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Finanzmanagement (Fach) / Anleihen (Lektion)

Kapitel III

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  • Anleihen Anleihen sind an der Börse frei handelbare Fremdfinanzierungsinstrumente, die durch große Fungibilität gekennzeichnet sind. Der „Markt“ fungiert als Kapitalgeber, wodurch das Risiko gestreut wird.
  • Festverzinsliche Anleihe (Straight Bond) (3 Punkte) -  Hier werden während der gesamten Laufzeit feste, vorab vereinbarte Zinsen gezahlt.-  Getilgt wird durch Rückzahlung des Anleihebetrags am Ende der Laufzeit.-  Der Anleger kann die Anleihe in der gegebenen Stückelung erwerben und seine Stücke jederzeit an der Börse verkaufen.
  • Floating-Rate-Note (FRN) (3 Punkte) -  FRN sind Anleihen mit variabler Verzinsung.-  Die Verzinsung wird anhand eines Referenzzinssatzes in festgelegten Zeitabständen (meistens drei oder sechs Monate) an die Marktzinsentwicklung angepasst.-  Als Referenzzinssatz dienen i.d.R. LIBOR und EURIBOR.
  • Zerobond (Nullkuponanleihe) (2 Punkte) -  ist eine Anleihe ohne laufende Zinszahlungen.-  Emission zu einem Kurs weit unter dem Rückzahlungskurs; Differenz entspricht dem Zinsertrag bis zur Tilgung
  • Mittelstandsanleihen (3 Punkte)   Vergleichsweise neue Form der Refinanzierung mittelständischer Unternehmen.  Historisch vergleichsweise hohe Ausfallraten.  Oftmals von Privatanlegern gezeichnet.
  • Covenants 5 Beispiele, Negativklausel (6 Punkte) Beispiele von Covenants sind  Einschränkung der Dividendenausschüttung,  Einschränkung der Fremdkapitalquote,  Mindestvolumen an Betriebskapital,  Change of Control,  Change of Ownership, etc. Die meisten ausgegebenen Schuldverschreibungen enthalten Klauseln, die das Unternehmen dahingehend beschränken, neues Fremdkapital mit gleicher oder höherer Priorität als das bestehende auszugeben (Negativklausel).
  • Ratingdefekte Definition, 8 Besonderheiten, Folge (10 Punkte) Ratingdefekte sind Besonderheiten des Ratinggeschäfts, die die Erstellung unzuverlässiger Ratingnoten begünstigen. Potenzielle Ratingdefekte sind:   Macht der Ratingagenturen: Gefahr von Moral Hazard.  Oligopolistische Anbieterstruktur.  Mangelnde Haftung der Rating-Agenturen.  Herdenverhalten der Rating-Agenturen.  Rating-Shopping (solicited Rating). Ratings ohne Auftragsgrundlage (unsolicited Ratings) fallen z.T. systematisch schlechter aus.  Bevorteilung großer Emittenten.  Geringe Anpassungsgeschwindigkeit externer Ratings. Folge (u.a.): Bedeutung marktimpliziter Ratings steigt.
  • Marktimplizite Ratings (Definition) Maßstab für das Kreditrisiko, das auf Basis von Marktpreisen ermittelt wird.
  • Marktimplizite Ratings: Voraussetzung zur Anwendung & Formen (4 Punkte) Voraussetzung zur Anwendung marktimpliziter Ratings: Halbstrenge Form der Informationseffizienz, d.h., alle öffentlich verfügbaren Informationen sind in aktuellen Wertpapierkursen verarbeitet. Ausprägungen: Implizite Ratings aus Aktienkursen,Bond Yield Spreads,Credit Default Swap Spreads.
  • Duration Begriff und 3 Prämisse (4 Punkte) Zinsänderungsrisiko Bei der Ermittlung der Duration wird von folgenden Prämissen ausgegangen:-  flache Zinsstrukturkurve,-  Zinsänderungen laufen in Form einer Parallelverschiebung der Zinsstruktur ab,-  Zinsänderungen müssen direkt nach dem Kauf der Anleihe stattfinden, um aussagefähige Ergebnisse zu liefern.
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  • Macaulay-Duration (3 Punkte) Macaulay-Duration: durchschnittliche Bindungsdauer des eingesetzten Kapitals. Grundsätzlich gilt: je höher die durchschnittliche Bindungsdauer des eingesetzten Kapitals ist, umso größer ist das Zinsänderungsrisiko, d.h., umso sensitiver reagiert der Kurs der Anleihe auf Veränderungen des Zinsniveaus. Die Modified Duration lässt sich aus der Macaulay-Duration ableiten.
  • Macaulay Duration: Auswirkungen (3 Punkte) Somit lassen sich über die Duration folgende grundlegende Aussagen treffen:-  Die Duration ist umso kleiner, je kürzer die Restlaufzeit ist.-  Die Duration ist umso kleiner, je höher der Anleihekupon ist.-  Die Duration eines Zerobonds entspricht genau seiner Restlaufzeit.
  • Konvexität Tatsächlicher Zusammenhang zwischen Anleihe-Kurs und Renditeforderung: Korrektur durch Konvexität.
  • Implizite Ratings aus Aktienkursen – Merton‘s Modell (4 Punkte) Merton‘s Modell (1974): Eigenkapital als Down & Out Knock-Out Call Option auf die Aktiva eines Unternehmens.   Unterschreitet der Wert der Vermögensgegenstände des Schuldners den Wert aller Schulden, fällt der Schuldner aus. Die EK-Geber nutzen das Recht zur Übernahme sämtlicher Vermögensgegenstände durch Rückzahlung aller Schulden nicht aus.  Die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Unternehmens ergibt sich dann durch die Wahrscheinlichkeit, dass der Wert aller Aktiva nicht unter diese kritische Schwelle sinkt.  Der Basispreis der Option entspricht also der Höhe der zurückzuzahlenden Verbindlichkeiten.
  • Rating Definition Der Versuch einer Objektivierung des Zahlungsausfallrisikos. Wie riskant ist es in das Unternehmen zu investieren? Anhand bestimmter Bewertungsschemas. 
  • Implizite Ratings aus Aktienkursen – Distance to Default (2 Punkte) KMV-Modell   Basis: Merton‘s Modell.  Annahme: Aktienkurs und Wert der Vermögensgegenstände korrelieren stark positiv.
  • Implizite Ratings aus Anleihekursen (2 Punkte) Bond-Spreads: Renditedifferenzen zwischen als risikolos anzusehenden Anleihen und risikobehafteten Unternehmensanleihen bei gleicher Laufzeit. Renditedifferenzen sind nun auf unterschiedliche Ausfallrisiken oder Unterschiede in der Handelbarkeit (bzw. Liquidität) zurückzuführen.
  • Implizite Ratings aus CDS - Kreditderivate Definition, Akteure, Arten (5 Punkte) Kreditderivate sind Finanzinstrumente, die Kreditrisiken isolieren und von dem zugrunde liegenden Kreditgeschäft separat transferieren können (separate Handelbarkeit des Ausfallrisikos), -  sind Derivate im üblichen Sinne, wobei die Zahlungsströme an das Kreditrisiko eines Referenzaktivums (Basiswert) geknüpft sind.-  Der Sicherungsgeber übernimmt im Falle des Kreditereignisses die wirtschaftlichen Lasten. Für die Übernahme dieses Kreditrisikos erhält er im Gegenzug eine Zahlung vom Sicherungsnehmer.   Hauptakteure am Kreditderivatemarkt sind Banken, Versicherungen, Kapitalanlagegesellschaften und Hedgefonds.   Arten: Credit Default Swap (CDS), Credit Spread Option, Total Return Swap.
  • CDS-Spread Die Prämie wird auch als „CDS-Spread“ bezeichnet. Sie wird vom Sicherungsnehmer i.d.R. periodisch an den Sicherungsgeber geleistet.
  • Implizite Ratings aus CDS - Funktionsweise CDS bei Kreditereignis (3 Punkte)  Physical Settlement: Sicherungsnehmer überträgt Sicherungsgeber das Referenzaktivum gegen Zahlung des Nominalwerts (insb. bei „Single-CDS“).  Cash Settlement: Ausgleichszahlung von Sicherungsgeber an Sicherungsnehmer in Höhe der Differenz zwischen Nominalwert der Referenzaktiva und ihrem Marktwert nach Eintritt des Kreditereignisses (insb. bei Portfoliokonstruktionen).  Andere Wertänderungen, die nicht auf das Kreditereignis zurückzuführen sind,bleiben unberücksichtigt.
  • Implizite Ratings aus CDS - Determinanten des CDS-Spreads Einflüsse (6), Folge (1)  Firmenspezifische Einflüsse: -  Verschuldungsgrad-  Ertragskraft-  Volatilität des Firmenwertes-...  Gesamtwirtschaftliche Einflüsse: -  Zinsniveauveränderungen-  Risikoaversion der Marktteilnehmer-  Marktweite Liquidität-...  Folge: Inverses Verhältnis zwischen Anleihekurs und CDS-Spread.
  • Implizite Ratings aus CDS - besondere Eigenschaft von CDS-Spreads (2 Punkte) VORLAUFEIGENSCHAFT Marktpreise von Kreditderivaten und Ratings: -  Rating wird nur dann geändert, wenn sich die Informationsbasis nachhaltig ändert. Folge: Stabilität des Ratings. Vorteil Rating: z.T. Verarbeitung nicht-öffentlicher Informationen. -  Empirische Befunde: CDS-Spreads nehmen Rating-Herabstufungen (Heraufstufungen) vorweg, d.h., CDS-Spreads fallen (steigen) bereits vor einer Rating-Herabstufung (Heraufstufung). Funktion als Frühwarnindikator dank sog.„Vorlaufeigenschaft“.
  • Covenants Definition und Ziel (2 Punkte) Covenants sind restriktive Klauseln in einem Anleihevertrag, die die Handlungsspielräume des Emittenten einschränken.   Ziel: Rückzahlung der Anleihe sicherzustellen.