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Orthopädie/Unfallchirurgie (Fach) / Wundheilung (Lektion)

3. Semester

Diese Lektion wurde von Lalelu900 erstellt.

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  • Definition Wunde Trennung des Gewebezusammenhangs der inneren oder äußeren Körperoberflächen mit oder ohne Gewebsverlust akut < 3 Wochen kompliziert > 3 Wochen, < 3 Monate chronisch > 3 Monate
  • Einteilung Wundheilung Primär: p.p.=sanatio per primam intentionem             Ränder schließen ohne Infektion bündig Sekundär: p.s:=sanatio per secundam infectionem            Wunden mit gewebsdefekt
  • phasen der wundheilung I exsudativ II resorptiv III proliterativ IV reparativ (überlappend) ca. 21 Tage
  • Wundheilung Exsudationsphase Blutgerinnung und Bildung Fibringerinnsels, Wundverschluss, Matrix für nachfolgenden Kollageneinbau anschließende Vasodilatation und gesteigerte Gefäßpermeabilität Ödembildung/Exsudation zum leichteren Abtransport von Zertrümmern und Bakterien Einwanderung von Leukozyten, v.a. von neutrophilen Granulozyten und Makrophagen Phagozytose, Sekretion von Zytokinen, Proteinasen und Wachstumsfaktoren
  • Wundheilung Proliferationsphase Gefäßneubildung und Einwanderung von Fibroblasten neu gebildetes Granulationsgewebe neue Extrazellulärmatrix (Kollagen und Proteoglykane) durch Säuberung der Wunde und Beseitigung der Nekrosen und Hämatomen, infiziertem Gewebe etc. kann die Bildung von Granulationsgewebe gefördert werden keine zelltoxischen Substanzen (jodhaltige Lösungen oder Wasserstoffperoxid) verwenden
  • Wundheilung Regenerationsphase Wundkontraktion Fibroblasten wandeln sich in Fibrozyten und Myofibroblasten Granulationsgewebe zunehmend wasser- und gefäßärmer Umwandlung in Narbengewebe konzentrische Wanderung von Randepithelialen vom Wundrand zur Mitte Überhäutung (Neubildung der Epidermis) bildet den Abschluss der Wundheilung
  • Wundheilung Reifungsphase Zunahme der Reißfestigkeit des Narbengewebes entsprechend der lokalen Anforderungen Wassergehalt und der Gefäßreichtum des narbengewebes nimmt ab narbe sinkt leicht unter Hautniveau ab
  • Versorgung der akuten Wunde Primär: Wundränder vernähen (bis 6h) aufgeschobene Versorgung (bis 12h) Sekundärversorgung: Wundränder anfrischen (ab 6h) ggf. Wundrandausschneidung nach Friedrich        Rückstichnaht nach Donati oder Algöver, Intrakutannaht Cave: Wundheilungsprozesse durch Behandlung nicht stören          Hautspannungslinien beachten          trockene Wunden, trocken behandeln          feuchte Wunden, feuchte Wundtherapie         steriles Schutzpflaster oder Verband mit sterilen Kompressen bei primär heilenden         Wunden         Sterilität und Wundruhe         transparente Wundauflagen erlauben eine Beurteilung der Wunde trotz steriler         Bedeckung
  • Diagnostik an chronischer Wunde Anamnese und Inspektion apparativ (ABI, Doppler, DSA, Duplexsono) Biopsie Mikrobiologie Serologie (ANA, ANCA, TPHA)
  • Therapie chronische Wunden Diagnose sichern Wundheilung optimieren: blutzucker, infekt, durchblutung, kompressionstherapie Vorstellung bei Wundspezialisten
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  • Wundheilungsstörung Ursachen: verbliebende Fremdkörper, Infektion, Hämatom, Ödem, Serom, Nekrose, zu hohe Nahtspannung (Wunddehiszenz und Ruptur), Austrocknung und Unterkühlung der Wunde, Bewegung im Wundgebiert, druckschädigung, Vorschädigung des Gewebes (Bestrahlung, heilungsstörende Lösungen), Eiweiß- und Vitaminmangel, Mangel an Mineralien/Spurenelementen, Kachexie/Adipositas, biolog. Alter (abnehmende Zahl der Mastzellen), Stoffwechselstörungen (Diabtes, M. Crohn, etc.), Störungen Herz-Kreislauf, Gerinnungsstörungen, Anämie, Wundheilungsstörende Medikamente (NSAR, Immunsuppressiva, Glucocorticoide, etc.)
  • obsolete Wundtherapie Lokalantibiotika: wirken nur oberflächlich, Gefahr Resistenzbildung Farbstofflösungen: massiv zelltoxisch, Behunderung Wundinspektion veraltete Antispetika Jodoforme-Gaze: wundheilungshemmend, potentiell allergen
  • Tetanus bakterielle Infektion durch Clostridium tetani (grampositiv, anaerob) ubiquitäres Vorkommen der Sporen 290 000 Tote weltweit pro Jahr Inzidenz: Deutschland < 15/Jahr Toxine: Tetanolysin (hämilysierend/Kardiotoxisch), Tetanospasmin (Hypererregbarkeit) wandert entland peripherer Nervenbahnen -> Krämpfe (tonisch und klonisch) Inkubationszeit: 3 Tage - 3 Wochen Symptome: grippeähnlich, Trismus (Kiefersperre), Muskelkrämpfe, Tod durch ersticken (bei vollem Bewusstsein) Therapie: wenn manifest, dann eher keine Antikörper -> toxinfreisetzung               Amputation               Sedierung, Narkose, Muskelrelaxation, maschinelle Beatmung Prophylaxe!!!!!: aktiv (Grundimmunisierung), passiv (abfangen Toxin)
  • Tollwut (Rabies) Lyssaviren 3-9 wochen inkubationszeit 55000 Tote /Jahr weltweit Deutschland seit 2007 tollwutfrei 1. Promodalstadium: Kopfschmerz, appetitlos, schmerzen im bereich der biiswunde 2. akut neurologisch: zerebrale funktionsausfälle, hydrophobie, speichelfluss, krämpfe beim schlucken, aggressiv/depressiv, Lähmungen 3. Koma bis Atemlähmung unbehandelt: nur 7d von 1. auftreten der symptome bis tod Immunprophylaxe wenn kratzer oder bisse vorliegen