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Master Psychologie: Rechtspsychologie (Fach) / Lotus & Davis (Lektion)
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- Beispielfall aus der Einführung (2) > 1989: G. Franklin verhaftet, da angeblich Kindheitsfreundin der Tochter vor 20 Jahren ermordert > Tochter gab mit 29 an, unterdrückte Erinnerung sei wieder aufgetaucht
- wie kam es zu den memory wars und was ist das? > Debatte um die Frage, ob es unterdrückte traumatische Erinnerungen gibt, um therapeutische Mittel zur "Wiederfindung" und die Entstehung falscher Erinnerungen > erste Analysen zu falschen Erinnerungen und dazu ob uE durch Hypnose wiedergefunden (nein)
- Zwei wichtige Fragen der Debatte > werden traumatische Erinnerungen anders verarbeitet als normale? > können Erinnerungen druch Therapie verfälscht werden?
- Sicht Therapeuten (4) > psychoanalyt. Idee von unterdrückten Erinnerungen ganz wichtig > traum. Erinnerungen fundamental anders, können im Alltag nicht abrufbar sein > suggestive Methoden deswegen notwendig für Besserung > selbst bizarre Erinnerungen glaubhaft, falsche Erinnerungen unwahrscheinlich
- Sich Wissenschaftler (4) > viel Forshcung zu falschen + suggestiven ERinnerungen > traumatische Erinnerungen wenn dann stärker als normale, keine Unterdrückung > Suggestive Methoden > falsche Erinnerungen! > 79% Idee unterdrückte erinnerungen nein oder uneindeutig
- Was muss nachgewiesen werden als Beleg für Unterdrückung und Wiederherstellung von traumatischen Erinnerungen? (3) > traumatisches Ereignis stattfand > über gewisse Zeitspanne vergessen > später wieder erinnert
- Retrospektive Studien: nicht interpretierbar weil (5) > Fehlender Validierung des Missbrauchs > Fehlender Untersuchung, unter welchen Umständen Erinnerung wiederkam > Fragewürdiger Methoden wie Hypnose oder geführter Imagination > Der Tatsache, dass nicht jeder Missbrauch als traumatisch (oder gar als Missbrauch) erlebt wird und so das Vergessen nicht als Unterdrückung gewertet werden sollte > kein Ausschluss genereller Erinnerungsprobleme (Verletzungen, phyische Ursachen)
- Prospektive Studien: zwei Studien > Williams 1994: 38% sagten nach 17 Jahren nichts über MB --> Repression oder anderer Grund? > Goodman 2003: 3x nach 10-16 Jahren befragt --> nur 8% erwähnten MB nicht
- Fallberichte (2) > Bericht von Therapeut oft sehr subjektiv > emoitionaler Bias, Notwendigkeit MB Vorwurf für Anklage..
- Schooler et al 1997 > erfüllte alle drei Kriterien, jedoch teilweise war diese „Dokumentation“ nicht korrekt oder gar nicht auf den Worten der Personen basierend > kein Beweis für Erinnerungen, die während der Therapie wiederhergestellt wurden!
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- Fazit der Belege für wiedergefundene unterdrückte Erinnerungen (3) · Wenig Nachweis, dass traumatische Erinnerungen unterdrückt und durch Prozesse jenseits des normalen Vergessens und Erinnerns wiederhergestellt werden· Es gibt Vorfälle von scheinbarem Vergessen und Wiederherstellen, jedoch ist Grad der genauen Untersuchung, die Basisrate sowie die Umstände des Erinnerns unklar· Jedoch berichteten viele Personen davon àfalsche Erinnerungen?
- Beweise für die Existenz von falschen Erinnerungen Oft betonen Advokaten einer Therapie, dass es keine kontrollierten Studien gibt, die beweisen, dass man falsche Erinnerungen von Misshandlung etc. implementieren kann. Dies ist vor allem auf ethische Richtlinien zurückzuführen. Jedoch gibt es durchaus Studien, die zeigen, dass es generell möglich ist, falsche Erinnerungen (an normale oder auch relativ traumatische Ereignisse) zu implementieren.
- falsche Erinnerungen an tatsächliche Traumata (3) > bewiesene Fälle für MB und Traumata, Kidnapping, Gruppenvergewaltigung etc > manche konnten widerlegt werden, andere nicht möglich (infantile Amnesie zB) > Alien Erinnerungen
- satanistische Rituale + falsche Erinnerungen (3) > Plausibilität sehr fraglich, viele solcher „Erinnerungen“ an Ereignisse unmöglich oder sehr, sehr unwahrscheinlich, besonders bei Patienten die suggestiv behandelt wurden > dennoch häufig, 25% bei Prozessanwälten > 90-100% keinerlei Erinnerung daran vor Therapie
- Studien über den Prozess der falschen Erinnerungen (4) o Zuerst Therapie aufgrund von Depressioneno 90%: „Erinnerungen“ über Missbrauch während Therapie à48% satanischer Missbrauch, 38% Zeuge eines Mordeso viel Druck, Zweifel wurden entkräftet als ganz normalo Später: „Erinnerungen“ Produkt einer suggestiven Therapie (z.B.: Hypnose), wirkten nicht real
- Laborforschung zur Formbarkeit von autobiographischen Erinnerungen (AE) > Loftus 2005: Details ändern einfach > auch komplette oder unmögliche Ereignisse
- Techniken zum Induzieren falscher Erinnerungen (3) o familial informant false narrative procedureo lost in the mall Techniko geführte Imagination, gefälschte Fotos: falsche Erinnerungen > funktioniert, weil gesagt wird, Familienmitglieder hätten dies erzählt + suggestives Interview
- Kritik an Studien zur Formbarkeit von falschen Erinnerungen (3) > Man weiß nicht sicher, dass Probanden das falsche Ereignis nicht wirklich passiert ist> Wenig wirklich detaillierte falsche Erinnerungen, kann aber auch an dem kurzen Zeitraum der Studie versus lange Therapie liegen> Keine traumatischen, sondern recht plausible „Erinnerungen“
- Studien mit traumatischen /unplausiblen Erinnerungen: (2) > Mazzoni et al., 2001:Plausibilität erhöhen durch vorherige Materialien, die genau das als plausibel beschreiben, z.B.: besessen von Dämon funktionierte > Braun et al., 2002:Bugs Bunny (Warner Brothers) im Disneyland getroffen: 16% glauben das nach einer falschen Werbung für Disneyland mit Bugs Bunny
- Einfluss von Ansichten, Zielen und Selbstbild auf autobiographische Erinnerungen: (4) > Rückschaufehler > false memory syndrom > Selbstdefinition als Opfer > Druck, Erinnerung und momentane Identität anzugleichen
- Studien zum Rückschaufehler: Erinnerungen beeinflusst von Selbstbild, Zielen etc., Erinnerungen verändert sich, damit das Verhalten konsistenter oder logischer wirkt
- Selbstdefinition als Opfer kann ... einen rekonstruktiven Einfluss auf autobiographische Erinnerungen haben > diese machen unsere Identität aus
- Fazit Beweise für die Existenz von falschen Erinnerungen: (3) > Kein Zweifel, dass Missbrauch vergessen und wiedererinnert werden kann, jedoch ganz normale Mechanismen, kein „Unterdrücken“>Kein Zweifel, dass falsche Erinnerungen an Traumata produziert werden können> unklar, wie oft welches davon geschieht und unter welchen Umständen:
- A priori Annahmen bezüglich Missbrauchs 1980s: dramatischer Anstieg des Bewusstseins für sexuellen Missbrauch: Medienberichte, Bücher etc. > „priming“ für Bevölkerung und Therapeuten
- Wozu führt dieses priming bezüglich MB? (2) > selektive Aufmerksamkeit, Bias bei Interpretation von relevanten Infos, rekonstruktive und konstruktive Gedächtnisprozesse sind schemakonsistent > Therapeut erwartet durch priming höhere Rate an missbrauchten Patienten àsuggestive Therapie um diese Hypothese zu bestätigen
- Bestätigungsfehler und die Gefahren vom spezifischen Hypothesentesten (2) o Patient: (nur) Informationen, die er für relevant für den MB hälto Therapeut: glaubt, dass MB häufig vorkommt und recht wahrscheinlich ist, konzentriert seine Diagnostik auf Symptome und Zeichen von MB
- motivatonale Kognition (6 Schritte) Therapiebeginn: Erklärung für Probleme > anfällig für alle möglichen Gründe > Therapeut nimmt an dass MB häufig, schlägt das vor mit "Beweisen" > weitere "Beweise" durch Selbsthilfegruppe etc > MB Hypothese klingt logisch > Motivation nach Beweisen zu suchen unterstützt Therapie
- Hypothesen Konfirmationsstrategien beinhalten oft, vermeintliche Beweise für Missbrauch zu finden: (2) > Therapeut benutzt Heuristiken, die zu Tendenz führen, die MB Hypothese zu bestätigen> Patienten kann es genauso gehen, zB selektive Aufmerksamkeit, Interpretationsbias --> geben einander Beweise, um Hypothes ezu bestätigen
- Bias, die eine Rolle spielen: > Hindsight Bias: Rückschaufehler > Interpretationsbias: schmeakonform interpretieren
- Plausibilität, suggestive Einflüsse, Glaube (3) > Informationen, die vorher unplausible Infos subjektiv plausibler machen, können den Weg ebnen für falsche Erinnerungen> Suggestive Einflüsse von Therapeut und außerhalb: Medien, Selbsthilfegruppe etc.> Umso mehr glaubhafte Quellen an MB glauben, desto plausibler wird dies für Person
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- Annahme und Bestätigung von Glauben an Missbrauch (3) > Wenn der Patient an Missbrauch glaubt, versuchen sowohl Therapeut als auch Patient wahrscheinlich, dies zu bestätigen > neue „Survivor“ Identität zu verteidigen. Dies geschieht z.B.: durch Selbsthilfegruppen, Gedächtnisfindungsprozesse, etc. > Potential, die Erzählungen zu verfälschen und falschen Erinnerungen entstehen zu lassen
- Welche Prozesse führen zu falschen Erinnerungen? (7) > Hypnose > Age Regression > Traumdeutung > Geführte Imagination > Fotografien oder Trigger Erinnerungen > Instruktion, an Gedächtnis und Erinnerung zu arbeiten + immer wieder Versuch sich zu erinnern > physische Symptome gedeutet als implizite Erinnerung
- Moderne Theorien: Erinnern besteht aus internalen Repräsentationen und Urteilskriterien, die festlegen ob diese Repräsentationen mit einem vorher erlebten Index an Ereignissen übereinstimmen (siehe Bild)
- Internale Repräsentation: exakt, spezifische Infos (verbatim trace) oder generealisierte(s) Form oder Ereignis (gist trace)
- wann wahrscheinlicher als echte Erinnerung eingestuft? Umso stärker verbatim und gist traces und umso schwächer die Urteilskriterien, desto wahrscheinlicher als echte Erinnerung eingestuft
- wann wahrscheinlicher als echte Erinnerung eingestuft? Umso stärker verbatim und gist traces und umso schwächer die Urteilskriterien, desto wahrscheinlicher als echte Erinnerung eingestuft
- Verbatim trace lebhafte internale Bilder des Indexereignisses. Die Stärke wird von der Tiefe der ursprünglichen Verschlüsselung, persönlicher Gedächtnisleistung und der Zeit beeinflusst. Solche Bilder können jedoch auch durch andere Dinge wie z.B.: Imagination entstehen > können als echte „Erinnerungen“ durchgehen
- Gist trace: > werden mit der Zeit stärker, nicht schwächer. Sind ebenfalls von Verschlüsslung und Gedächtnisleistung abhängig. Nicht per se nur Teil eines Ereignisses, sondern auch allgemeines Wissen über Art des Ereignisses etc. > können von der allgemeinen Wissensstruktur beeinflusst werden z.B.: durch MB Schemata, Glaube, Erzählungen
- Wie beeinflussen also therapeutische und dazugehörige Prozesse diese Quellenverwechslung? (4) > soziale Einflüsse wie Priming, Schemabildung auf IR und U > memory support durch innere Bilder bei Imagination und Suggestion auf IR > Therapeuten stellen keine Erinnerung, nicht mal Gefühle und Reaktionen in Frage > Alle Arten von Glauben an MB können U senken: umso mehr Person daran glaubt, umso weniger Informationen benötigt sie für Bestätigung
- Therapie und sozialer Einfluss (4) > Sozialer Einfluss ist durchaus Ziel der Therapie, Patient will Lösungen > Der Therapeut ist glaubhaft, wird gemocht und besitzt eine gewisse Macht, der Patient hängt emotional an ihm, hat Respekt und ein gewisses Maß an Abhängigkeit > Demnach glaubt er ihm und nimmt Vorschläge an, wie z.B.: einer Selbsthilfegruppe beizutreten und würde Therapeuten eher glauben als anderen > Jedoch geht dies auch anders herum: auch kann der Patient die Missbrauchshypothese aufstellen
- Individuelle Vulnerabilität für falsche Erinnerungen (3) · Patienten sind generell vulnerabler, besonders, weil sie ja nach Antworten suchen· Vertrauen Erfahrung und Wissen des Therapeuten, müssen offen sein, um Lösung zu finden· Individuelle Unterschiede abhängig von Fähigkeit, dem sozialen Einfluss zu widerstehen
- Quellen für Widerstand gegen sozialen Einfluss (2) > Mögl zu widerstehen > Motivation zu widerstehen
- Was braucht man, um zu widerstehen? > relevanten Infos analysiert werden > der eigene Wille durchgesetzt werden können
- Intellektuelle Fähigkeiten und Fähigkeit, zu widerstehen: (4) > relevantes Wissen + kognitive Fähigkeiten nötig, um Infos einordnen zu können > selbstregl. Ressourcen Aufmerksamkeit + AG niedrig -> intellektuelle Performanz reduziert > variieren je nach Stresslevel, Psychopathologie, Wille, vorheriger Anstrengung... > Bruck & Melnyk 2004 / Davis & loftus 2005: Intellekt + SRR wichtig für Suggestibilität
- Fähigkeit, den eigenen Willen durchzusetzen + Aufmerksamkeit (4) > Kann wille durchgesetzt werden? zB in Therapie eingeschränkt > kein direkter Zugang zu allen Infos zB nur Aufmerksamkeit auf MB Hypothese > nicht nur Art der Infos, sondern auch Interpretation beeinflusst > Befragungen und Überredung
- Motivation, zu widerstehen (4) > Motivation wichtig: nur weil man Lücken sieht muss man nicht wiederstehen wollen > abhängigvon Verbindung zur Quelle und eigener Hilflosigkeit > Glaube/Haltung beeinflusst Motivation > externale Einflüsse
- Therapeutischer Kontext Therapeutischer Kontext schwächt Widerstand, besonders bei Personen, die anfällig für Suggestion und sehr verwirrt sind, unbedingt eine Erklärung für ihre Probleme suchen, schon vorher gewisse MB relevante Ideen (über sich, den Beschuldigten, Unterdrückung von Erinnerungen) haben