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Antike Einführungsvorlesung (Fach) / Hellenismus (Lektion)

Hellenismus

Diese Lektion wurde von camilleoly erstellt.

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  • Hellenismus Als Epochenbezeichnung verwendete den Begriff „Hellenismus“ zuerst der deutsche Historiker Johann Gustav Droysen um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Er verstand unter Hellenismus die Zeit vom Tod Alexanders des Großen (323 v. Chr.) bis zur Schlacht bei Actium (31 v. Chr.) und dem Ende des letzten griechischen Reiches in Indien. Im Sinne von „Nachahmung der griechischen Lebensweise“ wurden das Substantiv „hellenismós“  bis zur Einverleibung des ptolemäischen Ägyptens, des letzten hellenistischen Großreiches, in das Römische Reichim Jahr 30 v. Chr. bezeichnet.
  • die Eroberung Ägyptens durch Alexander Nachdem Alexander der Große bei Issos (333 v. Chr.) den persischen König Dareios III. besiegt hatte, zog er nach Tyros, um diese Stadt nach sechs Monaten Belagerung zu erobern.[1] Danach wandte er sich nach Süden, eroberte nach zweimonatiger Belagerung Gaza und zog dann nach Ägypten weiter, um Pelusion kampflos einzunehmen und Richtung Heliopolis und Memphis weiterzuziehen.[2] Die ägyptische Bevölkerung empfing die Makedonen überall freundlich, da sie wahrscheinlich dachten, dass lediglich die verhassten Perser vertrieben werden, aber nicht, dass die Makedonen an deren Stelle treten würden. Der persische Satrap Mazakes übergab vor Memphis, mit 8000 Talenten und dem Inventar der königlichen Residenz, die Herrschaft über Ägypten an Alexander (332 v. Chr.).[3] Kurze Zeit später ließ sich Alexander von den Hohepriestern des Ptah in Memphis nach ägyptischem Ritus zum Pharao krönen und nahm den „Vornamen“ „der Geliebte des Re, der Erwählte des Amun“ an. Er wollte das Land als Pharao regieren und nicht, wie der Perser Kambyses II., als Fremdherrscher. Seine ägypterfreundliche Gesinnung brachte er auch durch ein „prächtiges Opfer“ für Apis, den heiligen Stier von Memphis, zum Ausdruck, ebenfalls um sich von Kambyses, der gegen Apis gefrevelt haben soll, und von den Persern insgesamt abzuheben.[4]
  • Schlacht bei Actium Ende des Hellenismus Die Schlacht bei Actium, die am 2. September 31 v. Chr. am Ausgang des Ambrakischen Golfs vor der Westküste Griechenlands stattfand, besiegelte das Ende der Römischen Republik. Octavian, der spätere Kaiser Augustus, besiegte mit Hilfe von Marcus Agrippa in dieser Seeschlacht seinen Gegenspieler Marcus Antonius und die ägyptische Königin Kleopatra VII. und sicherte sich damit die Alleinherrschaft im Römischen Reich.
  • Diadochenkriege nach Alexanders tod kämpften seine Nachfahren um seine Position : diadoche = gr. Nachfolge Das Königtum der hellenistischen Herrscher stand auf zwei Säulen: der Alexandernachfolge (διαδοχή, diadochē) und der Akklamation durch die Heere (siehe unten). Die Staaten existierten dabei nicht unabhängig von ihrer Regierungsform; die Seleukidenherrscher waren beispielsweise nicht etwa Könige von Syrien, sondern nur Könige in Syrien; ein Grund hierfür mag gewesen sein, dass jeder hellenistische basileus theoretisch Anspruch auf das ganze Alexanderreich, wenn nicht auf die ganze Welt, erhob. In den Diadochenreichen gab es keine Trennung zwischen Souverän und Person. Das Königtum (basileia) war kein staatliches Amt, sondern eine persönliche Würde, und der Monarch sah den begrifflich davon nicht abgegrenzten Staat als seine Angelegenheiten (pragmata).[3] Theoretisch war das ganze eroberte Land im Besitz des Königs, weshalb dieser es auch testamentarisch einer fremden Macht wie den Römern übereignen konnte (so geschehen 133 v. Chr. in Pergamon).
  • Heere während den Diadochenkriegen Das Heer war vor allem für die Diadochenreiche von grundlegender Bedeutung. Es lässt sich grundsätzlich in drei große Gruppen einteilen: die makedonische Garde (ἄγημα, agēma), die aus Hopliten und Reitern bestand, die griechisch-makedonische Phalanx aus Schwerbewaffneten und eine wachsende Anzahl von auswärtigen Söldnern, die zumeist loyal waren, auf die insbesondere in der Spätzeit nicht immer Verlass war, wenn sie ihren Sold nicht pünktlich erhielten.
  • Diadochen Die Diadochen (altgriechisch διάδοχοι diádochoi, Plural von diádochos Nachfolgender, Übernehmender) waren Feldherren Alexanders des Großen und deren Söhne (auch als Epigonen bezeichnet), die nach dessen unerwartetem Tod 323 v. Chr. das Alexanderreich unter sich aufteilten und sich mit wechselnden Bündnissenin insgesamt sechs Diadochenkriegen bekämpften. Danach hatte sich ein Staatensystem etabliert, das bis zum Auftreten des Römischen Reiches im östlichen Mittelmeerraum im 2. Jahrhundert v. Chr. Bestand haben sollte und den Rahmen für die kulturelle Entfaltung des Hellenismus bot.
  • Ergebnis der Diadochenkriege Als Ergebnis der Kämpfe hatten sich drei große Nachfolgestaaten gebildet, die bis zum Auftreten Roms im 2. Jahrhundert v. Chr. Bestand haben sollten: das Ptolemäerreich in Ägypten, das Seleukidenreich in Asien und das Antigonidenreich in Griechenland.
  • Könige in Hellenismus -Charakteristika Der Personenkult, der sich um Alexander entwickelt hatte, wurde von den Diadochen gefördert, um so ihre eigene Machtstellung zu legitimieren. Die kultische Verehrung der hellenistischen Herrscher wurde aber, zumindest anfangs, nicht von ihnen selbst gefordert, sondern von außen, durch die „freien“ Poleis Griechenlands an sie herangetragen. Ein Weg, um die faktische Übermacht der Könige in eine akzeptable Form zu gießen, war der Herrscherkult, durch den die Poleis die Könige als Herren anerkennen konnten, ohne sie de iure als Monarchen anzunehmen. Man konnte hier auf Vorläufer aus spätklassischer Zeit (z. B. Lysander) zurückgreifen. Die Herrscher wurden dabei vorerst nur „gottgleich“ genannt.
  • Kult im Hellenismus Die Diadochen gestatteten ihren Untertanen die Verehrung einheimischer Götter. Während aber Seleukos deren Kultstätten einen eigenen rechtlichen Status zubilligte und ihnen eine durch Tempelversammlung (ἐκκλησία, ekklēsia) und Kultvereine organisierte Selbstverwaltung gestattete, versuchte Ptolemaios, die reichen Heiligtümer Ägyptens in seinen Verwaltungsapparat zu integrieren. Die Ptolemäer ließen sich als σύνναοι θεοί (synnaoi theoi) in den Tempeln mitverehren und ernannten die Priester selbst. Griechische Kontrollbeamte übernahmen die Aufsicht über die Tempelwirtschaft, selbst griechische Priester kamen vor. Die Erträge der Tempel wurden besteuert und ihr Asylrecht eingeschränkt, der Kult selbst blieb jedoch weitgehend in seiner vorhellenistischen Form erhalten. Neben solche – teils spontane, teils mit dem Herrscher abgesprochene – Ehrungen seitens der Städte trat bei den Ptolemäern, den Seleukiden und später den Attaliden der reichsweit verordnete dynastische Kult. Bereits Alexander forderte 324 die Griechenstädte auf, ihn als Sohn des Zeus zu verehren. Schon seine Rückkehr aus Indien hatte Alexander in Anlehnung an den Dionysos-Mythos mit einem rauschenden Fest gefeiert (komos). Dionysos selbst sollte auch in der Folgezeit im Rahmen des hellenistischen Herrscherkults eine wichtige Rolle spielen.
  • basileus Die Bedeutung des Wortes entwickelte sich später zu „König“ weiter, wie bereits die Epen Homers anklingen lassen, in denen ein „Basileus“ allerdings in der Regel kein „Alleinherrscher“ („Monarch“) war, sondern ein „Großer“, wobei es in einem Gemeinwesen durchaus mehrere solcher geben konnte. Die Bedeutung von „Basileus“ als Monarch setzte sich im Hellenismus endgültig durch. Der Titel „Basileus“ wurde von Alexander dem Großen und seinen Nachfolgern in Ägypten, Syrien, Kleinasien und Makedonien, den Diadochen, verwendet. Als die Römer den hellenistischen Osten eroberten, wurde die Bezeichnung „Basileus“ dort rasch inoffiziell auch auf den römischen Kaiser übertragen.
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  • gymnasion Ein Gymnasion war im antiken Griechenland ein Ort der körperlichen, charakterlichen und intellektuellen Erziehung für die männliche Jugend. In der frühen Entwicklung dieser Institution trainierten dort dicht geschlossene Verbände Schwerbewaffneter, deren Kampfweise ein intensives und regelmäßiges Training erforderte. Jedoch entstand aus dem Gymnasion schnell eine soziale Einrichtung, den Fokus aber immer noch auf die sportliche Ertüchtigung gerichtet. Den Unterrichtsräumen angegliedert war in der Regel ein von Säulenhallen gesäumter Hof (Palästra), in römischer Zeit kamen in vielen Fällen Badeanlagen dazu, welche aber zum Standardrepertoire von Gymnasion und Palästra zählten.
  • euergetismus Euergetismus, nach dem griechischen Verb εὐεργετέω („eine Wohltat erweisen“) gebildet, bedeutet so viel wie Herrschaft durch demonstrative Wohltätigkeit. Zu diesen Wohltaten, die einzelne Individuen der Bürgerschaft erwiesen, gehörten in der Antike insbesondere öffentliche Bauwerke, aber auch Festspiele, Geschenke oder Getreidespenden, also Brot und Spiele nach dem von Juvenal geprägten (und oft missverstandenen) lateinischen Ausdruck Panem et circenses. "sich-kümmern"