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Allgemeine Psychologie B (Fach) / 05. Klassische Konditionierung III (Lektion)

Was wird gelernt? S-S oder S-R Lernen?

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  • 01. S-R Lernen oder S-S Lernen? S-R LernenUS → UR CS → URStimulus-Reaktions Assoziation; CS löst CR (= UR) aus S-S LernenUS → UR CS → US → UR Stimulus-Stimulus Assoziation; CS kündigt US an Die Reflextradition besagt eine S-R Assoziation, neuere Befunde legen jedoch eine S-S Assoziation nahe. Evidenz von...
  • 02. S-S oder S-R? Sensorisches Vorkodieren 1. Phase: Ein neutrales Reiz (NS1) wird, geflogt von einem anderen neutralem Reiz (NS2), dargeboten 2. Phase: NS2 wird mit einem US verknüpft und löst eine CR aus. Er ist somit nun CS1 3. Phase: löst der NS1 nun eine CR aus, da er mit CS1 assoziiert ist? S-S Lernen: Werden die Reize selbst miteinander gepaart so sollte NS1 die CR auslösen: NS1 → CS1(NS2) → US → CR S-R Lernen: Werden Reize mit Reaktionen gepaart, so sollte der NS1 keine Reaktion auslösen, da er mit keiner assoziiert ist. Brogden, W. J. (1939) 1. Phase: Glockenton (NS1) + Lichtblitz (NS2) 2. Phase: Gruppe 1 Strom bei CS = NS1, Gruppe 2 Strom bei CS = NS2,20 x pro Tag bis 100% Vermeidungsverhalten (CR) 3.Phase: 20 unverstärkte Durchgänge pro Tag bis 0% CR mit dem anderen Reiz → S-S Lernen
  • 03. S-S oder S-R: Konditionierung 2. Ordnung Konditionieren 2. Ordnung: Zunächst wird CS mit US gepaart bis CR entsteht. Dann ein NS mit CS. Anschließend wird überprüft ob NS CR auslöst. Reihenfolge der Phasen ist im Vergleich zu sensorischem Vorkonditionieren vertauscht. Falls NS eine CR auslöst kann dies sowohl für S-S also auch S-R sprechen, da beide Schema dasselbe vorhersagen Lösung: Umkonditionierung 2. OrdnungSchema auf Folie 4/10 anschauen. Der CS1 wird in der 3. Phase mit einem Stromschlag statt Futter umkonditioniert. Löst CS2 nun auch Furchtreaktion aus (S-S Lernen)? oder ist CS2 noch immer an den Speichelfluss gekoppelt (S-R Lernen)? → CS2 löst Speichelfluss aus! Sensorisches Vorkonditionieren: S-S LernenUmkonditionieren 2. Ordnung: S-R Lernen
  • 04. S-S oder S-R: Kondtionieren 2. Ordnung Rescorlas Tauben Probanden: Tauben CS1 = Licht; CS2 = Ton; US = Futter; UR/CR = Picken T1/ T2: zwei aufleuchtende Tasten Phase 1: CS1 + US → CR               CS2 + US → CR Phase 2: konsistente Bedingung: T1 + CS1 → CR bzw. T2 + CS2 → CR inkonsistente Bedingung: T1 + CS1 || T1 + CS2 || T2 + CS1 || T2 + CS2 Geht man von S-R Lernen aus sollten die Tauben in den Bedingungen gleich schnell lernen, da gleich viele Assoziationen hergestellt werden müssen wie in der konsistenten Bedingung. In beiden Bedingungen müssten nur 2 Paarungen gelernt werdenGeht man von S-S Lernen aus sollten sie in der inkonsistenten Bedingung langsamer Lernen, da hier 4 Paarungen statt 2 gelernt werden müssen. Ergebnis: Lernen in der konsistenten Bedingung schneller, Evidenz für S-S Lernen
  • 06. S-S oder S-R: Autoshaing bei visuellem, nicht bei auditivem Reiz Rescorla 1980 Autoshaping:Konditionierung, bei der die bedingte Reaktion nicht durch eine Belohnung oder Bestrafung verstärkt wurde sondern eine veränderte instinktive Reaktion auf einige Stimuli zur Folge hat Phase 1: CSTon + USFutter → keine CR Phase 2: CSvisuell + CSTon → CR (Picken) Bei SR Lernen hätte eine Assoziation zwischen CS und CR gelernt werden müssen, also dass auf CSauditiv kein Picken erfolgt Beim SS Lernen wird eine Assoziation von CSauditiv und USFutter gelernt. Bei der Darbietung von CSvisuell und CSauditiv löst dann diese Assoziation die bedingt Reaktion, das Picken aus. → Beweis für SS-Lernen
  • 05. S-S oder S-R: Das Entwertungsparadigma Im Entwertungsparadigma wird der US "entwertet" nachdem die klassische Konditionierung stattgefunden hat. Holland & Rescorla (1975): hungrige Ratten als Probanden CS = Ton, US = Futter CR = erhöhte Aktivität in Reaktion auf CS Gruppe 1: nach dem Lernen hatten die Ratten unbeschränkten Zugang zu Futter → satt → EntwertungGruppe 2: kein unbeschränkter Zugang nach der Lernphase → hungrig Löst CS noch immer eine erhöhte Aktivität aus? Ergebnis:Bei den satten Ratten wurde keine CR mehr ausgelöst. Dies spricht für eine SS Assoziation. Wenn nämlich SR lernen vorliegen würde, so hätten die sattten Ratten die CR trotzdem gezeigt, ob sie nun nötig ist oder nicht.Wenn die Ratten aber gelernt haben, das der CS Futter ankündigt ist klar, waum die satten keine Reaktion zeigen.
  • 07. Konditionierte Inhibition: Was wird gelernt? Inhibition geschieht immer auf Kosten einer auslösenden Assoziation  Ein Reiz muss den US ankündigen, damit ein anderer Reiz das ausbleiben vom US ankündigen kann (konditionierte Inhibition)  Konditionierte Inhibition muss bestehende auslösende Assoziation modifizieren  Es gibt drei mögliche Angriffspunkte, an denen der inhibierende Reiz ansetzen könnte: A: unterdrückt das Auslösen der CR (kaum Evidenz vorhanden)B: unterdrückt die Intensität des USC: unterdrückt die auslösende Assoziation zwischen CS und US
  • 08. Die konditionierte Reaktion CR: Eine nähere Beleuchtung Beim S-R Lernen wird CS-UR gelernt, also kann CR nicct wesentlich von UR abweichen, da CS den Reaktionsauslöser US lediglich ablöst. Beim S-S Lernen hingegen wird die Assoziation CS-US gelernt. CR weicht immer dann von UR ab, wenn adaptives Verhalten als Vorbereitung auf US von UR abweicht. CR = Vorbereitung auf US (adaptives Verhalten) CR kann UR stark ähnlern, z.B. bei Pavlovs Hund (sabbern in beiden Fällen) CR kann von UR abweichen, z.B. Ratten (erhöhte Aktivität bei CR) CR kann sich unterscheiden, je nachdem welcher CS verwendet wird, z.B RattenBei Licht gehen sie zur Futterquelle, bei einem Ton erhöhte Aktivität CR kann UR entgegenwirken, z.B. bei einem Stromschlag: CR = gesenkte Herzfrequenz, UR = erhöhte Herzfrequenz CR die das Gegenteil von der UR sind... Toleranzentwicklung Toleranz: Wirkung einer Droge lässt mit der Zeit nach Immer größere Mengen werden benötigt, um Effekte zu erzielen → nur Adaption? Der Organismus strebt eine Homöostase (Gleichgewichtszustand) an. CS (z.B. Umgebung) lösen eine Gegenreaktion als CR aus. Kommen dann die erwarteten Drogen, so bleibt das Gleichgewicht erhalten. Problem: Kein CS → keine Gegenregulation → volle Drogenwirkung →Überdosis
  • 09. Klassisches Konditionieren: Fazit Die Pavlov'sche Reflex-Tradition besagt, dass der CS den US über Kontiguität ersetzt und so gilt CS →R statt US →R inzwischen gibt es viel Evidenz für das S-S Lernen, wofür Kontiguität weder hinreichend noch notwendig ist. neuere Erklärungsansätze betonen kognitivistische Begriffe wie Antizipation und Aufmerksamkeit und messen dem Informationsgehalt (Kontingenz) des CS für den US entscheidende Bedeutung bei.
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