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folien 6 Wahrnehmung Aufmerk'amkeit (Fach) / folien 6 Wahrnehmung Aufmerkemkeit (Lektion)
folien 6 Wahrnehmung Aufmerksam
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- Die Architektur des Gedächtnisses Mehrspeichermodell des Gedächtnisses (Atkinson & Shiffrin, 1968) Ultra-Kurzzeitgedächtnis /Sensorischer Speicher Kurzzeit-Gedächtnis Langzeit-Gedächtnis
- Das Mehrspeichermodell des Gedächtnisses Ultrakurzzeitgedächtnis / Sensorischer Speicher modalitätsspezifisch bewusstseinsunabhängig große Speicherkapazität kurze Haltedauer verlängert Verfügbarkeit von Informationen > Bearbeitung Ikonisches Gedächtnis (visuell) [Bsp. Lesen] Behalten für ca. 500 msec (neue Befunde: etwas länger) Echoartiges (echoisches) Gedächtnis (auditiv) [Bsp. Gespräch] Behalten für ca. 2 sec Zuwendung von Aufmerksamkeit KZG ansonsten: schneller Zerfall
- Kurzzeitgedächtnis (KZG) Speicherkapazität für ungefähr 7 ± 2 Items (Miller, 1956) zentrale Funktion: Weiterverarbeitung und Weiterleitung ins LZG Wiederholung und Konsolidierung der Information bewusste, kontrollierte, elaborierte Verarbeitung Zerfall kann durch rehearsal (= innere Wiederholung) verhindert werden Weiterleitung der Information zur unbefristeten Speicherung Verlust: Information wird durch neue Information ersetzt geht aber auch durch Zerfall und Interferenz verloren Erweiterung: nicht Items sondern Chunks Chunks: Gruppen von Informationen, die aus mehreren Teilen zusammengesetzt sind, aber als Einheit verarbeitet werden können (z.B. TNTIBMUFO oder TNT IBM UFO) ca. 4 “Chunks” (Cowan, 2000)
- Langzeitgedächtnis (LZG) langfristige Speicherung unbegrenzte Kapazität sowie Behaltensdauer primär semantische Kodierung in einheitlichem Speicher Vergessen: Interferenz
- Mehrspeicheransatz: Bewertung Stärken Belege für unterschiedliche Gedächtnisspeicher Dauer & Kapazitäten Vergessensmechanismen Effekte von Hirnschädigung: Doppel-Dissoziation KZG vs. LZG
- Mehrspeicheransatz: Bewertung Schwächen (zu) stark vereinfachtes Modell: homogene Speicher KZG & LZG Speicher können intern uneinheitlich sein KZG ist nicht der einzige Weg zum LZG Information schon mit LZG „in Kontakt“, bevor es im KZG ankommt Top-down Prozesse der Wahrnehmung & Bildung von Chunks erlaubt kein implizites Gedächtnis Inhalte im KZG bewusst verarbeitet Annahme, dass alle Items im KZG gleich behandelt werden, ist nicht haltbarVorteile durch Aufmerksamkeit übertreibt die Rolle von rehearsal für Weiterleitung ins LZG
- Einspeichermodell (Jonides et al., 2008) Atkinson & Shiffrin fokussieren auf Unterschiede LZG & KZG Jonides et al.: Fokus auf Gemeinsamkeiten ein einheitlicher Gedächtnisspeicher KZG besteht aus temporären Aktivierungen von LZG Repräsentationen oder kürzlich wahrgenommenen Items Aktivierungen entstehen normalerweise durch fokussierte Aufmerksamkeit kann erklären, warum Info im KZG bereits mit LZG „in Berührung“ war sowie schnelle Top-Down Effekte der Wahrnehmung Problem: amnestische Patienten die Störung des LZG haben, aber intaktes KZG Erklärungsversuch: Beeinträchtigte Fähigkeit zur Abspeicherung von Relationen KZG in erster Linie unterstützt vom Hippocampus und dem umgebenden medialen Temporallappen
- Einspeichermodell Studie zum Kurzzeitgedächtnis bei Hirnschädigung (Race et al., 2013) Wiedererkennenstest von Gesichtern nach 8 oder 15 sec Kontrollpersonen vs. Patienten mit Schädigung Hippocampus (H only) vs. Hippocampus + medialer Temporallappen (H+) KZG nur gestört bei Patienten H+
- Einspeichermodell: Bewertung Stärken betont enge Beziehung zwischen KZG und LZG gute Belege, dass das KZG wenigstens teilweise von LZG Aktivierungen abhängt funktionelle Bildgebung stützt Annahme der Bedeutung des medialen Temporallappens
- Einspeichermodell: Bewertung Schwächen zu starke Vereinfachung, dass das KZG nur als Teil des LZG aktiviert wird keine starken Belege dafür, dass amnestische Patienten Leistungseinschränkungen bei Aufgaben zum relationalen Gedächtnis aufweisen, die vor allem auf dem KZG beruhen Studien mit bildgebenden Verfahren unterstützen Annahmen des Einspeichermodells eher nicht
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- Arbeitsgedächtnismodell (Baddeley & Hitch, 1974) Arbeitsgedächtnis ersetzt einheitliches “Kurzzeitgedächtnis” Zentrale Exekutive Phonologische Schleife Räumlich-visueller Notizblock (VSSP) Episodischer Puffer* * in verbessertem Modell hinzugefügt (u.a. Baddeley, 2001)
- Zentrale Exekutive modalitätsfreie zentrale Steuereinheit / Leitung ähnelt Aufmerksamkeit aktiviert bei Bearbeitung aller kognitiv anspruchsvollen Aufgaben verwendet Untersysteme
- Phonologische Schleife verarbeitet und speichert Info kurzzeitig in sprachbasierter Form
- Räumlich-visueller Notizblock (VSSP) spezialisiert auf räumliche und visuelle Kodierung und Verarbeitung
- Episodischer Puffer* * in verbessertem Modell hinzugefügt (u.a. Baddeley, 2001) temporäres Speichersystem enthält verbundene Information aus phonologischer Schleife, räumlich- visuellem Notizblock und dem LZG bzw. erlaubt es diese zu verbinden / integrieren und neue Repräsentationen zu bilden
- Arbeitsgedächtnismodell (Baddeley & Hitch, 1974) Zentrale Exekutive, Phonologische Schleife und Räumlich-visueller Notizblock begrenzte Verarbeitungskapazität arbeiten relativ unabhängig voneinander
- Arbeitsgedächtnismodell (Baddeley & Hitch, 1974) Vorhersagen Prozesse, die die gleichen Ressourcen verwenden, sollten sich gegenseitig behindern Prozesse, die unterschiedliche Ressourcen verwenden, sollten problemlos gleichzeitig ausgeführt werden können
- Die phonologische Schleife zwei Komponenten Phonologischer Speicher passiv, befasst mit Sprachwahrnehmung Artikulatorische Kontrollprozesse aktiv, befasst mit Sprachproduktion Wiederholung
- Die phonologische Schleife Speicherformat wirklich auditiv?: Empirische Evidenz Phonologischer Ähnlichkeiteffekt  Wiedergabe in der richtigen Reihenfolge um 25% schlechter mit einer phonologisch ähnlichen Liste, verglichen mit unähnlicher Liste Vertauschungen durch phonologische Ähnlichkeit legt sprachbasierte rehearsal-Prozesse innerhalb der phonologischen Schleife nahe
- Die phonologische Schleife Wortlängeneffekt Gedächtnisspanne ist kleiner für Wörter, die viel Zeit benötigen, um ausgesprochen zu werden nachgewiesen in Aufgaben zur Messung der Gedächtnisspanne Präsentation von Wörtern so viele Wörter wie möglich in der richtigen Reihenfolge abrufen weniger für lange Wörter Baddeley et al. (1975, 2002) artikulatorische Unterdrückung beseitigte den Wortlängeneffekt legt nahe, dass die Kapazität der phonologischen Schleife von der zeitlichen Dauer der Artikulation bestimmt wird aber Kritik: Konfundierung durch orthographische Nachbarschaft
- Räumlich-visueller Notizblock Kontroverse Verarbeitung visueller und räumlicher Infos in separaten Systemen? Logie (1995): separate Subsysteme visueller Zwischenspeicher (Puffer) speichert Information über visuelle Form und Farbe innerer Schreiber verarbeitet räumliche und Bewegungsinformation beteiligt an rehearsal von Information im visuellen Zwischenspeicher gibt Information aus dem Zwischenspeicher an die zentrale Exekutive weiter Evidenz: verschiedene Pfade für visuelle und räumliche Information ventraler Pfad vs. dorsaler Pfad
- Räumlich-visueller Notizblock Empirische Studie Klauer & Zhao (2004): Zwei Subsysteme? Primäraufgaben Räumliche Aufgabe: Position von Punkten merken (Dots) Visuelle Aufgabe: Chinesische Schriftzeichen merken (Ideographs) Sekundäraufgaben Farbdiskriminierungsaufgabe Bewegungsdiskriminierungsaufgabe Ergebnisse Störungen Dots – Bewegung Zeichen – Farbe Befunde für teilweise Unabhängigkeit aber: viele Aufgaben erfordern beide Komponenten es ist noch nicht klar, wie Informationen kombiniert und integriert werden
- Zentrale Exekutive / Leitung / Steuerung Lokalisierung in Frontallappen wird angenommen rTMS des dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC; BA 9, 10, 46) stört komplexe kognitive Prozesse (Mottaghy, 2006) assoziiert mit exekutiven Prozessen / Steuerungsprozessen Aufmerksamkeitsfokussierung oder Konzentration Aufteilen von Aufmerksamkeit zwischen zwei Stimulusströmen Aufmerksamkeitswechsel zwischen Aufgaben Verbindung mit dem Langzeitgedächtnis
- Dysexekutives Syndrom Zustand der Schädigung des Frontallappens, der zur Störung der zentralen Exekutive des Arbeitsgedächtnisses führt Störung verschiedener Fähigkeiten (Baddeley, 1996) Planung Organisation Kontrolle / Monitoring Initiierung von Verhalten Oft Schädigung des Frontallappens einige Patienten stattdessen Schädigung posteriorer / parietaler Regionen
- Dysexekutives Syndrom Stuss & Alexander (2007): Differenzierte Betrachtung Teilfunktionen Patienten mit ausgedehnten frontalen Schädigungen haben ein globales dysexekutives Syndrom aber es gibt effektiv drei exekutive Prozesse innerhalb des Frontallappens Patienten mit selektiven Läsionen zeigen möglicherweise Probleme mit einem einzigen Prozess Aufgabenstellung Planunglinke laterale frontale Region Überwachung Kontrollerechte laterale frontale Region Energetisierung Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit & Initiierung von Reaktion superiore mediale Regionen des präfrontalen Kortex
- Episodischer Puffer erklärt, wie das Langzeitgedächtnis die Verarbeitung im Kurzzeitgedächtnis beeinflussen kann
- Episodischer Puffer (Baddeley & Wilson, 2002) System mit beschränkter Kapazität 4 Chunks / „Episoden“ integriert Informationen aus unterschiedlichen Quellen fungiert als Vermittler zwischen der phonologischen Schleife und dem räumlich-visuellen Notizblock ein Prozess aktiven Verbindens von Informationen (active binding)
- Episodischer Puffer (Baddeley & Wilson, 2002) Schwächen unklar wie alle unterschiedlichen Informationen integriert werden erhöht Flexibilität des Modells – schwerer testbar Annahme der zusätzlichen Integration von Informationen anderer Modalitäten nicht geprüft (z.B. Geruch, Geschmack)
- Arbeitsgedächtnis: Bewertung Stärken einflussreiche Erweiterung des Mehrspeichermodells von Atkinson und Shiffrin (1968) beschreibt neben Speicherung auch aktive Verarbeitung Daten von hirngeschädigten Patienten erklärt weniger zentrale Rolle des verbalen rehearsals
- Arbeitsgedächtnis: Bewertung Schwächen in Teilen etwas unspezifisch, erschwert Testung Anzahl Teilfunktionen der zentralen Exekutive noch umstritten Zusammenspiel zwischen den Komponenten ist nicht ausreichend spezifiziert
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- Theorie der Verarbeitungsebenen (Craik & Lockhart, 1972) die Ebene (Tiefe) der Stimulusverarbeitung beeinflusst die Einprägsamkeit einer Information (vs. nur rehearsalAtkinson & Shiffrin) tiefere Verarbeitung produziert elaboriertere, dauerhaftere und stärkere Gedächtnisspuren als oberflächliche Verarbeitung Rehearsal / Aufrechterhaltung = einfach das Wiederholen von Information Elaboration = tiefgehende semantische Verarbeitung
- Theorie der Verarbeitungsebenen explizite Gedächtnistests fanden Belege für Einfluss von Verarbeitungstiefe Erinnerungstest: Recognition bzw. Recall implizite Gedächtnistests fanden schwächere Belege für Verarbeitungstiefe Wörter vervollständigen Besonderheit beeinflusst Erinnerung positiv eine Gedächtnisspur, die anders enkodiert wurde die Verarbeitung von Unterschieden im Kontext von Ähnlichkeit Vorwissen hilft, Gedächtnis während des Enkodierens zu organisieren Vorteil beim Lernen für Personen mit breiter Wissensbasis
- Theorie der Verarbeitungsebenen Stärken Einfluss von Verarbeitungstiefe auf Langzeitgedächtnisleistung zu recht hervorgehoben (Limitation von Mehrspeichermodellen) Lernen als Nebenprodukt von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Verstehen
- Theorie der Verabreitungsebenen Schwächen Verarbeitungstiefe schwierig zu beurteilen und zu messen Unterschätzt Wichtigkeit spezifischer Aspekte des Abrufs Wechselwirkung zwischen Verarbeitungstiefe / Elaboration und Besonderheit nicht spezifiziert
- Lernen durch Gedächtnisabruf Klassische Perspektive Klassische Perspektive Lernen resultiert hauptsächlich aus Wiederholen und vertieftem Studium der Materialien (Rehearsal und Elaboration) Lerntests sind sinnvoll zur Evaluation des Lernfortschritts Effekt des Testens (testing effects) Abruf von Information, die erinnert werden soll, während des Lernens verbessert Lernerfolg (und stärker als subjektiv erwartet) Studie Roediger & Karpicke (2006)
- Lernen durch GedächtnisabrufLernen durch Gedächtnisabruf Neurowissenschaftliche Befunde (van den Broek et al., 2013) Testen involviert aufwändigere semantische Verarbeitung stärkere Aktivation von Hirnarealen, die mit Sprachverarbeitung assoziiert sind
- Lernen durch Gedächtnisabruf: Bewertung Stärken empirische Belege für starken Effekt der Testung während des Lernens auf Lernerfolg kann bei praktisch jedem Material angewandt werden Effekte stärker als von Lernenden erwartet Generierung effektiverer Mediatoren zentral Effekt besonders stark bei schwierigem Abruf
- Lernen durch Gedächtnisabruf: Bewertung Schwächen vorwiegend Untersuchung zum Lernen paarweiser Assoziationen Generalisierung auf reale Welt unklar mögliche weitere Einflussfaktoren über effektive Mediatoren und Schwierigkeit des Abrufs hinaus manchmal verschwindet Effekt
- Implizites Lernen Lernen komplexer Inhalte ohne sich darüber bewusst zu sein, was (bzw. dass) gelernt wurde Cleeremans und Jiménez (2002, p. 20) Prozess, durch den wir sensitiv für gewisse Regelmäßigkeiten in der Umwelt werden ohne die Absicht (Intention) diese Regularitäten zu lernen ohne sich dessen bewusst zu sein, dass man lernt Lernen in einer Art, die es schwer macht das resultierende Wissen zu explizieren
- Implizites Lernen und implizites Gedächtnis amnestische Patienten Schädigung des medialen Temporallappens eingeschränkte Leistung bei expliziten Lern-Aufgaben vergleichbare Leistung bei impliziten Lern-Aufgaben zu Kontrollen Serielle Reaktionszeit Aufgabe
- Implizites Lernen und implizites Gedächtnis Parkinson Patienten Schädigung des Striatums eingeschränktes implizites Lernen Aber: teilweise auch eingeschränktes explizites Lernen
- Impliziertes Lernen bewertung stärken Forschung legt teilweise Unabhängigkeit von implizitem und explizitem Lernen nahe Präfrontaler Kortex (DLPFC) & anteriorer cingulärer Kortex (ACC) stärker assoziiert mit explizitem Lernen Striatum stärker assoziiert mit implizitem Lernen Aber: Interaktion / komplexe Gehirnnetzwerke Lernen involviert implizite und explizite Aspekte (kein entweder oder)
- Impliziertes Lernen Bewertung Schwächen Interaktion und Mischung expliziter und impliziter Prozesse unklar es ist schwierig, Wahrnehmungstests zu entwickeln, die das gesamte aufgabenbezogene Wissen aufdecken Hirnregionen, die impliziten und expliziten Prozessen unterliegen, sind nicht immer klar trennbar
- Theorie des Vergessens Zerfall gradueller Verlust des Substrats von Erinnerungen (Gedächtnisspur) unwichtige Erinnerungen werden gelöscht (Hardt et al., 2013) vorwiegend im Schlaf assoziiert mit Aktivation im Hippocampus (Teil des medialen Temporallappens) auch aktiviert beim Lernen Interferenz Verdrängung Gerichtetes Vergessen Cue-abhängiges Vergessen Gedächtniskonsolidierung