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Allgemeine Psychologie B (Fach) / 08. Weitere Formen von Lernen (Lektion)

Modell-Lernen Handlungs-Effekt Lernen ...

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  • 01. Latentes Lernen Gibt es Lernen, das sich nciht sofort im Verhalten niederschlägt? →  Latentes Lernen Behavioristische Auffassung: Psychologie soll beobachtbares Verhalten untersuchen: es gibt keine kognitiven Prozesse, die ziwschen Stimulus und Reaktion liegen  Edward C. Tolman: Menschen und Tiere sind aktive Lerner Lernen ist kognitiv Gelerntes zeigt sich gegebenenfalls erst später
  • 02. Latentes Lernen: Tolman's klassische Labyrinth-Experimente Tolman (1930) 3 Gruppen von Tieren: nie Futter in der Zielbox immer Futter in der Zielbox ab 11. Tag Futter in der Zielbox Bis zum 11. Tag machen die Mäuse von Gruppe 1 und 3 sehr viele Fehler, die Fehlerrate der Gruppe 2 sinkt deutlich schneller Ab dem 11. Tag sinkt die Fehlerrate von Gruppe 3 drastisch auf unter das Niveau der Gruppe 2! Es hat latentes Lernen stattgefunden: Die Mäuse kannten den richtigen Weg bereits, es gab nur keinen Anreiz schnell zum Ziel zu kommen
  • 03. Latentes Lernen: Zielboxen mit Wasser und Futter Spence & Lippitt (1946)Startbox führt zu einem "Raum" in dem es zwei Abzweigungen gibt: Eine führt zu Wasser, eine andere zu Futter TrainingRatten oder was auch immer sind weder hungrig noch durstig.Sobald sie eine Zielbox erreichen kommen sie zurück in den Heimatkäfig zu den anderen Tieren Test Gruppe A (hungrig): biegt häufig in Richtung Essen ab Gruppe B (durstig): biegt häufig in Richtung Wassen ab → haben also gelernt, wo sich was befindet. Wendeten das gelernt allerdings erst an als sie es benötigten, davor konnte kein Lernprozess beobachtet werden
  • 04. Latentes Lernen: Zusammenfassung Organismen scheinen auch ohne driekte Änderung des Verhaltens zu lernen ("Änderung des Verhaltenpotenzials") erst wenn die Umstände oder Motivlage die Umsetzung des gelernten sinnvoll erscheinen lassen, zeigt es sich gegebenenfalls im Verhalten
  • 05. Weitere Form des assoziativen Lernens: Handlungs-Effekt-Lernen Was ist eine Handlung? traditionelle sensomotorische Sichtweise: Wahrnehmung →  Reaktionsauswahl → Motorische Prozesse Psychologie:"zielgerichtete Bewegung"benötigt also ein HandlungszielBewegung → Ergebnis/Effekt (unmittelbar) →  Folgen (mittelbar)
  • 06. Handlungs-Effekt Lernen: Experimente Elsner & Hommel (2001) Lernphase (free-choice)Probanden lernen zunächst, dass Handlungen zu besimmten Effekten führen.Linke Taste →  Tiefer TonRecht Taste →  Hoher Ton Testphase (forced-choice)Anschließend werden diese Effekte als Stimuli benutzt Gruppe 1: Drücke Links bei Tiefem Ton und Rechts bei hohen Ton (wie gelernt) Gruppe 2: Drücke Links bei hohen Ton und Rechts bei tiefen Ton (vertausch) Gruppe 2 war natürlich langsamer Testphase (free-choice)Hier durften die Probanden wählen welche Taste sie drücken wenn sie einen Ton hören.Suprise, sie haben öfter konsistent zum gelernten gedrückt als inkonsistent
  • 07. Modell-Lernen Modell-Lernen:Lernprozesse, die auf der Beobachtung von (menschlichen) Vorbildern basieren Tritt auch bei Tieren auf: Affen zeigen stellvertretende KonditionierungSie zeigen eine Angstreaktion auf einen Stimulus, bei dem sie zuvor beobachtet haben, dass andere Affen sich davor erschrecken Tauben die beobachten wie andere Tauben für ein bestimmtes Verhalten belohnt werden, zeigen ähnliches Verhalten spielt eine wichtige Rolle in der menschlcihen Ontogenese Grundlage für die Debatte über Gewaltszenen in den Medien und deren Folgen hier werden zwei Formen des Modell-Lernens besprochen: Imitation sozial-kognitive Lerntheorie (Bandura)
  • 08. Modell-Lernen: Imitation Imitation = mehr oder weniger sofortiges Zeigen einer beobachteten Verhaltensweise unterstützt durch sogenannte Spiegelneurone? Meltzoff & Moore (1977) führten zwei Experimente mit wenige Wochen alte Säuglinge durch Ein Modell führte den Babys drei verschiedene Gesichtsausdrücke vor (Mund öffnen, Zunge rausstrecken, Kussmund) Die Babys zeigten immer den Gesichtsausdruck sehr stark, der gerade vom Modell vorgeführt wird, ahmen das Modell also nach "Matching" von visueller und propriorzeptiver Information(abstract representational system)
  • 09. Modell-Lernen: Imitation II Spielt nur die beobachtete Kinematik ein Rolle oder auch das Ziel der Bewegung an sich? 18 Monate alte Babys imitieren das Ziel einer Handlung, nicht die beobachtete Kinematik an sich "Motor Priming"Wahrnehmung einer Bewegung bahnt automatisch die korrespondierende motorische Repräsentation. (Brass et al., 2002) Liepelt et al. (2008)???direct matching (Motor Priming) can be modulated top down by the observers interpretation of the observed situation. The Observer does not have do intend doing so
  • 11. Modell-Lernen: Sozial-kognitive Lerntheorie (Bandura) auch generelle Schlüsse über lohnenswerte Verhaltensweisen können über Beobachtung gelernt werden Klassisches "Bobo-Doll" Experiment: 66 Kinder sahen ein Video, in dem ein Erwachsener Aggressionen gegenüber einer Puppe zeigt Kinder wurden in drei Gruppen eingeteilt A: Modell belohnt für Verhalten B: Modell bestraft für Verhalten C: keine Konsequenzen für Modell A und C zeigen spontan mehr aggressive Verhaltensweisen gegenüber der Puppe als B wenn Imitation belohnt wird verschwinden die Gruppenunterschiede → auch in B wurde also etwas gelernt
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  • 10. Modell-Lernen: Sozial-kognitive Lerntheorie (Bandura) Nach Bandura gibt es zwei Abschnitte des Modell-Lernens Aneignungsphase Aufmerksamkeitszuwendung: Modell muss beachtet werden Behaltensphase    Ausführungsphase Motorische Reproduktion Verstärkungs- und Motivationsphase: Ausführung nur dann, wenn es dem Beobachter sinnvoll erscheint
  • 12. Modell-Lernen: Beobachtungslernen und Handlungstendenzen die Beobachtung einer Handlung löst entsprechende Handlungstendenzen im Beobachter aus. Reicht das Beobachten von Handlungs-Effekt Beziehungen aus um solche zu lernen? →  Ja da.... Paulus et al. (2011): gleiches Experiment wie bei Elsner & Hommel (2001) Probanden beobachteten in der Lernphase nur und führten sie nicht selbst aus Sie wurden also indirekt mit der Kombination von Taste und Tonhöhe vertraut gemacht In der Testphase war die Tastenkombination dann wieder kongruent und inkongruent Probanden waren in der inkongruenten Bedingung wieder langsamer, obwohl sie es noch nie selbst gemacht haben
  • 13. Lernpsychologie - Überblick Habituation - Single Event Learning Traditionelle Formen des assoziativen Lernens Klassisches Konditionieren (Pavlov) Operantes Konditionieren (Thorndike/Skinner) Weitere Formen des Lernens Latentes Lernen Handlungs-Effekt-Lernen Modell-Lernen