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Psychologie (Fach) / Behaviorismus (Lektion)

Behaviorismus

Diese Lektion wurde von FidanB erstellt.

Lektion lernen

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  • Zentrale Aussagen: Verhalten ist fast ausschließlich durch Lernen und Erfahrungen geprägt.
  • Zentrale Aussagen 2  Psychologie ist nur dann wirklich wissenschaftlich, wenn sie sich mit einem Gegenstand beschäftigt, der eindeutig reliabel und objektiv messbar ist.  Messung von sichtbarem und beobachtbarem Verhalten
  • Skinner lehnte den Begriff Skinner lehnte den Begriff „Persönlichkeit“ ab, dadamit innere Gründe für Verhalten angenommen wurde.  The mentalistic problem can be avoided by going directly to the prior physical causes while bypassing intermediate feelings or states of mind. (Skinner, 1974)  Ablehnung von Persönlichkeitstheorien zur Erklärung von Verhalten:
  • Prinzipien der frühen Lernthorien 1.Ziel: Beschreibung, Erklärung und Vorhersage von Verhalten.2.Die Aneignung, Aufrechterhaltung und Ausübung von Verhalten wird durch Lernvorgänge mit klar definierten Prozessen gesteuert. 3.Lernprinzipien sind universell und gelten für Mensch und Tier. 4.Innere Prozesse eignen sich nicht für das Beschreiben, Erklären und Vorhersagen menschlichen Verhaltens, weil sie einer Beobachtung und Manipulation nicht zugänglich sind. Die Lerntheorien hatten den Anspruch, nicht nur auf einzelne Bereiche wie die Persönlichkeit oder die menschliche Entwicklung anwendbar zu sein, sondern auf alles, was den Menschen ausmacht.
  • Intrapsychischen Ursache Intrapsychischen Ursachen sind ungeeignet für Verhaltenserklärungen.  „Persönlichkeit ist nichts anderes als das Endprodukt unserer Gewohnheitssysteme.“(Watson, 1997).
  • Formen des Lernens -Klassische Konditionierung -Habituation - Generalisierung-Operante Konditionierung Modelllernen
  • Lernformen: klassische Konditionierung  Der kleine Albert (Watson) UCS = Schlag mit einem Hammer auf einen Amboss UR = Angst und Weinen des Kindes CS = ein Kaninchen Albert entwickelte eine Phobie vor Kaninchen• Generalisierung Albert entwickelte nicht nur eine Phobie vor Kaninchen sondern auch vor Mäusen, Pelzen und sogar dem sehr vollen Haar seiner Mutter Gegenteil ist Reizdiskrimination
  • Lernformen operante Konditionierung Entscheidend für die Auftretenshäufigkeit eines Verhaltens ist die Reaktion auf das, bzw. das Ergebnis dieses Verhaltens:
  • Umgang mit Verstärker  Primäre vs. Sekundäre Verstärker Primäre Verstärker wirken unmittelbar und befriedigen direkt biologische Bedürfnisse (z.B. Essen oder Trinken).  Sekundäre Verstärker sind ursprünglich neutral und werden erst durch Lernerfahrungen zu Verstärkern (z.B. Geld, Geschenke, Auszeichnungen, nette Worte).  Generalisierte Verstärker  Verstärker, die nicht auf einen bestimmten motivationalen Zustand begrenzt sind, sondern global wirken (z.B. Geld)
  • Auswirkungen sozialer Verstärker Eine sehr starke Form der Verstärkung ist soziale Zuwendung oder Beachtung  Schmerzpatient erfährt Zuwendung und Mitleid für sein Leiden (positive Verstärkung)  Patient zeigt häufiger Schmerzen oder es fehlt an der Motivation etwas am Zustand zu ändern.  Beispiel Doctor-Shopping: Patient erfährt Zuwendung beim Arzt (positive Verstärkung)  Patient geht schon mit kleineren Symptomen zum Arzt oder sucht mehrere Ärzte auf.
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  • Lernformen: operante Konditionierung  Wichtig: Die Verstärkung sollte möglichst zeitnah erfolgen: Je schneller die Konsequenz auf das Verhalten folgt desto stärker ist die Wirkung  Beispiel Rauchen: nahe Konsequenz der Suchtbefriedigung ist stärker wirksam als ferne Konsequenz des wahrscheinlichen Krebstodes  Falsche Kontingenzen: Wenn Konsequenz zu lange auf sich warten lässt, wird sie evtl. mit einem ganz anderen Ereignis verknüpft das zeitlich näher lag  Zufällige Verstärkung bei Tauben führte zu eigenartigem Verhalten.
  • Differenzierte Reiz-Reaktion Muster  Verstärker wirken kaum für alle Menschen auf die gleiche Weise:  Dieselbe Konsequenz kann als Belohnung oder Bestrafung wirken.  Ein Lob durch eine Person, die man nicht mag, wird die Auftretenswahrscheinlichkeit des Verhaltens nicht erhöhen.  Ein Zugang zum individuellen Wert von Verstärkern oder zum Gefühl der Bestrafung wird zumeist erst durch Lernprozesse erworben.  Nur durch das Setzen individuell bedeutsamer Konsequenzen kann Verhalten gezielt auf- oder abgebaut werden.  Achtung: Verstärker haben einen Einfluss auf die Motivation (s. Deci & Ryan).
  • Differenzierte Reiz-Reaktion Muster 2  Persönlichkeitseigenschaft „Aberglauben“: Manche Menschen tragen z.B. immer die gleiche Kleidung in Prüfungen oder Vermeiden den Kontakt mit schwarzen Katzen.  Skinner konnte 1951 das gleiche Verhalten bei Tauben erzeugen:  Die Tiere wurden nach dem Zufallsprinzip gefüttert.  Einige Tiere wiederholten immer die gleichen Bewegungen (drehen um die eigene Achse, auf einem Bein stehen), die sie mit dem Futter in Zusammenhang brachten  Nach Skinner machen die unterschiedlichen Verstärkerbedingungen die Verschiedenartigkeit der Menschen aus.
  • Konditionieren von Einstellung  Experiment zur Politische Wahlsprüchen   VPs bewerten politische Wahlsprüche hinsichtlich ihrer eigenen Zustimmung  Drei Bedingungen: Bewertung erfolgte beim kostenlosen MittagessenBewertung erfolgte während unangenehme Gerüche zu riechen waren.Bewertung erfolgte im neutralen SettingJe nach Bedingung unterscheidet sich die Einstellung hinsichtlich der Wahlsprüchen.
  • Kultur als Lernumgebung   Nach Skinner werden alle Verhaltensweisen ausschließlich durch unterschiedliche und differenzierte Verstärker erlernt.  Skinner definiert jede Kultur als ein besonderes Set an Verstärkern, dass bestimmtes Verhalten unterstützt bzw. hemmt. „ A culture is very much like the experimental space used in the analysis of behavior. Both are sets of contingencies of reinforcement. A child is born into a culture as an organism is placed in an experimental space.“ (Skinner, 1971)
  • Beobachtunglernen  Der klassische Versuch:   Kinder beobachten auf einem Monitor einen Erwachsenen, wie er aggressiv mit einer Puppe umging (anschreien, schlagen)  Als die Kinder dann selbstständig die Gelegenheit bekamen mit der Puppe zu spielen, zeigten sie mehr aggressives Verhalten, wenn das Modell ebenfalls aggressiv war.
  • Modelllernen und Konditionierung  In einem weiteren Experiment unterteilte Bandura (1965) die Kinder in drei Gruppen:   Die erste Gruppe sah einen Film in dem das Modell aggressiv gegenüber einer Puppe war und anschließend belohnt wurde  Die zweite Gruppe sah einen Film in dem das Modell aggressiv gegenüber einer Puppe war und anschließend bestraft wurde  Die dritte Gruppe sah einen Film in dem das Modell aggressiv gegenüber einer Puppe war und anschließend keine Konsequenzen gezeigt wurden.
  • Modelllernen und Konditionierung 2  Als abhängige Variable wurde folgende Verhaltensweisen gemessen: das spontane Verhalten der Kinder in einer ähnlichen Situation.das Verhalten der Kinder, wenn sie aufgefordert wurden, das Modell nachzuahmen und dabei eine Belohung erhielten, je mehr Verhalten sie nachahmen konnten. (Positive Verstärkung)
  • Ergebnisse   Mädchen zeigten insgesamt weniger aggressives Verhalten  Egal ob das Modellverhalten verstärkt, bestraft oder ohne Konsequenz blieb, haben alle Gruppen das aggressive Verhalten gelernt und konnten es wiederholen   Spontan wurde das aggressive Verhalten von den Kindern nur dann unterbunden, wenn das Modell vorher bestraft wurde. In den beiden anderen Bedingungen zeigten sie das Verhalten gleich häufig.
  • Einflussfaktoren beim Modelllernen  Aufmerksamkeit beim Zuschauen Merkmale des Modells Merkmale des gezeigten Verhalten Merkmale des Zuschauers  Einprägung   Findet eine bildliche, verbale Verarbeitung statt?  Kann der Zuschauer ein mentales Modell der Verhaltensweise bilden?  Fähigkeiten Sind die Fähigkeiten für die Nachahmung (vollständig) vorhanden?  Nachahmung Belohnung oder Bestrafung des Modells Belohnung oder Bestrafung des Zuschauer
  • Bandure trug durch seine Experimente ...   Bandura trug durch seine Experimente zum Beobachtungs- bzw. Modelllernen zur wesentlichen Weiterentwicklung psychologischen Forschung bei, die zuvor sehr stark behavioristisch geprägt war.  Entscheidend für das Modelllernen sind nicht sichtbare äußere Vorgänge, sondern innere Vorgänge.
  • Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) A. Bandura (1977): self-efficacy = Glaube an die eigenen Fähigkeiten, den Handlungsverlauf so zu organisieren und durchzuführen, dass ein gegebenes Ziel verfolgt werden kann. - SWE als differenziertes und dynamisches System, welches sich stetig weiterentwickelt in Abhängigkeit der Rückmeldungen. - Entwicklung aus den Studien zum Beobachtungslernen. - Es ist nicht die Verstärkung / Bestrafung des Verhaltens, die zu einer Erhöhung / Verringerung der Auftretenwahrscheinlichkeit führt.  Entscheidend ist die Veränderung der Erwartung, welche Konsequenz mein Verhalten erzeugt.
  • Dimensionen der SWE  Ausmaß (magnitude) Unterschiedliche Wirksamkeitserwartungen je nach Komplexität der Anforderungen. Allgemeinheitsgrad (generality)  Wirksamkeitserwartungen können global oder spezifisch sein. Spezifische SWE werden situationsabhängig aktiv, während allgemeine SWE sowohl in bekannten als auch in neuen Situationen aktiv werden.  Stärke (strength) Durch die Stärke der Wirksamkeitserwartungen wird definiert, wie lange eine Verhalten auch bei Misserfolg aufrecht erhalten wird.  Um Verhalten verstehen und vorhersagen zu können ist es notwendig die SWE differenziert zu analysieren.
  • Selbstwirksamkeitserwartung  Selbstwirksamkeit ist ein Teilbereich des Selbstkonzepts  „Allgemeine Selbstwirksamkeit“ umfasst breite Lebensbereiche undeine optimistische Einschätzung der generellen Lebensbewältigungskompetenz.  Fragebogen zur Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung (SWE)
  • spezifische Selbstwirksamkeitserwartungen  spezifische Selbstwirksamkeitserwartungenhierzu existieren diverse Fragebogen (z.B. berufliche Selbstwirksamkeit bei Lehrern, Gesundheitsverhalten etc.)  Annahme: spezifische Selbstwirksamkeitserwartungen erlauben bessere Vorhersagen von Verhalten in spezifischen Situationen
  • SWE und Handlungsregulation  Integration der SWE in die Handlungsregulation:  Unterscheidung Wirksamkeitserwartungen: Efficacy expectation: Überzeugung eine Handlung durchführen zu können.  Outcome Expectation: Überzeugung, dass eine Handlung zu einem Ziel führt.  SWE entscheiden, wie viel Aufwand eine Person betreibt, um ein Ziel zu verfolgen.
  • Wie entstehen Selbstwirksamkeitserwartungen  Eigene (direkte) Erfahrungen:Erfolge stärken, Misserfolge schwächen: Erinnerung an Erfolgserlebnisse aktivieren, realistische Ziele setzen  Stellvertretende (indirekte) Erfahrungen:Modell-Lernen, z.B. Tutoren, Patenschaften, Peer-Education, Selbsthilfegruppen  Symbolische Erfahrungen / Verbale Unterstützung:z.B. Feedback zu Ursachen von Bewältigungsergebnissen. Wichtig:überzeugen heißt nicht überreden (Du schaffst das schon...)!  Emotionale/physiologische Erregung:Die Interpretation der eigenen Erregung (Angst, Anspannung) führt zu einer Veränderung der SWE, welche wiederum die Leistung beeinflusst (z.B. Black-Out in der Prüfung).
  • Wirkung von Selbstwirksamkeitserwartungen 2  Wirkung von Selbstwirksamkeitserwartungen zeigt sich in verschiedenen Bereichen (z.B. Lern- / Leistungsverhalten, Sozialverhalten, Gesundheitsverhalten, Problembewältigung)   Hohe Selbstwirksamkeit korreliert mit   mehr Zuversicht  passendereVerhaltensstrategien  wenigerEntmutigungbeiRückschlägen  internale Attribution von Erfolgen  höheresWohlbefinden  SWE haben Einfluss auf Zielsetzung, Anstrengung und Ausdauer bei Problembewältigung (auch in Langzeitstudien belegt)
  • Geschlechts- und ethnische Unterschiede in der Selbstwirksamkeit  Geschlechtsunterschiede  Es gibt keine sicheren empirische Belege, dass sich die allgemeinen SWE zwischen Männern und Frauen unterscheiden.  Unterschiede bestehen bzgl. spezifischer SWE: Z.B. verschiedene schulische Bereiche (Mathematik, Naturwissenschaft, Sprachen...)  beeinflussende Faktoren für diese Unterschiedeo vorhergehende Leistungskontrolleo Haltung der Lehrer beim Antwortverhalteno Art der Bewertung und Berichtung o „Gender-Orientierung“ o Selbsteinschätzung & Vergleichsurteile
  • Geschlechtsunterschiede in der Selbstwirksamkeit  Geschlechtsunterschiede der spezifischen SWE stehen in Relation zur Entwicklungsstufe o kaum Anzeichen im Grundschulalter o Beginn beim Eintritt in die höhere Schule o Verminderung der Unterschiede durch angemessene Leistungsinformation / Rückmeldungen