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Technisches Design (Fach) / Definitionen (Lektion)

Definitionen

Diese Lektion wurde von Robin93 erstellt.

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  • das Designte „das Designte“ ist derjenige Nutzwert oder diejenige Qualitäteiner Produktgestalt, die ihre Betätigbarkeit undBenutzbarkeit sowie ihre Sichtbarkeit und Erkennbarkeitdurch den Menschen (Käufer, Benutzer u.a.) beinhaltet.
  • das Designen „das Designen“ ist die Entwicklung (Konzeption, Entwurf undAusarbeitung) einer Produktgestalt im Rahmen einersystematischen und konstruktiven Produktentwicklung nachden Anforderungen der Betätigbarkeit und Benutzbarkeitsowie der Sichtbarkeit und Erkennbarkeit (Pflichtenheft).
  • Produkt bzw. Einzelprodukt (EP) ist definiert als das Paar P = (G,W), bestehend aus derProduktgestalt G und dem Gebrauchswert W. Produkte, diespeziell für eine Zwecksetzung gefertigt werden und die esdeshalb nur einmal in dieser Ausführung gibt, nennt manEinzelprodukt.
  • Produktprogramm (PP) ist definiert als PP (G1PP,..., GnppPP,W),wobei (GiPP,W)  Produkte gleicher Zwecksetzung von einemHersteller sind. Ein Produktprogramm besteht ausmindestens 2 Produkten gleicher Zwecksetzung nPP ≥ 2 Die Elemente eines Produktprogrammes nennt manProduktvarianten oder Designvarianten.
  • Gefallen Im Sinne der modernen Wertethik wird das Gefallen als„Werterlebnis“ oder „unmittelbare Werterfahrung“verstanden. Das Gefallen eines Produktes wird in direkterAbhängigkeit von seinem Teilnutzwert „Design“ verstanden
  • Gebrauchswert Der Gebrauchswert W der Gestalt G ist definiert als W = N/W wobei N der Nutzwert der Gestalt G ist und K die Kosten.Der Nutzwert N wird gebildet aus der Summe aller Teilnutzwerte n(A): N=∑n(A) = ∑ w(A) * g(A) Der Teilnutzwert n(A) ist hier definiert als Produkt aus demErfüllungsgrad w(A) der Anforderung A und demGewichtungsfaktor g(A) der Anforderung A.
  • Festanforderungen Unter Festanforderungen werden Anforderungenverstanden, die einen Wertebereich besitzen, der ausgenau einem Punkt besteht. Festanforderungen sind beiNichterfüllung Ausschlusskriterien für die Lösung. AlleFestanforderungen sind daher gleich wichtig.
  • Mindest- bzw. Bereichsanforderungen Alle von Festanforderungen verschiedenen Anforderungen,d.h. alle Anforderungen deren Mindestwert vom Höchstwertverschieden sind, heißen Mindest- bzw. Bereichsanforderungen.Bei Mindest- bzw. Bereichsanforderungen gibt esUnterschiede in der Wichtigkeit bzw. Gewichtung.
  • Erfüllungsgrad Den verschieden dimensionierten Istwerten werden durcheine Abbildungsvorschrift uA: WA→[1,4] vergleichbare Punkte–Zahlenwerte zugeordnet. Für eine Lösung ist der Erfüllungsgradw(A) dann der Wert, der von der Wertefunktion an demIstwert angenommen wird . Die Abbildung kann exakt durcheine Wertefunktion beschrieben werden.
  • (Gesamt-) Nutzwert Der (Gesamt–) Nutzwert N der Produktgestalt G ist N = ∑n(A)
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  • Gebrauch wird verstanden als die Ganzheit von Wahrnehmungen,Erkennungen und Verhalten des Menschen gegenübereinem Produkt. Die „Wahrnehmung“ erfolgt über die Menschlichen Sinne. Die „Erkennung“ betrifft die sich aus der Wahrnehmungergebenden Inhalte und Bedeutungen. Das „Verhalten“ kann unterteilt werden in die meist verbalgeäußerten Bezeichnungen und Bewertungen sowie in dieBetätigungs– und Benutzungsbewegungen.
  • Basisschema Gruppe I & Gruppe II Gruppe I – Organisation / Communication: LaptopPDA (Organizer)HandyTabletUhrGruppe II – Music / Pictures: tragbares RadiogerätMP3-PlayerDigitalkameraTragbarer MinifernseherVideokameraFotoapparat
  • Demografische und geografische Merkmale des Menschen AnzahlAlterGeschlechtKörperlicher ZustandNationalität und RasseAusbildungsgradBedienungshaltungBedienungsdauerBerufBedienungsortJahreszeit der Bedienung
  • Körpergrössen–Klassen nach DIN 33402-2 / 2005-01 1535 mm – kleine Frau (5% aller Frauen sind kleiner)1625 mm – mittelgroße Frau (50% aller Frauen sindkleiner bzw. größer)1650 mm – kleiner Mann (5% aller Männer sind kleiner)1720 mm – große Frau (5% aller Frauen sind größer)1750 mm – mittelgroßer Mann ( 50% aller Männer sindkleiner bzw. größer)1855 mm – großer Mann (5% aller Männer sind größer)
  • Körpergrößengruppen mit dem Leitmaß Körperhöhe Gruppe der kleinen Frauen:5 Perzentil Frau / 1535mm – 50 Perzentil Frau / 1625mm Gruppe der mittelgroßen Frauen:50 Perzentil Frau / 1625 mm – 95 Perzentil Frau / 1720mmGruppe der kleinen Männer:5 Perzentil Mann / 1650mm – 50 Perzentil Mann / 1750mmGruppe der großen Männer:50 Perzentil Mann / 1750 mm – 95 Perzentil Mann / 1855mm
  • Leitmaß für Länge, Korpulenz & Proportion Länge → Leitmaß: Körperhöhe Korpulenz → Leitmaß: TaillenumfangProportion → Leitmaß: Stammlänge
  • Maßarten (mit: Beispiel; Maßgebende Körpergrößen–Klasse) „inneres“ Maß        → Beinfreiraum, Türhöhe → große Person (+ Zuschlag) „äußeres“ Maß       → Greifraum → kleine Person „optimiertes“ Maß → Türgriff, Anordnung von Anzeigen und Stellteilen auf vertikalen                                          Flächen → 1. Schritt: Ableiten von der mittleren Körpergrößen                                          Klasse 2. Schritt: Überprüfen mit kleiner und großer Person                                              der Benutzergruppe; ggf. Korrektur Verstellbereich“    → Fußstütze, Sitzflächenhöhe → Kleine und große Person der                                               Benutzergruppe (zuzgl. evtl. Zuschlag für unterschiedliche                                                 Körperhaltungen)
  • Arbeitsplatz mit Mikroskop (Ausgangszustand; bessere Lösung) Ausgangszustand:  Die vorgezogene „Störkante“ erzwingt die vorgebeugte, ungünstige Körperhaltung Bessere Lösung: normale Sitzhaltungwechselnde Sitzhaltung möglich, da Einblickstelle 50 mm vor Tischkantegeringe Haltungsarbeit der Nackenmuskulatur. Der Blickwinkel 30° ist dem Blickwinkel 60° vorzuziehen
  • Sitz-Steh-Arbeitsplatz am Beispiel Montageband (Bessere Lösung) Bessere Lösung: Beinfreiraum größerFußauflage nach Bedarf verstellbarFußauflage ausreichend großTeilebehälter besser erreichbarBetriebsmittel im Griffbereich angeordnet
  • Psychografische Merkmale bzw. Werthaltungen oder Einstellungstypen des Menschen SicherheitstypMinimalaufwandstypLeistungstypTraditionstypPrestigetypNeuheitstypÄsthetiktypÖkologietyp
  • Ganzheitliche Beschreibung und Wechselwirkungen Beschreibung des Menschen immer ganzheitlich→Matrix, Kreuzung der demo– /geografischen und psychografischen Merkmalen;→ Häufigkeitsverteilung in der Bevölkerung;Rückschluss auf Verhaltensphänomene möglichBeispiele : - die Haltung - die Betätigungskräfte - die Anzahl der Betätigungselemente Für praktisches Design entscheidend:Zielgruppen, Einstellungstypen und Programmbreite bekannt.Einfache Designaufgabe bei bekannten Marktsegmenten und großer Variantenzahl. Schwierigste Designaufgabe ist eine Gestalt für alle (sog. Public Design, z.B. Bundesbahn!).
  • Kennzeichnung von Unternehmen nach ihrer Kundenorientierung Unterscheidung der Unternehmen nach Vollsortimenter und Teilsortimenter in Bezug auf– Programmbreite– Anzahl der Kundensegmente Unternehmens–Selbstverständnis findet sich in „Corporate–Identity“.
  • Corporate–Identity hebt Unternehmen heraus „Rolls–Royce–Bauer“„VW–Bauer“„Center of Excellence“„Branchen–Primus“„Branchen–Prominenz“„Branchen–Proletariat“„Creme“„Exquisit“„Fußvolk“„Maßschneider“/ „Konfektion“„Nobelfirma“/ „Billigladen“„Erste Technologie–Klasse“/„Grobschlosserei“„Progressives Unternehmen“ / „Traditionelles Unternehmen“„Innovationsführer“/ „Fast Follower“„Technologieführer“/ „Fast Follower“
  • Die Wahrnehmung von Produkten – Sehen– Hören– Schmecken– Riechen– Fühlen
  • Schmecken Geschmack = Zusammenwirken mehrere Sinne, hauptsächlich Geruchssinn bei „scharfem“ Geschmack werden z.B. Schmerznerven mitgereizt 4 Geschmackqualitäten:– süß– sauer– salzig– bitter sind in Mischempfindungen miteinander kombinierbar
  • Riechen Es können einige tausend Geruchsqualitäten differenziert werdenZusammengefasst in 6 Klassen sind das:– würzig (Pfeffer, Ingwer)– blumig (Jasmin)– fruchtig (Apfeläther)– harzig (Räucherharz)– faulig (Schwefelwasserstoff)– brenzlig (Teer)
  • Wahrnehmungsleistung Die Aufnahmegeschwindigkeit der Sinnesorgane Auge (visuelle Wahrnehmung) ca. 107 bit/sOhr (auditive Wahrnehmung) ca. 106 bit/sHaut (taktile/kinästhetische Wahrnmg.) ca. 4 * 105 bit/sGeruch (olfaktorische Wahrnehmung) ca. 20 bit/sGeschmack (gustatorische Wahrnmg.) ca. 13 bit/s
  • Wahrnehmungssicherheit Eine entfernungsbezogene Wahrnehmungsbedingung istdie so genannte Wahrnehmungssicherheit: Wahrnehmungssicherheit = Gefahrenabstand/ Anhalteweg ≥ 1
  • Die Erkennung von Produkten Erkennung zweckfreie, ästhetischeAnmutung und Qualitäten und / oder zweck– oder gebrauchsorientierte Informationenüber die Produkteigenschaften und dieProduktherkunf
  • Allg. Kategorien der Sichtbarkeit und Erkennbarkeit eines Produktes Sichtbarkeit: vollständig oder teilweise Produkteigenschaften: Zweck,Bedienung,Prinzip und Leistung, Material und Fertigung, Preis und Kosten, Zeit Produktherkunft: Hersteller, Händler oder Marke, Verwender Anmutung: aus der Art der Gestaltelemente, aus der Anzahl der Gestaltelemente, aus der Art der Gestaltordnungen, aus der Anzahl der Gestaltordnungen Formale Qualitäten: aus der Art der Gestaltelemente, aus der Anzahl der Gestaltelemente, aus der Art der Gestaltordnung, aus der Anzahl der Gestaltordnung
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  • Erkennung von Anmutungsqualitäten Unter Anmutungsqualitäten werden Erkennungsinhalte verstanden, die in assoziativen und ungenauen Bezeichnungen über die jeweilige Produktgestalt geäußert werden. Beispiel: warm oder kaltbarock oder spartanischknackig oder laschfließend oder gebrochenweich oder hartruhig oder unruhig u.v.a.m
  • Erkennung von formalen Gestaltqualitäten In dieser Gruppe an Erkennungsinhalten werden diejenige Bezeichnungen zusammengefasst, die sich aus der zweckfreien, ästhetischen Erkennung ergeben. Beispiel: rein oder unreingeordnet oder ungeordnet u.v.a.m
  • Bedeutungsprofil ist eine einstellungsorientierte Kombination und Rangfolgevon positiven und negativen Erkennungsinhalten einerGestalt. Das Bedeutungsprofil präzisiert damit einstellungstypischeDesigns durch die Betonung kennzeichnenderErkennungsinhalte. Beispiel:Leistungs(–typ)orientiertes Design, gekennzeichnet durchKraft, Stärke, Geschwindigkeit, Stabilität u.a.
  • Schönheit einer Produktgestalt ist: zweckfrei die Erkennbarkeit positiver Anmutungen und formaler Qualitäten zweck– oder gebrauchsorientiert die richtige Erkennbarkeit der Eigenschaften und der Herkunft eines Produktes.Die „Schönheit“ einer Produktgestalt ist damit aber nur eineKomponente ihres Designs.
  • Abgrenzung Schönheit zweckfreie „Schönheit“ mit der Erkennung von Anmutungen (Emotionales Design) gebrauchsorientierte „Schönheit“ mit der Erkennung eigenschafts– und herkunftsbezogener Informationen in der Psychologie über unterschiedliche Gefühlsreaktionen auf Personen, Gegenstände und Ereignisse.
  • Das Verhalten des Menschen (Betätigung und Benutzung) werden gebildet aus Bewegungen, die aufgrund bestimmter Wahrnehmungsarten und Erkennungsinhaltevon einer bestimmten Personin einer bestimmten Haltungin einer bestimmten Raumlage ausgeübt werden,um Kräfte mittels bestimmter Gliedmaßen oder Körperteile,in einer bestimmten Kopplungsart,und in einem bestimmten Ablaufauf ein oder mehrere Stellteile aufzubringen.
  • Einzelhandlung besteht aus der Bewegungsart und der Bewegungsdauer  
  • Handlungsablauf H besteht aus der Hintereinanderführung einzelnerEinzelhandlungen: H = h0…hn = (Art0,t0)…(Artn,tn) Gesamtdauer des Handlungsablaufes:                           ∑ti
  • Arbeitsblatt zur Ermittlung zul. Kräfte des Hand–Finger–Systems (Formel) Fzul = kA * kB * kC * kD * Fmax Fzul = Zulässige KraftkA = Faktor für Alter und GeschlechtkB = Faktor für TrainiertheitkC = Faktor für Häufigkeit der dynamischen KraftanstrengungenkD = Faktor für Haltedauer bei statischer Kraftanstrengung (bei dynamischer Kraftanstrengung kD = 1,0)Fmax = Maximalkraft (s. entsprechendes Datenblatt / Ablaufplan) 
  • Bewegungsarten Die Betätigungs– und Benutzungsbewegungen desMenschen werden beschrieben durch 5 Bewegungsarten: • Drehen• Drücken• Schieben• Schwenken• Ziehen
  • Belastung des Menschen Für die Belastung des Menschen durch das Betätigen undBenutzen eines Produktes gilt: Statische Belastungen Schwere dynamische Belastungen Einseitige dynamische Belastungen
  • Die Produktgestalt Unter einer Produktgestalt (Abkürzung „Gestalt“) wird imfolgenden ein dreidimensionales und materiales Gebildeverstanden, das beschriftet, farbig, geformt und mit einemAufbau versehen ist.
  • Untergliederung der Gestalt in Teilgestalten Produkt-Gestalt —Aufbau A —Form Fo —Farbe Fa —Grafik Gr
  • Teilgestalt Aufbau Die Teilgestalt Aufbau oder Gestaltaufbau ist die Abstraktionder Gestalt ohne Grafik, Farbe und Form.  Dreidimensionale Aufbauelemente einer Gestalt sind:• Funktionsgestalt (d.h. Funktionselemente und Baugruppen)• Interfacegestalt (d.h. Steuerung und Bedienung)• Tragwerksgestalt (d.h. Tragwerk und Verkleidung)
  • Teilgestalt Form Die Teilgestalt Form oder Gestaltform ist die Gesamtheitaller unfarbigen Formen der aufgebauten undunbeschrifteten Gestalt.
  • Teilgestalt Farbe Die Teilgestalt Farbe oder Gestaltfarbe ist die mit Farben(Ton, Helligkeit, Sättigungsgrad und Oberfläche) verseheneForm der aufgebauten und unbeschrifteten Gestalt.
  • Teilgestalt Grafik Die Teilgestalt Grafik oder Gestaltgrafik sind alle farbigen,grafischen Zeichen auf der farbigen, geformten undaufgebauten Gestalt.
  • Definition der Produktgestalt und deren Ordnungen Aufbau: Haupt–Symmetrien, Haupt–Proportionen, Anordnungen/ Gestaltstyp Form: Teil–Symmetrien, Teil–Proportionen, Form–Zentrierung, Form–Kontrast Farbe: Farb–Kontraste, Oberflächen–Kontraste Grafik: Grafische, Symmetrien, Grafische Proportionen
  • Definition der Produktgestalt und deren Elemente AufbauFunktionsbaugruppen, Anzeigen und Stellteile, Tragwerke und Verkleidungen einschließlich ihrer Anordnung FormWirkflächen, Bedienungsformen, Fertigungsformen der Aufbauelemente FarbeFarbton, Helligkeit und Sättigung, Textur der Aufbauelemente GrafikBeschriftung, Ziffern, Piktogramme auf den Aufbauelementen
  • Ästhetisches Maß nach Birkhof Ästhetisches Maß nach Birkhof M = OG / K = Ordnungsgrad / Komplexität Ordnungsgrad = Anzahl der Ordnungen x Artenzahl der OrdnungenKomplexität = Anzahl der Elemente x Artenzahl der Elemente(Gestalthöhe)