13

Sozialpsychologie (Fach) / 5.1 Selbstkenntnis (Lektion)

Persönliche Quellen vs. Soziale Quellen

Diese Lektion wurde von anna2403 erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • 2. Persönliche Quellen - Introspektion (Selbstreflektion) Prozess durch den man interne Zustände beobachtet, während man sich auf bestimmte Weise verhält Wer bin ich? Wie verhalte ich mich gerade? Problem → Informationen, die durch Introspektion gewonnen wird, sind sehr ungenau, weil z.B. Menschen dazu neigen ihre positiven Eigenschaften zu überschätze Beispiel: Käuferinnen sollen Qualität versch. Nylonstrümpfe einstufen, wobei Qualität bei allen gleich war. = Zuletzt gesehene Nylonstrümpfe wurden mit hoher Qualität angepriesen ⇒ Menschen erfinden Gründe, wenn Sie keinen Zugang zu den wirklichen Gründen haben
  • 1. Nenne 2 persönliche Quellen - Introspektion (Selbstreflektion) - Selbstwahrnehmung
  • 3. Persönliche Quellen - Selbstwahrnehmung Versuch, mein eigenes Verhalten zu beobachten & daraus Schlussfolgerungen zu ziehen Beispiel: wenn ich neue Leute kennelerne denke ich: Wie wirke ich wohlauf diese? & verhalte mich zurückhaltender
  • 4. Überrechtfertigungseffekt (overjustification-effect) Aktivitäten, die mit extrinsischen Gründen in Verbindung gebracht werden, können intrinsische Motivation mindern Beispiel: Ich bin ein intrinisch motivierter Student & schreibe Tag & Nacht an meiner Seminararbeit. Einfach weil es micht interessiert auch wenn ich weiss das die Anforderungen schon erfüllt sind. Jetzt wird meine Seminararbeit vom Prof gelobt → intrinsische Motivation kann abnehmen, weil die Aktivität mit einer äußeren Belohnung assoziiert wurde. ⇒ die Belohnung hat meine Motivation untergraben (schreibe nicht mehr Tag & Nacht & höre auf mehr als Notwendigste zu tun)
  • 5. Nenne 4 soziale Quellen. - frühe Bindungsprozesse - sozialer Vergleich - interpersonelle Beziehungen - soziale Identität
  • 6. Soziale Quellen - Früher Bindungsprozesse Selbstkenntnis aufgrund früher Interaktionen mit Bezugspersonen - positives Selbstkonzept: Bezugsperson ist zuverlässig & reagiert auf Bedürfnisse Säuglings - negatives Selbstkonzept: Betreuung ist nachlässig/ evtl. Missbrach - Bestätigungsverzerrung (bias): Menschen schenken Aufmerksamkeit eher Information, in denen eigene Ansichten geteilt werden
  • 7. Soziale Quellen - Sozialer Vergleich Selbstkenntnis durch Vergleich unserer Merkmale, Fähigkeiten oder Meinungen denen anderer - soziale Vergleichsprozesse finden automatisch statt - soziale Vergleiche dienen zu motivalen Zwecken ♠ Aufwärtsvergleich = Vergleich mit besseren, um besser zu werden (kann aber auch entmutigend sein und Gefühl der Unterlegenheit erzeugen, wenn man Ziel nicht erreicht) ♠ Abwärtsvergleich = Vergleich mit schlechteren oder eigen früheren Leistungen, um sich besser zu fühlen & Ego zu stärken
  • 8. Soziale Quellen - Interpersonelle Beziehungen Selbstkenntnis durch Interaktionen mit bedeutsamen Beziehungspartnern - Interaktion mit anderen & deren Reaktion liefern Erkenntnisse über das Selbst - Reaktionen werden auch dann übernommen, wenn andere Personen nicht anwesend sind z.B. sicheren Job, was denkt mein Partner wenn ich kündigen will? - Soziale Anpassung (Chamäleon-Effekt): Menschen übernehmen häufig Ansichten von Freunden & Partner & werden sich ähnlicher / erfolgt insbesondere wenn 2 Menschen miteinander auskommen möchten Beispiel: Kumpel mag Simpsons, Wahrscheinlichkeit hoch, das ich es auch mag.
  • 9. Soziale Quellen - Soziale Identität (Theorie der Sozialen Identität SIT) (Tafel & Turner, 1979, 1986) - Theorie entstand, um Diskriminierung Gruppen besser zu verstehen - Theorie liefert Rahmen wie Menschen mit größerem sozialen Netzwerk verbinden + aus Gruppenmitgliedschaften Selbstkenntnis & Sinn ableiten - Menschen nehmen Eigengruppen (WIPSY) (=denen sie angehören & sich identifizieren) mit in Selbskonzept auf & grenzen sich gegenüber Fremdgruppen (MBA) (=denen sie nicht angehören & sich nicht identifizieren) ab 
  • 9.1 Soziale Quellen - SIT (II) - Identität Menschen teilt sich in  ♠ persönliche Identität (=sozialer Vergleich auf individueller Ebene: Ich vs. Du) ♠ soziale Identität (=sozialer Vergleich auf Gruppeneben: Eigen- vs. Fremdgruppe) - beide Modi können kaum gleichzeitig wirken - "Ich-Modus" (hohe persönliche Identität) = individuelle Persönlichkeitsmerkmale Vordergrund / Heterogenität "Jeder Mensch ist anders" - "Wir-Modus" (hohe soziale Identität) = Eigengruppe & Fremdgruppe werden homogen angesehen / bewirkt gegnüber Eigengruppe Depersonalisierung (Individualität ablegen & Gruppe beitreten) & Fremdgruppe Diskriminierung
  • Anzeige
  • 9.2 Soziale Quellen - Theorie der Sozialen Identität (III) - Grundannahmen SIT 1. Streben nach positiver Selbstsicht & positivem Selbstwert 2. Beidseitige Valenz (=Wertigkeit) der eigenen Gruppenmitgliedschaft (Mitgliedschaft sozialer Gruppe kann in Ahängigkeit von Bewertung Gruppenmitgleidschaft sowohl positiv als auch negativ behaftet sein) 3. Bewertung der Eigengruppe erfolgt im Vergleich zu anderen Gruppen (positive Differenz zwischen Eigen- & Fremdgruppen = hoher eigener Status/ negative Differenz = niedriger eigener Status)
  • 9.3 Soziale Quellen - Theorie Soziale Identität (IV) - 3 strategische Bewältigungsstrategien - 3 verschiedene Möglichkeiten, wie individuelle Personen im Rahmen von sozialen Kategorien strategisch handeln können / hier wichtig: man versucht immer seine eigenen Gruppe besser darzustellen als andere  - Individuelle Mobilität = versuch in Gruppe hohen Status zu erlangen - Soziale Kreativität z.B. geringen Status neu bewerten - Sozialer Wettbewerb z.B. Intergruppenkonflikt, Kollektive Handlung (Arbeitnehmeraufstände/Kriegssituationen)
  • 9.4 Soziale Quellen - Theorie der Selbstkategorisierung (Turner 1987) - Weiterentwicklung von SIT Theorie - befasst sich wie Personen zu Gruppenmitgliedern werden - Kategorisierung in Gruppen geschieht spontan & ist abhängig sozialer Kontext - wichtig: soziale Kategorie (Zugänglichkeit) wird wahrgenommen + Gefühl in Gruppe zu passen & ähnlich zu sein