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Schulpädagogik Examen (Fach) / Bereich C: Bilden und Erziehen (Lektion)
Bilden und Erziehen
Pädagogische Theorien über die Entwicklung und Sozialisation
Werte und Normen
Reflexion selbstbestimmten Urteilens und Handelns
Interkulturelle Dimension
Inklusion
Schulkultur
Lehrkraft
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- Wo steht der Bildungs- und Erziehungsauftrag? Verfassung des Freistaats Bayern, Artikel 131
- Was beinhaltet der Bildungs- und Erziehungsauftrag? Verfassung des Freistaats Bayern: Art. 131 (1) Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden. (2) Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt. (3) Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen. (4) Die Mädchen und Buben sind außerdem in der Säuglingspflege, Kindererziehung und Hauswirtschaft besonders zu unterweisen.
- Was beinhaltet der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Grundschule? Seibert, 2009 Allgemeinbildung Fokus auf Unterstützung bei Persönlichkeitsentwicklung
- Definition Bildung I Seibert, 2009 Lebenslanger Prozess mehr als Anhäufung von Faktenwissen äußert sich in Gesinnung, Haltung und Handlung
- Definition Bildung II Klafki, 1985 Allgemeinbildung für alle allseitig (Interessens- und Kompetenzentwicklung) Durch das Allgemeine (Schlüsselprobleme)
- Definition Erziehung I Schröder, 1999 Hilfe bei der Entwicklung zur Persönlichkeit
- Definition Erziehung II Frank, 2006 Merkmale Intentionalität (absichtlich) Funktionalität (unabsichtlich) Reduzierung vorwiegend auf Kindes- und Jugendalter Hilfe zur Selbsthilfe Vermittlung von Erfahrungen, Einsichten, Wissen und Können Hilfe bei Entwicklung der Persönlichkeit
- 6 Dimensionen Erziehung - Bildung Schröder, 1999 Zeitliche Dimension Wirkungsfeld (Ort) Gerichtetheit Steuerung Wertsetzung Integration
- Was ist bildendes Lernen? Schröder, 2000 Schüler als Person Individuelle Entfaltung Förderung von Denken und Handeln Motivierend
- Unterricht und Erziehung - Beziehung? Herbart, 1806 "Es gibt keinen Unterricht, der nicht erzieht"
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- Drei Handlungsfelder "Erziehenden Unterrichts" Wiater, 2012 A) Didaktische Entscheidungen klar strukturiert, schülerorientiert Beachtung erziherisch wirksamer Unterrichtsprinzipien (Schülerorientierung, Prinzip der Aktivierung und Differenzierung) Offener Unterricht Wertklärung und -orientierung B) Organisatorische Maßnahmen Unterrichtssituationen normativ nutzen (z.B. Konflikte) Dialoge Interaktionsformen Regeln gemeinsam erstellen -> Modifikation des Verhaltens Öffnung des Unterrichts -> neue Arten der Zusammenarbeit C) Personales Engagement Selbstreflexivität und Selbstkontrolle nachahmenswertes Verhalten der LK Erzieherisch durchdachte Klassenführung
- Gründe für Ganztagsschulen Hoher Bedarf an ganztägiger Betreuung zur Vereinbarung von Familie und Beruf (KMK, 2013) Diskussion über die besten Rahmenbedingungen für schulisches Lernen (KMK, 2013) Chancengleichheitsforderung (Mack, 2009)
- Definition Ganztagsschule KMK, 2015 mind. 3 Tage der Woche ganztägiges Angebot für SuS, mind. 7 Zeitstunden täglich Mittagessen Angebote unter Aufsicht und Verantwortung und in Kooperation (mit) der Schulleitung konzeptioneller Zusammenhang mit Unterricht
- Formen der Ganztagsschule KMK, 2015 voll gebunden: alle SuS verpflichtend teilweise gebunden: ein Teil der SuS (einzelne Klassen) verpflichtend offen: einzelne SuS auf Wunsch
- Gestaltungselemente der Ganztagsschule Holtappels, 2014 Lernförderung Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten durch Projekte und AGs Freizeitbereich (Erholung, Spiel, Bewegung) Gemeinschaftserleben Partizipation und Demokratielernen
- Chancen von Ganztagsschule Leistungsförderliche Wirkung (Kielblock, 2014) Je dauerhafter und intensiver Teilnahme -> +Leistungen, Sozialverhalten (Kielblock, 2014) Innovative Schul- und Unterrichtsentwicklung (Holtappels, 2014)
- Grenzen von Ganztagsschule Rollenveränderung der Lehrkräfte (Coelen & Stecher, 2014) Erweiterung des Aufgabenspektrums der Lehrkräfte (Coelen & Stecher, 2014) Qualität von Einzelschule abhängig
- Ganztagsschule in Bayern - Unterschiede Kultusministerium Bayern, 2017 mindestens 4 Tage der Woche ganztägiges Angebot für SuS offene Form: freiwilliges schulisches Angebot der ganztägigen Förderung und Betreuung von SuS der Jahrgangsstufe 5-10 gebundene Ganztagsschule: Ganztagszug mit häufig rhythmisiertem Unterricht
- Zielsetzung der Ganztagsschule ISB Bayern, 2010 bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf intensive Förderung Verbesserung des individuellen schulischen Leistungsvermögen Sozialverhalten Sprachförderung Förderung von SuS mit Lerndefiziten oder Begabungen vertiefte Werteerziehung und verbesserte Berufserfahrung
- Entwicklungsstufen nach Piaget Kinder verschiedenen Alters brauchen verschiedene Angebote, da sie kognitiv noch nicht so weit sind, auch während Kind- Sein
- Moralentwicklung Kohlberg, 1985 präkonventionelle Ebene (Autoritäten, als Mittel um Bedürfnisse zu befriedigen) konventionelle Ebene (Erwartungen entsprechen, Gesetz und Ordnung -> Bedeutung der Funktionen für Funktionieren der Gesellschaft) postkonventionelle Ebene (Hinterfragen moralischer Prinzipien, Moralbegründung zwischenmenschlicher Achtung)
- Definition Sozialisation Hurrelmann, 1980 Prozess der Entstehung und Entwicklung von Persönlichkeit in Abhängigkeit der Umwelt
- Ebenen der Sozialisation primäre Sozialisation (Familie) sekundäre Sozialisation (Familie, Peergroup, Beziehungen, Schule, Medien) tertiäre Sozialisation ( Beruf, Lebenspartner, Organisationen, Freundschaften)
- Wie erfolgt Lernen? Annahme: Mensch kann nur sich selbst bilden -> Lehrkraft hat Aufgabe passgenaue, motivierende, konstruktivistische Lernumgebung zu ermöglichen
- Definition Wissen Arnold, 2004 kognitives Ergebnis expliziter oder impliziter Lernprozesse
- Definition Werteerziehung Mägdefrau, 2013 Heranwachsende mit den gesellschaftlichen Normen und Werten vertraut machen, damit diese zu mündigen Mitgliedern der Gesellschaft werden
- Definition Werte Hentig, 2006 Synonym für Bedeutsamkeit und Wertschätzung, erlernt durch Sozialisations- und Lebenserfahrungen
- Definition Normen Hentig, 2006 Werte mit Sollenscharakter, Gebote und Verbote
- Definition Interkulturalität Duden, 2018 Auseinandersetzung der Menschen mit Gegenüber und den Differenzen
- Interkulturalität im Lehrplan PLUS Kenntnisse über andere Kulturen und Religionen -> pluralistische und globalisierte Gesellschaft, kultursensibles Verhalten und Frieden Interesse, Offenheit, Respekt, Toleranz gegenüber anderen
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- Förderung interkulturellen Lernens durch... Ganztagesangebote Sprachförderprogramme (Lesepaten) Lernen in heterogenen Gruppen Differenzierungsmaßnahmen interkulturelle Streitschlichter Religionsunterricht in allen Religionen kooperatives/ soziales Lernen Sozialklima der Schule
- Definition Migrationshintergrund Bundesamt für Bevölkerungsforschung, 2018 nach 1949 Zugewanderte, alle mit einem nach 1949 zugewanderten Elternteil
- Anteil der Personen mit Migrationshintergund in Großstädten 1/3
- Probleme von SuS mit Migrationshintergrund Schneider & Herwartz-Emden, 2009 kognitiver Anregungsgehalt und Qualität des sprachlichen Vorbildes im Elternhaus elterliche Standards und Aspirationen leistungsbezogene Erklärungen und Sanktionen der Eltern elterliches Engagement für Schulleistung des Kindes
- Handlungen, Wissen und Fähigkeiten im interkulturellen Kontext Auernheimer, 2012 Wissen um struktuelle Benachteiligung Sensibilität für mögliche Differenzen Fähigkeit zum Perspektivwechsel Eintreten für gleiche Rechte und Sozialchancen ungeachtet der Herkunft Haltung der Akzeptanz, des Respekts für Andersartigkeit
- Definition Heterogenität Tenorth & Tippelt, 2007 Verschiedenartigkeit
- Merkmale von Heterogenität I Roßbach, 2001 Heterogenität der Schulleistungen Heterogenität im Alter Heterogenität in familiären Merkmalen Heterogenität und ausländische SuS
- Merkmale von Heterogenität II Martschinke & Kammermeyer, 2003 leistungspezifische Lernvorraussetzungen: schriftsprachspezifisch: phonologische Bewusstheit und Vorkenntnisse mathematikspezifisch: Zahlvorstellung persönlichkeitsspezifische Lernvorraussetzungen: Selbstkonzept im Schriftspracherwerb Selbstkonzept in Mathematik Selbstkonzept sozialer Integration Selbstwertgefühl Kontextmerkmale: Klassengröße, Wiederholung, Elternunterstützung, Kinder mit Lernschwierigkeiten, ...
- Umgang mit Heterogenität Intensivierungsstunden Hausaufgabenbetreuung Förderunterricht Partnerarbeit Gruppenarbeit in leistungsheterogenen Gruppen Idee des FEGA- Modells (Helmke, 2012) Fortgeschrittenengruppe Erweiterungskurs Grundkurs Anschlusskurs
- Grenzen von Heterogenität negatives Selbstbild, wenn in schlechter Gruppe diagnostische Kompetenz organisatorische Probleme (räumlich, personell, materiell)
- Definition Inklusion Heimlich, 2013 Schaffung von Strukturen die zur Unterstützung der selbstbestimmten Teilhabe aller Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen dienen
- BayEUG bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen
- Rechtliche Grundlagen der Inklusion UN-Behindertenkonvention (2009 Art. 24) Recht auf Bildung Gewährleistung eines inklusiven Bildungssystems gleichberechtigter Zugang zur Regelschule Unterstützungsmaßnahmen, Barrierefreiheit bayerische Weg (BayEUG, Art. 30 b) gemeinsamer Unterricht an allen Schulen und Abschlüsse Unterstützung durch die Förderzentren Schulprofil "Inklusion" Elternentscheidungsrecht (BayEUG, Art. 41) Eltern entscheiden über Lernort des Kindes
- heutige Situation der Inklusion 1/4 aller SuS mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind an Regelschulen Exklusionsquote gesunken (Hopf & Kronauer, 2016)
- Umsetzung der Inklusion auf Schulebene Kooperarion von Regel- und Förderschulen
- Umsetzung der Inklusion auf Schulebene Kooperarion von Regel- und Förderschulen
- Umsetzung der Inklusion im Klassenzimmer handlungsorientierter Unterricht problemorientiertes Lernen offener Unterricht Morgenkreis Wochenplan Stationenarbeit Projektarbeit Denktraining forschend-entwickelnder Unterricht
- Prinzip der Differenzierung Wiater, 2014 äußere Differenzierung interschulische Differenzierung (gleiche Startchancen, Gliederung nach Schularten, Jahrgangsstufen) intraschulische Differenzierung (Schulzweige, Wahlfächer, Leistungskurse) innere Differenzierung thematisch-intentionale Differenzierung methodische Differenzierung mediale Differenzierung Differnzierung anhand von Sozialformen
- Definition innere Differenzierung Riedl, 2008 didaktisch-methodische Individualisierung des Unterrichts
- Definition Lernvoraussetzungen Siebert, 2005 Bedingungen und Faktoren, die SuS in Entwicklung fördern oder hemmen können