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Forschungsmethoden der Psychologie 602.861 (VO) (Fach) / Forschungsmethoden der Psychologie 602.861 (VO) (Lektion)

Forschungsmethoden der Psychologie 602.861 (VO)

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  • Was sind die globalen Ziele der wissenschaftlichen Forschung? 1. Sammeln von Tatsachenwissen reine Beschreibung dessen, was zu einem best. Zeitpunkt, bei einer best. Person oder in einer best. Situation der Fall ist; typ. Beispiele sind medizinische oder klinisch-psycholog. Einzelfallstudien 2. Erforschung von Gesetzmäßigkeiten Ziel ist die Einbettung eines Phänomens in ein mehr- oder minder komplexes System von Gesetzmäßigkeiten, um später vorhersagen zu können, was – unter best. Voraussetzungen – geschehen wird. Das Sammeln von Tatsachenwissen geht der Erforschung von Gesetzmäßigkeiten häufig voraus oder bildet die Grundlage für die Entwicklung neuer Theorien. Die Beschreibung eines Einzelfalles kann aber nie vollständig sein und daher auch nicht ‚voraussetzungslos‘! Ziel ist es Gesetzmäßigkeiten zu finden und Ereignisse vorherzusagen!
  • Erkläre die Hypothese. Einer initialen Beobachtung folgt das Sammeln von Tatsachenwissen -> eine Vermutung wird formuliert. Eine Hypothese kann somit als - eine Vermutung über eine Gesetzmäßigkeit bzw. - eine beliebige Aussage, die man vorläufig als wahr annimmt bzw. als - die vermutete Antwort auf eine wissenschaftliche Frage betrachtet werden. Bsp.: Linkshänder sind technisch begabter; Intelligenz ist angeboren; Frauen leiden häufiger an Panikattacken Ein System aus Hypothesen kann als Grundlage einer Theorie betrachtet werden. Hypothesen werden im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen überprüft: es geht um die Frage: Ist die Hypothese wahr/richtig oder falsch? Die Antwort darauf liefert der Vergleich mit der Wirklichkeit! Eine Hypothese - muss/sollte immer vor der Überprüfung aufgestellt werden - den beinhalteten Begriffen müssen beobachtbare Daten zugeordnet werden können - muss widerspruchsfrei und prinzipiell kritisierbar sein Die Qualität einer Hypothese steigt mit der Höhe ihres empirischen Gehalts und mit der Strenge der Prüfung.
  • Nenne die 3 Arten von Hypothesen und beschreibe sie kurz. Arten von Hypothesen: 1. Universelle Hypothesen sind für alle Fälle eines bestimmten Bereiches definiert. 2. Existentielle Hypothesen behaupten einen Sachverhalt für zumindest einen Fall. 3. Hypothesen über Anteile behaupten einen Sachverhalt für einen eingegrenzten Anteil aller möglichen Fälle.
  • Was erfolgt nach der Hypothesenprüfung. Nach der Hypothesenprüfung und damit dem Vergleich mit der Wirklichkeit -> Entscheidung: Hypothese ist verifiziert: sie gilt als ‚wahr‘ bzw. bestätigt oder bewährt Hypothese ist falsifiziert: sie wurde als falsch bewiesen
  • Erkläre die Entscheidung über Verifikation oder Falsifikation. Die Entscheidung über Verifikation oder Falsifikation ist u.a. abhängig von der Zahl der Fälle, für die die Hypothese Gültigkeit besitzt: a) die Zahl der Fälle ist so klein, dass es möglich ist alle Fälle zu untersuchen (z.B. Anzahl der Druckfehler in einem Buch) b) Hypothese beansprucht Geltung für eine große Zahl von Fällen, die (aus zeitlichen, technischen oder ökonomischen Gründen) nicht mehr alle untersucht werden können; z.B. für alle Menschen, alle Frauen, alle Rechtshänder etc. Universelle Hypothese Existentielle Hypothese Hypothese über Anteile  Anteil untersuchbarer Fälle Universelle Hypothese Existentielle Hypothese Hypothese über Anteile Bei Anteil untersuchbarer Fälle: ALLE (finite Population) gilt für alle drei: verifizierbar & falsifizierbar Bei Anteil untersuchbarer Fälle: nur Teil (infinite Population) gilt folgendes: Universelle Hypothese: nur falsifizierbarExistentielle Hypothese: nur verifizierbarHypothese über Anteile: weder noch   
  • Erkläre Zusammenhangshypothese und Unterschiedshypothesen. Man unterscheidet Zusammenhangshypothesen: Zwischen dem Geschlecht und dem technischen Verständnis besteht ein Zusammenhang. und Unterschiedshypothesen: Frauen und Männer unterscheiden sich hinsichtlich des technischen Verständnisses.
  • Erkläre gerichtete und ungerichtete Hypothesen. Beide, Zusammenhangshypothesen und Unterschiedshypothesen können gerichtet: Gerichtete Zusammenhangshypothese: Zwischen dem mathematischen und dem technischen Verständnis besteht ein positiver Zusammenhang. Gerichtete Unterschiedshypothese: Männer haben im Vergleich zu Frauen ein besseres technisches Verständnis. oder ungerichtet formuliert sein: Ungerichtete Zusammenhangshypothese: Zwischen dem mathematischen und dem technischen Verständnis besteht ein Zusammenhang. Ungerichtete Unterschiedshypothese: Frauen und Männer unterscheiden sich hinsichtlich des technischen Verständnisses. Die Entscheidung darüber, ob eine Hypothese gerichtet oder ungerichtet formuliert/untersucht wird hängt im Wesentlichen vom aktuellen Wissenstand sowie von den möglichen Konsequenzen einer Verifikation bzw. Falsifikation ab.
  • Erkläre Population. Als Population bzw. Grundgesamtheit bezeichnet man die Menge aller potentiellen Untersuchungseinheiten. Diese kann theoretisch unendlich oder aber finit sein.
  • Erkläre Stichprobe. Die Stichprobe bildet eine repräsentative Teilmenge der Population, eine Art Miniaturbild. Sie repräsentiert die tatsächlich untersuchten Merkmalsträger.
  • Nenne die Arten von Stichproben und beschreibe sie kurz. Arten von Stichproben: 1. Zufallsstichprobe (jedes Element hat die gleiche WK gezogen zu werden) 2. Klumpenstichprobe(alle Elemente zufällig ausgewählter Klumpen) 3. Geschichtete od. stratifizierte Stichprobe(wenn Determinanten bekannt und relevant; innerhalb der Schichten zufällige Auswahl) (Determinanten: Faktoren, die ein Geschehen (z.B. eine Entwicklung) bestimmen.
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  • Erkläre kurz Variablen. Als Variablen bezeichnet man Merkmale oder Eigenschaften, die zwischen Individuen, Bedingungen, Orten oder im Zeitverlauf variieren; es kann somit jedes Merkmal mit unterschiedlichen Ausprägungen eine Variable sein z.B. Geschlecht, Intelligenz, Kreativität, Größe, Gewicht, Reaktionsgeschwindigkeit..
  • Nenne die Arten nach denen Variablen unterschieden werden. Variablen werden unterschieden nach ihrer Art als qualitative Variablen repräsentieren Unterschiede in der Art (dichotome od. mehrstufige Merkmale); Kategorisierung (z.B.: Geschlecht, Blutgruppe, schwarze oder weiße Schafe) quantitative Variablen Unterschiede in Menge/Höhe; numerische Variablen, Merkmalsausprägungen werden durch Zahlen ausgedrückt (z.B. Gewicht, IQ, Anzahl an Schafen auf einer Weide)
  • Nenne die Grade nach denen Variablen unterschieden werden können. Variablen werden unterschieden nach dem Grad ihrer möglichen Ausprägungen diskrete, diskontinuierliche Variablen begrenzte Anzahl möglicher Abstufungen; es können nur bestimmte Werte angenommen werden. Bsp.: Anzahl anwesender Personen, richtiger Antworten, der Schafe, die über einen Zaun springen können : ) stetige, kontinuierliche Variablen theoretisch beliebige Abstufungen möglich; Bsp.: Länge, Gewicht, Zeit, Alter der Schafe
  • Wonach werden Variablen unterschieden? Variablen werden unterschieden nach ihrer Art sowie nach dem Grad ihrer möglichen Ausprägungen.
  • Was ist bei der Auswahl von Merkmalen für eine Untersuchung zu beachten? Bei der die Auswahl von Merkmalen für eine Untersuchung ist zu beachten: - dass das Merkmal relevant ist; d.h. zur Lösung des Problems bzw. zur Beantwortung der Hypothese beiträgt und - dass das Merkmals gewisse Gütekriterien aufweist: es sollte           - objektiv (unabhängig vom Untersucher)           - reliabel (unabhängig vom Zeitpunkt oder Ort) und           - valide (den Sachverhalt tatsächlich erfassen) sein.
  • Was passiert in der Korrelationsforschung? In der Korrelationsforschung registriert und beobachtet der Untersucher ohne in das Geschehen einzugreifen. Dadurch kann er auch nur Aussagen über einen Zusammenhang machen, jedoch nichts über Ursache- und Wirkung. Korrelation misst den Zusammenhang, aber Zusammenhang sagt nichts über die Ursache.
  • Was misst die Korrelation, welche Arten gibt es und was bedeuten diese? Korrelation misst die Stärke des Zusammenhangs zwischen Variablen, die Kovariation. Veränderungen in einer Variable gehen mit Veränderungen in der anderen Variable einher. • Positive Korrelation: je größer Variable x, desto größer Variable y • Negative Korrelation: je größer Variable x, desto kleiner Variable y • Keine Korrelation: Variable x und y sind unabhängig; variieren unabhängig Durch konfundierende Variablen kann es zu Scheinkorrelationen kommen… … es ist ein mehrfach nachgewiesenes Faktum, dass in Großstädten zwischen der Anzahl an Morden und der Menge an konsumiertem Speiseeis eine signifikante Korrelation existiert‘ ‘… Kinder mit längeren Armen haben ein besseres logisches Denkvermögen als Kindermit kürzeren Armen.’ aber auch zu Zufallskorrelationen …. ‚Die US Ausgaben für Wissenschaft, Raumforschung und Technologie korrelieren mit der Anzahl an Suiziden durch Erhängen, Strangulation und Ersticken (Korrelation: r = 0.992082).’ Da viele Merkmale aus praktischen, ethischen und/oder moralischen Gründen nicht veränderbar sind, hat die Korrelationsforschung in der Psychologie, aber auch in anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen, dennoch große Bedeutung. ‘gibt es eine Korrelation zwischen… . . . der Wasserqualität eines Flusses und der Anzahl der Fische? … nuklearer Strahlung und der Prävalenz von Lungenkrebs? … Anzahl der Geschwister und Persönlichkeitsmerkmalen?
  • Erkläre die experimentelle Forschung. In der experimentellen Forschung greift der Untersucher aktiv in das Geschehen ein, verändert systematisch mindestens eine Variable und registriert welchen Effekt diese aktive Veränderung bewirkt. Dabei kontrolliert er die Wirkung anderer Variablen (s.u. Störvariablen) und kann kausale (Ursache-Wirkung) Schlüsse ziehen. Es wird also mindestens eine Variable manipuliert (unabhängige Variable/Faktor) und der Effekt auf eine andere Variable (abhängige Variable/Effekt) registriert. Wenn es im Rahmen einer experimentellen Untersuchung gelingt, die Wirkung anderer Variablen auszuschalten, kann ein beobachteter Unterschied ausschließlich auf die Wirkung der veränderten Variablen zurückgeführt werden (Kausaler Schluss!).
  • UV/AV - Unterscheide und erkläre unabhängige und abhängige Variablen. In der experimentellen Forschung: Es wird also mindestens eine Variable manipuliert (unabhängige Variable/Faktor) und der Effekt auf eine andere Variable (abhängige Variable/Effekt) registriert. unabhängige Variable/Faktor = manipulierte Variable - Theoretisch die verursachende Variable- Wird im Experiment manipuliert abhängige Variable/Effekt = Effekt auf eine andere Variable - Theoretisch die Variable, die durch UV verursacht oder beeinflusst wird- Wird im Experiment beobachtet und gemessen BEISPIEL MIT ERKLÄRUNG:Unabhängige VariableEine unabhängige Variable ist eine Variable, die eine Menge darstellt, welche in einem Experiment manipuliert wird.Oft wird xxx verwendet, um die unabhängige Variable in einer Gleichung darzustellen.Beispiel:Du erledigst Hausarbeiten um dir dein Taschengeld zu verdienen. Für jede Aufgabe, die erledigst, verdienst du 3€.Welches ist die unabhängige Variable?Die unabhängige Variable ist die Anzahl Aufgaben, die du erledigst, denn dies ist die Variable, welche du beeinflussen kannst.Abhängige VariablenEine abhängige Variable stellt eine Menge dar, deren Wert von der unabhängigen Variable, welche verändert wird, abhängt.Oft wird yyy verwendet, um die abhängige Variable in einer Gleichung darzustellen.Beispiel:Wir verwenden ein ähnliches Beispiel:Du erledigst Hausarbeiten um dir dein Taschengeld zu verdienen. Für jede Aufgabe, die erledigst, verdienst du 3€.Welches ist die abhängige Variable?Die abhängige Variable ist die Menge des Geldes, die du verdienst, weil das verdiente Geld von der Anzahl Aufgaben, die du erledigst, abhängt.
  • Nenne ein Beispiel für experimentelle und nicht-experimentelle Forschung. Experimentelle Forschung Der Experimentator bittet jeweils die Hälfte der Teilnehmer zwischen dem Lernen Pausen einzulegen bzw. den Stoff in einem durch zu lernen. Zusätzlich kontrolliert er andere Variablen wie z.B. dass die reine Lerndauer beider Gruppen gleich lang ist, dass die Umweltbedingungen hinsichtl. Tageszeit, Licht, Lärm etc. identisch sind. Nicht-experimentelle Forschung Der Untersucher beobachtet Personen, die einen best. Lernstoff lernen und registriert, die Anzahl der Pausen. Zum Schluss setzt er den Lernerfolg mit der Anzahl der Pausen in Zusammenhang
  • Nenne die Arten von Experimenten und beschreibe sie. Arten von Experimenten: Prüfexperimente: eine oder mehrere Hypothesen werden geprüft Erkundungsexperimente: Daten werden gesammelt, um neue Hypothesen zu bilden (pilot study) Vorexperimente: meist Vorläufer eines Prüfexperiments bzw. eine kleinere Untersuchung, um die Durchführung eines Experiments zu erproben (v.a. bei klinischen Stichproben relevant).
  • Erkläre das Feldexperiment und nenne dessen Vor- und Nachteile. Feldexperiment Untersuchungen im natürlichen Umfeld bzw. der natürlichen Umwelt; also z.B. in der Schule, in einem Betrieb, in der Wohnung der Untersuchungsteilnehmer Vorteil: Ergebnisse haben für die natürliche und ähnliche Situation/en Gültigkeit Nachteil: die Umsetzung mancher Variablen ist schwierig und viele andere (Stör-) Variablen können nicht kontrolliert werden (Feldstudie: nicht-experimentelle Untersuchung im Feld).
  • Erkläre das Laborexperiment und nenne dessen Vor- und Nachteile. Laborexperiment Untersuchungen in einer künstlichen Umgebung; in einem Untersuchungsraum, im Krankenhaus, in einem Labor Vorteil: bessere Kontrolle über die Wirkung anderer Variablen Nachteil: Einschränkung der Generalisierbarkeit des Ergebnisses
  • Zähle die Schritte des Ablaufs wissenschaftlicher Untersuchungen auf und skizziere diese. Siehe Skript: Grafik auf Seite 9
  • Nenne die Grunddaten von einem Bericht einer wissenschaftlichen Untersuchung. Bericht einer wissenschaftlichen Untersuchung - Jede/r Forscher/in verpflichtet sich seine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu veröffentlichen.  - Dies erfolgt in Form wissenschaftlicher Artikel sowie als Vortrag oder Poster Präsentation im Rahmen fachspezifischer Kongresse. - Die in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlichten Ergebnisse einer Untersuchung werden als ‚paper‘ bezeichnet. - Die in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlichten Ergebnisse einer Untersuchung werden vor ihrer Publikation von anderen Forschern (peer reviewed) nach spezifischen Richtlinien streng geprüft. - eder Fachbeitrag muss so detailliert geschildert sein, dass die Untersuchung durch einen anderen Forscher unabhängig wiederholt werden könnte (replication).  - Die Artikel werden zumeist in Englischer Sprach verfasst.
  • Nenne die Abschnitte eines Artikels/Berichts einer wissenschaftlichen Untersuchung. Abschnitte eines Artikels/Berichts einer wissenschaftlichen Untersuchung: - Title- Authors- Abstract (Kurzbeschreibung der Arbeit und Ergebnisse)- Keywords (Schlagwörter) - Introduction (Theoretischen Hintergrund, aktueller Wissensstand, Hypothesen) - Methods and Materials (Stichprobe, exakte Beschreibung des Experiments, aller Tests und Verfahren) - Results (Statistische Ergebnisse, Zusammenfassung der Ergebnisse) - Discussion (Diskussion der Ergebnisse auf dem Hintergrund der Literatur) - Literature
  • Beschreibe den Versuchsplan. Der Versuchsplan bildet das theoretische Kernstück jeder Untersuchung und beinhaltet den logischen Aufbau. Alle relevanten Aspekte müssen bedacht werden um die beabsichtigte Hypothesenprüfung zu ermöglichen.
  • Um welche Fragen geht es beim Versuchsplan? (6) Beim Versuchsplan geht es um Fragen wie: - Wie viele Versuchsgruppen sollten gebildet werden? - Wer soll untersucht werden (Ein- und Ausschlusskriterien)? - Welche Testverfahren sollen eingesetzt werden? - Wie viele Messzeitpunkte sind notwendig? - Wo und wie soll die Untersuchung ablaufen, von wem durchgeführt werden etc. - Vorlage bei der Ethikkommission
  • Beschreibe "intraindividueller und interindividueller Vergleich" und von welchen Faktoren die Entscheidung abhängt. Gib ein Beispiel an. intraindividueller und interindividueller Vergleich intraindividueller Vergleich = zweimalige Untersuchung derselben Person interindividueller Vergleich = Vergleich zwischen Personen bzw. Personengruppen Für viele Fragestellungen ist die zweimalige Untersuchung derselben Person (intraindividueller Vergleich) unter verschiedenen Untersuchungsbedingungen besser, jedoch gibt es experimentelle Situationen, die aufgrund von Reihenfolgeeffekten einen Vergleich zwischen Personen bzw. Personengruppen (interindividueller Vergleich) notwendig machen. Die Entscheidung ist eine Art Kosten/Nutzen‘ Frage im wissenschaftlichen Kontext und hängt von Faktoren wie Übung, Lerneffekt, Motivation, Vergleichbarkeit etc. ab. Bsp.: Die Wirkung eines aggressiven Modells auf aggressives Verhalten 2 Gruppen: 1. GR: Beobachtung eines aggressiven Modells 2. GR: Beobachtung eines neutralen Modells oder 1 Gruppe: Zeitpunkt 1: aggressives Modell Zeitpunkt 2: neutrales Modell
  • Beschreibe Operationalisieren. Beim Operationalisieren werden theoretischen Konstrukten beobachtbare Phänomene, sog. Indikatoren, zugeschrieben. Die theoretische/begriffliche Hypothese wird in beobachtbares, registrierbares bzw. messbares Verhalten übersetzt. Gerade in der Psychologie gibt es eine Reihe solcher Konstrukte, die nicht direkt beobachtbar sind wie z.B. Intelligenz, Persönlichkeit, Humor, Aufmerksamkeit, Kreativität, Handdominanz, Phobie … Zur Operationalisierung einiger dieser Konstrukte gibt es bereits Tests. Darunter versteht man Verfahren, bei denen unter standardisierten, also gleichbleibenden Bedingungen einem Individuum standardisierte Reize wie z.B. Testbilder, Testaufgaben, Testfragen etc. vorgegeben werden. Die Leistung/Reaktion wird anhand der Leistung/Reaktion anderer (der Referenzstichprobe) bestimmt bzw. relativiert. Meist gibt es mehrere Möglichkeiten ein Konstrukt zu operationalisieren. 
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  • Beschreibe Störvariablen. Störvariablen Die Entscheidung ob eine Untersuchung besser im Feld oder im Labor realisiert werden kann hängt auch von der Art und Menge der möglichen Störvariablen ab. Das sind Variablen, von denen wir annehmen oder wissen, dass sie ebenfalls einen Einfluss auf das zu untersuchende Merkmal (die abhängige Variable) haben und die in ihrer Wirkung neutralisiert werden müssen.
  • Nenne die 4 Arten von Störvariablen und beschreibe sie. Man unterscheidet: (a) Störvariablen von Seiten der Untersuchungsteilnehmer z.B.: Alter, Geschlecht, Intelligenz (b) Störvariablen der Untersuchungssituation z.B.: Untersuchungsraum, Tageszeit, Beleuchtung, Lärm; Geschlecht des Versuchsleiters (c) Störvariablen bei mehreren experimentellen Bedingungen (d) Störvariablen aus der sozialen Situation
  • Nenne die Methoden zur Kontrolle von Störvariablen seitens der Untersuchungsteilnehmer und – situation betreffend (a) Störvariablen von Seiten der Untersuchungsteilnehmer und (b) Störvariablen der Untersuchungssituation. Methoden zur Kontrolle von Störvariablen seitens der Untersuchungsteilnehmer und – situation (betreffend (a) Störvariablen von Seiten der Untersuchungsteilnehmer und (b) Störvariablen der Untersuchungssituation): - Parallelisieren (matching) z.B. IQ, Alter - Randomisieren z.B. unbekannte Merkmale, erfordert große Stichprobe - Eliminieren z.B. Lärm - Konstanthalten z.B. Geschlecht, Tageszeit - Zufallsvariation z.B. Stufen der Störvariable - Kontrollgruppe z.B. Neutrale Bedingung
  • Nenne die 2 Störvariablen bei mehreren experimentellen Bedingungen. Die 2 Störvariablen bei mehreren experimentellen Bedingungen sind: 1) Positionseffekte 2) Carry-over-Effekte
  • Beschreibe die 2 Störvariablen bei mehreren experimentellen Bedingungen. Die 2 Störvariablen bei mehreren experimentellen Bedingungen sind: Wenn ein Untersuchungsteilnehmer zwei- oder mehrmals untersucht wird, kann die Reihenfolge eine Störvariable darstellen. Zwei Störeffekte können auftreten: 1) Positionseffekte Diese ergeben sich aus der Stellung einer experimentellen Bedingung in der Reihenfolge; z.B. Ermüdung, Langweile, Übungseffekte und können durch Ausbalancieren kontrolliert werden. Bsp.: Konzentrationsleistung mit/ohne Energy-Drink AB 50% der Probanden erhalten zuerst nichts (Test), dann Red Bull (Test) BA 50% der Probanden erhalten zuerst Red Bull (Test), dann nichts (Test)  2) Carry-over-Effekte Eine frühere experimentelle Bedingung beeinflusst inhaltlich eine spätere; hier spielt die Stellung in der Reihe nicht so sehr eine Rolle, aber es ist wesentlich, was der Bedingung voranging. Dieser Effekt kann kontrolliert werden durch: - Veränderung der Reihenfolge - möglichst viel Zeit zwischen den Messzeitpunkten (Übungseffekte) - Rückkehr zu einem Versuchsplan mit nur einem Zeitpunkt (zwei Gruppen)
  • Nenne die Störvariablen aus der sozialen Situation und beschreibe sie. Störvariablen aus der sozialen Situation: Experimente sind immer auch soziale Situationen und die beteiligten Personen haben persönliche Erwartungen, Hoffnungen und Ziele. Versuchsleiter-Erwartungseffekt: Der Versuchsleiter geht mit einer Erwartung an das Experiment heran und beeinflusst dadurch unbewusst das Verhalten der Untersuchten; z.B. durch besonders freundliche Ausstrahlung gegenüber Probanden/innen, die sich entsprechend seiner Hypothese verhalten, mehr Lob, Geduld etc. Die Kontrolle erfolgt über: Standardisieren der Versuchsbedingungen „Ausschalten“ des Versuchsleiters (PC, Video) Training des Versuchsleiters Manipulation der Erwartung des Versuchsleiters Blind- bzw. Doppelblindversuch Versuchspersonen-Effekte: Auch die Teilnehmer einer Untersuchung haben Erwartungen und Motive, die als Störvariablen wirken können. Erwartungen an die experimentelle Bedingung oder hinsichtlich der sozialen Erwünschtheit von bestimmten Verhaltensweisen. Ebenso wirken Motive für die Teilnahme, aber auch Testangst oder soziale Anerkennung auf das Verhalten im Experiment.
  • Beschreibe "Messen". Unter Messen versteht man, dass den verschiedenen Ausprägungen von Merkmalen Zahlenwerte zugeordnet werden, und zwar so, dass empirische Relationen zwischen Messobjekten durch bestimmte numerische Relationen repräsentiert werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer strukturerhaltenden (homomorphen) Abbildung des empirischen Relativs durch das numerische. Als Relativ versteht sich dabei eine Menge von Objekten od. Subjekten und eine oder mehrere Relationen, mit denen die Art der Beziehungen der Objekte zueinander charakterisiert wird.
  • Was bedeutet Messen in der Psychologie? Messen in der Psychologie bedeutet: Verhalten, Emotionen, Motivationen von Menschen oder Gruppen sind Merkmale mit unterschiedlicher Intensität oder Ausprägung. Es sind jedoch oft latente Merkmale, also nicht unmittelbar beobachtbar und müssen mittels Indikatoren beobachtbar gemacht werden. Zu dem Prozess des Operationalisierens kommt also auch der Prozess des Quantifizierens. Die Unterschiede müssen durch entsprechende Zahlenwerte repräsentiert sein. Wie gut das gelingt entscheidet somit auch über das Skalenniveau.
  • Welche Aufgabe fällt den Ethikkomissionen zu? Mit der Deklaration von Helsinki des Weltärztebundes von 1975 wurden Ethikkommissionen ins Leben gerufen.  Ziel dieser ist die Beurteilung von Forschungsvorhaben, die an Lebewesen durchgeführt werden, aus ethischer, rechtlicher und sozialer Sicht sowie der Schutz des Individuums vor den Folgen der (klinischen) Forschung am Lebewesen. Es gibt unterschiedliche Ethikkommissionen (Medizinische EK, EK für Psychologen, EK für Tierversuche), die sich je nach Fragestellung aus Medizinern, Naturwissenschaftlern, Juristen und Theologen zusammensetzen. Die jeweilige Ethikkommission erstellt ein schriftliches Votum für oder gegen das beantragte Forschungsvorhaben und ist für medizinische Untersuchungen sowie Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben. Es handelt sich dabei um eine Werteabwägung zwischen Erkenntnisgewinn und Eingriff in die Freiheit /Eigenverantwortlichkeit.
  • Welche (ethischen) Problembereiche gibt es? Einige diese (ethischen) Problembereiche sind folgende: • mögliche negativen Folgen für Gesundheit oder Befindlichkeit • Schädigung durch aversive Reize • Täuschung • Manipulation der Einstellung • unfreiwillige Teilnahme • Freiwilligkeit und Willensfähigkeit • Datenschutz
  • Nenne die Maße und Messinstrumente. Maße und Messinstrumente 1. Verhaltensmaße und Leistungsmaße sämtliche Arten von Tests direkte Beobachtung des Verhaltens im Feld (z.B. mittels sog. „Registriervorlage“) 2. Verbale Maße Fragebögen und (strukturierte) Interviews 3. Physiologische Maße alle nicht-invasiv bestimmbaren Maße
  • Was versteht man in der Psychologie unter einem (psychometrischen) Test? Was versteht man in der Psychologie unter einem (psychometrischen) Test? “Ein Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung“ (Lienert, 1969). Er sollte nach der klassischen oder probabilistischen Testtheorie konstruiert und theoretisch fundiert sein, und genau definierten Gütekriterien genügen.
  • Nenne die Anwendungsbereiche von Tests. (9) Anwendungsbereiche von Tests Tests werden in vielen Arbeitsbereichen von Psychologen zur Diagnostik von Störungen, Krankheiten, Eignungen etc. eingesetzt; wie z.B.: - Kliniken: Psychische, Psychosomatische Störungen, Krankheitsbewältigung, Therapieverlaufskontrolle - Beratungsstellen: Familien-, Ehe-, Erziehungsberatung - Staatliche Verwaltung: Berufsberatung, Auslese, Verkehrseignung - Forensischer Bereich: Strafvollzug, Gerichtsverfahren (Pflegschaftsverfahren) - Betriebe/Personalverwaltung: Eignung, Auslese, Arbeitsanalyse - Schulen/pädagogischer Bereich: Entwicklung (-sstörungen), Schulreife, Lern- und Leistungsstörungen, IQ-Diagnostik - Militär: Eignung - Marktforschung/Werbepsychologie: Werbung, Produktbeurteilung, Einstellungsmessungen  - Forschung: Einstellungen, Interessen, Zustands- oder Verlaufsprozesse
  • Nenne die Aufgaben und Ziele von Tests. Aufgaben und Ziele von Tests Test dienen somit als Hilfsmittel in der - Querschnittsdiagnose zur Feststellung von Merkmalen, Unterschieden zwischen Individuen oder Gruppen, dem Vorhandensein von Merkmalen oder der Erfüllung von Bedingungen. - Längsschnittdiagnose zur Feststellung von Merkmalsveränderungen innerhalb bestimmter Zeitspannen und zur Erstellung sog. Verlaufsprofile. - Forschung zur Feststellung von Zusammenhängen zwischen Merkmalen oder der Merkmalsveränderung unter systematisch variierten Bedingungen.
  • Nenne die Einteilung psychologischer Tests. (5) Einteilung psychologischer Tests - Leistungstests - Psychometrische Persönlichkeitstests - Persönlichkeits-Entfaltungs-Verfahren - Standardisierte Interviews - Standardisierte Beobachtungen
  • Was erfassen psychologische Tests? Psychologische Tests erfassen: - Fähigkeiten - Eigenschaften - Fertigkeiten - Zustände von Individuen wobei Fähigkeiten und Eigenschaften zeitlich und über Situationen stabile Merkmale sind und Fertigkeiten und Aufgabenwissen sowie Zustände von Individuen momentanes nicht überdauernde Merkmale (temporär) repräsentieren. Fähigkeiten, Eigenschaften, Fertigkeiten und Zustände sind latente Konstrukte, die aus dem beobachtbaren Verhalten (im Test) erschlossen werden. Die jeweiligen Testitems repräsentieren reflektive Indikatoren des latenten Konstrukts. Hängt die Beantwortung dieser von nur einer Fähigkeit, Fertigkeit oder Eigenschaft ab (nämlich dem latenten Konstrukt) korrelieren die Testitems. Die Itemkorrelationen werden durch die latente Variable erklärt, man kann das Merkmal messen.
  • Nach welchen praktischen Gesichtspunkten erfolgt eine weitere Einteilung von Tests? Eine weitere Einteilung von Tests erfolgt z.T. auch nach praktischen Gesichtspunkten: - Standardisiert vs. nicht-standardisiert - Nach der Art des zu erfassenden Merkmals (Persönlichkeit vs. Leistung) - Dimensionalität (Anzahl der zu erfassenden Merkmalsaspekte) - Zeitbegrenzung (nur bei Leistungstests: SPEED vs. POWER) - Interpretationsbezug (Direkt psychometrischer Test vs. indirekt projektiver Test) - Materialien (Papier-Bleistift-Tests, Computer, Materialien) - Verbal vs. nicht-verbale Tests - Art der Vorgabe (Individual- vs. Gruppentest) - Antwortmöglichkeiten: frei oder gebunden
  • Nenne die Gütekriterien von Tests. Haupt- und Nebengütekriterien Hauptgütekriterien: - OBJEKTIVITÄT (in Hinblick auf Durchführung, Auswertung, Interpretation) - RELIABILITÄT (Messgenauigkeit) - VALIDITÄT (Gültigkeit) - SKALIERBARKEIT Nebengütekriterien: - Vergleichbarkeit- Ökonomie- Nützlichkeit- Normierung- Zumutbarkeit- Fairness- Nicht-Verfälschbarkeit Zudem sollte ein Test allgemein (gut) verständlich sein; eine einfache Durchführung und Auswertung aufweisen; kurze Lösungszeit; einen möglichst geringen Materialverbrauch und wenig Zufallslösungen zulassen.
  • Womit befasst sich die Psychophysiologie? Die Psychophysiologie befasst sich mit der Frage wie Emotionen, Bewusstseinsänderungen und Verhaltensweisen mit Hirntätigkeit, Kreislauf, Atmung, Motorik und Hormonausschüttung zusammenhängen. Dabei wird meist das Verhalten variiert und die physiologische Ebene registriert/gemessen. Die Psychophysiologie, wird heute allgemein als biologisch orientierte Psychologie verstanden. Man befasst sich dabei mit mehreren Punkten. (siehe Frage: "Mit welchen Punkten befasst man sich in der Psychophysiologie?") Mittels nicht-invasiver Methoden werden Biosignale/Biopotentiale und /oder andere physiologische Indikatoren abgeleitet bzw. gemessen.
  • Mit welchen Punkten befasst man sich in der Psychophysiologie? In der Psychophysiologie, die heute allgemein als biologisch orientierte Psychologie verstanden wird, befasst man sich mit: - Beziehungen zwischen psychischen Vorgängen und den zugrundeliegenden körperlichen Funktionen - physiologischen Begleiterscheinungen menschlichen Verhaltens und deren Auftretensbedingungen - zentralnervösen Grundlagen fundamentaler Verhaltenskategorien wie Lernen, Sexualverhalten, Nahrungsaufnahme sowie mit - differentiellen und klinischen Aspekten