7

Allgemeine Psychologie 1 (Fach) / Bewegungswahrnehmung (Lektion)

Bewegungsarten Neuronale Mechanismen Okulomotorik Störungen der Bewegungswahrnehmung

Diese Lektion wurde von Heroboy erstellt.

Lektion lernen

  • Bewegungsarten Bewegungen 1. Ordnung = Realbewegungen Bewegungen 2. Ordnung = Scheinbewegungen Bewegungen 3. Ordnung = dichoptrische Bewegungen
  • Gruppierungseffekte Bewegung 1. Ordnung Expansion: Bewegung von einem Punkt weg Rotation: Bewegung um eigene Achse Translation: Bewegung in eine Richtung (Versetzungsbewegung) Relativbewegung: Verhältnis zweier sich bewegender Körper mit unterschiedlicher Geschwindigkeit
  • Random Dot Kinematogramm (RDK) Punkte auf schwarzem Hintergrund bestimmter Anteil bewegt sich mit bestimmter Geschwindigkeit gleichförmig (kohärent) in eine bestimmte Richtungt, Rest bewegt sich zufällig Liegt Bewegung vor und in welche Richtung? Bewegung wird erkannt, wenn ein bestimmter Anteil an Kohärenz erreicht wird Je höher Kohärenz, desto besser wird die Bewegung erkannt
  • Arten von Bewegungen 2. Ordnung (Scheinbewegung) Stroboskopische Bewegung 1. Bewegung aufgrund Aneinanderreihung von Einzelbildern 2. Bewegung aufgrund des Aufblinkens zweier Lichterpunkte kurz nacheinander Wichtig: Kurzes Zeitintervall (ideal 60ms), Intensität der Reize, Abstand der Reize Zusammenhang: wenn Abstand groß, dann Intensität erhöhen und Zeitintervall verkürzen Induzierte Bewegung scheinbare Bewegung eines statischen Objekts, induziert durch die Bewegung der Umwelt, z.B. zwei Züge direkt nebeneinander Selbsterzeugte Bewegung = autokinetischer Effekt, Ursache ungeklärt Theorie: Scheinbewegung entsteht durch Fluktuationen im Signal des visuellen Systems (Relevanz von minimalen Augenbewegungen) Bewegungsnacheffekt Nachbilder wahrgenommener Bewegung (in entgegengesetzte Richtung) Entstehung: Zuerst stabile Fixierung von bewegter Fläche, danch Betrachtung einer ruhenden Fläche Erklärung: selektive Bewegungsrezeptoren adaptieren (ermüden) mit der Zeit, stoppt die Bewegung fällt ihre Grundaktivität sogar unter die Grundaktivität. Die Rezeptoren der entgegengesetzten Richtung sind nun aktiver Scheinbewegung durch Kontrastumkehr Zufallsmuster aus Pixeln wechseln Farbe von schwarz auf weiß und umgekehrt Wenn dieser Effekt leicht zeitversetzt und spaltenweise auftritt, nimmt man eine Bewegung wahr = gerichtete Scheinbewegung
  • Bewegungen 3. Ordnung Bewegungswahrnehmug entsteht nur mit beiden Augen (binokulare Disparität) Vergleich und Integration des Inputs aus beiden Augen führt zu einer scheinbaren Rotation (Bsp. 3D Rotation) und Tiefeneindruck
  • Weitere Bewegungsarten Form durch Bewegung Erzeugen eines Bildes aus 3D Punktbewegungen: lediglich Veränderungen in der Geschwindigkeit und Richtung der Punkte entscheidend, z.B. erzeugung eines Balls durch Punktbewegung Bewegung in die Tiefe je nach Schatten wird andere Bewegunga wahrgenommen Optic Flow Vektorfeld: Sichtbare Punkte in der Bildebenen werden mit Vektorpfeilen ausgestattet die eine Geschwindigkeit projizieren. Abhängig von Vektorlänge und Richtung Zugleich: Focus of expansion (FOE): Punkt auf den man sich hinbewegt, scheint still zu stehen Biologische Bewegung z.B. Leuchtdioden an Gelenke an einer Person befestigen. Bewegung der Punkte wird als biologische Bewegung erkannt. Art der Bewegung ermöglich Rückschluss auf Statur etc. Basiert auf Erfahrung Multiple Object Tracking Mit steigender Anzahl an zu verfolgenden Objekten steigt die Gehirnaktivität in den Frontal Eye Field und im Superioren Frontalen Sulcus, zugleich sinkt die Leistung Objekt zuzuordnen
  • Neuronale Mechanismen der Bewegungswahrnehmung - Bewegungsdetektoren Reichardt-Detektor (1951): Elementarer Bewegungsdetektor für bestimmte Richtungen (Verschiebung des retinalen Bilds) Neurone mit räumlich-zeitlich orientiertem rezeptiven Feld Funktionsweise 1. Lokale eindimensionale Bewegung entlang von Photorezeptoren 2. Feststellung dieser Bewegung 3. Korrelation der durch das Bild wandernden Intensitäten -> Erkennung von Bewegung Es sind immer zwei Detektoren gegeneinander verschaltet: einer erregt, einer hemmt, somit kann Bewegungsrichtung ohne Fehler erkannt werden
Anzeige