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Allgemeine Psychologie (Fach) / Kognitive Kontrolle (Lektion)

Kognitive Kontrolle

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  • Doppelaufgaben und Aufgabenwechsel Zur bestimmung benötigter kognitiver Ressourcen durch eine Aufgabe stört keine von 2 ausgeführten Aufgaben die jeweils andere, werden unterschiedliche Ressourcen beansprucht; interferieren die Aufgaben, werden notwendige Ressouorcen blockiert und Handlungen schließen sich oft gegenseitig aus meist 2 Wahlreaktionsaufgaben mit gleichen Reizen, Reaktionen nach Aufgabenwechsel verlangsamt = Wechselkosten (Zeitaufwand) Wechselkosten bestehen auch bei völliger Vorhersehbarkeit der Aufgabenwechsel, verringern sich mit Vorbereitungszeit aber verschwinden nicht völlig; Vorbereitung wird erst abgeschlossen, wenn erster Reiz der neuen Aufgabe präsentiert wird Aufgabenwechsel wird als sehr anstrengend empfunden
  • Kognitive Kontrolle (Definition) psychologisches Konstrukt aus den aktuellen kognitiven Neurowissenschaften oft auch "exekutive Funktionen" beinhaltet Priorisierung, Ressourcenzuweisung, Planung, Durchführung, Koordination und Sequenzieurng, Erkennung und Korrektur von Fehlern bei der Handlungsausführung, sowie das abschirmen konkurreirender Handlungsmöglichkeiten Aufgaben unter hoher Belastung der kognitiven Kontrollprozesse werden als anstrengend empfunden (im Alltag: erfordert hohe Konzentration) neben sensorschen Aspekten der Aufmerksamkeit, hier: Aufmerksamkeit für die Kontrolle motorischer und kognitiver Handlungen Prozesse, die es ermöglichen, dass die Informationsverarbeitung und das Verhalten von Moment zu Moment je nach aktuellen Zielen adaptiv variieren und nicht starr und unflexibel bleiben. Mechanismen, die… • die Koordination und Konfiguration sensorischer, kognitiver und motorischer Systeme im Sinne übergeordneter Ziele vermitteln • die Selektion einer an sich schwächeren Reaktion oder Informationsquelle ermöglichen, wenn diese in Konflikt mit starken, aber aufgabenirrelevanten Reizen oder Reaktionen stehen mentale Prozesse höherer Ordnung, deren Zusammenspiel zielgerichtetes Verhalten und flexibles, angemessenes Reagieren auf neue Situationen und damit Selbstkontrolle gewährleistet immer dann relevant, wenn mehrere Handlungsalternativen hinsichtlich ihrer Konsequenzen miteinander verglichen und Hypothesen über die Folgen des eigenen Handelns gegeneinander abgewogen werden müssen
  • Automatisierung Automatisierung / Training verringert die notwedige kognitive Kontrolle Bildgebende Verfahren: ausführende Areale weniger aktiv, weniger Verarbeitungsaufwand automatisierte Aufgaben = unbewusst, ohne Aufmerksamkeit, unwillkürlich Bsp: Stroop Effekt: durch stark automatisierte Artikulation des geschriebenen Wortes und ungewohnte Artikulation der Druckfarbe führt zu langen Verarbeitungszeiten bei der Benennung von Druckfarben, wenn Farbwörter nicht in den Farben gedruckt werden, die sie bezeichnen (Inkongruenz); Stört nur beim Sprechen, nicht beim Lesen (Lesen interferiert mit der Benennung der Farben, aber nicht umgekehrt)
  • Norman-Shallice-Modell der Handlungskontolle Routinehandlungen: Reizbedingungen (Trigger Data) lösen fest assoziierte Handlungen aus, indem Schema Control Units (Kontrolleinheiten für Teilprozesse) unterschiedlich aktiviert werden; die am stärksten aktivierte Einheit hemmt die anderen (contention Scheduling, planmäßige AUsführung mit Wettbewerb) und löst die zugehörige Handlung aus (eine Einheit gewinnt den Wettbewerb) - Art Autopilot, nimmt selbst keine Ressourcen der kognitiven Kontrolle in Anspruch unerwartete Situationen: automatische Reiz-Reaktions-Auslösung funktioniert nicht mehr, Surpervisory Attentional System (SAS, Überwachendes Aufmerksamkeitssystem) muss eingreifen und direkt kontrollieren, sie aktiviert und hemmt die Schema Control Units; es kann so auch eine andere Handlung ausgelöst werden, als die, die automatisch als Reaktion auf einen Reiz entstanden wäre (Aktiver Eingriff in die Kontrolle) Bsp: Autofahren
  • Direkte Parameterspezifikation von Neumann (1990) sensorische Reize lösen direkt mit ihnen verknüpfte Handlungen aus, ohne bewusste Entscheidung direkte Parameterspezifikation: Menschen können sich selbst instruieren, auf Reize mit bestimmten Reaktion zu reagieren; Selbst-Programmierung geschieht unter kognitiver Kontrolle (Instruktrion und erste Durchgänge); ist Zuordnung Reiz und Reaktion eindeutig, kann Automatisierung einsetzen, Präsentation des Reizes zieht automatisch Reaktion nach sich (Action triggers), Reize können auch unbewusst sein, keine zeitraubende bewusste Entscheidung nötig, kognitive Kontrolle wird abgegeben, Kontrolle übernehmen die Reize
  • Neuronale Grundlagen der kognitiven Kontrolle (Planen und Handeln) PFC (Schädigungen dieses Bereiches ziehen Defizite von Planungsschwierigkeiten bis grob gestörtes Sozalverhalten nach sich) Fall des Phineas Gage Schwierigkeiten bei Wechsel zwischen Sortieraufgaben Anfälligkeit gegenüber Störreizen bei verschiedenen Aufgaben Beeinträchtigungen der Funktionen des Arbeitsgedächtnisses Behalten handlungsrelevanter Informationen Sinnvolle Sequenzierung von Teilprozessen Präsentation von Handhabbaren Gegenständen löst reflexartige assoziierte Handlung aus (Utilisationsverhalten), unkontrollierbar Kontrollierbarkeit emotionaler und sexueller verhaltensweisen beeinträchtigt, Konflikte mit sozialer Umwelt ABER: meist intellektuelle Leistung noch intakt
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