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Schulpädagogik Examen (Fach) / Bereich B: Planung und Gestaltung von Lernumgebungen (Lektion)
Planung und Gestaltung von Lernumgebungen
Förderung verschiedener Arbeits- und Lernformen
Schüleradäquate Lernsituationen
Verstehens- und Transferprozesse
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- Definition Lernumgebung Wiater, 2012 Planvoll gestaltetes Arrangement von Lerninhalten, die sich SuS mittels bereitgestellter Materialien an Hand von vorgegebenen Arbeitsaufträgen allein oder zusammen mit anderen selbstständig erarbeiten und bei denen sie den Lernprozess und den Lernerfolg auch selbst kontrollieren. (Raum, Medien, Inhalte, Lehrende (Berater und Organisator), SuS
- Einteilung der Lernumgebungen Wiater, 2012 äußere Lernumgebung: "wahrnehmbare" Lernarrangements aus Materialien und lernenden SuS innere Lernumgebung: dabei erfolgende Lernprozesse im S
- Voraussetzungen für Gestaltung schülergerechter Lernsituationen Schülervoraussetzungen berücksichtigen Bedingungen wirksamen Unterrichts kennen Beachtung von Unterrichtsprinzipien und Lerntheorien
- Kennzeichen guter Lernumgebungen Wiater, 2012 Multiperspektivität und Ganzheitlichkeit bei den Lerninhalten Lebensnähe, Anwendungsbezug, Orientierung an authentischen Problemen, Einbezug außerschulischer Lernorte Multimedialität bei den Arbeitsmaterialien Differenzierung aufgrund der Heterogenität (Schwierigkeitsgrad, Lerntempo, -weg, -weise, -fähigkeit, Interesse, Fähigkeiten, Fertigkeiten) Ermöglichung von Lernen im sozialen Kontext
- Definition Lehrplan I Künzli, 1999 Projektionsfolie für die gesellschaftlichen Erwartungen an die Schule und Steuerungsinstrument
- Definition Lehrplan II Wiater, 2012 staatlich verbindlich gemachte, geordnete Zusammenfassung von Lehrinhalten, die während eines bestimmten Zeitraums an bestimmten Schulformen in bestimmten Fächern vermittelt werden sollen.
- Lehrplan in Bayern Lehrplan PLUS (seit 2013/ 2014 in der GS), (ISB Bayern, 2016), (KOMPAS, 2016) Fokus auf Outputorientierung Kompetenzen, die SuS am Ende des Schuljahres erreicht haben sollen Berücksichtigung der Bildungsstandards der KMK
- Funktionen der Lehrpläne Wiater, 2012 1. Gesellschaftliche Funktionen Qualifikation für Berufsleben Enkulturation Sozialisation Selektion Legitimation des staatlichen Einflusses auf die Persönlichkeitsentwicklung Steuerung der Arbeit der LK Innovation aufgrund von Veränderungen in Wissenschaft und Gesellschaft 2. Pädagogisch-didaktische Funktionen Regelwerk, was als Bildung, Lernen und Unterricht verstanden wird Festlegung des Schulwissens Systematisierung des Aufbaus der Schülerpersönlichkeit Entlastung der LK bei Planung von Unterricht Transparent und Kontrollierbarkeit des Unterrichts Reduktion und Aufbereitung neuerer Erkenntnisse
- Entwicklung des Lehrplans Wiater, 2012 Offizieller Lehrplan Individueller Lehrplan (Anpassung an Klasse) Tatsächlicher Lehrplan (Unterrichtsdurchführung) Realisierter Lehrplan (Gelerntes)
- Aufgabe der Bildungsstandards nationaler Leistungsvergleich von Schulsystemen, Schulen, Schularten Ergebnisse zur Verbesserung
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- Warum Bildungsstandards? Klieme, 2003 PISA-Schock 2000: Deutschland sehr schlecht, daher nationale Veränderung des Bildungssystems, obwohl Ländersache
- Was zeichnet die Bildungsstandards aus? abschlussbezogen, nicht schulformbezogen (Helmke, 2012) als Regelstandards formuliert, nicht Mindeststandards (KMK, 2010)
- Kritik an Bildungsstandards Gruschka. 2006 Überprüfbarkeit der Kompetenzen evtl. kein Unterschied zu LP z.T. jahrgangsübergreifend
- Aufteilung der Kompetenzen Sachkompetenz Selbstkompetenz Sozialkompetenz --> Basis für Handlungskompetenz
- Warum sind Kompetenzen so wichtig? PISA und TIMSS (90er Jahre): Messen von Kompetenzniveaus (Orientierung am Lern-Output)
- Definition Kompetenzen Weinert, 2001 kognitive, motivationale, volitionale und soziale Fähigkeit und Bereitschaft spezifische Probleme zu lösen
- Unterscheidung der Kompetenzen Weinert, 2001 Können, Wissen, Motivation, Fähigkeit, Handeln, Erfahrungen, Verstehen
- Kritik am Kompetenzbegriff Krautz, 2011 kaum einheitliche Theoriebildung keine empirische Grundlage "Beliebigkeit der Inhalte" keine Vergleichbarkeit
- Definition Lernzieltaxonomien Weinert, 2001 Art und Weise, wie Lernziele angeordnet werden und damit nutzbar für Planung von Unterricht gemacht werden
- Definition Lernziele Meyer, 2012 sprachlich artikulierte Vorstellung über ein gewünschtes Lernergebnis
- Funktion von Lernzielen Konrad, Traub, 2010 Unterstützung der LK bei Unterrichtsplanung Überprüfbarkeit des Lernzuwachses Orientierung für SuS (selbstgesteuertes Lernen)
- Ebenen der Lernziele Feinziele (konkrete Zielsetzungen, sehr konkret) Grobziele (größerer Zusammenhang, weniger konkret) Richtziele (für längerfristige Unterrichtsplanung, kaum konkret, normative, durch LP festgelegte Bildungsziele)
- Lernzieltaxonomien/ Arten von Lernzielen Bloom, Krathwohl, Masia, 1975 kognitiver Bereich (Formen von Wissen, wie Fakten, Regeln, Prinzipien, Prozeduren, Konzepte) affektiver Bereich (Denken und Handeln, wie Interessen, Gefühle, Einstellungen, Wertvorstellungen, Werturteile bilden, eigenes Verhalten darauf ausrichten) psychomotorischer Bereich (Beherrschung von Bewegungsabläufen, Fein- und Grobmotorik, wie handwerkliche oder sportliche Fähigkeiten)
- Merkmale guter Lernziele Mager, 1994 klar und eindeutig formuliert beziehen sich auf Bereiche der kognitiven, affektiven und psychomotorischen Dimensionen müssen beobachtbar/ kontrollierbar sein!!!
- Selbstbestimmtes Lernen (Definition, Voraussetzung, Umsetzungsbeispiel) Definition: größtmöglichste Selbstständigkeit aller Beteiligten, daher persönlicher Umgang mit inhaltlichen und methodischen Vorschlägen als Handlungsimpulse (Meueler, o.J.) Voraussetzung: metakognitive (Selbstanalyse, -planung, -organisation, -kontrolle) und kognitive Kompetenzen (Neber, 1978) Umsetzungsbeispiel: Lern- und Leistungsdokumentation mit Portfolio
- Soziales Lernen (Definition, Voraussetzung, Umsetzungsbeispiel) Definition: Erwerb sozialer Verhaltensweisen, Fertigkeiten und Einstellungen, Rollenübernahme mit Grundlage der absichtsvollen sozialerzieherische Förderungen und alltägliches Modelllernen (Kellner & Hafner, 1999) Voraussetzung: Unterscheidung zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Interessen Umsetzungsbeispiel: Ich/ Du-Spiegel
- Problemlösendes Lernen (Definition, Umsetzungsbeispiel) Definition: Zielorientiertes Denken und Handeln in Situationen, für deren Bewältigung keine Routinen verfügbar sind (Baumert, 2003) Umsetzungsbeispiel: Brückenbauen mit Papier
- Kooperatives Lernen (Definition, Form, Voraussetzung, Umsetzungsbeispiel) Definition: Interaktionsform, bei der Personen im gemeinsam und im wechselseitigen Austausch Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben. (Konrad & Traub, 2010) Formen der Kooperation (Fussangel, 2008) Austausch Arbeitsteilung Ko-Konstruktion Voraussetzung (Johnson & Johnson, 2005) Argumentations- und Kommunikationsfähigkeit Anleitung des Lehrers (Steuerung, Anleitung, Strukturierung) Umsetzungsbeispiel Jigsaw-Methode (Aronson, 1978) Kooperationsklassen Partnerarbeit Gruppenarbeit
- Selbstreguliertes Lernen (Definition, Voraussetzung, Umsetzungsbeispiel) Definition: selbstständiges und eigenmotiviertes Setzen von Zielen, sowie eigenständiges Auswählen von Strategien zum Erreichen der Ziele --> Ist-Soll-Differenz reduzieren (Götz & Nett, 2011) Voraussetzung: selbstständiges Arbeiten (Situation bewerten, Motivation aufrechterhalten, Lernhandlung durchführen, vorbereiten...) Umsetzungsbeispiel Lerntagebuch
- Eigenverantwortliches Lernen (Definition, Voraussetzung, Umsetzungsbeispiel) Definition: handlungsorientierter, schülerzentrierter Unterricht mit Fokus auf Problemlösen, Selbsttätigkeit, Eigenverantwortung (Klippert, 2007) Voraussetzung: veränderte Lehrerrolle veränderte Schülerrolle Umsetzungsbeispiel Talkshows, Rollenspiele, Erkundungen, Referate, Informationen nachschlagen, Rätsel lösen
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- Kumulatives Lernen (Definition, Voraussetzung, Umsetzungsbeispiel) Definition: verschieden wirkende Phänomene mit Hilfe fachspezifischer Konzepte naturwissenschaftlich erklären, dabei Nutzung des Vorwissens --> Bedeutung und Anwendbarkeit!! (Freimann, 2000) Voraussetzung: Erwerb von Grundwissen (fehlt oft) Umsetzungsbeispiel: bildliche Strukturierungen wie Karteikarten, Mind Maps, Concept Maps, Plakate und Poster
- Situiertes Lernen (Definition, Voraussetzung, Umsetzungsbeispiel) Definition: Wissen durch aktiven Konstruktionsprozess, daher Beachtung der Lernsituation und des Kontextes (Gruber, 2009) Voraussetzung: Anpassung der Lernsituation an Anwendungssituation Umsetzungsbeispiel: außerschulische Lernorte, Projektarbeit
- Entdeckendes Lernen (Definition, Voraussetzung, Umsetzungsbeispiel) Definition: selbstständige Erschließung eines Wissensgebietes durch Neuordnen oder Transformieren des Gegebenen (Brunner, 1981) Voraussetzung: keine Unterscheidung der potenziellen Wahrnehmungs- und Lernfähigkeit Umsetzungsbeispiel: Projektarbeit
- Interkulturelles Lernen (Definition, Umsetzungsbeispiel) Definition: lernen, in interkulturellen Situationen effektiv und angemessen zu interagieren (Deardoff, 2006) --> Stufenweise lernen Umsetzungsbeispiel: Lesepatenschaft, muslimischer Religionsunterricht
- Lebenslanges Lernen (Definition) Definition: alles Lernen während des Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dient, im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive (Europäische Kommission, 2006)
- Aktives Lernen (Definition, Voraussetzung, Umsetzungsbeispiel) Definition: möglichst aus eigenem Antrieb, mit eigenen Zielen, nach eigenen Methoden, mit selbst gewählten Lernpartnern und mit Möglichkeit der Selbstkontrolle mit einer schulischen Aufgabenstellung zu befassen (Wiater, 2014) Voraussetzung: Möglichkeiten zum autonomen Kompetenzerwerb geben Umsetzungsbeispiel: Schaffung von Rückzugsräumen, Angebot von Lernmaterialien zum eigenständigen Lernen
- Reziprokes Lernen (Definition, Voraussetzung, Umsetzungsbeispiel) Definition: kooperative Lernform zur Verbesserung des Textverständnisses, dabei modellhaftes vermitteln von Lesestrategien, danach übernehmen SuS die Lehrerrolle (Palincsar & Brown, 1984) Voraussetzung: Strategien zum Verstehen von Texten Fragen zum Text Wortbedeutungen klären Textstück zusammenfassen Vorhersagen Umsetzungsbeispiel: modellhaftes vermitteln von Lesestrategien, danach übernehmen SuS die Lehrerrolle
- Definition Unterrichtsprinzipien Wiater, 2012 Grundsätze zur Planung von Unterricht, die den Unterrichtskonzeptionen vorgeordnet sind.
- Fundierte Unterrichtsprinzipien Wiater, 2012 Schülerorientierung Sachorientierung Handlungsorientierung
- Regulierende Unterrichtprinzipien Wiater, 2012 Selbsttätigkeit Differenzierung Veranschaulichung Motivierung Ganzheit Zielorientierung Strukturierung Ergebnissicherung
- Definition Methoden Meyer, 2002 Formen und Verfaahren, mit denen sich LK und SuS Wirklichkeit aneignen
- Methodenbegriff nach Meyer, 2002: Makro-, Meso- und Mikromethodik Erkläre. Makromethodik = Unterrichtskonzeptionen Mesomethodik = Sozialformen, Handlungsmuster (Medien), Verlaufsformen Mikromethodik = Darbietende Formen, Erarbeitende Formen, Entdeckende Formen (Inszenierungstechniken der LK und der SuS)
- Funktionen von Leistungsmessung Ulbricht, 2009 Motivationsfunktion Berichtsfunktion Selektionsfunktion Diagnosefunktion Disziplinierungsfunktion
- Gütekriterien Objektivität Reliabilität (Messgenauigkeit) Validität (Überprüfung, dass genau das gemessen wurde, wonach gefragt wurde)
- Kritik an der traditionellen Leistungsbeurteilung Winter, 2007 produktorientiert individuelle Unterschiede werden nicht berücksichtigt überwiegend kognitiv Bulimielernen (Häppchenwissen) soziale Bezugsnorm --> Wettbewerbsorientierung Bewertungskriterien unbekannt Kein Dialog über Bewertung LK einzige Beurteilungsinstanz --> objektiv??
- Neue Form der Leistungsmessung Noten formative Leistungsmessung als Unterstützungshilfe Lernförderliches, prozessorientiertes Feedback Transparenz! individuelle Bezugsnorm + kriteriale Bezugsnorm
- Ebenen von Feedback Aufgabe -> Aufgaben erledigt? Prozess -> was muss getan werden für Aufgaben? Selbstregulation -> was kann Lernender tun für lernen? Selbst -> persönlichkeitsbezogene Bewertung?
- Lernorttheorie Salzmann, 2007 Primäre Lernorte, die zu Lern- und Bildungszwecken öffentlich eingerichtet wurden Sekundäre Lernorte, in denen zwar auch Lernerfahrungen geschehen, deren Hauptzweck aber ein anderer ist -> pädagogisch vorbereitet bzw. vorstrukturiert Temporäre Lernorte (Wiater, 2012), die vorrübergehend für spezifische Lernzwecke genutzt und aufgesucht werden -> sind nicht pädagogisch vorbereitet bzw. strukturiert
- Definition Projektunterricht Frey, 2002 Unterform des handlungsorientierten Unterrichts (Schüler-, Produkt- und Wirklichkeitsorientierung)
- Phasen des Projektunterrichts und Kompetenzförderung Frey, 2002 Initiierungsphase -> kreative Kompetenz Einstiegsphase -> soziale Kompetenz, Informationskompetenz Planungsphase -> Planungskompetenz Durchführungsphase -> Problemlösekompetenz Präsentationsphase -> kommunikative Kompetenz Auswertungsphase -> Beurteilungsvermögen Weiterführungsphase -> Dokumentationskompetenz