2 Folie 2 Wahrnehmung aufmerksamkeit (Fach) / 2 Folie 2 Wahrnehmung aufmerksamkeit (Lektion)
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2 Folie 2 Wahrnehmung aufmerksamkeit
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- Fähigkeit zur schnellen Identifikation von Objekte Kerninhalt einer Szene (Gist) kann selbst dann wahrgenommen werden, wenn diese nur extrem kurz präsentiert wird (20 msec) erkannt nach 150 msec (EEG)
- Das Auge zwei Arten visueller Rezeptor-Zellen in der Retina Zapfen Stäbchen
- Zapfen Wahrnehmung von Farbe und Details vorwiegend in der Fovea (Sehgrube; Punkt schärfsten Sehens, 140.000 Zapfen pro mm2)
- Stäbchen Sehen bei gedämpftem Licht / in der Dämmerung lokalisiert in der Peripherie (125 Mio.)
- Retinale Ganglien-Zellen erhalten Input von einigen Zapfen oder hunderten Stäbchen (vgl. höhere Sensitivität im Dunkeln)
- Informationsweiterleitung über Thalamus (seitliche Kniehöcker = LGN - lateral geniculate nucleus) zum Gehirn (Areale V1 und V2)
- vom Auge zum Kortex Ablauf Rezeption• Absorbierung physikalischer Energie Transduktion • physikalische Energie wird umgewandelt in elektrochemisches Aktivationsmuster in NeuronenKodierung• Umwandlung in Aktivationspotenziale (Feuerrate) • Korrespondenz zwischen Aspekten der physikalischen Stimuli und Aspekten der resultierenden Aktivation des Nervensystems
- Rezeptive Felder Bereich der Netzhaut, von dem aus die Aktivität einer Zelle beeinflusst wird (Hubel & Wiesel,1979)
- Rezeptive Felder Zellen einfache Zelle des Zentrum-Umfeld Typs (in Ganglien-Zellen & LGN) einfache Kortex-Zellen: orientierungsspezifische Reaktion komplexe Kortex-Zellen: Bewegung (eines korrekt ausgerichteten Balkens) endinhibierte Kortex-Zellen: Ecken, Winkel, Balken bestimmter Länge, die sich in bestimmte Richtung bewegen
- Laterale Hemmung / Inhibition verstärkt Kontraste durch wechselseitige Hemmung von Zellen z.B. entweder hell oder dunkel Unterschied zentrales vs. peripheres Sehen exakte Kante vs. imaginärer Schatten enge (Zapfen) vs. großflächige (Stäbchen) Vernetzung / Hemmung
- Retino- Genikuläre Bahnen Parvozellulärer (P) Pfad Sensitiv für Farben und DetailsInput vorwiegend von ZapfenMagnozellulärer PfadVorwiegend sensitiv für Bewegung Input vorwiegend von Stäbchen
- Magno > Schirmzellen - grosse dendritische Felder
- Parvo > Zwergzellen - kleine dendritische Felder
- Route visueller Signale rechtes Sichtfeldlinke Seiten der beiden Retinas Signale im linken visuellen Kortexlinkes Sichtfeld rechte Seiten der beiden Retinas Signale im rechten visuellen Kortex
- Gehirn Systeme Dorsaler Strom (wo? / wie?) vs. Ventraler Strom (was?)
- V1 und V2  Primärer Visueller Kortex (V1, BA17) Sekundärer Visueller Kortex (V2, BA18) Dorsaler und ventraler Strom nicht vollständig segregiert oder spezialisiert Verarbeitung von V1 Dorsaler Strom  ansteigende Komplexitä Laterale Hemmung erhöht Kontrast (an Ecken)Dorsaler Strom •“Wo?” / “Wie?” Strom • Magno-Pfad / Stäbchen- Verabreitung BewegungsinformationenParietaler KortexVentraler Strom •“Was?” Pfad • Parvo-Pfad / Zapfen • Form und Farbe Infero- Temporal Kortex 
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- Theorie der Funktionalen Spezialisierung Aufgabenteilungshypothese Wahrnehmung funktioniert wie Zusammenarbeit eines Teams von Spezialisten jedes Areal bearbeitet Teile des Problems am Ende zu kohärenter visueller Wahrnehmung zusammengefügt
- Theorie der Funktionalen Spezialisierung Areale spezielle Areale V1 & V2 – einfache visuelle Verarbeitung V3 & V3a – Formwahrnehmung (besonders von bewegten Stimuli) V4 – Farbwahrnehmung V5 (MT) – Bewegungswahrnehmung
- Theorie der Funktionalen Spezialisierung (Zeki, 1993, 2001) Befunde (Beispiele) V4 und Farbwahrnehmung Kognitive Neuropsychologie Achromatopsie = keine Farbwahrnehmung aber intakte Formwahrnehm. Meta-Analyse (Bouvier & Engel, 2006) fast alle Patienten Schädigung in oder nahe V4 Kognitive Neurowissenschaft fMRI Studie (Goddard et al., 2011): Filme in Farbe vs. ohne stärkere Aktivation in V4 Transkraniale Magnetische Stimulation (TMS) Studie (Banissy et al., 2012) Beschleunigung bei Erkennen von Stimuli durch Farbpriming verschwindet nach Anwendung von TMS auf V4 Konklusion: V4 wichtig für Farbverarbeitung aber V4 auch involviert in Verarbeitung von Raum- und Formwahrnehmung auch Bereiche außerhalb V4 involviert in Farbwahrnehmung (z.B. V1 und V2)
- Das Zusammenführungsproblem (binding problem) Wie wird Information nach der Bearbeitung wieder kombiniert und integriert? Zusammenführung visueller Merkmale Zusammenführung der Information über verschiedene Augenbewegungen
- binding-by-synchrony-Hypothese Detektoren, die gemeinsam feuern, gehören zu demselben Objekt großflächige Synchronisierung führt zu Aufmerksamkeit & Bewusstsein
- Muster-Hypothese (Guttman et al., 2007) Zusammenführung anhand ähnlicher Muster neuronaler Aktivität über die Zeit
- Das Zusammenführungsproblem (binding problem) Wie wird Information nach der Bearbeitung wieder kombiniert und integriert? Beispiele binding-by-synchrony-Hypothese (Singer & Gray, 1995) Muster-Hypothese (Guttman et al., 2007) neuronaler Aktivität über die Zeit selektive Aufmerksamkeit große Bedeutung (Feldmann, 20) Lösung des Binding Problems nicht abschließend geklärt
- Theorie der Funktionalen Spezialisierung (Zecki, 1993, 2001) Stärken einfaches Modell zur Beschreibung einer komplexen Realität Stützung der Annahme, dass Bewegungsverarbeitung relativ unabhängig verläuft von anderen Arten
- Theorie der Funktionalen Spezialisierung Schwächen Areale weniger spezialisiert als angenommen (Ausnahme V5/MT) Verarbeitung in V1 und V2 umfangreicher als angenommen (auch komplexe Formen) Binding Problem nicht abschließend gelöst
- Theorie der zwei visuellen Systeme (Milner & Goodale, 1995, 2008) Was ist die Aufgabe des visuellen Systems? klassisch: Bereitstellung einer (bewussten) Repräsentation der Welt M & G: Zwei Systeme für zwei unterschiedliche Aufgaben
- Ventraler Strom Vision-for-perception Sehen um zu erkennen allozentrisch (unabhängig von Perspektive) längere Repräsentationen normalerweise bewusst langsamere Verarbeitung Input von der Fovea
- Dorsaler Strom Vision-for-action Sehen um zu handeln egozentrisch kurzlebige Repräsentationen normalerweise unbewusst schnellere Verarbeitung Input aus der Peripherie
- M & G (2008): Das Greifen nach Objekten erfordert beide visuellen Systeme insbesondere dann, wenn: Gedächtnis erforderlich ist Zeit für die Planung zur Verfügung steht Planen für die Durchführung der Handlung notwendig ist die Handlung ungeübt oder ungewöhnlich ist
- Theorie der zwei visuellen Systeme (Milner & Goodale, 1995, 2008) Stärken Annahme von zwei visuellen Systemen im allgemeinen gut bestätigt Doppelte Dissoziation Reduktion von optischen Illusionen bei handlungsbasierten Leistungen
- Theorie der zwei visuellen Systeme Schwächen zu starke Betonung der Unabhängigkeit der beiden Systeme Zusammenspiel der Ströme wird nicht genau beschrieben der dorsale Strom wird genau genommen nur für rudimentäre Handlungen benötigt Vorhersagen der Theorie bleiben teilweise unpräzise
- Farbwahrnehmung FarbeEmpfindungFunktion
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- Farbe Empfindung, die es uns ermöglicht, zwischen zwei strukturlosen Flächen gleicher Helligkeit zu unterscheiden
- Empfindung Licht ist nicht per se farbig Licht wird im Auge in elektrische Signale umgewandelt, die dann im Gehirn als Farbe interpretiert werden
- Funtion Verbesserung der Wahrnehmung bei Flächen gleicher aber auch unterschiedlicher Helligkeit
- additive Farbmischung kann jeder reine spektrale Farbton durch die Mischung dreier (hinreichend unterschiedlicher) Wellenlängen erzeugt werden das gleiche Perzept kann durch physikalisch sehr unterschiedliche Reize hervorgerufen werden (metamer)
- Zwei Prozess Theorie der Farbwahrnehmung   Drei Arten von Zapfenrezeptoren in der Retina wandeln Licht in Nervenimpulse um (vgl. Dreifarbentheorie von Young & Helmholtz) Transformation in drei Gegenfarbsignale in Ganglion-Zellen (vgl. Gegenfarbtheorie von Hering) Interpretation der Erregungsmuster als Farben im Gehirn 
- Farbkonstanz Tendenz einer Oberfläche in derselben Farbe zu erscheinen trotz Änderung der Beleuchtung drastische Veränderung der Erregung der Zapfen chromatische Adaption (z.B. Lee et al., 2012: 6 sec) Anpassung der Wahrnehmung an Unterschiede in Beleuchtung automatische Kompensationsmechanismen Farb-Illusionen
- Modelle zur Erklärung der Farbkonstanz Lokaler und globaler Farbkontrast: Korrektur auf Basis von Vergleich gegen Färbung benachbarter Objekte Vergleich gegen Farbton der gesamten Szene Wissen über Farben von Objekten und Beleuchtung Theorie des Zapfen-Erregungs-Verhältnisses (Foster & Nascimento, 1994) Verhältnis der Erregung der drei Zapfen für verschiedene Oberflächen wird genutzt (bleibt konstant bei Änderung der Beleuchtung)
- Modelle zur Erklärung der Farbkonstanz Schwächen unklar wie die unterschiedlichen Faktoren (bottom-up & top-down) zusammenwirken / integriert werden
- Tiefenwahrnehmung Umwandlung des 2-D Abbilds auf der Retina in eine mentale Repräsentation mit 3-D Monokulare Cues (Hinweisreize) Hinweisreize, die bereits mit einem Auge wahrnehmbar sind Binokulare Cues Hinweisreize, die der Nutzung beider Augen bedürfen Okulomotorische Cues Rückmeldung über Kontraktion der Muskeln, die das Auge umgeben
- Monokulare Cues (Hinweisreize) Hinweisreize, die bereits mit einem Auge wahrnehmbar sind
- Binokulare Cues Hinweisreize, die der Nutzung beider Augen bedürfen
- Okulomotorische Cues Rückmeldung über Kontraktion der Muskeln, die das Auge umgeben
- Monokulare Cues der Tiefenwahrnehmung Linearperspektive Annäherung paralleler Linien (Eisenbahnschienen) Veränderung der Textur Dichte von Markierungen steigt Schatten & Überlappungen Gewohnte Größe Unschärfe vorn schärfer als hinten Bewegungsparallaxe Unterschiedliche Geschwindigkeit der Bewegung auf Retina (nah schneller)
- Binokulare und Okolumotorische Cues Vergenz gegensinnige Augenbewegungenstärker bei näheren Objekten  Binokulare Disparität / Querdisparität Geringfügige Verschiebung der retinalen Bilder beider Augen gegeneinander Eindruck der Tiefe / Dreidimensionalität kann erzeugt werden (Stereophotos, Magic Eye) Zusammenspiel von Cues (Held et al., 2012) Disparität genutzt, weil präziser um Fixationspunkt Unschärfe genutzt, weil präziser außerhalb Fixationspunkt
- Integration von Hinweisreizen Möglichkeiten Additivität oder Selektion oder gewichtete Addition? gewichtete Addition (Landy et al., 2011; Jacobs, 2002) alle / viele Cues werden berücksichtigt zuverlässigere Cues erhalten mehr Gewicht aber anders bei widersprüchlichen Cue- Vorhersagen Selektion von Cues bzw. Herstellung von Kohärenz / guter Interpretation statt Mittelung (nah vs. fern ≠ mittel) Abwertung eines Cues, Aufwertung des andenre
- Grössenkonstanz Tendenz von Objekten, in derselben Größe zu erscheinen, egal ob ihre Größe im retinalen Abbild groß oder klein ist Wahrnehmung von Größe und Entfernung eng verknüpft 
- Blindes Sehen Wahrnehmung ohne Bewusstsein angemessenes Antworten auf visuelle Stimuli in der Abwesenheit von bewusster visueller Erfahrung (z.B. Objekt da oder nicht da?) (manchmal) verbunden mit schwerer Hirnschädigung in V1 intakte Fähigkeiten stützen sich auf einen neuralen Trakt, der den LGN und V5/MT verbindet und V1 umgeht
- Action-Blindsight • Patient G.Y. • teilweise Fähigkeit zu greifen/auf Objekte zu zeigen • stützt sich auf den dorsalen Strom
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