Biologische Psychologie (Fach) / 5 - Das vegetative Nervensystem (Lektion)
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Diese Lektion wurde von jillian erstellt.
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- Vegetative Funktionen sind überlebenswichtig: wie Atmung, Kreislauf, Verdauung, Stoffwechsel, Drüsensekretion, Körpertemperatur und Fortpflanzung
- Vegetative Funktionen werden gesteuert durch 1) vegetative Nervensystem 2) endokrine System (Hormonsystem)
- Vegetative Funktionen und psychische Zustände - Körper und Seele lassen sich nicht trennen - Emotionstheorie der Neuzeit (William James und Carl Lange): körperliche Veränderungen haben eine zentrale Rolle für das Emotionserleben
- Funktionen des Vegetativen Nervensystems: - unterliegt nicht - meistens durch Einfluss auf - nervöse Steuerung von Herz, Lunge, Magen-Darm-Trakt, Gefäßen, Drüsen über Nervensignale => unterliegt nicht der willkürlichen Kontrolle => daher auch autonomes NS - Einfluss auf die glatte Muskulatur (im somatischen auf die quergestreifte)
- Was ist die Hauptfunktion des VN? Konstanthaltung des "inneren Milieus" --> Homöostase - Ausbalancieren des Gesamtzustands im Körper (extra und intrazelluläre Flüssigkeit, Herzfrequenz, Blutdruck etc.) - Rückkehr zu ausbalanciertem Zustand nach Störung des Gleichgewichts - Regulation über negative Rückmeldeschleifen: es findet ein fortlaufender Abgleich zwischen Ist- und Soll-Zustand statt => dieser ist aber meistens unbewusst
- Vegetatives NS und Bewusstsein => 2 Arten - nicht vollständig unabhängig von willkürlicher Beeinflussung und bewusster Wahrnehmung - wir können innere Organe bewusst wahrnehmen (Magenschmerzen, Atemnot etc.) - wir können vegetative Funktionen bewusst regulieren durch Biofeedback, dabei erhalten wir ein eigentlich unbewusstes Körpersignal zurückgemeldet über z.B. Bildschirm und können es so bewusst modifizieren
- 3 Teilsysteme des vegetativen Nervensystems Sympathikus Parasympathikus Darmnervensystem
- Sympathikus und Parasympathikus - besitzen - sind - es werden alle vegetativen Organe (Ausnahme) - Anteile sowohl im ZNS als auch im PNS - sind sehr weit verzweigt - es werden alle vegetativen Organe sowohl von Sympathikus als auch von Parasympathikus innerviert (mit Ausnahme der Blutgefäße und Schweißdrüsen)
- Sympathikus bei Dysfunktion - sorgt für Anpassung an Situationen mit einem erhöhten Energiebedraf bei z.B. Gefahr - es steigt Herzleistung, Blutdruck, Körpertemperatur, Pupillendurchmesser etc. => ergotrope Reaktionslage (fight or fligth) - bei Dysfunktion ist Überleben nur nicht in geschützter Umgebung möglich
- Parasympathikus - überwiegt in Phasen der Entspannung - Plusfrequenz runter, Verdauung rauf => rest and digest, trophotrophe Reaktionslage - dient der Regeneration und dem Auffüllen von Energiereserven
- Beispiel für Aktivität an einem Erfolgsorgan des S und P Pulsfrequenz: S Steigerung, P Senkung Musulus dilator pupillae: S Pupillenerweiterung Musculus sphincter pupillae: P Pupillenvererngung
- Zusammenwirken von Sympathikus und Parasympathikus - was bestimmt außerdem ihre Wirkung? - sie bilden einen - Systeme arbeiten eher zusammen als gegeneinander um optimale Anpassung an Situation zu ermöglichen (arbeiten oft Hand in Hand) - oft sind auch nur Teile eines Systems aktiv - Wirkungen werden nicht nur durch Innervation, sondern auch durch Rezeptortypen bestimmt, deren Anzahl an einem Effektor veränderlich ist - funktionellen Synergismus
- Bsp. für Hand in Hand von S und P: erhöhter Blutdruck Parasympathikus: lässt Herz langsamer schlagen, p-Aktivität geht rauf Sympathikus: lässt Kontraktionskraft des Herzebn nach, s-Aktivität geht runter
- Das Darmnervenssystem - wie viele Neurone - Zellkörper "Gehirn des Darms" - hat ca. 100.000 Neurone wie das Rückenmark - arbeitet weithgehend unabhängig vom übrigen Nervensystem - sind in Ganglien gebündelt vonm wo aus sich ein verzweigtes Netz von Fasern fortsetzt - regt die Muskulatur der Darmwände an, um den Darminhalt zu durchmischen und zu transportieren - steuert Absorptions und Sekretionsprozesse in Leber und Bauchspeicheldrüse
- Darmnervensystem und P&S Sympathikus und Parasympathikus beeinflussen Darmnervensystem dennoch: P wirkt hemmend und S wirkt erregend
- Zahl sensorischer Fasern im Darmnervensystem ist ca. 4x so groß wie die der effektorischen Fasern - diese geben Rückmeldung über Dehnungs- und Füllzustand des Darms sowie über die chemische Zusammensetzung der Nahrung
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- Unterschied der Verschaltung somatisches und vegetatives Nervensystem Somatisch: ZNS --> 1 Neuron --> Endorgan (nach Rückenmark nur Motoneuron) Vegtativ: ZNS --> 2 Neurone --> Endorgan (nach Rückenmark kommen immer noch 2 Neurone)
- Neurone nach ZNS im VN 1. Neuron = präganglionäres Neuron 2. Neuron = postganglionäres Neuron
- Periphere Anatomie des sympathischen Nervensystems alle Zellkörper der Präganglionären Neurone liegen im Seitenhorn des Rückenmarks von dort aus verlaufen die Nervenfasern über die Vorderwurzel Sie durchlaufen ALLE den Grenzstrang Ein Teil wird im Grenzstrang auf das postganglionäre Neuron umgeschaltet = paravertebrales Ganglion Ein Teil wird außerhalb des Grenzstrangs umgeschaltet = prävertebrales Ganglion
- Grenzstrang an beiden Seiten des Rückenmarks hier werden sympathische Zellen miteinander verbunden
- Wo liegen die Zellkörper präganglionärer sympathischer Fasern im Seitenhorn des Rückenmarks zw. Brust- (Thorakal) und Lendenmark (Lumbal) C8-L2
- Welche sympathische Innervierung entspringt dem Brustmark? Schädigungen können wozu führen? Hals, Kopf (Auge & Speicheldrüse) Schädigungen führen zu Fehlfunktionenen im Hals-/ Kopfbereich
- Periphere Anatomie des parasympathischen Nervensystems Zellkörper liegen im Seitenhorn des Rückenmakrs Fasern aus dem Hirnstamm verlaufen entlang der Hirnnerven 3, 9, 7 und 10 => ihre Ganglien liegen unmittelbar am Effektororgan Fasern aus dem Kreuzmark werden im Beckenbereich umgeschaltet => die postganglionären parasympathischen Neurone sind oft sehr kurz
- Entlang welcher Hirnnerven verlaufen die Fasern der parasympathischen Neurone? III/ 3. Hirnnerv: N. oculomotoris VII/ 7. Hirnnerv: N. facialis IX/ 9. Hirnnerv: N. glossopharyngeus X/ 10. Hirnnerv: N. vagus
- was ist der wichtigste parasympathische Nerv und welche Bereiche versorgt er? Der 10. Hirnnerv N. vagus er versorgt Hals, Brust, oberen Bauchbereich und Anfang des Dickdarms
- Was versorgen die Fasern des parasympathischen Systems die den Kreuzmark entspringen? Harnblase, Genitalbereich und die untere Anteile des Darms
- Nervenleitung im Sympathikus Nervenleitung im Parasympathikus präganglionär: dünn myelinisiert (B-Fasern, 20m/s) postganglionär: unmyelinisiert (C-Fasern, 1m/s) --> sehr lang präganglionär: dünn myelinisiert oder unmyelinisiert postganglionär: unmyelinisiert --> sehr kurz
- Varioskitäten wie viele? enthalten? Entfernung zum Muskeln kleine Verdickungen am Ende der Verzweigung der postganglionären unmyelinisierten Nervenfasern im vegetativen Nervensystem auf 1mm Axon kommen mehrere hundert Varioskitäten in der präsynaptischen Endigung enthalten sie Transmitterstoffe zur Übertragung auf die glatte Muskulatur die Entfernung zum Muskel ist große und daher können Trasmitter aus einer Varioskität mehrere Zellen erreichen => daher ist die Übertragung aber auch sehr langsam
- wofür sind Prozesse im VN optimiert für langsame und großflächig ablaufende Prozesse
- Transmitter im vegetativen Nervensystem: Sympathikus: prä zu post: Acetylcholin am nikotinergen Rezeptor post zu Endorgan: Noradrenalin am adrenergen Rezeptor Parasympathikus: prä zu post: Acetylcholin am nikotinergen Rezeptor post zu Endorgan: Acetylcholin am muskarinergen Rezeptor
- Was ist die Ausnahme der Transmitter im Sympathikus Schweißdrüsen werden postganglionär auch durch Acetylcholin innerviert!
- Sympathikusaktivität und Hormonwirkung wo, wohin? wie viel? Funktion? Der Sympathikus innerviert auch das Nebennierenmark, was zur Ausschüttung der Katecholamine Noradrenalin und Adrenalin ins Blut führt 20% Noradrenalin, 80% Adrenalin Adrenalin bindet am gleichen Rezeptor wie Noradrenalin (Adrenorezeptor) und verstärkt und verlängert dadurch die sympathische Wirkung Außerdem hat es auch Wirkung auf Zelltypen ohne direkt sympathische Innervierung
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- Die genaue Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin hängt ab von der Konzentration von NA und Adrenalin sowie von den vorhanden Rezeptortypen (z.B. haben alpha und beta Rezeptoren unterschiedliche Wirkungen)
- Beeinflussung vegetativer Funktionen durch Pharmaka im Sympathikus im Parasympathikus agonitische = dem Neurotransmitter entsprechende oder antagonistsiche = den Neurotransmitter entgegengesetzte Wirkung Sympathikus: ago= Sympathomimetika, antago= Sympatholytika Parasympathikus: ago= Parasympathomimetika, antago= Parasympatholytika => viele Pharmaka wirken aber nur an bestimmten Rezeptoren und somit ist eine Wirkung auf spezifische Organe möglich (z.B. ß1 nur an Herz, ß2 nur an Bronchien)
- viszeral die Eingeweide betreffend
- Viszerale Afferenzen - wo - was tun sie - wichtige Funktion bei vegetative Nerven erhalten auch Afferenzen => die Viszerozeption - bildet im VN aber nur 1 System (keine Unterscheidung zw. Sympathikus und Parasymp.) - diese sensorischen Zellen befinden sich in den Wänden innere Organe und Blutgefäße - sie geben Auskunft über Füllungs, Dehnungzustand sowie chemische Zusammensetzung und diesen der unbewussten Homöstase durch reflektorische Steuerung - wichtige Funktion bei der Entstehung von Emotionene
- Viszerale Schmerzen: - auf Rückenmarksebenen - Akupunktur - Aktivierung von Nociceptoren löst viszerale Schmerzen auf - z.B. bei starker Dehnung oder Kontraktion des Magen-Darm-Trakts - auf Rückenmarksebene konvergieren manchmal somatosensorische und viszerale Afferezen auf das selbe weiterleitende Neuron, so können viszerale Schmerzen als von der Oberfläche-kommend fehlinterpretiert werden - interaktion zw. viszeralen und somatosensorischen Afferezen u.a. auch für Effekte der Akupunktur verantwortlich
- Vegetative Reflexbögen - Afferenzen - Verschaltung zwischen vegetativen Afferenzen und Efferenzen auf Rückenmarksebene - haben immer mindestens 3 Synapsen 1) Afferenz zu Interneuron 1) Interneuron zu präganglionärem Neuron 3) präganglionärem zu postganglionärem Neuron => oft aber noch eine mehr durch Interneuron (Afferenzen können somatisch oder viszeral sein)
- Verschiedenen Formen und Funktionen vegetativer Reflexbögen 1. Homöostase/ negative Rückkopplungsschleife: z.B. intestinointestinaler Reflex. Dabei wird die Wirkung der efferenten vegetativen Neurone auf das Effektororgan überwacht 2. nozizeptive Afferenzen können auch mit somatosensorischen Efferenzen verknüpft sein: nozizeptive Afferenz hemmt z.B. sympathische Faser = Rötung der Haut (viszerookutaner Reflex) nozizeptive Afferenz Einfluss auf somatische Efferenz = Muskelverkrampfung (nicht vegetativ) (viserzosomatischer Reflex)
- Ruheaktivität vegetativer Neurone - vegetative Neurone zeigen Ruheaktivität zwischen 0,1-4Hz => Ruhetonus/ Gleichgewicht - von diesem Niveau aus kann die Aktivität steigen oder sinken - so kann ein Organ auch nur von einem System (z.B. Sympathikus) in beide Richtungen verändert werden
- Übergeordnete Kontrolle des vegetativen Nervensystems durch... Wie wird dieser Einfluss genommen? Hypothalamus als das wichtigeste Steuerzentrum vegetativer Funktionen (Schädigung = Tod) Einfluss über 1. Nervenbahnen zum Nucleus tractus soliatrii (in Medualla oblongata) und von dort über den Hirnstamm zu den präganglionären Neuronen 2. über hormonelle Signale über die Hypophyse
- Steuerung der vegetativen Funktionen jedoch auch über das "Central Autonomic Network" über rostrale ventralolaterale (RVL) Medulla oblongata Regestrierung der viszeralen Signale über viszerale Afferenzen übergeordnete Zentren koordinieren diese Signale mittels absteigener Bahnen (verschiedene Ursprungsorte und Transmitter) - serotoner, adrenerg, noradrenerg
- typische vegetative Begleiterscheinungen von Gefühlen Herzrasen, Blutdrucksteigerung, Magenverkrampfungen
- Querschnittslähmung - nach Durchtrennung des Rückenmarks zunächst spinaler Schock: es fallen alle vegetativen Reflexe die unterhalb der Durchtrennung sind aus - niedrige Ruheaktivität der sympathischen Fasern: Haut ist trocken und rosig - spinale somatosympathische Reflexe erholen sich mt der Zeit und das Rückenmark ist dann auch ohen übergeordneten Einfluss zu regulatorischer Steuerung fähig
