen Familiensituationen dargestellt sind. Abhängig von der eigenen Familiensituation beschreibt die Zielperson diese. 
  • 4.2.3 Kurze Würdigung projektier Tests: Gütekriterien nur in einigen Fällen angewendet. Das Angebot ist vielfältig. Geringe Reliabilität u Validität. Objektiv aufgrun der Standardvorgaben für Protokollierung u Übertragung von Inhalten.
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  • 4.3 Paardiagnostik 2 Personen = Dyade; entweder Konstellationen, die sich durch eine besondere Bindung auszeichnet (Ehepaar; Mutter-Tochter,...) oder "dyadische Führerbeziegung" (Psychotherapeut u Klient). In Therapie werden Verfahren benötigt um Struktur u Funktionsweise dieser Dyaden herauszufinden: a.) Partnerschaftsfragebogen (PFB) zur Bestimmung der partnerschaftlichen Qualität mit 31 Items, die 3 Skalen zugeordnet sind (Streitverhalten, Zärtlichkeit, Gemeinsamkeit/Kommunikation) b.) Problemliste (PL) zur Erfassung von Konflikten in der Partnerschaft mit 23 Items; 2 Teile: PL1 erfasst die Angaben der Partner getrennt; PL2 Diagnostiker fügt diese zusammen c.) Fragebogen zur Lebensgeschichte u Partnerschaft (FLP) = strukturierter Ansmnesebogen u sehr zuverlässig d.) Kurzform des Partnerschaftsfragebogens (PFB-K) mit nur 10 Items
  • 4.4 Gruppendiagnostik u Gruppentestung Gruppendiagnostik bringt Zeit- u Ressourcenersparnis durch die gleichzeitige Testung; allerdings sind keine genaueren Verhaltensbeobachtungen oder bestimmte Leistungstests möglich. Um das Abschreiben werden Paralleltests gemacht (einteilen in Gr) u Pseudoparalleltests (gleiche Aufgaben mit unterschiedlicher Anordnung) eingesetzt.  Ein weiterer Grund hängt mit der Fragestellung zusammen. Wie ist das soziale Verhalten dieser Gruppenuntersuchung? Zuletzt kann dabei auch noch die Gruppenstruktur getestet werden mit z.B.: dem FAST - ein Familiensystemtest =entwickelte Figurentechnik für die Abbildung emotionaler Bindung (Kohäsion) u hierarchischer Strukturen in der Fam oder ähnlichen Sozialsystemen. FAST = quantitativ u quaitativ verwendbares projektives Verfahren u basiert auf strukturell-systematischen Familientheorie. Gesunde Fam hat ausbalancierte Beziehungsstruktur. Die Famdarstellungen können bestimmten Beziehungsstrukuttypen zugeordnet werden. FIT - Familien-Identifikationstest von Remschmiedt u Mattejat; dieser Test versucht die familiären Identifikationsmuster von Kindern u Erwachsenen zu erfassen. Fammitglieder werden getrennt voneinander befragt über sich selbst u die anderen Mitglieder indem sie 12 vorgegebene Adjektive zuordnen. Die Auswertung erfolgt über ein Computerprogramm u ist hilfreich in Famtherapie u fambezogene Begutachtungsfragen (Sorge- u Umgangsrecht)
  • 4.5 Übungsfragen -Melanie hat für ihre Bachelorarbeit einen sportpsych. Test zum Thema Reaktionsschnelligkeit bei Kindern konstruiert. Sie berechnet für ihren Test Cronbach's a=0,85. Wie kann diese Zahl interpretiert werden?Melanies Test erreicht eine sehr gute interne Konsistenz -Im Rahmen einer Europäischen Vergleichsstudie wurden Klienten ambulanter Pflege in 6 Ländern befragt. Die Befragung wurde noch 2 mal wiederholt: nach 6 u nach 12 Monatena.) Untersuchungstypus? = Längsschnittstudie oder longitudinale Studieb.) Wie heißt erste Befragung? Baseline-Befragungc.) Wie heißen Wiederholungsbefragungen? Follow-up-Befragung -Was kann ein Interviewer tun, um eine bessere Kongruenz im diagnostischen Interview herzustellen?hierachischen Charakter der Beziehung zu der Zielperson abzumildern; sich selbst nicht höher zu stellen; Er übt keine "Macht" aus, zeigt akzeptierende Haltung. Er soll authentisch wirken u lässt kontrollierte Emotionen zu.  -Aus welchen Teilen besteht der FPD-Fragebogen zur Partnerschaftsdiagnostik?a.) Partnerschaftsfragebogen (PFB)b.) Problemliste (PL)c.) Fragebogen zur Lebensgeschichte u Partnerschaft (FLP)d.) zusätzlich die Kurzform des Partnerschaftsbogens (PFB-K)
  • 4.5 Übungsfragen -Melanie hat für ihre Bachelorarbeit einen sportpsych. Test zum Thema Reaktionsschnelligkeit bei Kindern konstruiert. Sie berechnet für ihren Test Cronbach's a=0,85. Wie kann diese Zahl interpretiert werden?Melanies Test erreicht eine sehr gute interne Konsistenz -Im Rahmen einer Europäischen Vergleichsstudie wurden Klienten ambulanter Pflege in 6 Ländern befragt. Die Befragung wurde noch 2 mal wiederholt: nach 6 u nach 12 Monatena.) Untersuchungstypus? = Längsschnittstudie oder longitudinale Studieb.) Wie heißt erste Befragung? Baseline-Befragungc.) Wie heißen Wiederholungsbefragungen? Follow-up-Befragung -Was kann ein Interviewer tun, um eine bessere Kongruenz im diagnostischen Interview herzustellen?hierachischen Charakter der Beziehung zu der Zielperson abzumildern; sich selbst nicht höher zu stellen; Er übt keine "Macht" aus, zeigt akzeptierende Haltung. Er soll authentisch wirken u lässt kontrollierte Emotionen zu.  -Aus welchen Teilen besteht der FPD-Fragebogen zur Partnerschaftsdiagnostik?a.) Partnerschaftsfragebogen (PFB)b.) Problemliste (PL)c.) Fragebogen zur Lebensgeschichte u Partnerschaft (FLP)d.) zusätzlich die Kurzform des Partnerschaftsbogens (PFB-K)