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Pflanzenproduktion I (Fach) / Phytomedizin (Lektion)

Grundlagen der Phytomedizin für Agraler

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  • Quantitativer Pflanzenschaden Ernteprodukte in Größe und Anzahl verringert (Beispiel Kartoffel) :  > verringerte Assimilationsfläche (Phytophthora infestans) > verringerte Wasser- und Nährstoffaufnahme
  • Qualitative Pflanzenschäden Inhaltsstoffe der Ernteprodkte negativ verändert (zB Getreide) : > verringerter Proteingehalt durch Fusarium spp., Eurygaster maura > Mykotoxinbildung durch Fusarium spp., Aspergillus flavus Ernteprodukte visuell negativ verändert (Venturia inaequalis an Apfel, Brevicoryne brassicae an Kohl)
  • Partielle und totale Pflanzenschäden *Schädigung einzelner Pflanzenteile oder Teile des Ernteprodukts, zB Sclerotinia sclerotiorum oder Athalia rosae an Raps *Schädigung der gesamten Pflanze, zB Umfallkrankheit durch Ursachen Pythium spp, Leptinotarsa decemlineata an Kartoffel
  • Direkte und indirekte Pflanzenschäden *Schädigung des Erntegutes, zB ZYMVirus an Zucchini, Plesiocoris rugicollis an Apfel *Schädigung der nicht beernteten Pflanzenteile (zB Getreide) : Echter Mehltau durch Blumeria graminis, Getreidehähnchen Oulema melanopus
  • Nachernteschäden - Lagerschäden *Bakterium Pectobacterium carotovora *Pilz Gloeosporium spp. an Apfel *Kormkäfer Sitophilud granarius
  • Wie hat sich in den letzten 60 Jahren die Ackerfläche pro Kopf verändert ? Die Ackerfläche pro Kopf nimmt ab
  • Abiotische Krankheitsursachen *Klima witterung ( Temperatur, Licht, Wind, Niederschläge) *Bodenfaktoren (Struktur, chem Zusammensetzung) *Pflanzenbauliche Maßnahmen (Agrartechnik, Kulturtechnik, Agrochemikalien) *Immissionen (Gase, Stäube) *Stress
  • Stickstoff Mangel Symptome : Hellgrüne Färbung, vergilbende Blätter, schwacher Wuchs, Notreife
  • Kalium Mangel Symptome : Turgorverlust, Blattrandnekrosen, Fleckung älterer Blätter
  • Phosphor Mangel Symptome : schwacher Wuchs, Blätter blaugrün bis rötlich
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  • Magnesium Mangel Symptome : Aufhellung der Blätter - gefolgt von Wölbung und Nekrotisierung der Interkostalfelder, Blattadern erst später betroffen
  • Calcium Mangel Symptome : Blattdeformationen, junge Blätter gekrümmt, Blattrandchlorosen, Absterben der Vegetationspunkte
  • Eisen Mangel Symptome : Chlorosen, vor allem der Interkostalfelder, Blattadern bleiben lange grüm
  • Bor Mangel Symptome : Basis junger Blätter wird chlorotisch, stirbt ab, verfärbt sich schwarz, Wuchsdeformationen, Trockenfäule
  • Molybdän Mangel Symptome : Deformationen an jungen Blättern, Fleckung, später Vergilbung, Gelbfleckigkeit
  • Kupfer Mangel Symptome : Chlorophylldefekte, Blattrandnekrosen, bei Getreide weiße, vertrockende Blattspitzen und -ränder (Heidemoorkrankheit)
  • Mangan Mangel Symptome : helle Laubfärbung, Chlorosen - später Nekrosen - in Interkostalfeldern (Dornröschenkrankheit des Hafers)
  • Krankheitssymptome *durch Befall / Infektion der Pflanze induziert *Pathogen lebt in der Pflanze    >Viroide, Viren, Bakterien, Phytoplasmen, Chromista, Cercozoa, Pilze (obligate und fakultative Parasiten), Nematoden
  • Schadsymptome *Durch Fraß-/ Saugtätigkeiten der Erreger an Pflanzen hervorgerufen *Erreger ernährt dich vorwiegend an der Pflanze    >Nematoden (Saugend, fressende), Spinnentiere, Insekten, Schnecken, Vögel, Nagetiere, Epiphyten
  • Def. Schädigung Ergebnis einer kurzfristigen Interaktion zwischen Pflanze und Umwelt, die zu einer nachteiligen Veränderung der normalen zellulären Prozesse und verringerter Leistung von Gewebe bzw. der ganzen Pflanze führt; häufig durch abiotische Stressbedingungen oder Anthropoden
  • Def. Krankheit * Ergebnis einer dauerhaften Interaktion zeischen Pathogen und Wirt, die zu einer Beeinträchtigung der Entwicklung und des Wachstums der Pflanze führt
  • Äußerlich sichtbare Symptome (Symptomatologie) *Welkeerscheinigung (Tracheobakteriosen) *Verfärbungen (Virosen) *Absterbeerscheinungen (Abwerfen von Pflanzenorganen, Dürre, Fäulnis) *Formveränderungen (veränderte Phytohotmonbalance) *Umfallerscheinungen (Infektion der Stängelbasis) *Ausscheidungen (Exsudate von Bakterien bzw Pflanzen) *Erreger (Echter Mehltau, Flascher Mehltau, Rost) *Epiphyten (Mistel) *Beschädigungen (Stich- und Fraßschäden)
  • Wundheilung Dedifferenzierung der Zellen (Omnipotenz pflanzlicher Zellen)
  • Nekrotisierung Blattflecken, Phytophthora infestans, Virusinfektionen, hypersensitive Reaktion
  • Wachstumsprogression und -depressionen Hypertrophien : Zellvergrößerung Hyperplasien : übernormale Zellvermehrung
  • Hypoplastische Reaktionen quantitativ geringeres Wachstum, Zwergwuchs durch Tilletia contraversa und Viren
  • Erreger von infektiösen Pflanzenkrankheiten *Pilze *Oomycota, Cercozoa *Bakterien *Viren, Viroide *Parasitische Blütenpflanzen *Sedentäre Nematoden
  • Pilze - Struktur und Morphologie *Zellwand der Pilze: Hauptbestandteil Chitin; auch Hemicellulosen, Hexosane, Kohlenhydrate, Proteine, Salze *Zellwand der Oomycota :  Hauptbestandteil Cellulose Chitin : *neben Cellulose das am weitesteb verbreitete Polysaccharid *Unterscheidet sich von Cellulosse durch Acetamidgruppe *Pilze, Gliedertiere (Exoskelett), Weichtiere (Mollusca) *dient der Strukturbildung
  • Lebensweise von Pilzen *Saprotroph : Ernährung auschließlich von totem org (Pflz) Material *Parasitisch : Ernährung von lebendem Pflanzengewebe > obligat biotroph : auf lebendes Gewebe angewiesen > fakultativ biotroph : Ernährung von lebendem Gewebe, können sich aber auch saprotroph ernähren > Perthotroph : besiedeln lebendes Gewebe, töten es ab und ernähren sich von totem Gewebe
  • Oomycota *Hyphen-bildnede Mikroorganismen *Früher zu den Pilzen gerechnet, heute Chromalveolata, Stramenopila *Eng mit Algen verwandt, Zellwand enthält Cellulose *Hyphen selten septiert *Sexuell gebildete Oosporen *asexuell gebildete einzellige Zoosporen
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  • Bakterien *Prokaryoten (ohne echten Zellkern) *meist einzellig, Ausnahme Actinomyceten *Vermehrung durch binäre Zellteilung *Bildung von Endospore *meist phytopathogene Bakterien Gram-negativ *schneller Wachstum auf vers. Nährmedien *sehr hohe Vermehrungsrate
  • Phytoplasmen *gehören zu den Mollicutes (=Bakterien ohne Zellwand) *meist im Phloem von unverholzenden Pflanzen *durch Insekten übertragen
  • Viren *bestehen aus einer Nukleinsäure (Genom) und einer Proteinhülle *meist phytopathogene Viren mit RNA, wenige  mit DNA *Nukleinsäure wird nur in lebenden Pflanzenzellen repliziert *verschiedene Formen : Stäbchen, flexible Stäbchen, Ikosaeder aus zwei identischen Einheiten
  • Viroide *Infektiöse RNA ohne Proteinhülle *geringes Molekulargewicht *ähnlich wie Viren, benötigen lebende Wirtszellen zur Replikation *Überleben außerhalb von Wirtszellen möglich *insbesondere in Dauerkulturen
  • Parasitische Blütenpflanzen *Phytopathogene Pflanzen *mit Spross und Samen *einige bilden Chlorophyll, einige ohne Blätter *Striga (witch weed) weltweit verbreitet *Wurzel-ähnliche Struktur (Haustorium) dringt in Wirtspflanze  *Seide (Cuscuta sp.) ohne Chlorophyll, mit Samen übertragen
  • Nematoden *unsegmentierte Rundwürmer *Reproduktion durch Eier, aus denen Larven schlüpfen *L2-Stadien infiziert Wirtspflanze *Phytopathogene Arten mit Stilett (=hohle Nadel-artige Struktur) zur Nahrungsaufnahme *Sedentäre Arten bilden an Wurzeln Zysten bzw Gallen
  • Def. Pathogen Agens (lebend oder Virus), das Krankheit verursacht (auch Nematoden)
  • Def. Parasit Organismus, der sich von einem anderen ohne Gegenleistung ernährt
  • Def. Mutualismus Wechselbeziehung zw Lebewesen zweier Arten, die für die Individuen beider Arten vorteilhaft ist (Eusymbiose); zumindest eine der Arten kann auch ohne den anderen überleben
  • Def. Pathogenität Fähigkeit eine Krankheit hervorzurufen; qualitativ (ja/nein), pathogen bzw apathogen
  • Spezialisierung der Pathogene *Geringe Spezialisierung :  Erreger haben ein breites Wirtsspektrum *Ausgeprägte Spezialisierung : Erreger befallen nur wenige, verwandte Pflanzen *Formae specialis, Varietäten und physiologische Rassen : Morphologisch nicht unterscheidbare Unterarten eines Erregers, an eine bestimmte Pflanzengattung, -art oder -sorte angepasst
  • Def. Epidemie Zunahme / Ausbreitung einer Krankheit / Population auf einem begrenzten Areal in Zeit und Raum
  • Def. Endemie In einem begrenzten Gebiet (auf niedrigem Niveau) immer vorhandene Krankheitt / Population (einheimisch)
  • Def. Pandemie Epidemie auf einer sehr großen Fläche / Skalenebene, zB weltweit, bzw. auf einem Kontinent
  • Def. Abundanz Populationsdichte : *mittlere Anzahl von Organismen pro Flächen- bzw. Raumeinheiten *steht in Beziehung zum verursachten Schaden
  • Def. Fertilität Reproduktionsrate : Potentielle, durchschnittliche oder realisierte Zahl der Nachkommen
  • Formen von Inokulum => Jede Einheit eines Pathogens, die zu wachsen und einen Infektionsprozess beginnen kann *Oomycota, Fungi : Sporen und Hyphen *Bakterien : Einzelne Zellen *Phytoplasmen : Zellen in einer Wirtszelle *Viren : Virus-Partikel (Virionen) *Nematoden : Eier und Larven