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Allgemeine Psychologie C (Fach) / Aufmerksamkeit II (Lektion)

Geteilte Aufmerksamkeit

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  • Geteilte Aufmerksamkeit: Performance Operating Characteristic (POC) Auch: Attention Operating Characteristic (AOC) Perfomanz in Doppelaufgaben kann durch eine Kurve beschrieben werden. Je höher die Leistung in der einen Aufgabe, desto geringer fällt sie in der anderen aus. Man erreicht bei gleichzeitiger Ausführung beider Aufgaben höchsten Mittelmäßige Leistung
  • Geteilte Aufmerksamkeit: Wichtige Einflussfaktoren bei Doppelaufgaben AufgabenähnlichkeitJe ähnlicher die Aufgabe, desto schlechter die Leistung ÜbungJe mehr Übung, desto besser die Leistung AufgabenschwierigkeitJe schwieriger die Aufgabe, desto schlechter die Leistung
  • Geteilte Aufmerksamkeit: Effekt der Übung auf Performanz in Doppelaufgaben Spelke, Neisser, Hirst (1976) Aufgabe 1: Lesen von KurzgeschichtenAufgabe 2: Niederschreiben von Wörtern nach Diktat Leistung bei Doppelaufgaben vor dem Training: Aufgabe 1: niedrige Leserate, geringes inhaltliches Verständnis Aufgabe 2: geringe Erinnerungsleistung, Nichterkennen des semantsichen Bezugs der Wörter Trainingsphase:5 Trainingstunden pro Woche über mehr als 4 Monate Testphase anch Training:Annähernd gleich gute Leistung für eine Aufgabe in Doppelaufgabensituation und Einzelaufgabensituation Kritik Es wurden mehr Rechtschreibfehler gemacht, außerdem wurde der Versuchsaufbau jede Woche verändert Es gibt also immer Leistungsverluste bei Doppelaufgaben
  • Geteilte Aufmerksamkeit: Interferenzfreie, parallele Verarbeitung bei Mehrfachaufgaben möglich? Es existieren unterschiedliche Ansichten(z.B. hinsichtl. des Leistungsniveaus bei Doppelaufgaben nach intensiver Übung) Automatisierung einer der Aufgaben, wodurch keine Aufmerksamkeitsressourcen verbraucht werden Erlernen von Strategien, z.B. die Aufmerksamkeit sehr schnell zwischen den Aufgaben hin- und herzuwechseln Es kann häufig bei der Verarbeitung von Doppelaufgaben immernoch ein gewisses Maß an Interferenz festgestellt werden, wenn man die Leistung nur genau genug kontrolliert.Dies gilt vorallem je ansprcuhsvoller die Aufgaben sind
  • Theoretische Ansätze Kapazitätstheorie Daniel Kahnemann Annahme einer zentralen Verarbeitungskapazität Zentrale, begrenzte Ressource kann auf zwei Aufgaben aufgeteilt werden Dadurch erreicht man nie die Leistung die man bei der Bearbeitung von nur einer Aufgabe erreichen würde
  • Theoretische Ansätze Modell multipler Ressourcen Wickens Nach diesem Modell gibt es nicht nur eine sondern mehrere Ressourcen, die jeweils bei einem bestimmten Aufgabenbreich angezapft werden Innerhalb eines solchen Blcokes könnte es dann Capacity Sharing geben
  • Ressourcentheorie der Aufmerksamkeit ressourcenlimitierten ProzessenEinsatz von mehr Ressourcen führt zur Ressourcensteigerung datenlimitierten ProzessenWeiterer Einsatz von Ressourcen kann die Leistung nciht mehr steigern
  • Geteilt Aufmerksamkeit: Ein-Kanal-Theorien: Time Sharing William JamesGlaubte nicht daran, dass mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigt werden können. Falls die Prozesse sehr habituell ablaufen vielleicht 2 oder 3  Nach diesem Modell gibt es kein Capacity-Sharing Ein-Kanal-Theorie besagt, dass man sich höchstens abwechselnd mit zwei Dingen beschäftige kann
  • Parallele Verhaltensströme trotz zentralem Time Sharing Verhalten A und Verhalten B werden nicht komplett abwechselnd gezeigt sondern sind jeweils mal stärker und mal nur ganz schwach ausgeprägt
  • Einflussreiche Ein-Kanal-Theorie Zentrales Flaschenhalsmodell Pashler, Welford Annahme einer psychologsichen RefraktärperiodeZeitintervall, in der nur ein Reiz verarbeitet werden kann. Weitere Reize können erst im Anschluss daran verarbeitet werden. D.h. die Wahrnehmung des Reizes findet statt, aber die zentrale Verarbeitung muss aufgeschoben werden bis die Verarbeitung eines anderen Reizes abgeschlossen ist.
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  • Empirische Überprüfung der zentralen Flaschenhalstheorie: Beispielhafte Doppelaufgabe Aufgabe 1: Tondiskrimination bei 900 Hz mit dem linken Zeigefinger drücken bei 300 Hz mit dem linken Mittelfinger drücken Aufgabe 2: Buchstabendiskrimination bei X mit dem rechten Zeigefinder drücken bei O mit dem rechten Mittelfinder drücken Vorhersage des FlaschenhalsmodellsDie Reaktionszeit für die 1. Reaktion sollte immer gleich bleiben, egal wie groß das SOA zwischen den Reizen ist.Die Reaktionszeit für die zweite Aufgabe sollte mit steigendem SOA wieder sinken, bei einem kurzen SOA aber recht hoch sein, da die erste Aufgabe noch bearbeitet wird→ Verlängerung der RT bei Aufgabenüberlappung nur für 2. Reaktion Vorhersage des KapazitätsmodelReaktionszeiten für beide Aufgaben sinken bei steigendem SOA gleichermaßen ab ErgebnisEvidenz für das zentrale Flaschenhalsmodell1. Reaktion weitgehend vom SOA undbeeinflusst2. Reaktion erhöht sich mit kleinerem SOA⇒ offenbar muss die zentrale Verarbeitung der 2. Aufgabe auf das Ende der zentralen Verarbeitung der ersten Aufgabe warten
  • Aktuelle Forschungsfrage: Psychologischer Refraktärperiodeneffekt und Introspektion Probanden mussten eine Doppelaufgabe machen und einschätzen, wie lange sie für welche Komponente benötigt haben ErgebnisSchätzen die benötigte Zeit in den beiden Aufgaben für gleich ungefähr gleich ein ⇒ Probanden sind sich der Verzögerung der zweiten Aufgabe nicht bewusst
  • Mentale Chronometrie mit dem Flaschenhalsmodell: Effektübertragungslogik Welche Stufen der Reizverarbeitung werden durch zeitliche Vorbereitung beeinflusst? Aufbau Variation von SOA und Vorperiodebei kürzerer Vorperiode ist S1 besser vorhersagbar und erlaubt deshalb eine bessere zeitliche Vorbereitung Probanden mussten eine Wahlreaktionsaufgabe ausführen auf Stimulus1 (Farbe) und Stimulus2 (Ton) Vorhersage früher WirkungsortDer Effekt der zeitlichen Vorbereitung sollte sich auf die zweite Reaktion übertragen Vorhersage später WirkungsortDer Effekt sollte sich nicht übertragen (denn dann wurde ja bereits die Verarbeitung des 2 Reizes losgetreten) ErgebnisDer Effekt der zeitlichen Vorbereitung wurde übertragen. Dies spricht für einen frühen (vormotorischen) Wirkungsort der zeitlichen Vorbereitung
  • Automatische Verarbeitung Häufig genannte Kennzeichen schnell verbraucht keine Verarbeitungskapazität unvermeidbar dem Bewusstsein nicht zugänglich AberDiese Kriterien sind einfach zu finden aber schwer empirisch zu bestätigen(Hampson, 1989)
  • Automatizität und supervisory attention Automatische Aktivierung Triggerstimuli lösen automatische Handlungsschemata aus Diese können auch miteinander in Konflikt stehen Contention scheduling (Teilautomatische Verarbeitung) Konfliktregulationsprozess außerhalb willentlciher oder bewusster Kontrolle, der kompatible Schemata auswählt Willentlich-kontrollierte Verarbeitung Kontrolle durch spervisory attention system sorgt für trouble-shooting und erlaubt flexibles Reagieren
  • Zusammenwirken von kontrollierter und automatischer Verarbeitung in Konfliktaufgaben Häufige Annahmen Kongruenzeffekte die bei Konfliktaufgaben wie dem Flankierreizparadigma oder dem Simon-Paradigma auftreten reflektieren die Beteiligung von zwei Arbeitsprozessen Einer davon ist kontrolliert, der andere läuft automatisch ab Weiteres Beispiel ist die Stroop - Aufgabe Ulrich schlägt zwei mögliche Verarbeitungsarchitekturen in Konfliktaufgaben vor Early Selection, Stimulus EncodingAutomatic Processing beeinflusst decision making (controlled)Response Execution Early Selection, Stimulus EncodingControlled Processing beeinflusst Automatic ProcessingResponse Activation Processes
  • Typisches Ergebnismuster ("Stroop-Effekt") Lesen der Wörter benötigt in allen Bedingungen weniger Zeit als das Farbe nennen Farbe benennen geht in der Konfliktaufgabe nur sehr langsam Assymetrischer Kongruenzeffekt Lesen hochautomatisiert und schneller ablaufend als Farbennennung?