Soziologie (Fach) / abweichendes Verhalten (Lektion)

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Was ist abweichendes Verhalten?

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  • Was ist abweichendes Verhalten? • Unter abweichendes Verhalten wird der Verstoß gegen die Normen und Wertvorstellungen eine Gruppe, Gemeinschaft oder Gesellschaft aufgefasst. Das Abweichende Verhalten kann als sig-nifikante Ausprägung einer Eigenschaft oder eines Verhaltens verstanden werden, die über die Toleranzgrenze des Durchschnittswerts reicht.• Abweichend können Personen sein, Verhalten, soziale Lagen wie Armut und Erscheinungsfor-men von Körpern. Auch Subjektvorstellungen der Gesellschaft können abweichen, wenn bei-spielsweise ein Lebenslauf untypisch verläuft.• Die Abweichung steht immer im Bezug zur gültigen Normen, denn ohne Normen gebe es keine Abweichung.• das abweichende Verhalten muss nicht illegal sein, gilt allerdings als illegitim und ist sozial nicht erwünscht. • Niemand entspricht komplett der Vorstellung der „Normalität“, jeder zeigt irgendwo Defizite und somit eine Abweichung auf• Die Normalität und Abweichung ist nicht starr, da sie sich mit dem sozialen und politischen Wandel ändern können. Es gibt allerding abweichende Verhaltensweisen epochenübergreifend als abweichend gelten (hochgradig tabuisiert)Inzest
  • Zum Körperbezug von abweichendes Verhalten Abweichendes Verhalten ist das, was wahrnehmbar ist, wie Verhalten, Körper, Erscheinung der Körper gilt als Basis der Identität, da er äußerliche Wahrnehmung des Wesens eines Men-schen ist. Deshalb tragen die Körperinszenierung (Tattoos, Frisur, Schminke) und die Art des Publikums dazu bei, ob die Person von der Gruppe integriert wird oder ob sie sich von ihr distin-guiert. Die Körper können sowohl intentional abweichend sein, wie es bei Tattoos der Fall ist oder un-absichtlich erfolgen, wie bestimmte Stigma am Körper. Je nach soziale Räume können Körper sanktionsfrei sein--> Kontext Rockmusikszene Handlungen mit dem Körper können ebenfalls abweichend sein. Männliche Jugend zeigt sich hier Risikobereit--> Gewalt, Extremsport, Autorennen und weibliche Jugend häufiger körperschä-digend, wie das Essverhalten
  • Abweichendes Verhalten als Verstoß gegen Ordnungen im Kontext Auseinandersetzung mit der Umwelt, der Frage nach der Anpassung und Abweichung, werden dem Individuum verschiedene Ordnungen, in der Familie oder Schule, herange-tragen oder aufgezwungen. Hierbei entsteht beim Individuum ein Spannungsverhältnis aus der Autonomie und dem Zwang. Das abweichende Verhalten wird hierbei als Reaktion der eigenen Auseinandersetzung verstanden.   Handlungen haben verschiedene situative Rahmen, die den Sinn einer Situation bestimmen und vorher festgelegt haben und als Orientierungshilfen gelten, wie eine Person sich in welche Situ-ation zu verhalten hat.--> Boxen (sanktionsfrei, sanktioniert) Ordnungen und Rahmen werden Normen ausgedrückt, die verschiedene Verbindlichkeitsgrade haben, wie soll-, kann- und muss-Normen. Wichtig ist hierbei die Betrachtung, ob es sich um formelle oder informelle Nomen handelt und wie der Rahmen aussieht. • kollektive Moralvorstellung hat eine höhere Verbindlichkeit (Ehrenmord) als die Normen der Gesellschaft.
  • Der soziokulturelle Wandel von abweichendem Verhalten  Das abweichende Verhalten und die Kriminalität wird von der Gesellschaft mitproduziert, denn wo ein Gesetz oder eine Norm besteht kann das abweichende Verhalten oder die Kriminalität erst entstehen der ökonomische, soziale und kulturelle Wandel hat dazu geführt, dass die Möglichkeiten an von Kriminalitätswegen zugenommen hat--> Makroebene --> Globalisierung-->  Internet Delinquenz der soziale Wandel und die Gesellschaft bestimmen, was als abweichendes Verhalten be-stimmt wird, so wird etwas, was damals als abweichend empfunden wurde nun als legal be-stimmt (gleichgeschlechtliche Ehe) und was damals als legal galt, kann heutzutage abweichend sein (körperliche Sanktionierung der Kinder)
  • Bedeutung und Entwicklung von Kontrolle und Sanktionen 1. soziale Kontrolle • Normen verlieren ohne sozialen Kontrolleur (Familie, Lehrer) ihre Verbindlichkeit und ihren Normcharakter• kontrolliert wird: Verhalten, Einstellungen und Meinungen, private und öffentliche Räume, Kör-per• die soziale Kontrolle erfolgt durch die persönliche (Selbstkontrolle), informelle und formelle Kontrolle. Zusätzlich ist zu erwähnen, dass die Wirksamkeit der Kontrolle steigt, wenn der Kon-trolleur als Autorität wahrgenommen wird.• soziale Kontrollen können antizipatorisch erfolgen, in Form der Sozialisation, die Selbstkontrolle denkt in Handeln an den Kontrolleur oder polizeiliche Kontrolle an den Straßen• Kontrollinstitutionen: Polizei, Gericht, Sozialisationsinstanzen (Familie, Schule), Ämter, Anstal-ten
  • Bedeutung und Entwicklung von Kontrolle und Sanktionen 2. Disziplin und Selbstkontrolle • Die staatlichen Gruppen und Instanzen sind in der Regulierungsmöglichkeit der Zentralgewalt machtlos --> daher wird die Verhaltensregulierung staatlich gefördert, die eine moralische und sozialisatorisch verinnerlichte Verhaltensänderung bewirken soll, um die Störung der Ordnung zu verhindern.• Diese Verhaltensänderung soll durch eine (Selbst-)Erziehung zu ständigen Zurückhaltung in Form von Selbst- und Affektkontrolle stattfinden.
  • Bedeutung und Entwicklung von Kontrolle und Sanktionen 3. Sanktionen • positive Sanktionen kann als Belohnung oder Bekräftigung für konformes Verhalten • negative Sanktionen werden zur Bestrafung für abweichendes Verhalten verhängt • welche negativen Sanktionen gibt es? o Integrationsgeneralprävention-->Bestärkung der Konformität o Abschreckungsprävention-->Abschreckung bei d. Tendenz zur Delinquenz o negative Spezialprävention-->um weitere Regelbrücke abzuschrecken o positive Spezialprävention-->nach der Straftat soll eine Verhaltens- und Einstellungsän-derung stattfinden  Forschung: Abschreckungs- und Spezialpräventionen nicht sehr effektiv • Wer übt Sanktionen aus? o Informelle Instanzen-->Eltern, Peers o formelle Kontrolleure--> Polizisten, Richter, Schulleiter • Wirksamste Sanktionierung? o staatliche negative Sanktionierung--> Durch die öffentliche und folgenschwere Bestra-fung, werden „Zuschauer“ und „Täter“ zur Normeinhaltung eher bewegt
  • Bedeutung und Entwicklung von Kontrolle und Sanktionen 1. soziale Kontrolle 2. Disziplin und Selbstkontrolle 3. Sanktionen 4. Zivilisierung des staatlichen Strafens 5. Zur Resozialisierung durch Haftstrafen 6. Informelle statt formelle Sanktionen 7. Umkehr in der staatlichen Sanktionspolitik?
  • Bedeutung und Entwicklung von Kontrolle und Sanktionen 4. Zivilisierung des staatlichen Strafens: • staatliche Sanktionierung hat sich durch den sozialen Wandel zivilisiert -->eine Abkehr von der Körper zur Gefängnisstrafe • Übergang von stationärer zu ambulanten Strafen-->Geldstrafen • 1990 zu 1998 Steigerung der Haftstrafe von 150000 zu 200000• 95% sind junge Männer
  • Bedeutung und Entwicklung von Kontrolle und Sanktionen 5. Zur Resozialisierung durch Haftstrafen: • Haftstrafen haben ungünstige Legalprognose. Richterliche Vermutung: keine eigene Motivation zur Veränderung. o Haftzeit nur positive Entwicklung, wenn gleichzeitige positive soziale Einflüsse stattfin-den.o Risiko: Zukunftsangst, Perspektivlosigkeit, Drogensucht, soziale Isolierung-->kann eher zur erneuten Delinquenz führen• günstige Legalprognose bei Geldstrafe
  • Bedeutung und Entwicklung von Kontrolle und Sanktionen 6. Informelle statt formelle Sanktionen: • Abolitionismus: Veränderung der Strafhärte, indem die Strafe durch weniger folgenschwere Regelungen ersetzt werden, aber um das gleiche Ziel zu erreichen--> Abschaffung des Gefängnis)• Division: Absehen einer Strafverfolgung von Erststraftäter bzw. leichte bis mittelschwere Delik-te. Erzieherische Maßnahmen werden verhängt wie gemeinnütze Arbeit oder Täter-Opfer-Ausgleich. Zweck: Förderung der Resozialisierung und Entlastung der Gerichte von Bagatellfällen.
  • Abweichendes Verhalten als Verstoß gegen Ordnungen 7. Umkehr in der staatlichen Sanktionspolitik? • öffentliche Kriminalitätsdebatten verlangen eine Strafverschärfung bzw. eine Ausweitung von Sanktioneno Beispiele: Vorverlagerung des Strafmündigkeitsalters geschlossene Unterbringung von Strafunmündige Jugendliche• Tendenz zur USA: o Schutz der Gesellschaft durch Inhaftierung des Straftäterso 3 Chancen, jede Strafe härter als die davor 3. Strafe lebenslängliche Haft• weichere Sanktionen sind allerdings integrationsfreundlicher• moralisch stark tabuisierte Straftaten sollen härter bestraft werdenSexualdelikte
  • Wodurch wissen wir von delinquenten Verhalten? • Der wahre Umfang der Delinquenz kann nicht erfasst werden, da das Dunkelfeld weit größer ist als das Hellfeld und keine Daten liefert wie das Hellfeld • Eine Hellfeld Quelle ist die PKS (Polizeiliche Kriminalstatistik) o gibt es seit 1953 und ist bisher die einzige längsschnittquelle, die Kriminaldaten lieferto kann methodisch nur eingeschränkte Inhalte über die Kriminalität liefern. Diese Tatsache ist deshalb relevant, da ihre erfassten Daten die politischen Entscheidungen beeinflus-sen. Die Veröffentlichung der Daten führen zudem noch zur Kriminalitätsfurcht und zu einer bestimmten sicherheitspolitischen Vorstellungo Einschränkungen: 95% Anzeigedelikte, 5% von der Polizei selbst ermittelte Delik-tedadurch gibt es vom Delikt auch nur die Täterperspektive und nicht die polizeiliche. Angezeigt werden zusätzlich überwiegend schwere Verbrechen (überrepräsentiert) • Dunkelfeld:  o nur schwer zu erfassen, weil:o nur bestimmte Ausschnitte der Population Drogenabhängige (schwer erreichbar) o Selektive VerzerrungAufgrund von Scham oder Angst werden nicht alle Delikte preis-gegeben
  • Delinquentes Verhalten: ausgewählte Ergebnisse • seit Mitte der 90er Jahre stagniert die polizeilich registrierte Kriminalität• Deutschlandweit gehen die Straftaten leicht zurück: 1993-->6,75 Mio; 2006--> 6,3 Mioo einfacher Diebstahl 2006 2/5 (häufigsten Delikte) o Köperverletzungsdelikte 8/5%o von 2,8 Mio Tatverdächtige3/4 männlich • Mit dem Alter werden Sachbeschädigungen und einfache Delikte rückläufigo bis zum 14 Lebensjahr: 2/3 (absolute Mehrheit)o 25-40 Jahren: 1/5 (nimmt ab)o ab 60 Jahren: nimmt wieder zu• ab 18 Jahren nehmen zu: Drogen-, Vermögens-, Fälschungsdelikteo Drogendelikte 18-35 J. am größteno Vermögensdelikte nehmen mit dem Alter zu
  • Delinquentes Verhalten: ausgewählte Ergebnisse 1. Jugenddelinquenz im Hell- und Dunkelfeld • Jugendliche Tatverdächtige in den 90er Jahren sehr hoch, bis 2006 abnehmend• nur ein kleiner Teil der Jugendlichen wird kriminell• Jugendkriminalität als Passagergeht mit dem Alter zurück• Personen mit schlechter Ausbildung/soziale Lage sind überrepäsentiert• Die Jugendkriminalität ist zwar höher als die Erwachsenenkriminalität, dafür aber weniger schwerwiegend• Deutliche Zunahme von Drogen
  • Delinquentes Verhalten: ausgewählte Ergebnisse 2. Migrationskriminalität • Überrepräsentiert in Studien• Anzeigebereitschaft ist bei Migranten höher• größere Anteile an Jüngeren und Männern als delinquente Gruppe• Integrationsdefizite können Gründe für das Gewaltverhalten sein (Selbstwert, mangelnde Anerkennung)
  • Delinquentes Verhalten: ausgewählte Ergebnisse 3. Abweichendes Verhalten an Schulen Normverstöße lassen sich 3 Bereiche einteilen 1. abweichendes Verhalten aus der Sicht der Schule:• Unterrichtsstörungen• die Folgen der Unterrichtsstörung, den durch sie hat die Lehrkraft Schwierigkei-ten eine Unterrichtssituation herzustellen (Umdefinition der Situation--> jugend-liches Freizeitverhalten) 2. abweichendes Verhalten als eigenmächtige Abwesenheit vom Unterricht:• Schulschwänzen bis zum Schulverweigerung• SuS wollen sich von den konventionellen Anforderungen und Erwartungen der Gesellschaft entfernen• häufig Förderschulen für L, Hauptschüler, SuS mit Migrationshintergrund 3. Gewalt von gegen SuS und L• verbale Gewalt am häufigsten• physische Gewalt seltener und reziprok• Gewalt am häufgsten Haupt-, Berufs-, Fö.-Schulen L. am meisten männliche--> rück seit Ende 90er rückläufig
  • Wie lässt sich abweichendes Verhalten erklären? - Menschliches Handeln ist multifaktoriell bedingt- Theoretische Modelle (2 Ansätze)o Ätiologisch (Kausalitäten suchende) -> „These des geborenen Verbrechers“o nicht-ätiologisch bzw. interaktionistische Ansatz (Normanwendung betonende) -> „Etikettierungsansatz“ Chicago-School beinhaltet beide Ansätze- Erklärungen durch Betrachtung der verschiedenen Ebenen:o Mikroebene (Grund für Abweichung liegt auf individueller/psychologischer Ebene)o Makroebene (Lern-, Konflikttheorien -> Anomieansatz von Durkheim (bezieht sich auf die Gesellschaft))
  • Wie lässt sich die Entwicklung des abweichendes Verhalten erklären? - Menschliches Handeln ist multifaktoriell bedingt- Theoretische Modelle (2 Ansätze)o Ätiologisch (Kausalitäten suchende) -> „These des geborenen Verbrechers“o nicht-ätiologisch bzw. interaktionistische Ansatz (Normanwendung betonende) -> „Etikettierungsansatz“ Chicago-School beinhaltet beide Ansätze- Erklärungen durch Betrachtung der verschiedenen Ebenen:o Mikroebene (Grund für Abweichung liegt auf individueller/psychologischer Ebene)o Makroebene (Lern-, Konflikttheorien -> Anomieansatz von Durkheim (bezieht sich auf die Gesellschaft))
  • Wie lässt sich abweichendes Verhalten erklären? 1. Anomie- und Desintegrationstheorie (Ätiologische Theorien auf makrosoziologischer Ebene) - Anomie als Grund für abweichendes Verhalten als gesellschaftlicher Zustand nach Durkheim:o Anomie ist der Zustand von Norm- und Orientierungslosigkeit beim Handelno Anomie gibt es sowohl auf gesellschaftlicher, als auch auf individueller Ebeneo Durkheim meint, dass Anomie gefördert wird, durch eine Erosion der staatlichen Autorität  bisherige gesellschaftliche Hierarchien o -> Es kommt zu Ruhe- und Rastlosigkeit und daraufhin zu abweichendem Ver-halten - Diskrepanztheorie (Anomie auf Markoebene nach Merton)o Abweichendes Verhalten tritt aufgrund einer Kluft zwischen Anspruch (Wohl-stand) und Wirklichkeit (Mittel zur Zielerreichung) auf Wer eine Markenjacke haben will, sich diese aber nicht leisten kann, sucht sich andere Wege der Beschaffung (Diebstahl)- 5 Anpassungstypen der Ziel-Mittel-Diskrepanz: Konformität, Innovateur (krim. Normaltyp), Ritua-list, Rückzug, Rebellion - • Mit Beschränkung auf Ziele Wohlstand und Erfolg fehlt soz. Wandel - • Geht mit der Bedeutung der Ressourcen von schichtspezifischen Devianz- und Kriminalitätsraten aussoziale Ungleichheit; empirisch Alter/Geschlecht als zentrale Kategorien
  • Wie lässt sich abweichendes Verhalten erklären? 2. abweichendes Verhalten aus soziologischer Sicht - Anomie als Grund für abweichendes Verhalteno Anomie ist der Zustand von Norm- und Orientierungslosigkeit beim Handelno Anomie gibt es sowohl auf gesellschaftlicher, als auch auf individueller Ebeneo Durkheim meint, dass Anomie gefördert wird, durch eine Erosion der staatlichen Autorität  bisherige gesellschaftliche Hierarchien o -> Es kommt zu Ruhe- und Rastlosigkeit und daraufhin zu abweichendem Ver-halten - Diskrepanztheorieo Abweichendes Verhalten tritt aufgrund einer Kluft zwischen An-spruch(Wohlstand) und Wirklichkeit(Mittel zur Zielerreichung) auf Wer eine Markenjacke haben will, sich diese aber nicht leisten kann, sucht sich andere Wege der Beschaffung (Diebstahl)
  • Delinquentes Verhalten: ausgewählte Ergebnisse 3. Subkulturtheorie (ätiologisch, mikrosoziologisch) • ätiologisch, mikrosoziolo.- gesellschaftsweite anerkannte Normen und Werte werden in gesellschaftlichen Teilbe-reichen nach Religion/Schicht/Ethnie abweichende Normen/Werte gegenübergestellt- subkulturell geeignete Mittel verletzen oft allgemeine gesellschaftliche Normen -> SUBKULTURANSATZ (bezieht sich auf bestimmte Einstellungs- und Kompetenzerwar-tungen an junge Männer)o Ansatz ist aber nicht unumstritten, weil Unterstellte Homogenität einer Gruppe ist selten Jugendliche Vergemeinschaftungen weisen selten die nötige Stabilität auf Bezieht sich auf organisierte Kriminalität
  • Wie lässt sich abweichendes Verhalten erklären? 4 - Lern-/Assoziationstheorien (ätiologisch, mikrosoziologisch) • ätiolog. mikrosoziolo.- konformes und deviantes Verhalten wird erlernt  Verhalten ist das Produkt aus dem Lebensbereicho Beispiel: Eltern nehmen Drogen, dann ist Wahrscheinlichkeit größer, dass Kin-der auch Drogen nehmen- Negativ sanktioniertes Verhalten wird seltener, positiv sanktioniertes Verhalten häufi-ger gezeigt- deviantes Verhalten bei Personen entsteht laut Sutherland, wenn sie bei anderen Per-sonen sehen, dass deviantes Verhalten positive Folgen hat
  • Wie lässt sich abweichendes Verhalten erklären? 5 - Risikofaktoren aus der Sozialisation - Durch Sozialisation wird eine Person Mitglied von Gruppen bzw. der Gesellschaft- Dieser Prozess kann einerseits in eine Gesellschaft hinein, aber auch aus ihr heraus führen - primäre Sozialisation besonders wichtigo familiale Sozialisation beeinflusst Maß der Selbstkontrolleo Gewalt der Eltern zeigt Kindern, dass Gewalt ein Problemlöser ist Vor allem sozial schwächere Familien betroffeno Gewaltlose Erziehung mit Unterstützung und Rückhalt ist Schutzfaktor gegen Delinquenz
  • Wie lässt sich abweichendes Verhalten erklären? 6 - Labeling approach -> Perspektivwechsel  Abweicher wird durch die Kontrollinstanz zum Abweicher (gemacht) und nicht durch sein eigenes Verhalten keine Erklärung durch Ursachen von abweichenden Verhalten - Labeling = Norm wird auf Person angewendet (Etikettierung) o Expertenlabeling: Kriminalpsychologe sagt über jugendlichen Straftäter, er werde immer wieder Straftaten begehen ( wirksam)o Laienlabeling: Nachbar sagt das gleiche ( unwirksam)Gruppenmitgliedern, denen ein größeres Maß an Abweichung zugeschrieben wird, werden eher abweichende Motivationen unterstellt:- Beispiel: Ein langhaariger ungepflegter Mann wird eher das Schwarzfahren unterstellt, als einer älteren Dame.- Das Label „Vorbestrafter“ hat negative Auswirkungen auf das Karrieremodell -> Teil-habechancen an der Gesellschaft werden kleiner- Label abzustreifen ist schwierig (einmal Dieb, immer Dieb)- In den USA kann man im Internet abrufen, wer Kinder missbraucht hat (inklusive Wohnort)