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Motivationspsychologie (Fach) / Handlungssteuerung (Lektion)

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  • Interesse an der Handlungssteuerung Starke Motivation, ein bestimmtes Handlungsziel zu erreichen, ist oft nicht ausreichend, um das Ziel auch zu realisieren (Zielsetzung vs. Zielrealisierung)
  • Das Rubikon Modell nach Heckhausen, 1987 und dessen vier Phasen. Außerdem Bewertung. Die vier Phasen des Rubikon-Modells spzifizieren die Aufgaben, die sich einem Handelnden stellen, wenn er ein Ziel erfolgreich setzen und verwirklichen will. 4 Phasen 1. Abwägen (Wie wählt ein Handelnder seine Ziele aus?) 2. Planen (Wie plant er deren Realisierung?) 3. Handeln (Wie führt er diese Pläne durch?) 4. Bewerten (Wie bewertet er seine Bemühungen um die Erreichung seines Handlungsziels?) Bewertung Ausschließlich kognitive Prozesse, allgemeinpsychologische Ansätze, d.h. interindividuelle Unterschiede werden nicht thematisiert
  • Motivation und Volition im Rubikon-Modell Motivationeiner Person (ein bestimmtes Ziel zu verfolgen), hängt von situativen Anreizen, persönlichen Präferenzen und deren Wechselwirkung ab.Die resultierende Motivationstendenz ist zusammengesetzt aus den verschiedenen nach dem persönlichen Motivprofil gewichteten Anreizen der Tätigkeit, dem Handlungsergebnis und sowohl von internen, die Selbstbewertung betreffenden, als auch von externen Folgen.Der Motivation werden Abwägen und Bewerten zugeordnet. Volitionwerden regulierende Prozesse genannt, die entscheiden, welche Motivationstendenz bei welchen Gelegenheiten und auf welche Weise realisiert werden sollen (= Selbststeuerung/Wille)Der Volition werden Planen und Handeln zugeordnet.
  • Abwägen im Rubikon-Modell Aufgabe: Suche aus der Menge aller Wünsche einen heraus, der in ein zu verfolgendes Ziel transformiert werden soll Problem: Immer mehr Wünsche, als man in die Tat umsetzen könnte Quellen der Wunschproduktion: Motive, soziale Anforderungen, Entwicklungsaufgaben Kriterien für den Prozess des Abwägens: Realisierbarkeit, Wünschbarkeit und Fazittendenz Fazittendenz: Sich langsam einstellende Überzeugung, dass die Elaboration aller denkbaren Faktoren (ausreichend) ausgeschöpft worden ist. Je wichtiger die Entscheidung, desto größer die Elaboration. Ende: Mit der Intentionsbildung endet die Phase des Abwägens (Umwandlung eines Wunsches in ein konkretes Ziel). Überschreiten des Rubikons
  • Planen im Rubikon-Modell Aufgabe: Vorbereitung der Realisierung des gesetzten Ziels Probleme: Zeitpunkt der Handlungsinitiierung, Abwarten von günstigen Gelegenheiten, Umgang mit Schwierigkeiten Prototypischer Planungsvorgang: Bildung von Vorsätzen (Durchführungsintentionen); Wenn-Dann-Verknüpfung von Gelegenheit und VerhaltenWann, wo und auf welche Weise soll eine zielführende Handlung ausgeführt werden? Wenn-Dann-Verknüpfung: Wenn sich eine spezifische Gelegenheit bietet, dann werden mentale Repräsentationen im Gedächtnis hoch aktiviert und die Gelegenheit zieht viel Aufmerksamkeit auf sich. Dann erfolgt spezifiziertes Verhalten, die Handlung wird initiiert und die Verarbeitung erfolg prompt, effizient und ohne bewusste Verarbeitung (automatisiert) Fiattendenz: Zusammenspiel von Volitionsstärke und Grad der Günstigkeit der vorliegenden Situation (Wie überzeugt bin ich und wie günstig ist die Situation?)
  • Handeln im Rubikon-Modell Aufgabe: Realisierung des gesetzten Ziels Probleme: Unterbrechung der Zielverfolgung beim Auftauchen von Hinernissen Prozesse: Anstrengungssteigerung angesichts von Schwierigkeiten Anstrengungsbereitschaft: Volitionsstärke, Zusatzvolition (reaktive Anstrengungssteigerung), konsequente Wiederaufnahme nach Unterbrechung
  • Bewerten im Rubikon-Modell Aufgabe: Bewertung der Handlungseffekt (Ist das gesetzte Ziel erreicht worden?) Fragen: Wie gut habe ich es geschafft, das Ziel zu erreichen? Sind die erhofften positiven Konsequenzen wirklich eingetroffen? Kann ich meine Intention als erledigt betrachten? Ist es notwendig und möglich, ein verfehltes Ziel weiter zu verfolgen? Prozesse: Intentionsdeaktivierung und erneutes Planen Intentionsdeaktivierung: bei erfolgreicher Verwirklichung, wiederholtem Misserfolg oder Senkung des Anspruchsniveaus erneutes Planen: bei Misserfolg und Beibehaltung der Zielintention
  • Bewusstseinseinlagen im Rubikon-Modell Für jede der vier Phasen des Rubikon-Modells gibt es eine bestimmte Art der kognitiven Orientierung, die für die Erledigung der jeweils in einer bestimmten Handlungsphase anstehenden Aufgabe erforderlich ist
  • Abwägende Bewusstseinseinlage im Rubikon-Modell Suche aus der Menge aller Wünsche einen heraus, der in ein zu verfolgendes Ziel transformiert werden soll. Offenheit für objektive Verarbeitung aller Information hinsichtlich Wünschbarkeit und Durchführbarkeit. Dies dient der möglichst realistischen Informationsverarbeitung. Beachtung potenzieller negativer Konsequenzen und nicht zu optimistische Bewertung der Realisierungschancen.
  • Planende Bewusstseinseinlage im Rubikon-Modell Vorbereitung der Realisierung des gesetzten Ziels Verarbeitung von Infromationen, die darüber Auskunft geben, wo, wann und wie Handlungen initiiert werden können. 1. Selektive Wahrnehmung von Gelegenheiten 2. Verengung des Aufmerksamkeitsfokus'. Selektive Aufnahme von zielführenden Informationen über (a) die Abschirmung gegen Informationen über andere Ziele und (b) das Ausblenden von Informationen über Wünschbarkeit/Realisierbarkeit des gegenwärtig verfolgten Ziels
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  • Aktionale Bewusstseinseinlage im Rubikon-Modell Realisierung des gesetzten Ziels Selektive Aufnahme von Information, die für die Verfolgung des Ziels hilfreich ist. Ausgeblendet werden dagegen Selbstzweifel, Gedanken über konkurrierende Ziele, Informationen, die zu einer Nuebewertung des aktiellen Ziels führen könnten, und ablenkende Umweltreize
  • Bewertende Bewusstseinseinlage im Rubikon-Modell Bewerung der Handlungseffekte: Ist das gesetzte Ziel erreicht worden? Objektive, unparteiische Aufnahme von Informationen über Ergebnisse und deren Folgen Vergleichende Orientierung: Was wurde angestrebt, was wurde tatsächlich erreicht?
  • Handlungskontrolltheorie nach Kuhl, 1983 Handlungskontrolle besteht aus 5 Stretegien (Kontrollen), die helfen, eine gefasste Absicht umzusetzen. Diese können bewusst eingesetzt oder aber auch unbewusst wirksam werden. 1. Aufmerksamkeitskontrolle Aufmerksamkeit auf Infos fokussieren, die für die Zielrealisierung förderlich sind 2. Enkodierungskontrolle Das abspeichern, was mit aktueller Absicht zusammenhängt 3. Motivationskontrolle Positive Anreize des Ziels vor Augen halten 4. Emotionskontrolle Sich in optimalen emotionalen Zustand versetzen 5. Umweltkontrolle Ablenkende Reize entfernen
  • 2 Kontrollzustände nach Kuhl Nach Kuhl gibt es zwei Kontrollzustände, die abhängig sind von persönlichen Dispositionen und aktuellen Umständen Handlungsorientierung Kontrollstrategien werden flexibel angewandt, um auf die konkreten Handlungsanforderungen zu reagieren. Handlungen werden auf Aktivitäten gerichtet, die die Diskrepanz zwischen gegenwärtigem und beabsichtigem Zustand beseitigen können Lageorientierung Einsatz von Kontrollstrategien gelingtn icht gut, da zu viel Nachdenken über gegenwärtige, vergangene und zukünftige Lage geschieht. Es wird auch über Misserfolg nachgedacht und somit die Realisierung der Absicht durch Vergeudung von Energie gefährdet
  • Drei Arten der Handlungs-/Lageorientierung 1. Prospektiv 2. Misserfolgsbezogen 3. Tätigkeitsbezogen (unerforscht)
  • Prospektive Lage- und Handlungsorientierung Prospektive Lageorientierung Gedanken kreisen um Absichten und Ausstehendes. Aufschiebung der Absichtsrealisierung. Geringe Fähigkeit, positiven Affekt in sich zu erzeugen und Handlungslähmung zu überwinden. Prospektive Handlungsorientierung Gedanken um Absichten treten in den Hintergrund, Planung konkreter Handlungen. Prompte Absichtsrealisierung. Ausgeprägte Fähigkeit, positiven Affekt in sich zu erzeugen und sich Schwung zu verleihen.
  • Misserfolgsbezogene Lage- und Handlungsorientierung Misserfolgsbezogene Lageorientierung Grübeln über negative Erfahrungen und Misserfolge. Mangelnder Zugang zu eigenen Bedürfnissen und Erfahrungen. Geringe Fähigkeit, negativen Affekt herabzuregulieren. Misserfolgsbezogene Handlungsregulierung Auch nach negativen Erfahrungen sich neuen Aufgaben zuwenden. Bedürfniskongruente Ziele und Nutzen bisheriger Erfahrungen. Ausgeprägte Fähigkeit, negativen Affekt herabzuregulieren und sich zu beruhigen.
  • Persönlichkeits-Interaktion-Theorie nach Kuhl, 2001 - Weiterentwicklung und Differenzierung der Handlungskontrolltheorie - Integration vieler Ansätze und Befunde - Zusammenhang von Affektregulation und Selbststeuerung - 7 Systemebenen, die miteinander interagieren (Elementare Kognition, Temperament, Affekt, Progression/Regression, Motive als "intelligente Bedürfnisse", Höhere Kognition (Wissen und Fühlen), Selbststeuerung)
  • 2 Modulationsannahmen in der PSI und der Zusammenhang zu Lage-/Handlungsorientierung 1. Modulationsannahme Positiver Affekt [A+] bahnt die Umsetzung von Absichten in Handlungen, wohingegen bei Fehlen von positivem Affekt [A(+)] unerledigte Absichten in den Vordergrund treten, die Umsetzung in Handlung aber hemmt 2. Modulationsannahme Negativer Affekt [A-] führt zu einem erschwerten Zugang zum Selbst, d.h. eigene Bedürfnisse etc. sind nur schwer zugänglich. Aufmerksamkeit ist auf einzelne (störende) Details gerichtet und der Blick für das Ganze geht verloren Handlungs- und Lageorientierte unterscheiden sich darin, wie gut sie Affekte regulieren können und so jeweils Zugang zum adäquaten System bekommen
  • 4 Makrosysteme in der PSI Implizite Selbstregulation 1. Intuitive Verhaltenssteuerung (IVS) 2. Extensionsgedächtnis (EG) Bewusste Selbstkontrolle 3. Intentionsgedächtnis (IG) 4. Objekterkennungsysteme (OES)
  • Intentionsgedächtnis in der PSI - für schwierige Situationen gemeint, in denen man mit der Ausführung warten muss, bis ein Problem gelöst ist oder bis eine passende Gelegenheit gefunden ist - das Bilden einer Absicht ist zunächst sogar mit der Hemmung der Ausführungsenergie verbunden - Analytische Prozesse wie das Denken und das Planen
  • Intuitive Verhaltenssteuerung in der PSI - aktiv bei der Ausfürhung automatisierter Handlungsabläufe und vorprogrammierter Verhaltensroutinen - weitgehend unabhängig von der bewussten Planung - verfügt über eigenes Wahrnehmungssystem - Zugang zu diesem System ist wichtig für die Handlungsausführung
  • Extensionsgedächtnis in der PSI - ganzheitliches Erfahrungssystem, welches den Überblick über alle Lebenserfahrungen liefert, die in der der momentanen Situation relevant sein könnten - parallele und ganzheitliche Verarbeitungsform - gleichzeitige Berücksichtigung und Integration vieler Einzelaspekte, die für komplexe Entscheidungen und für das gegenseitige Verstehen von Menschen relevant sein können
  • Objekterkennungssystem in der PSI - ermöglicht das bewusste Registrieren einzelner Sinneseindrücke - besondere Beachtung von Einzelheiten, die Gefahren signalisieren oder irgendwie unerwartet/unstimmig sind
  • Selbstkontrolle nach Kuhl in der PSI Bewusste Selbstkontrolle Entmutigung [A(+)] → Intentionsgedächtnis (Wie gehe ich mit der schwierigen Situation um?) Angst/Schmerz [A−] → Objekterkennung (Was macht mir Angst?) Implizite Selbstregulation Schmerzbewältigung [A(−)] → Extensionsgedächtnis (Wie bin ich in vorherigen Situationen mit negativen Eindrücken umgegangen?) Freude [A+] → Intuitive Verhaltenssteuerung (weitermachen)
  • 1. Modulationsannahme: Positiver Affekt bahnt den Willen - Die intuitive Verhaltenssteuerung, die zur Umsetzung aller im Intentionsgedächtnis gespeicherten Absichten notwendig ist, wird durch positiven Affekt [A+] aktiviert (1. MAa) - Schwierige oder unangenehme Absichten behält man nur im Gedächtnis, wenn man den Verlust von positivem Affekt [A(+)], den jede schwierige oder unangenehme Situation mit sich bringt, eine Weile aushalten kann (1. MAb)
  • 2. Modulationsannahme: Negativer Affekt hemmt das integrierte Selbst - Die Herauslösung einzelner Objekte aus ihrem Zusammenhang und die Beachtung von Unstimmigkeiten und Fehlern wird durch negativen Affekt [A−] verstärkt (2. MAa) - Wenn es gelingt, negativen Affekt aktiv wieder unter eine kritische Schwelle zu regulieren [A(−)], dann spürt man sich selbst wieder stärker, wird also ganz wörtlich "selbstbewusster" und hat dann den ausgedehnten Überblick über die vielen Erfahrungen, Handlungsmöglichkeiten, kreativen Einfälle und sinnstiftenden Einsichten, die das Extensionsgedächtnis anzubieten hat (2. MAb)