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Motivationspsychologie (Fach) / Machtmotivation (Lektion)
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- Definition Machtmotivation (nach Schmalt und Heckhausen 2010) Macht als bereichsspezifische, asymmetrische dyadische Beziehung, die durch eine Gefällestruktur auf den Dimensionen "soziale Kompetenz", "Zugang zu Ressourcen" und "Statusposition" charakterisiert ist und sich in einer einseitig verlaufenden Handlungskontrolle manifestiert.
- Was führt zu einer Befriedigung des Machtmotivs? - Kontrolle über eine Situation/Person auf Seiten des Machtausübenden -> positive Affekte - wahrgenommener Besitz von Machtquellen
- 6 Taxonomien von Machtquellen (French und Raven) - Expertenmacht - Vorbildmacht - legitimierte Macht - Informationsmacht - Belohnungsmacht - Bestrafungsmacht
- Funktionen des Machtmotivs Streben nach Einfluss und Kontrolle (durch Statusposition, Dominanzverhalten, Statussymbole) → Hackordnung spart Energie durch weniger Verteilungskämpfe → hohe Statusposition verspricht höhere Überlebenschancen → höherer Fortpflanzungserfolg → besserer Zugang zu Ressourcen
- Ausprägung des Machtmotivs - Aggression - Hilfe/Unterstützung - Überredung/Kontrolle - Status - Furcht
- 5 Ausprägungen des Machtmotivs - Aggression - Hilfe/Unterstützung - Überredung/Kontrolle - Status - Furcht
- 2 Machtorientierungen 1. Personalisierte Machtorientierung → ungehemmte Auslebung von Machtimpulsen → Stärkung der eigenen Person 2. Sozialisierte Machtorientierung → kontrollierte Auslebung von Machtimpulsen → gehemmt und fremddienlich
- Machtmotiv und Verhaltenshemmung → Ein hohe Machtmotiv und Verhaltenshemmung sind unabhängig voneinander → Interaktion bezüglich der AV Überzeugungskraft: hohe Verhaltenshemmung und hohes Machtmotiv führen zu hoher Überzeugungskraft; niedriges Machtmotiv und niedrige Verhaltenshemmung jedoch auch
- 4 Reifestadien des Machtmotivs (McClelland, 1978) 1. Stadium → Machtquelle außerhalb, Machtobjekt innerhalb → Es (Mutter, Gott, Führer) stärkt mich. 2. Stadium → Machtquelle innerhalb, Machtobjekt innerhalb → Ich stärke, kontrolliere, leite mich selber. 3. Stadium → Machtquelle innerhalb, Machtobjekt außerhalb → Ich habe Wirkung/Einfluss auf andere. 4. Stadium → Machtquelle außerhalb, Machtobjekt außerhalb → Es (Religion, Gesetz, meine Gruppe) hält mich an, anderen zu dienen und/oder sie zu beeinflussen.
- 4 Reifestadien des Machtmotivs (McClelland, 1978) 1. Stadium → Machtquelle außerhalb, Machtobjekt innerhalb → Es (Mutter, Gott, Führer) stärkt mich. 2. Stadium → Machtquelle innerhalb, Machtobjekt innerhalb → Ich stärke, kontrolliere, leite mich selber. 3. Stadium → Machtquelle innerhalb, Machtobjekt außerhalb → Ich habe Wirkung/Einfluss auf andere. 4. Stadium → Machtquelle außerhalb, Machtobjekt außerhalb → Es (Religion, Gesetz, meine Gruppe) hält mich an, anderen zu dienen und/oder sie zu beeinflussen. Menschen präferieren verschiedene Stadien.
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- 2 Messverfahren des Machtmotivs Thematischer Apperzeptionstest (TAT) Verschiedene Auswertungsschlüssel (Veroff, Uleman, Winter) Multi-Motiv-Gitter (Schmalt, Sokolowski und Langens, 2000) Kombination von projektiven Messtechniken und Fragebogen Unterscheidung zwischen Hoffnungs- und Furchtkomponente
- 3 Auswertungen des TAT zur Erfassung des Machtmotivs 1. Veroff → Macht = Verfügbarkeit von Machtmitteln → TAT-Schlüssel erfasst defensives Machtmotiv 2. Uleman → Macht = Einflussmotiv → TAT-Schlüssel erfasst aktive, nicht demütige Auseinandersetzung mit der Gegenpartei 3. Winter → Macht = Fähigkeit, beabsichtigte Wirkung (Gefühle/Verhalten) in einer anderen Person zu erzeugen → TAT-Schlüssel integriert Veroff und Uleman: sozialisierte und personalisierte Aspekte
- Beschreibung Multi-Motive-Gitter (MMG) nach Schmalt, Sokolowski und Langens Situationen stellen Interaktionen verschiedener Kontexte dar und variieren in den Dimensionen Verfügungsgewalt über Ressourcen und soziale Position. In jeder Situation gibt es 3 Situationstypen: (A) Person verfügt über Ressourcen und soziale Position (B) Offenes Status-/Ressourcengefälle (C) Keine Ressourcen und niedrige soziale Position Jede Person projiziert in die dargestelle Situation ihr eigenes Machtmotiv/Hoffnungs-/Furchtmotiv und bewertet daraufhin 1. Die eigene soziale Kompetenz 2. Das erzielte Handlungsergebniss 3. Die Affektkonsequenzen
- Physiologie/Endokrinologie des Machtmotivs Bei stark angeregtem Machtmotiv werden Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Hat eine Person ein hohes Machtmotiv, wird bei der Reproduktion von Machtfakten ebenso viel Noradrenalin ausgeschüttet Korrelation Testosteron/Machtmotiv bei Männern (Testosteron hoch: Dominanz-/Aggressionsverhalten, Regelüberschreitungen, hohes Sexualverhalten, ...)
- Prozessmodell nach Schultheiss, 2007 Anregung des Machtmotivs → sympathische Katecholamin-Ausschüttung, Vigilanz, verbesserte kognitive Verarbeitung 1. → Niederlage/Erniedrigung → Katecholamin -, Kortisol +, Testosteron - → gehemmte Selbstbehauptung, schlechteres instrumentelles Lernen (Vermeidung derartigen Verhaltens) 2. → Sieg/Durchsetzung/Kontrolle/Status → Katecholamin =+, Kortisol -, Testosteron + → Selbstbehauptung, besseres instrumentelleres Lernen (Verstärkung derartigen Verhaltens)
- Macht und Krankheit Personen mit starkem Machtmotiv neigen zu Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Beeinträchtigungen des Immunsystems besonders unter Stress