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Traumatologie (Fach) / Klausur 17.10 (Lektion)
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- Epidemiologie ACG-Sprengung - sehr häufige Verletzung - sturzbedingte Verletzung (über Fahradlenker, Skatesturz)
- Klassifikation Claviculafraktur - Frakturen des mittleren Drittels (ca. 80%) - Frakturen des medialen Drittels (5%) - Frakturen des lateralen Drittels (15%) -> Typ 1: lateral des Lig. coracoclaviculare -> Typ 2: im Bereich des Lig. coracoclaviculare -> Typ 3: medial des Lig. coracoclaviculare
- Klinik Claviculafraktur - schmerzhafte Beweglichkeit im Schultergelenk - medialer Hochstand der Clavicula -> Zug M. sternocleidomastoideus - Verkürzung Abstand zw. Acromion und Sternum -> Zug M. pectoralis major - Stufenbildung bei Palpation, evtl. Krepitation - Schmerzschonhaltung - selten Begleitverletzung Nerven (Plexus brachialis) o. Gefäßen (A. subclavia)
- Komplitkationen Claviculafraktur - Verletzung A. und V. subclavia - Verletzung von Nerven - Pleuraverletzungen/ Pleuraerguss - Pseudoarthrosenbildung
- Prognose ACG-Sprengung - je nach Schweregrad - gute Prognose mit funktionsfähiger Schulter
- Symptome Schulterluxation - Beweglichkeitseinschränkung - veränderte Schulterform
- Therapie ACG-Sprengung - Tossy I -> konservative Behandlung - Tossy II -> sowohl konservativ als auch operativ möglich - Tossy III ->operativ (Schraubenosteosyn., Hakenplatte) - adäquate Schmerztherapie
- Therapie Claviculafraktur KONSERVATIV - Mehrzahl der Fälle -> Rucksackverband - tgl. Kontrolle in ersten Wochen - ggf. Nachspannen des Verbandes, Kontrolle Nerven/ Gefäße - 3-4 Wochen, Kinder kürzer - Wichtig: frühe Schultermobilisation, je nach Schmerz OPERATIV Indikationen: dislozierte Frakturen -> Gefahr der Durchspießung - begleitende Gefäß-Nerven-Verletzungen - Gelenknahe Frakturen mit Bandrupturen (Jäger/ Breitner Typ 2) - meist kombinierte Plattenosteosyn. - Zugschraubenosteosyn. bei Frkturen des medialen Drittels - Hakenplatten bei lateralen Frakturen
- Therapie Schulterluxation - Ruhigstellung des Armes - lokale Kühlung - Ausschluss Fraktur -> geschlossene Repostition - bei langer Transportzeit -> Notfallreposition ohne Röntgenkontrolle, ggf. in Kurznarkose - Reposition nach Hippokrates (Zug am gestreckten Arm, Fuß in der Achselhöhle) - Reposition nach Arlt (Zug mit Stuhllehne als Widerlager) - Reposition nach Kocher (Arm per Adduktion mit Ellenbogen an den Körper und Außenrotation und Elevation des Armes) - nach Reposition Ruhigstellung des Armes (Gilchrist/ Desault) für 1-3 Wochen - OP- Indikation: bei misslungener geschlossener Reposition - Gefäßnervenschäden - Hill-Sachs-Läsion - Bankartläsion (Abriss des knorpeligen Labrum glenoidale inferius der Gelenkspfanne)
- Ursachen ACG-Sprengung - unphysiologische Bewegungen des Gelenkes - Sturz über den Fahrradlenker - Inlineskaten - Schlag, schweres Gewicht auf das Gelenk
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- Ursachen Claviculafraktur - direkt -> relativ geringe Gewalteinwirkung (Schlag. Stoß, Gurtverletzung bei VU) auf das Schlüsselbein - indirekt -> Sturz auf die Schulter oder ausgestrekchten Arm mit Rotation
- distale Radiusfraktur Definition - häufigster Knochenbruch beim Menschen - gelenksnaher Bruch des Radius (loco typico) - Extensionsfraktur Typ Colles -> mit Achsenabweichung des distalen Fragmentes zur Streckseite - Flexionsfraktur smith fracture ->mit Abweichung zur Beugeseite, deutlich seltener - gemische Frakturen -> meist nach dorsal disloziert mit Y-förmigen Bruchlinien
- distale Radiusfraktur Ursache -Extensionsfraktur -> Sturz auf das nach oben gestreckte Handgelenk - Flexionsfraktur -> Sturz auf das gebeugte Handgelenk
- distale Radiusfraktur Symptome Extensionsfraktur -> Gelenkfläche nach dorsal (Gabelrückenstellung), ulnarer Vorschub (Bajonettstellung) Flexionsfraktur -> Neigung der Gelenkfläche nach volar (meist irreponibel, instabil) Dislokationsgefahr
- distale Radiusfraktur Nebenverletzungen - Abriss des Processus styloideus ulnae - Medianuskompression im Karpaltunnel
- distale Radiusfraktur Therapie KONSERVATIV Reposition I -> mit dorsalem Druck und Fixierung mit dorsaler Gipsschiene Reposition II -> horizontaler Zug (Ellenbogen fixiert, Handgelek über Hypomochlion gelagert), Kombination von dorsalem Druck mit Zug am Daumen nach volar-radial, dorsale Gipsschiene, Röntgenkontrolle Reposition III -> vertikaler Dauerzug (Aushängen) mit Daumenzug über sog. Mädchenfänger und Gewicht von ca. 5-10 kg am Oberarm über ca. 15 - 30 Minuten, unter zug Anlegen des Gipses Nachbehandlung sog. Gipskontrolle am Folgetag mit Kontrolle der Zirkulation und Motilität - weitere Kontrollen nach bestimmten Schema zB 4/10/20 Tag - aktive Bewegung von Fingern, Ellenbogen- und Schultergelenk während der ganzen Dauer - Gipsfixation je nach Frakturtyp zwischen 4 -7 Wochen - nach Gipsabnahme aktive Bewegungstherapie Komplikationen sekundäre Dislokation - Druckschäden mit peripherer Zirkulationsstörung - Sudecksche Dystrophie -> bes. bei vielen Repositionsmanöverm (Durchblutungsstörung, Ödeme, Hautveränderungen, Schmerzen, Funktionseinschränkung) OPERATIV Indikation offene Fraktur - Innervations- und Zirkulationsstörung - irreponible und instabile Fraktur zB Flexionsfraktur - extreme Trümmerfrakturen operative Verfahren perkutane Spickdrahtfixierung mit Gipsverband - Plattenosteosynthese bes. bei Flexionsfraktur - Spongiosaplastik bei Knochendefekten - Extensionssysteme (Fixateur externe) bei Trümmerbrüchen
- Scaphoidfraktur Definition - häufigste Form der Handwurzelfraktur (75%) - wird leicht übersehen, da primär oft nur Fissur - bei nicht sicherem Frakturnachweis nach Distorsion, erneute Röntgenkontrolle in ca. 3 Wochen - schlechte Heilungsneigung, bei körperferner Durchblutung - nicht erkannter Bruch kann zur Arbeitsunfähigkeit führen
- Scaphoidfraktur Ursache - durch Sturz auf die nach hinten überstreckte, dorsalextendierte hand mit Aufprall auf die radiale Hälfte
- Scaphoidfraktur Einteilung - nach Lokalisation in distale, mittlere und proximale Fraktur - nach dem Bruchlinienverlauf zur Scaphoidachse in horizontal-schräg, transversal, vertikal-schräge und mobil
- Scaphoidfraktur Diagnostik - Druckschmerz in der Foveola radialis (Tabatiere) - Daumenbeweglichkeit reduziert - Schmerz bei axialer Kompression des Daumes - Druck auf das Tuberculum ossis scaphoidei bei gestrecktem und radialwärts gehaltenem Handgelenk - Röntgen der Handwurzel in 4 Ebenen - ggf. CT
- Scaphoidfraktur Therapie operative Therapie - erschraubung des Kahnbeins mit Kompression der Fragmente (spezielle Schraube mit 2 verschiedenen Gewinden) - Spongiosaplastik oder Knochenspan aus Beckenkamm bei Pseudarthrose (Matti-Russe Plastik) Komplikation - ausbleibende Bruchheilung mit Pseudarthrosenbildung
- Beckenringfraktur Definition - Knochenbruch im Bereich des Beckens, der die Integrität des Beckengürtels unterbricht - relativ selten - im Alter als einfache Abrissfraktur häufiger - Ursache ist schwere Gewalteinwirkung - häufig bei Polytraumata - Verkehrsunfälle, Sturz aus großer Höhe
- Beckenringfraktur Klinik - Hämatom inguinal und perineal - evtl Beckenasymmetrie - starke Schmerzen - Blutung aus dem After - Urethrariss
- Beckenringfraktur Komplikationen - abdominelle Begleitverletzungen - Harnblase, Harnröhrenverletzungen - Darmperforation - Schädigung des N. ischiadicus - Verletzung der Iliakalgefäße - Verletzung von A. und V. femoralis - Hämorrhagischer Schock
- Beckenringfraktur Diagnostik - Kompressions- und Stauchungsschmerz des Beckens - Röntgen (Beckenübersicht, Ala- und Obturator-Aufnahme) - CT-Abdomen, Becken - Sonographie des Abdomens
- Beckenringfraktur Klassifikation Typ A -> stabile Beckenringfraktur (vorderer Beckenring, Abrissfraktur, Beckenschaufel) Typ B -> teilweise instabile Beckenringfraktur (nicht rotationsstabil, vorderes Aufklappen) Typ C -> komplette Instabilität des Beckenrings, wenn mit Symphysensprengung -> Malgaigne Fraktur
- Beckenringfraktur Therapie Typ A -> meist konservativ mit Bettruhe für 2 Wochen Typ B/C -> in der Regel operative Therapie mit Plattenosteosynthese, bei schweren instabilen Frakturen erste Stabilisierung mit Beckenzwinge oder Fix. ext.