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Psychologie (Fach) / Sprache (Lektion)

Lautproduktion, Lautwarnehmung, Sprache und Denken

Diese Lektion wurde von Szilagyi erstellt.

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  • Traditionelle Linguistische Beschreibungsebenen: Phonetik/ Akustik Phonologie Morphologie Syntax Grammatik Semantik Pragmatik 1. Lehre von den physikalischen Eigenschaften von Lauten,ihrer Produktion und ihres Verstehens 2. Leere von Klassifizierten Lauten (Phoneme) 3. Leere von sprachlichen Formen (Flexion, Wortbildung) 4. Leere vom Satzbau 5. Morphologie +Satzbau 6. Lehre von den Bedeutungne 7. Lehre von der Sprachverwendung; Beziehung zwischen Sprache und Sprachverwender
  • 3 willkürlich variierbare Parameter von Stimme: Lautstärke Tonhöhe Klangfarbe 1. variierbarer Pressdruck der ausströmenden Luft 2. variable Anspannung der Stimmlippen 3. variable Beteiligung der Resonanzräume
  • Aspekte der Lautproduktion Atmen versus SprechenAbsinken des Kehlkopfes (phylo- und ontogenetisch) Sprach und IndividualentwicklungKoordinierte Innervierung des SprechapparatesGeräusche, Töne, LauteAngeborenes, Gelerntes und Verlerntes bei Kindern Nicht jede Lautproduktion ist kommunikativWichtige Rolle der Silbe:physiologischLee-Effekt (Sprachverzögerung, Stottern)SchreibflusstraktVersprecherSchriftsysteme 
  • Kategoriale Lautwahrnehmung Liberman (1964): Synthetisierter, kontinuierlicher Übergang von b über d bis g (in z.B. ba Phonem realisiert) Aufgabe 1: Indentifikation bei zufälliger Darbietung Aufgabe 2: Unterschiedsurteil bei paarweiser Vorgabe 1. : Zuordnung zu 3 diskreten Klassen2 : Unterschiede innerhalb von Phonemgrenzen werden seltener erkannt
  • Der Phonemergänzungseffekt  Wird ein Laut durch ein Geräusch ersetzt, wird dieses nicht oder nicht an seinem Ort wahrgenommen; Probanden geben an fehlenden Laut gehört zu haben.Beispiele--> *eel was on the shoe. --> heel. *eel was on the orange--> peel==> Es wird jeweils das passende Wort gehört, anhand der nachfolgend(!) wahrgenommenen Wörter.
  • Lautwahrnehmung als Top-down-Prozess Beispiele und Ladefoget & Broadbent Experiment (1967) Beispiele für wissens/erwartungsgeleitete Sprachwahrnehmungsprozesse:Kontext, Meta-Prozesse (b-,if- Geheimsprache), Agathe-Bauer-Songs (höhö)Ladefoget& Broadbent: /bit/ oder /bet/ Identifizierung abhängig von Tonhöhe/Tiefe des Einleitungs (Fragesatzes):Zuvor hohe Tonlage: ("bit" 87%)Zuvor tiefe Tonlage: ("bet" 90%)
  • Top-Erkennung geschriebener Sprach Z.B. Worterkennung trotz sinnloser Buchstabenvertauschung bzw sinnlosen Einfügens nicht zum Wort gehöriger Buchstaben
  • Mac-Gurke Effekt = Visuelle Information über den Sprecher trägt zu Höreindruck bei. z.B.: Person spricht Silbe "ba" und wird bei Aussprache von "ga" gefilmt. --> Man hört "da" 
  • Sprachstörung durch Hirnverletzungen Aufgabenstellungen: freie und strukturierte Sprachprodukionsaufgaben Broca-Aphasie (motorische Aphasie): Abgehackte Sprache, reduzierte Prosodie, überwiegend Inhaltswörter, wenig morphologische und syntaktische Ausgestaltung.Leitsymptopm: AgrammatismusWarnicke- Aphasie (sensorische Apphasie): Flüssiges bis geschwätziges Sprechen,inhaltiliche und konzeptionelle Probleme, Prachverstehen z.T. beeinträchtigt.Leitsymptom: Paragrammatismus (falsche Grammatiknutzung mit Satzverschränkungen)
  • Unzulänglichkeiten des klassischen Kommunikationsmodells 1. Keine Eins-zu-Eins Zuordnung von Bedeutungen und Zeichen--> Homonyme: Gleiches Zeichen hat verschiedene Bedeutungen--> Multiple Bennenbarkeit: (Kontext- Partnerabhängigkeit)gleiches Objekt hat verschiedene Bezeichnungen2. Nicht alle Codes haben klare oder eindeutige Bedeutung.z.B. Up- und Down-Grader:"Könnten sie vielleicht gerade mal eben kurz...""Könnten sie verdammt nochmal gefälligst sofort..."
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  • Nonverbale/ vokale Kommunikation Schöler (1982) verbal-vokale Äußerungskomponenten: Wörter--> nonverbal-vokale Äußerungskomponenten: Intonationverbal-nonvokale Äußerungskomponenten: Schriftnonverbal-nonvokale Äußerungskomponenten: Gestikt und MimikSchöler (1982): Kinder verstehen bei diskrepant verbal/ nonverbal zusammengesetzten Äußerungen eher die nonverbale Botschaft
  • Funktionen nonverbaler Komponenten S. 20 1. Kategorie: Illustratoren, Adaptoren/ Manipulatoren, Embleme, Regulatoren, Affekt- Darstellungen2. Kategorie: Augen/Gesicht, Hände/Arme, Kopf/Körper, Füße/Beine
  • Funktionen nonverbale Komponenten Illustratoren: unterstützen ergänden die Bedeutung des GesagtenAdaptoren/ Manipulatoren: reguliern den inneren Zustand der sprechenden Person in Bezug auf das Gesagte Embleme: Äußerungskomponenten mit eigener, konventionalisierter BedeutungRegulatoren: Regulieren die Sprecherrolle(n) in der Kommunkationssituation
  • Wie kann man den Einfluss von Sprache auf Denken untersuchen? ---> Farbwahrnehmung und Farbwörter: Englisch/ Deutsch vs Dani Grundfarben, Zipf'sches Gesetz Englisch/ Deutsch: 11 Wörter für GrundfarbenDani: mili (dunkle, kalte Töne) mola (helle, warme Töne)Fokale Farben: "Bester" Farbton zu jeder Grundfarbe. werden besser behalten und verarbeitet---> Auch Dani erkennen und merken sich fokale Farben gut
  • Fokale Farben (Experiment und Schluss) Heider (=Rosch 1972) Heider: Probanden sehen 5 Sek. einen Farbchip und sollen ihn nach 30 Sek. aus 160 Farben wiedererkennenVerarbeitung fokaler Farben ist eine Sache der WahrnehmungDie Entwicklung von Grundfarbwörtern derselben 11  Farben kann eher als Einfluss des Denkens bzw. Wahrnehmens auf die Sprache interpretiert werden
  • Hängt Denken von der Sprache ab? Denken: Ontogenetisch früher als Sprache. Auch bei Tieren--> Typische Wortstellung im Satz folgt Denkkategorien, über die Sprachen der Welt Verteilt:SOP 44%, SPO 34%, PSO 19%, POS 2%, OPS selten, OSP selten
  • Die Versprecherforschung Gehört zu den frühesten empirischen Zugängen zur SpracheGenerelles Problem: Aus der Dysfunktion auf die Funktion schließenVersprecher im Gegensatz zu Kompetenzfehlern
  • Das Rationale der Versprecherforschung Grundfrage: Was sind Repräsentations und Verarbeitungseinheiten des menschlichen Systems?Annahme:Einheiten, die versprochen werden können, sind Ausdruck einer Repräsentationsebene der VerarbeitungInterpretation über Häufigkeit des Vorkommens und nicht über Einzelfälle