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Grundlagen der Landwirtschaft (Fach) / Zufa 11-20 (Lektion)
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- Atmosphäre und Klima • Verbot mineralischer N-Dünger -> keine Emissionen des klimarelevanten Distickstoffoxids (N2O)• Methan (CH4): v.a. aus Viehhaltung, Methankonversionsfaktoren: Flüssigmist: 10 %, Festmist/Weide: 1 %•Aufstallungsform: Biolandbau: geringerer Viehbesatz (max. 2 GVE/ha), Einstreu und Festmist; konventioneller Landbau: hoher Viehbesatz, Gülleproduktion (Arbeitswirtschaft)• Verbot synthetischer Pestizide -> keine Schädigung der Ozonschicht durch Chlorverbindungen-> Geringere Emissionen von N20, CH4 und Ozonvorläufer beim Öko-Landbau:weltweit flächendeckende Umstellung auf Biolandbau: CO2 Emissionen der letzten 100 Jahre könnten im Humus rückgebunden werden. Biolandbau bindet bis zu 15% mehr Kohlenstoff im Boden. Auf einem fruchtbaren Bio-Acker werden pro Jahr 160t CO2 gespeichert.
- Regionalität flächendeckender Biolandbau fördert den ländlichen Raum:• sichert regionale Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Landwirtschaft• sichert die regionale Erzeugung und Vermarktung der Produkte in der Region• erhält eine kleinteilige Kulturlandschaft als Grundlage für den TourismusStudie der Uni Linz: 10 % Reduktion bei Lebensmittelimporten (durch Einkauf in der Region) erhöht die Wertschöpfung um 2,1 Mrd. Euro und schafft 17.000 neue Arbeitsplätze
- Artgerechte Tierhaltung Viehbesatz und Futterzukauf begrenzt (max. 2 GVE/ha = 1000 kg Lebendgewicht = 2 Kühe) Einsatz von betriebseigenem Futter, senkt Risiken von Schadstoff-Rückständen Haltungssystem, das Gesundheit, Wohlbefinden und artgemäßes Verhalten ermöglicht, Verhaltensstörungen sowie Schmerzen und Leiden verhindert.Geeignete Rassen ("Belgisches Muskelrind") und Zuchtmethoden (Lebensleistung) Bevorzugung von Naturheilkunde u. Homöopathie in der Therapie kein Embryotransfer, Genmanipulation, Schwanzkupieren, Zähne- und Schnabelkneifen sowie Futterzusätze wie Antibiotika, Anabolika und Hormone.
- Zusammenfassung -Vorteile von Bio BodenHöherer Humusgehalt und biologische Aktivität (Mykorrhiza, Bodenstruktur, Wasserspeicher, Erosionsschutz, Nährstoffkreislauf = Recycling von Nährstoffen) Standortgerechte Düngung durch flächenbezogenen Viehbesatz (max. 2 GVE/ha = 2 Rinder od. 12 Schweine)WasserKeine Auswaschung von Pestiziden, geringeres Risiko der Auswaschung von NitratLuftReduktion der Treibhausgasemissionen (keine reaktiven organischen Substanzen von Pestiziden, CO2-Fixierung im Boden durch Humusaufbau), Abschwächung des Klimawandels (Erderwärmung durch verstärkten Treibhauseffekt)EnergieGeringerer Verbrauch von direkter (Treibstoffe) und indirekter Energie (Dünger- und Pestizidproduktion) pro FlächeBiodiversitätHöhere genetische Ressourcen durch angepasste Sorten und Rassen, Schädling - Nützlings - Beziehungen, ... Gentechnikverbot!Keine Kontamination mit synthetischen GenenLandschaftHöhere Diversität an Landschaftsstrukturelementen wie Hecken, etc. und Vernetzung naturnaher Biotope Höhere Anzahl an Arten und Individuen an Wildflora und Wildfauna
- Konsequenz aus den verschiedenen Temperaturansprüchen der verschieden alten Schweine - Unterschiedliche Ställe- Heizung zur Erfüllung der Temperaturansprüche- Anpassungsmöglichkeit an veränderte TemperaturansprücheHaltungsformen- Unbeheizter Stallbereich: leere und tragende Sauen, Eber- Beheizter Stallbereich: Absatzferkel, säugende Sauen, Ferkel
- Verhalten von Sauen - Futterneid während des Fressens- Wühlen zur Futtersuche 6-11h (Grasen, Graben nach Wurzeln)- Suhlen, zunehmend mit ansteigender Temperatur (Thermoregulation)- Natürliche Rottengröße 5-6 Sauen mit Ferkeln- Streng eingehaltene Kampfregeln, Brutsynchronisation bei Anwesenheit eines Ebers, Absondern von der Rotte zum Abferkeln – Nestbau
- Wurfzyklen Zuchtsau - Trächtigkeit 115 Tage Stall für leere und tragende Sauen- Säugezeit 42 Tage Abferkelstall- Güstzeit 15 TageInsgesamt 26 Wochen
- Haltung tragender Sauen: - Einzelhaltung (Kastenstände ab 2013 verboten), Anbindehaltung- Gruppenhaltung (stabile/ dynamische Gruppen) Fressliegebucht, Tieflaufstall mit Einzelfressständen, Gruppenhaltung mit Abruffütterung - Stabile Gruppen: Zuchtsauen bleiben nach Absetzen bis Abferkeln zusammen - Dynamische Gruppen: Zuchtsauen mit unterschiedlicher Trächtigkeitsdauer – Rangordnungskämpfe.
- Abferkelbucht: - Kastenstand „Sauenkäfig“ Ferkelschutzkorb- 3-4 Wochen eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit- Vor erdrücken geschützt- Arbeitswirtschaftliche Vorteile- Ausmisten nur um Geburt- Füttern automatisierbar- Kein EinstreuFAT-2 Abferkelbucht- Liege und Kotfläche sind durch halbe Buchtenwand voneinander getrennt, mechanische Entmistung möglich.- Regelmäßiges Misten und Einstreuen nötig!Welser AbferkelbuchtAbferkeleinheit bei 3 Wochen Aufenthalt- 4,22AKH/Sau/Jahr bei FAT2- 3,82AKH/Sau/Jahr bei WelserKein Misten in BuchtTägliches mobiles Misten + Einstreuen des Auslaufs
- Gesamtarbeitszeitbedarf Zuchtsauen AKh = Arbeitskraft Einheit pro StundeBei 40 Schweinen - 30Bei 80 Schweinen - 24Bei 120 Schweinen - 17
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- Strohlose Buchtenformen [Schwein] Fressplatzbreite 27 -33cmBuchtenfläche 0,50 – 0,70 m2/SchweinBuchtenfläche:- Teilspalten 0,80m2/Tier- Vollspalten 0,70m2/TierEntmisten und Einstreuen nicht notwendig
- Eingestreute Aufstallungen Mastschweine Mistgangbucht – 0,90m2/Tier (Täglich Misten und Streuen)Tiefstreubucht – 1,2-1,4m2/Tier (2xwöchentlich bis täglich Misten und Streuen)Kistenstall – 1,2m2/Tier (Streuen und Misten täglich mobil)Schrägbodenbucht – 1m2/Tier (Einstreu 2x wöchentlich bis täglich und Entmisten mit Ausstallen)
- Verfahren Futterzuteilung: Trockenfütterung- Einfach- Geringer MassentransportFlüssigfütterung- Hoher Investitionsbedarf- Hohe Betriebskosten- Verwertung von feuchten und flüssigen Komponenten- Probleme mit Futterhygiene und Phasenfütterung
- Breiautomat (Nassfütterung) [Schwein] Vorteile- Reduzierung von Wasserverlusten- Verminderung Gülle- Niedriger Platzbedarf- Gute Mastergebnisse- Niedriger InvestitionsbedarfNachteile- Empfindlichere Dosierungsmechanismen- Erhöhter Kontrollaufwand- Häufigere Fressplatzverdrängung
- Äquivalent zur Anbindung im Anbindestall [Wie stellt man einen äquivalenten Zustand im Laufstall her] - Trennen Laufbereich von Futtervorlage- Bieten individuellen Fressbereich- Verhindern Futterverlagerung im Laufbereich- Ermöglichen Einzeln und Gruppenfixierungen
- Grundlagen gemäß artgerechter Tierhaltung [Kühe] Sozialverhalten: Herde-, aber Distanztiere (Gruppenhaltung)Fortbewegungsverhalten: zielorientier, beeinflusst durch Rangfaktoren, Bodenbeschaffenheit, Umfeld (freie Bewegungsmöglichkeit)Ruheverhalten: v.a. im Liegen, raumgreifender Kopfschwung (weiche, ausreichend große Liegefläche)Bevorzugung tieferer Temperaturen und hellerer Plätze
- Fütterung [Rinder] Grundfütterung und StrohbedarfBei Tiefstreustall 6-10kg/GVE*/TagBei Tretmiststall 4-6kg/GVE/TagFütterung- Stationäre Mechanisierung (Vollmechanisch, geringer Platzbedarf, nicht für jedes Futtermittel, Störanfällig, hohe Kosten)- Selbstfütterung (Extensive Haltung, Heufütterung in Raufen, Günstig, Schlechte Kontrolle, Aufwand für Reinigung der Lauffläche)- Mobile Mechanisierung (Nicht an Gebäude gebunden, sehr Flexibel, Arbeitskraft erforderlich, Räumliche Gegebenheiten müssen passen)- Automatische Futtersysteme (Spart Arbeitszeit, Entlastet Großbetriebe, Eignung auch für Anbinde Haltung, Stressreduktion bei rangniedrigeren Tieren, hohe Investitionskosten)*Großvieheinheit (GV oder GVE)
- Haltungssysteme Milchkühe Anbindestall: Kurzstand, Mittellangstand/ LangstandLaufstall: Tieflaufstall/Tretmiststall, Liegeboxenstall
- Melken Alveolarmilch >80%Zisternenmilch <20%**39% der Zeit beim Melken fällt auf das Vorbereiten der Euter.Melktechnisch Idealer Milchfluss bei 3-4l/minMelken im Anbindestall: durch Rohrmelkanlage oder Eimermelkanlage1,51 AK/min/Kuh und MelkgangIm Laufstall:Autotandem Melkstand – 8 Kühe gleichzeitig, ab 80 sinnvollFischgräten Melkstand – 12 Kühe gleichzeitig, ab 70 sinnvollSide by Side Melkstand – 12 Kühe gleichzeitig, ab 80 sinnvoll36er Rotations Melkstand – 12-18 Kühe gleichzeitig, ab 400 sinnvoll[Die Milch im Euter kann hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit in zwei Gruppen, in die Zisternen- und die Alveolarmilch, eingeteilt werden. Die Zisternenmilch sammelt sich während der Zwischenmelkzeit kontinuierlich in den Hohlräumen von Zitze und Drüse, sowie in den großen Milchgängen. Sie ist jederzeit für die Melkmaschine verfügbar, lediglich durch den Schließmuskel wird ihr Abfließen verhindert. Die Alveolarmilch hingegen ist durch Kapillarkräfte im Drüsengewebe fixiert. Sie ist in den Drüsenbläschen (Alveolen) und in kleinen Milchgängen gespeichert und ist auf Grund des geringen Gefäßdruchmessers nicht unmittelbar für die Melkmaschine verfügbar. Die Alveolarmilch wird erst dann in die Zisterne gepresst und steht für den Milchentzug zur Verfügung, wenn sich die Alveolen durch die Wirkung des Hormons Oxytocin kontrahieren. Oxytocin wird in der Hirnanhangdrüse gebildet, die Freisetzung erfolgt durch mechanische Stimulation bei der Eutervorbereitung, sowie beim eigentlichen Melkvorgang bis zum Abnehmen des Melkzeuges.]
- Anbindehaltung von Rindern - Rinder müssen an mindestens 90 Tagen im Jahr die Möglichkeit zur freien Bewegung haben- Kälber bis zum Alter von 6 Monaten dürfen ausnahmslos nicht angebunden werden.- Vor allem kleine Betriebe im Berggebiet- Ausnahmeregelungen für EinzelfälleAnbindestall Formen:KurzstandMittellangstandLangstandAnbindestall: AnbindevorrichtungenGrabnerkette (vertikal)GelenkhalsrahmenHorizontalanbindung (z.B. Gleitketten)Nackenrohranbindung
- Empfohlene Abmessung – Boxenlaufstall [Kuh] Fressgang mind. 3,5mLaufgang mind. 3mMöglichst keine SackgassenDurchgänge nach 10-12 Boxen
- Warum Alternativen zu Betonvollspalten? - Schwanzspitzennekrosen- Verlängerte Liegezeiten- Atypisches & verzögertes Aufstehen & Abliegen- Integumentveränderungen- Klauenveränderungen
- Entmistung Je Kuh 50kg Kot und Harn pro Tag- Entmistung mechanisch oder flüssig- Bei mechanischer kann sowohl fest als auch Flüssigmist entstehen- Bei Flüssigentmistung wird Flüssigmist durch Bindemittel zu FestmistMobile Entmistung- Traktor, Hoflader, Radlader, MotormäherVorteile- Hohe Flexibilität, kann auf verschiedenen Achsen in unterschiedlichen Ställen eingesetzt werden.Nachteil- Hoher technischer Aufwand, nicht an Aufgabe angepasst.Stationäre Entmistung- Seilzug- SchubstangeStationäre Entmistungsanlagen- Faltschieder- Klappschieber- Kombischieber- Entmistungs Roboter
- Flächenverteilung in Österreich 43% Wald (85% Wirtschaftswald)31% der Fläche in Ö Landwirtschaftlich genutzt- 48% Ackerland- 30% Extensives Grünland- 20% WirtschaftsgrünlandFruchtverteilung am Acker- 33% Futtergetreide- 26% Brotgetreide(-> ~60% Getreide)- 18% Feldfutterbau- 10% Ölfrüchte- 5% Hackfrüchte
- Ursachen für Ertragssteigerung bei Getreide Wechselwirkung zwischen Pflanzenzüchtung und Produktionstechnik:Produktionstechnik- Mechanisierung (Bodenbearbeitung, Sähtechnik, Erntetechnik)- Inputs (Pflanzenschutz, Düngung)Pflanzenzüchtung:*Erhöhung des Ernteindexes: - Einkreuzung von Kurzstrohgenen*Ertragskomponenten: - Mehr Körner pro Pflanze - Höheres Tausendkorngewicht*Resistenzzüchtung
- Lebensmittelverteilung Lebensmittel Welt Industrieländer EntwicklungsländerPflanzliche LM 84% 71% 90%Tierische LM 16% 29% 10%
- Getreidearten Ansprüche Weizen – Hohe Bodenansprüche, für BackwarenHartweizen – Hohe Ansprüche an Temperatur, für TeigwarenGerste – Wassersparend, wenig Hitzeempfindlich, Futtergerste, Braugerste, Menschliche ErnährungRoggen – Säuretoleranz, Dürreresistenz, Geringe Nährstoffansprüche, Hohe FrostresistenzHafer – Säuretolerant, Hoher Wasserbedarf, Geringe Nährstoffansprüche, Mag kühle Temp.Mais – Keimtemperatur hoch, frostempfindlich, Hoher Nährstoffbedarf, unterschiedliche Reife