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Allgemeine Psychologie B (Fach) / 02. Lernen: Habituierung (Lektion)
Abgrenzung zu Adaption und Ermüdung
Untersuchungen
Erholung
Zusätzlicher Reiz
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- 01. Habituierung: Definition habituell: zur Gewohnheit geworden Lernprozess, der zur Folge hat, dass ein Reiz zur Gewohnheit wird ein Individuum wird wiederholt einem Reiz ausgesetzt, der sich als unbedeutend erweist Die Reaktion auf den Reiz (z.B. Schreck- oder Orientierungreaktion) nimmt mit wiederholter Darbietung ab Wird der Reiz eine Zeit lang nicht präsentiert, so nimmt die Reaktionsbereitschaft wieder zu: recovery from habituation
- 02. Habituierung: Abgrenzung zu Adaption und Ermüdung Adaption: Passiert in den Sinnesrezeptoren, welche an den Reiz adaptieren Ermüdung: Passiert in den Motorneuronen, welche durch die ständigen Reaktionen ermüden Habituierung: Passiert in den Interneuronen Abgrenzung beruht die Abnahme der Reaktion auf Adaption oder Ermüdung, so erholt sich die Reaktion nur bei einer Ruhepause Tritt eine Erholung der Reaktion ohne Ruhepause ein, so geht das auf eine Dishabituierung zurück
- 04. Habituierung: Techniken der Dishabituierung neuer Reiz zusätzlich zum habituierten Reiz Änderung im habituierten Reiz: Coolide effectHahn will das alte Huhn nicht mehr, aber das neue Huhn ist wieder interessant Änderung der Umstände (context) der HabituierungHahn und Huhn werden in einen neuen Stall gesetzt
- 03. Habituierung: Untersuchung der Habituierung Hoffman & Fleshler (1964) Eine Maus befindet sich in einem Käfig auf Stahlfedern. Die Reaktionsintensität der Schreckreaktion wird durch die Auslenkung der Stahlfedern gemessen Ergebnis: Nach einigen Durchgängen schwächt die Schreckreaktion der Maus ab→ Habituierung
- 06. Habituierung: Habituierung und Erholung Marlin & Miller (1981) Eine Ratte befindet sich in einem Käfig. Ein lauter Ton wird in regelmäßigen Abständen präsentiert. Die Schreckreaktion nimmt immer mehr ab. Derselbe Versuch wird am nächsten Tag noch einmal durchgeführt. Die Schreck reaktion nimmt nun schneller ab. Erklärung Ermüdung könnte die Spontanerholung am 2. Tag erklären. Auch Adaption wäre möglich, da die Ratte durch die lauten Töne schlechter hören könnte. Aber die schnellere Abnahme der Schreckreaktion am 2. Tag spricht für einen Lernprozess und somit für die Habituation
- 07. Habituierung: Dishabituierung durch zusätzlichen Reiz Groves & Thompson (1970) Versuchsaufbau2 Gruppen von Ratten bekommen bekamen 14 mal einen Ton präsentiert und habituierten.Experimentalgruppe: Blitzlicht und anschließend ein TonKontrollgruppe: Nur Ton Ergebnis: Bei der Experimentalgruppe ging die Schreckreaktion deutlich hoch, nahm aber in den nächsten Durchgängen wieder sehr schnell ab Erklärung: Es kann sich bei dem Rückgang der Schreckreaktion nicht um Ermündung oder Adaption handeln, da die Ratten in dem Dishabituierungsdurchgang eine robuste Schreckreaktion zeigten. → Habituierung
- 05. Habituierung: Bedingungen Stimulusintensität: Davis & Wagner (1968) → Folien Intensitätsverlauf: Davis & Wagner (1969) Versuchsaufbau4 Gruppen von Ratten wurden jeweils 750x Töne in verschiedener Laustärke präsentiert1. Gruppe: konstant 120 dB2. Gruppe: konstant 100 dB3. Gruppe: aufsteigend von 83 - 118 dB4. Gruppe: gemischt 83 - 118 dB nach dem 750. Ton wurden alle Gruppen eine, 120dB Ton ausgesetzt und ihre Schreckreaktion gemessen Ergebnis: Gruppe 1: keine erhöhte ReaktionGruppe 3: keine erhöhte ReaktionGruppe 2 & 4: starke Schreckreaktion (Dishabituation) Generelles Ergebnis: Je intensiver der Reiz, desto langsamer und schwächer die HabituierungJe vorhersagbarer der Reiz, desto stärker der Habituationseffekt
- 08. Habituierung: Zugrunde liegende Mechanismen Gedächtnistheorie von Wagner Organismen lernen bzw. reagieren nur bei unerwarteten Reizen sind Reize im KZG aktiviert, so sind sie nicht überraschend KZG repräsentiert Information im BewusstseinAktivierung durch selbsterzeugte oder abruferzeugte Bahnung Dual process theory (Groves & Thompson 1970) 1. Prozess: S-R Bahnung, deren Stärke mit wiederholter Reizdarbietung abnimmt2. Prozess: allgemeine Sensibilisierung des Zustandsystems, die mit wiederholter Reizdarbietung abnimmt. Je größer die Reizintensität, desto stärker die Sensibilisierung Diese Sensibilisierung habituiert Die Summer beider gegenläufiger Tendenzen bestimmt das Verhalten
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