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Sozialpsychologie (Fach) / Urteilen und Entscheiden (Lektion)
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- Wahrheitsmotivation Menschen sind grundsätzlich motiviert, möglichst korrekte Urteile und Entscheidungen zu treffen. (evolutionäre Wurzeln)
- Entscheidungsprozesse zentrales sozialpsychologisches Forschungsgebiet, da die Qualität menschlicher Urteile und Entscheidungen häufig nicht optimal ist
- Urteilsheuristik Definition Daumenregeln, mit denen man komplexe Entscheidungsprobleme möglichst schnell und einfach zu lösen versucht für korrekte Entscheidung bei schwierigen Urteilsproblemen sind komplexe Algorithmen nötig, die der Mensch manchmal gar nicht im Kopf berechnen kann -> Heuristik kommt zum Einsatz und löst ein ähnliches, aber einfacheres Problem Mindestanforderung an Heuristik: sie führt zu Urteilen, die besser sind, als wenn man zufällig entschieden hätte fast and frugal, Ergebnis oft genauso gut wie Algorithmus.
- Arten von Urteilsheuristiken Expertenheuristik: Experten als Vermittler zwischen uns und "gesichterm Wissen", Achtung: inkompetente Experten Mehrheitsurteile (Kollektives Urteil/Nachahmungsheuristik): Orientierung an Meinung der Mehrheit oder am Mittelwert vieler Schätzungen; Probleme: Nicht immer richtig, kaskadenhaftes Verhalten
- Entscheidungsfehler durch Ankerheuristik Ankerheuristik: Urteile in Abhängikeit von situativem und informativem Rahmen; je nachdem wie Anker angesetzt: treffendes/falsches Urteil, auch bei irrelevantem Anker (z.B. Hannibal Alpenbesteigung und Telefonnummer) meist falsches Urteil; Serieneffekt: Schätzung zweier Dinge nicht unabhängig, sonder #1 Anker für #2 aus Serieneffekt: Assimilationseffekt (Angleichung Bewertung von #2 an #1); Kontrasteffekt (Abweichung Bewertung #2 von #1)
- Entscheidungsfehler durch Verfügbarkeitsheuristik Ease-of-Retrieval-Effekt: Je leichter es mir fällt entscheidungsrelevante Infos zu einer Hypothese aus meinem Gedächtnis abzurufen, desto wahrscheinlicher wird diese Hypothese als "richtig" eingeschätzt Funktionsweise: Je häufiger Ereignisse auftreten, desto eher werden sie als wahrscheinlich eingestuft, nicht nur Häufigkeit auch die Leichtigkeit des Erinnerns als entscheidend Vorsicht: systematische Fehler bei Vermittlung -> Urteilsverzerrung asymmetrische Fehleinschätzung: sehr hohe Häufigkeiten unterschätzt, sehr niedrige überschätzt Regressionseffekt: Tendenz, dass extreme Werte sich bei mehrmaliger Testung zur Mitte hin bewegen
- Entscheidungsfehler durch Repräsentativheuristik menschliches Urteilen stark von wahrgenommenen Ähnlichkeiten beeinflusst ein Objekt kann einer Kategorie zugeschrieben werden, wenn es Merkmale aufweist, die typisch für diese Kategorie sind Base-Rate-Neglect: Personen verlassen sich zu sehr auf Ähnlichkeiten und unterschätzen Wahrscheinlichkeiten Wichtig: Integration von Fallinfo (Ähnlichkeit) und Kategorieinfo führt zu besseren Urteilen Gambler's Fallacy
- Entscheidungsfehler durch Repräsentativheuristik menschliches Urteilen stark von wahrgenommenen Ähnlichkeiten beeinflusst ein Objekt kann einer Kategorie zugeschrieben werden, wenn es Merkmale aufweist, die typisch für diese Kategorie sind Base-Rate-Neglect: Personen verlassen sich zu sehr auf Ähnlichkeiten und unterschätzen Wahrscheinlichkeiten Wichtig: Integration von Fallinfo (Ähnlichkeit) und Kategorieinfo führt zu besseren Urteilen Gambler's Fallacy Hot Hand Illusion: Zufallsereignisse werden menschlichem Talent zugeschrieben
- Entscheidungsfehler durch Pseudodiagnostizität Tendenz, dass Personen nicht berücksichtigen, dass Beweise für eine Hypothese erscheinen können, obwohl diese gar nicht stimmt Alternativerklärungen werden nicht adäquat berücksichtigt
- Entscheidungsfehler durch informationale Diagnostizität =Verwässerungseffekt Ungleichgewicht zwischen diganostischen und nicht-diagnostischen Infos (treten auf und treffen zu auf Hypothese als auch Alternativhypothese) Fehlen wichtiger diagnostischer Infos Gütes des Urteils steigt mit Anzahl diagnostischer Infos und sinkt mit Anzahl nicht-diagnostischer Infos
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- Entscheidungsfehler durch Gewinn vs Verlust Framing Verlust-Framing (du musst die Hälfte abgeben) führt zu riskanteren Entscheidungen als Gewinn-Framing (du darfst die Hälfte behalten) motivationale Einflüsse: meist kognitiv determiniert: oft unbemerkt, aber beabsichtigt Verteidigungsmotiv: Menschen grundsätzlich motiviert Selbstschutz zu schützen oder zu erhöhen Wahrheitsmotiv: Bedürfnis nach effektiver Umwelt- und Handlungskontrolle