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Traumatologie (Fach) / Schultergürtel (Lektion)

Scapulafraktur, Claviculafraktur, ACG-Sprengung, Schultergelenk, Rotatorenmanschettenruptur, Impingement,

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  • Bestandteile der Scapula - Obergrätengrube und Untergrätengrube (Fossa supra/- infraspinata) - Schulterhöhe (Acromion) - Schulterblattgräte (Spina scapulae) - Rabenschnabelfortsatz (Processus coracoideus) - Glenoid
  • Definition Scapulafraktur -> Fraktur des Schulterblattes
  • Verletzungsmechanismus Scapulafraktur - meist im Rahmen ausgiebiger Verletzungen im Bereich des Schultergelenkes - bei Polytraumata
  • Einteilung Scapulafraktur KORPUSFRAKTUR -> Fraktur des Scapulablattes FORTSATZFRAKTUR -> Frakturen im Bereich der Spina scapulae, Acromion, Processus coracoideus KOLLUMFRAKTUR -> Frakturen des Collum scapulae, evtl mit Claviculafraktur GELENKFRAKTUR -> Frakturen mit Gelenkflächenbeteiligung
  • Klinik Scapulafraktur - Schmerz - Bewegungseinschränkung - Hämatom - deformierte Schulterkontur - ggf.: Begleitverletzungen von Nerven und Gefäßen 
  • Diagnostik Scapulafraktur  Röntgen -> Scapula ap, Scapula axial, Scapula tangential - CT oder MRT zur Gelenkflächenbeurteilung - RÖ-Thorax
  • Therapie Scapulafraktur KONSERVATIV - gering disloziert + gute Repositionstendenz -> Ruhigstellung im Desault-Verband - nach wenigen Tagen aktive Mobilisierung -> Schultersteifheit -bei Halsfrakturen -> Abduktionsorthesen + Gipsverbände zur initialen Ruhigstellung - frühzeitige aktive Mobilisierung anstreben OPERATIV bei: dislozierten Frakturen mit Gelenkbeteiligung, Kombinationsverletzungen mit Beteiligung mehrerer Scapulaanteile Schraubenosteosyn. -> Glenoidfraktur Zuggurtungsosteosyn.-> Collumfraktur Plattenosteosyn.-> Corpusfraktur VERLAUF - komplexe Frakturen häufig langwiereger Heilungsverlauf  - Therapieerfolg entscheidend aus Zusammenspiel von Behandlung der Fraktur und Physiotherapie - Residuen mit funktioneller Beeinträchtigung nicht selten
  • Definition Claviculafraktur - Fraktur des Schlüsselbeins - häufige Fraktur des Menschen
  • Ursachen Claviculafraktur - direkt -> relativ geringe Gewalteinwirkung (Schlag. Stoß, Gurtverletzung bei VU) auf das Schlüsselbein - indirekt -> Sturz auf die Schulter oder ausgestrekchten Arm mit Rotation
  • Besonderheit Claviculafraktur - häufigstes Geburtstrauma - besonders bei erschwerter Entwicklung der Schulter
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  • Klinik Claviculafraktur - schmerzhafte Beweglichkeit im Schultergelenk - medialer Hochstand der Clavicula -> Zug M. sternocleidomastoideus - Verkürzung Abstand zw. Acromion und Sternum -> Zug M. pectoralis major - Stufenbildung bei Palpation, evtl. Krepitation - Schmerzschonhaltung - selten Begleitverletzung Nerven (Plexus brachialis) o. Gefäßen (A. subclavia)
  • Diagnostik Claviculafraktur Röntgen -> Schulter und Clavicula in ap, tangentiale Clavicula -Unterscheidung: instabile, dislozierte (mit Gelenkbeteiligung) von stabilen (ohne Gelenkbeteiligung) Frakturen
  • Klassifikation Claviculafraktur - Frakturen des mittleren Drittels (ca. 80%) - Frakturen des medialen Drittels (5%) - Frakturen des lateralen Drittels (15%)      -> Typ 1: lateral des Lig. coracoclaviculare      -> Typ 2: im Bereich des Lig. coracoclaviculare      -> Typ 3: medial des Lig. coracoclaviculare
  • Therapie Claviculafraktur KONSERVATIV - Mehrzahl der Fälle -> Rucksackverband - tgl. Kontrolle in ersten Wochen - ggf. Nachspannen des Verbandes, Kontrolle Nerven/ Gefäße - 3-4 Wochen, Kinder kürzer - Wichtig: frühe Schultermobilisation, je nach Schmerz OPERATIV Indikationen: dislozierte Frakturen -> Gefahr der Durchspießung - begleitende Gefäß-Nerven-Verletzungen - Gelenknahe Frakturen mit Bandrupturen (Jäger/ Breitner Typ 2) - meist kombinierte Plattenosteosyn. - Zugschraubenosteosyn. bei Frkturen des medialen Drittels - Hakenplatten bei lateralen Frakturen
  • Komplitkationen Claviculafraktur - Verletzung A. und V. subclavia - Verletzung von Nerven - Pleuraverletzungen/ Pleuraerguss - Pseudoarthrosenbildung
  • Definition Acromioclavicularsprengung - AC-Gelenk = Verbindung zwischen Clavicula und Acromion der Scapula - Verletzung des Bandapparates des AC-Gelenks - Fehlstellung und Dysfunktion des Gelenkes -Breite des Gelenkspaltes kann sehr variieren - traumatische Läsion ab einer Breite von mehr als 8mm
  • Anatomie ACG-Sprengung - Gelenkkapsel des ACG wird durch verschiedene Bänder verstärkt, die eine Luxation unter Belastung verhindern - Lig. acromioclaviculare - Lig. coracoclaviculare - Lig. trapezoideum - Lig. conoideum
  • Epidemiologie ACG-Sprengung - sehr häufige Verletzung - sturzbedingte Verletzung (über Fahradlenker, Skatesturz)
  • Ursachen ACG-Sprengung - unphysiologische Bewegungen des Gelenkes - Sturz über den Fahrradlenker - Inlineskaten - Schlag, schweres Gewicht auf das Gelenk
  • Diagnostik ACG-Sprengung - beide Schultern in Form und Rundung identisch -> Gelenk intakt - Schmerzen - keinen normale Armbeweglichkeit - Hochstand der distalen Clavicula, bei völliger Sprengung Röntgen: Schultergürtel in ap - Wasserträgeraufnahme (mit Gewichten, verbreiterte Gelenkspalt wird deutlcih sichtbar)
  • Einteilung ACG-Sprengung - drei Schweregrade nach Tossy Tossy I -> Dehnung oder Teileinriss des acromioclavicularen Bandes Tossy II -> Dehnung der coracoclavicularen Bänder zusätzlich Tossy III -> Ruptur aller Bänder des ACG
  • Therapie ACG-Sprengung - Tossy I -> konservative Behandlung - Tossy II -> sowohl konservativ als auch operativ möglich - Tossy III ->operativ (Schraubenosteosyn., Hakenplatte) - adäquate Schmerztherapie
  • Prognose ACG-Sprengung - je nach Schweregrad - gute Prognose mit funktionsfähiger Schulter
  • Definition Schulterluxation - Ausrenkung des Schultergelenkes - eine der häufigsten Luxationen großer Gelenke - unfallbedingt (traumatische Luxation)  oder anlagebedingt (habituelle Luxation)
  • Symptome Schulterluxation - Beweglichkeitseinschränkung - veränderte Schulterform
  • Diagnostik Schulterluxation klinischer Befund: tastbare leere Gelenkpfanne - veränderte Schulterform Röntgen der Schulter in zwei Ebenen -> bei chronischer Luxation: Hill-Sachs-Läsion (Impression am Humeruskopf durch den Druck der Gelenkpfanne bei Luxation)
  • Therapie Schulterluxation - Ruhigstellung des Armes - lokale Kühlung - Ausschluss Fraktur -> geschlossene Repostition - bei langer Transportzeit -> Notfallreposition ohne Röntgenkontrolle, ggf. in Kurznarkose - Reposition nach Hippokrates (Zug am gestreckten Arm, Fuß in der Achselhöhle) - Reposition nach Arlt (Zug mit Stuhllehne als Widerlager) - Reposition nach Kocher (Arm per Adduktion mit Ellenbogen an den Körper und Außenrotation und Elevation des Armes) - nach Reposition Ruhigstellung des Armes (Gilchrist/ Desault) für 1-3 Wochen - OP- Indikation: bei misslungener geschlossener Reposition - Gefäßnervenschäden - Hill-Sachs-Läsion - Bankartläsion (Abriss des knorpeligen Labrum glenoidale inferius der Gelenkspfanne)
  • Definition Rotatorenmanschettenruptur - eine oder mehrere Sehnen der vier Muskeln der Rotatorenmanschette verletzt oder gerissen - Rotatorenmanschette = Muskelgruppe im Schultergelenk - evtl. zusätzlich Verletzung von Bändern im Bereich der Schultergelenks (Pulleyläsion) - evtl. begleitende Schäden an der langen Bizepssehne (LBS-Läsion)
  • Muskeln der Rotatorenmanschette - vier Muskeln und deren Sehnen bilden die Rotatorenmanschette - M. supraspinatus (Obergrätenmuskel) - M. infraspinatus (Untergrätenmuskel) - M. teres minos (kleiner runder Armmuskel) - M. subscapularis (Unterschulterblattmuskel) -> am häufigsten Sehne des M. supraspinatus betroffen
  • Funktion Rotatorenmanschette - seitliche Anheben des Armes + Drehbewegungen des Oberarmkopfes - zentrierung des Oberarmkopfes in der Schulterpfanne - Steigerung der Gelenkstabilität
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  • Epidemiologie Rotatorenmanschettenruptur - Junge und ältere Menschen betroffen - gehäuft im mittleren und höheren Lebesalter - eine der häufigsten Ursachen für Schulterschmerzen
  • Ursachen Rotatorenmanschettenruptur jüngere Patienten -> Verletzungen (Stürze), gelegentlich knöcherner Ausriss eines Sehnenanteils ältere Patienten -> degenerative Vorschädigung - Bagatelltraumen reich aus, um Einrisse oder Totalrisse zu verursachen - Engpasssyndrom unterhalb des Schulterdaches kann Entstehung begünstigen 
  • Symptome Rotatorenmanschettenruptur kleine Risse, Teilrupturen -> Pat. vorerst beschwerdefrei mitunter auch bei kleinen Rupturen Ruheschmerz, wie auch bei Bewegung Schmerzne häufig seitlich am oberen Oberarm abgegeben Nachtschmerz
  • Diagnose Rotatorenmanschettenruptur Anamnese Funktionstest der Schulter Röntgen MRT mit KM
  • Therapie Rotatorenmanschettenruptur KONSERVATIV - Therapieversuch bes. bei kleineren Rissen - intensive Physiotherapie - physikalishce Therapie -> muskelaufbauende Übungen + Schulterblattstabilisationstraining - Verlaufskontrolle mit US oder MRT -> Risse haben Tendenz an Größe zuzunehmen - ggf. Operation - besteht Totalruptur zu lange -> Schädigung des Muskels -> verschlechterung der Prognose auch nach OP OPERATIV - arthroskopische Sehnenreinsertation mit Sehnenanker am Humeruskopf - große Risse o. retrahierte Muskulatur -> Muskeltransposition
  • Definition Impingement Syndrom = Engpasssyndrom - schmerzhafte Einklemmung von Sehnen oder Gelenkkapselanteilen (Weichteilen) innerhalb des Gelenkspaltes - Sehnen können nicht mehr uneingeschränkt im Gelenkspalt gleiten -> degenerative Veränderungen mit eingeschränkter Beweglichkeit des Gelenks zwei Formen: -> primäre Outlet-Impingement Syndrom: Veränderung der knöchernen Strukturen, wie Knochensporn oder zu stark geneigtes Knochendach -> Sekundäre Non-Outlet Impingement Syndrom: Folge einer anderen Erkrankung oder Verletzung mit Gelenkspaltverkleinerung wie Bursitis oder Schäden an Sehnen oder Muskeln
  • Pathogenese Impingement Syndrom Subacromiales IS: Engpasssyndrom - Einklemmung und Reizung der Rotatorenmanschettensehnen unter dem Acromion und der Bursa subacromialis - bei Abduktion Bewegungsschmerz durch Verkleinerung des subacromialen Raum
  • Diagnostik Impingement Syndrom - klinische Impingement Prüfung -> Schmerzen bei Abduktion zwischen 60° und 120° - besonders bei 80° und 90° bei gleichzeitiger Innenrotation - selten hohes Impingement zwischen 120° und 180°
  • Therapie Impingement Syndrom - Lokalanästhetika in den subacromialen Raum - Kältetherapie im Akutstadium - im weiteren Verlauf Wärmetherapie - Muskeltraining - Schulterbandagen -> richtige Position des Humeruskopfes - Muskelaufbau nicht erfolgreich --> operativer Eingriff mit arthroskopischer subacromialen Dekompression (ASD)