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Klinische Psychologie 1 (Fach) / 4. Vorlesung (Lektion)

Angst

Diese Lektion wurde von khoelsch erstellt.

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  • Psychodynamische Erklärungsansätze für Angststörung Freud: „Angst ist das • Grundphänomen undHauptproblem der Neurose“  Die bewusst wahrgenommene äußereBedrohung soll in Wahrheit symbolisch füreine (unbewußte) innerpsychische Bedrohung(Konflikt) stehen. Mehr im WS in der Vorlesung: Psychodynamische Behandlung derAngststörungen!!!
  • Funktion von Emtionen  Emotionen (und damit auch Angst) wurden imLaufe der Evolution parallel zu kognitivenFähigkeiten entwickelt  Emotion und Kognition sind „Partner“ nicht„Gegenspieler“.  Emotionen dienen (vor allem inExtremsituationen) zur Sicherstellung einerangemessenen Verhaltensantwort(Verhaltenssteuerung)
  • Angststörungen – Was läuft schief? ZNS: adaptive Systeme (Verhalten-hemmendes System,Verhalten-aktivierendes System) die Reaktionstendenzenvorbereiten.  Reaktionstendenzen werden vorbereitet (z. B. Reflexe(z.B. Schreckreflex)  Anpassung an situativen / funktionellen Erfordernissennotwendig.  adaptive Leistung misslingt àAngst
  • Angststörungen im DSM 5  Störung mit Trennungsangst  Selektiver Mutismus  Spezifische Phobie  Soziale Angststörung  Panikstörung  Agoraphobie  Generalisierte Angststörung  Substanzinduzierte Angststörung  Angststörung aufgrund eines medizinischeKrankheitsfaktors  Restkategorien
  • Biologische Grundlagen der Angst Grundprinzip: Das Zusammenspielzentralnervöser sowie neuronaler, humoralerund peripherphysiologischer Prozesse sicherndie körperliche Grundlage einer angemesseneVerhaltensreakAon
  • Grundlagenforschung: Verarbeitung von Gefahrenreizen Le Doux (1994) untersuchte am Tiermodell, welche Gehirnstrukturen an der Verarbeitung (auditorischer) Gefahrenreize (nach Furchtkonditionierung) beteiligt sind
  • Grundlagenforschung: Verarbeitung von Gefahrenreizen (le Doux, 1994) Der Thalamus (insbesondere das „Corpus geniculatummediale) ist die zentrale (auditorische) Relaisstation.Ohne Thalamus, keine Furchtreaktion  Eine Furchtreaktion kann auch ausgelöst werden, wennder auditorische Cortex ausgeschalten ist àes gibtdirekte Verbindungen vom Thalamus zur Amygdala, hierkönnen zumindest einfache Töne verarbeitet werden.  Komplexe Stimuli (die eine vertiefte Verarbeitungnotwendig machen), können nur unter Einbindung des(auditorischen) Cortex, und dessen Verbindung zurAmygdala, als Gefahrenreize identifiziert werden
  • Furchtreak*on - Implika*onen  Aufgabe der Amygdala: Bewertung deremotionalen Bedeutung der Information (z. B.von Tönen), aufgrund vorheriger Erfahrungen(z. B. Konditionierung)  Furchtreaktionen können auch ohne vertieftebzw. bewusste Verarbeitung (Cortex)ausgelöst werden  Studienbeispiel: Öhman und Soares (1994)
  • Öhman und Soares 1994  UV:– Schlangenphobiker– Spinnenphobiker– nicht ängstliche Kontrollgruppe  Nicht-maskierte (bewusste) und maskierte(unbewusste) Darbietung von Bildern mit potenEellphobischen Reizen (Schlangen, Spinnen) und nichtphobischenReizen (Blume, Pilze)– Maskiert: 30 ms Darbietung + Maske– Nicht-maskiert: 130 ms Darbietung ohne Maske AV: HautleiPähigkeit als Index der Furcht
  • Hormonelle Grundlagen der Angstreaktion Das hypothalamisch-hypophysäre System: SchniFstelle zwischen ZNS und den peripheren Hormondrüsen  Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse– Kontrolle der Freisetzung von Glukokortikoiden (zirkadianeRhythmik)– Hauptreaktionssystem des Körpers bei Stress  Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse– Regulation der Schilddrüsenhormone  Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse– Kontrolliert Funktion der Gonaden und ist damit für Reproduktion wichtig– Auch Denken und Handeln wird durch Sexualhormone beeinflusst!  Hypothalamisch-hypophysäres-somatotropes System– Verantwortlich für Wachstum  Hypothalamisch-hypophysäres-prolaktinerges System– Steuerung der Brustentwicklung und Vorbereitung von Milchfluss  Über den Hypophysenhinterlappen (Neurohypophyse) Vasopressin(Blutdruck, Wasserhaushalt) und Oxytocin (Bindungsverhalten) direkt inden Blutkreislauf abgegeben.
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  • Hormonelle Grundlagen der Angstreaktion Zwei periphere Systeme der Stressreak1on 1.  Stressor Gehirn Sympathisches Nervensystem Nebennierenmark Noradrenalin und Adrenalin 2 Stressor Gehirn Hypophysenvorderlappen Nebennierenrinde Glukokor1koide
  • Hormonelle Grundlagen der Angstreaktion Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse  Corticotropin-Releasing-Hormon – CRH - wird in das Pfortadersystem(Verbindung zwischen Hypothalamus und Hypophysenvorderlappen)ausgeschüttet und kontrollieren so die Synthese und Ausschüttungvon Adrenokortikotropin (ACTH), Propiomelanokortin-Derivaten(POMC-) und beta-Endorphin.  Von dort erreicht ACTH die Nebennierenrinde und regt dieAusschüttung von Glukokortikoiden (z. B. Cortisol) an.– Glukokortikoide wiederum hemmen die Ausschüttung von CRHund ACTH über Hippocampus  ACTH erreicht auch das Nebennierenmark (Ausschüttung vonAdrenalin und Noradrenalin in den Blutkreislauf).  Glukokortikoiden führen (u. a.) zu Gluconeogenese (Erhöhung desBlutzuckerspiegels), Immunsuppression, Entzündungshemmung undwirken als Antiallergene
  • Hormonelle Grundlagen der Angstreaktion Lerntheore(sche Erklärung nach Rachman: 3 Pfade zum Erwerb einer spezifischen Phobie 1. Eigene aversive Lernerfahrungen(Konditionierungsprozesse) 2. Beobachten von ängstlichen Modellen 3. Vermittlung gefahrenbezogenerInformationen (semantisches Lernen) 4. Fehlende Bewältigung frühkindlicherFurchtdispositionen (nicht-assoziativer Weg)
  • Hormonelle Grundlagen der Angstreaktion Angst – wovor? Phobien beliebig lernbar?– Phobien gegenüber offenen Plätzen, Dunkelheit,Schlangen, Spinnen etc.; nicht aber gegenüber (vielgefährlicheren!) Autos, elektrischen Geräten,Steckdosen, Waffen usw.  Preparedness-Theorie (Seligman 1970):– Artspezifische Bereitschaft zur erleichtertenKombination spezifischer CS und US(Konditionierbarkeit), aufgrund natürlicher Selektion
  • Hormonelle Grundlagen der Angstreaktion Preparedness-Forschung  Methode:– Dias mit „phobischen“ Reizen (Schlangen, Spinnen) und„nichtphobischen“ Reizen werden Vpn gezeigt und eineKategorie mit Schock gepaart  Ergebnis:– Nur bei phobischen Reizen starke Effekte, die auch währendExInkIon auJreten– Die explizite MiLeilung, dass nun keine Schocks mehr auJreten,wirkt nur bei „nichtphobischen“ CS reakIonsmildernd  Interpreta1on:– FurchtreakIon bei besImmten Reizen leichter kondiIonierbarund schwerer löschbar
  • Hormonelle Grundlagen der Angstreaktion Nicht-assoziativer Erklärung von spezifischen Phobien Poulton & Menzies (Zusammenfassung: 2002)  Bezieht sich auf situative Phobien (Höhen, Dunkelheit,Wasser)  Eine Prospektive Studie (Dunedin-Studie):– Ernsthafte Stürze sagten Höhenangst negativ vorher– Personen mit Höhenangst (im Alter von 11-18) hattenweniger Erfahrung mit Höhen gemacht (seltener auf Bäumegeklettert etc.)– Kein Person mit einer Höhenphobie mit 18 hatte einenernsthaften Sturz in den ersten 9 Lebensjahren– Post-hoc Interpretation: angeborene Furchtdispositionenmüssen durch Lernerfahrungen bewältigt werden.
  • Hormonelle Grundlagen der Angstreaktion Notwendige Kriterien zum Beleg eines nonassoziativen Phobieerwerbs 1. Eine plausible evolu=onäre Begründung 2. Retrospek=ve Studien: Falliden=fizierungen bei denenein non-assozia=ver Erwerb plausibel ist 3. Prospec=ve Studien die zeigen, dass assozia=veslernen nicht notwendig ist 4. Andere Primaten / Spezien zeigen ähnliche Ängste(und die evolu=onäre Begründung ist ebensoplausibel) 5. Eine substan=elle gene=sche Mitverursachung kannbelegt werden.Für Höhenphobie gelten die ersten 4 Kriterien als belegt
  • Beispiel für eine spezifische Phobie: Blut-Verletzungs-Spritzen-Phobie Epidemiologie 13-19% aller Jugendlichen berichten Ohnmacht beiKonfrontation mit BVS-Stimuli (Kleinknecht, 1987, 1988,Kleinknecht & Lenz 1989)  Ohnmachtsneigung bei Blutspende:– Junge Blut-Erstspender (Highschool): 9.4% werdenohnmächtig (Newman, 2002).– Erstspender allgemein: ~4% werden ohnmächtig(Ditto, Wilkins, France, Lavoie, & Adler, 2003).  Lebenszeitprävalenz für Blut- und Spritzenphobie(Bienvenu & Eaton, 1998):– ~3.5%– Beginn: im Alter von ~5.5 Jahren.– 50% mit Ohnmachtsneigung
  • Beispiel für eine spezifische Phobie: Blut-Verletzungs-Spritzen-Phobie Emotionale Ohnmacht (Vasovagale/ Neurokardiogene Synkope) Mögliche Auslöser: „EmoBonaler Stress“ • (u. a. Anblickvon Blut, Verletzung, InjekBonen), orthostaBscheBelastungen, MicturaBon etc.  Diphasische Verlauf– IniBaler BlutdruckansBeg und Herzratenerhöhung– Sekundär Blutdruckabfall durch VasodilataBon in derSkeleOmuskulatur & Verlangsamung der Herzrate & evt.flache schnelle Atmung  Begleitet von: Schwindelgefühlen, DesorienBerung,Übelkeit, GastrointesBnale Beschwerden, Gähnen,Schwitzen, Verlust des Bewußtseins.
  • Beispiel für eine spezifische Phobie: Blut-Verletzungs-Spritzen-Phobie Ursachen der Mangeldurchblutung des Gehirns (Ergebnisse von Kipptisch-Untersuchungen) Bradykardie (Erklärt Ohnmacht nicht ausreichend)  Herzschri?macher als Therapie nicht ausreichend  Atropingabe als Therapie nicht ausreichend  Vasodila8on  Passive VasodilaDon (Abnahme sympatheDscherAkDvierung)  AkDve VasodilaDon (auf Muskulatur beschränkt) mitnoch unklarem physiologischem Mechanismus
  • Beispiel für eine spezifische Phobie: Blut-Verletzungs-Spritzen-Phobie Panikstörung mit und ohne Agoraphobie Plötzlich auftretende Angstanfälle  Gekennzeichnet durch– Ein Reihe von körperlichen Symptomen wiePalpitationen, Schwindel, Schwitzen, Zittern etc. UND– Furcht zu sterben und/oder– Furcht verrückt zu werden und/oder– Furcht die Kontrolle zu verlieren  Diese Attacken treten unvermitteltoder  Situationsbezogen (Agoraphobie) auf
  • Agoraphobie Furcht vor Situationen in denen eine Fluchtschwierig oder peinlich sein könnte
  • Agoraphobie Psychologische Faktoren (Auswahl)  Wahrnehmung:Panikpatienten nehmen ihren Herzschlag besser wahr alsKontrollpersonen (Van der Does,A.J., Antony,M.M.,Ehlers,A., & Barsky,A.J.; 2000).  Interpretation von Körpersymptomen:Harmlose körperliche Veränderungen (Herzratenanstiegbeim Treppensteigen) werden von Panikpatienten alsZeichen einer Herzattacke fehlgedeutet (Harvey,J.M.,Richards,J.C., Dziadosz,T., & Swindell,A.; 1993).  Anxiety Sensitivity:Panikpatienten tolerieren unangenehme körperlicheSymptome schlechter (Schmidt, N. & Cook, J. H.; 1999 )
  • Agoraphobie Somatische Faktoren Erhöhtes Risiko für idiopathischer Mitralklappen Prolaps (z.B. Tamam, Ozpoyraz, San, & Bozkurt, 2000);Mikrovaskuläre Angina Pectoris (Roy-Byrne, Schmidt,Cannon, Diem, & Rubinow, 1989);  Unspezifische Dysfunktionen im vestibulären System (z. B.Yardley, Gresty, Bronstein, & Beyts, 1998; Simon, Pollack,Tuby, & Stern, 1998).  Personen mit funktionellen Gastrointestinalen Störungen(z. B. nicht kardiale Brustschmerzen, Reizdarm) haben einerhöhtes Risiko für Panik (Maunder, R. G., 1998)  Hypersensibler CO2 Monitor / Hyperventilation (Klein, D.F.; 1994, Ley, R.; 1994).
  • Agoraphobie Auslöser der ersten Panikattacke  Meist Kombina6on von:– Psychophysiologischer Belastung  Niedriger Blutdruck, Allergie, Genesungsphase nach einerKrankheit (z. B. plötzliches Aufstehen nach Grippe),prämenstruelle Phase, SchwangerschaH, Schlafmangel, zu vieloder Entzug von Kaffee, Niko6n, Alkohol..., Unterzuckerung,schwüles WeNer, stressreiche Lebensführung (Zeitdruck,Überlastung...), Medikamentennebenwirkungen, etc.– Psychosozialer Belastung  Lebensereignisse, familiäre Belastungen, heHige Emo6onen,ZukunHsängste, stellvertretende Erfahrungen, etc.
  • Agoraphobie Frau M, 37 Jahre, erfolgreiche Geschäftsfrau, ledig, Diagnose: Panikstörung mit Agoraphobie  Erste Panika,acke nach Karrieresprung (Abteilungsleiterin)unterwegs nach Hause (Autobahn).– Pa=en=n ha,e die Nacht durch gearbeitet.– Fürchtete einen Herzanfall, fuhr auf Parkplatz und riefNotarzt  Biographischer Hintergrund: Vater war etwa 2 Jahrevorher an Herzanfall gestorben  Etwa nach einer Woche erneute A,acke in einemFlugzeug (Frankfurt nach Berlin).  Danach:– plötzlich auOretende A,acken zu Hause– Vollständige Vermeidung von Autofahren / Fliegen
  • Agoraphobie Integratives Lerntheoretische Modell (Bouton, Mineka und Barlow, 2001)  biologische Vulnerabilität (unspezifisch): geneDsch vermiFelteTrait-Angst erhöht bei Stressbelastung die Wahrscheinlichkeitvon PanikaFacken  psychologische Vulnerabilität (unspezifisch): z.B. Überbehütung; früheErfahrung von Unkontrollierbarkeit / Unvorhersagbarkeit  Lernerfahrungen (spezifisch):  direkte aversive Erfahrung, Modell-Lernen, InstrukDonslernen  iniDale PanikaFacke wird mit internalen Reizen (KörperreakDonen)assoziiert (implizites (!) Lernen)  Danach: frühe Anzeichen von panikarDgen Körpersymptomentriggern PanikaFacken  BegünsDgung zukün[iger PanikaFacken durchanDzipatorische Angst (Angstsystem triggert Furchtsystem
  • Sozialphobie • Furcht, in sozialen Situationen zu versagen oderetwas Peinliches zu tun. Furcht vor negativer Bewertung  In sozialen Situationen tritt Angst und damiteinhergehend körperliche Symptome auf  Vor allem körperliche Symptome diewahrgenommmen werden können (Erröten,Schwitzen, Zittern), führen zu zusätzlicher Angst
  • Kernannahme zur Entstehung von sozialer Angst Jeder Mensch versucht ein bestimmtes Bildvon sich zu vermitteln.  Soziale Angst entsteht wenn ein Menschglaubt, dazu nicht in der Lage zu sein.
  • Körperliche Symptome  Patienten mit einer sozialen Phobie zeigen eine ganzeReihe von physiologischen Veränderungen in Situationen,in denen sie soziale Angst erleben.– HR, Atmung, Erröten, Schwitzen, Zittern  Sichtbare körperl. Sympt. häufig zentrale Angst  Drei Bestimmungsstücke:– Körperliche Reagibilität in sozialen Situationen– Die Wahrnehmung dieser körperlichen Reagibilität bzw.Symptomatik– Die Interpretation der körperlichen Symptomatik und derenWirkung auf die Umwelt  Andere nehmen die Symptome ebenso gut wahr wie man selbst.  Die Anderen bewerten sie deswegen negativ
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  • Sozialphobie Fallbeispiel Frau Z., 27 Jahre, Bankangestellte  Patientin berichtet, schon in der Kindheit eher schüchterngewesen zu sein.  Vater Alkoholmissbrauch, Mutter: Depressionen  Beeinträchtigung: Erstmals 5 Jahre vor Therapiebeginn(Ende Berufsausbildung).  Zentrale Befürchtungen: Zittern, Rot werden, Unfähigkeitsich vernünftig im Gespräch auszudrücken – „die anderenkönnten merken, dass mit mir etwas nicht stimmt“  Starke Vermeidung: Kein Essen/Trinken in der Öffentlichkeit(inklusive Familie), kein Arbeitsplatzwechsel trotzUnzufriedenheit mit Arbeitsstelle
  • Weitere Faktoren der Aufrechterhaltung I Besondere Kogni,ve Repräsenta,on des Selbst  Pat. Konstruieren eine Vorstellung von sich selbst, wie anderesie sehen, die nega>v verzerrt ist  Imaging – LebhaCe Vorstellung der eigenen Außenwirkung Z. b.knallrote Birne  Erhöhte Selbstaufmerksamkeit durch Erwartungnega,ver Bewertung  Häufig FehlaJribu>on von Angstsymptomen als Beweis für neg.Bewertung durch andere  Internale Hypervigilanz führt zu intensiverer Wahrnehmung vonAngstanzeichen und behindert Verarbeitung der aktuellenSitua>on - was ist angezeigt, wie reagiert meine Umwelt?
  • Generalisierte Angststörung Definition „Sorgen“  Es muss eine Sorge (oder auch Befürchtung)vom Prozess des Sorgens unterschiedenwerden.  Der Prozess des Sorgens wird Ini>al durcheine Sorge (Befürchtungen) angestoßen.  Befürchtungen können mithin als Motor dessich-Sorgens verstanden werden.
  • Generalisierte Angststörung Kennzeichen des Sorgenprozesses  hauptsächlich verbal, wenig bildhaft  wird als unkontrollierbar erlebt  gekoppelt mit negativem Affekt  auf die Zukunft ausgerichtet  Inhaltlich oft Problemlösung undSelbstberuhigung
  • Generalisierte Angststörung Normales Sorgen vs. Pathologisches Sorgen  Ausmaß subjektiver Unkontrollierbarkeit  Seltener durch aktuellen Anlass ausgelöst  Häufiger und länger andauernd (GAS Patienten:M = ~6 Stunden pro Tag!)  Inhalte unterscheiden sich kaum (Finanzen,Gesundheit, Soziale Beziehungen, Familie)
  • Generalisierte Angststörung DSM 5: GAS Kriterium A & B  Übermäßige Angst und Sorge (furchtsameErwartung) bezüglich mehrerer Ereignisseoder Tätigkeiten (wie etwa Arbeit oderSchulleistungen), die während mindestens 6Monaten an der Mehrzahl der Tage auftraten  Die Person hat Schwierigkeiten, das Sorgenzu kontrollieren
  • DSM 5: GAS Kriterium A Übermäßige Angst und Sorge (furchtsameErwartung) bezüglich mehrerer Ereignisseoder Tätigkeiten (wie etwa Arbeit oderSchulleistungen), die während mindestens 6Monaten an der Mehrzahl der Tage auftraten B  Die Person hat Schwierigkeiten, das Sorgenzu kontrollieren C Angst und Sorgen wird von drei oder mehrSymptomen begleitet (mindestens einige derSymptome lagen in den vergangenen 6Monaten an der Mehrzahl der Tage vor– Ruhelosigkeit oder ständiges „auf dem Sprung sein􀀁– leichte Ermüdbarkeit– Konzentrationsschwierigkeiten oder Leere im Kopf– Reizbarkeit– Muskelspannung– Schlafstörungen
  • Ein kogni(ves Modell der GAS (Wells, 1995)  Um GAS verstehen zu können, muss man dieBewertung und Bedeutung der Sorgen für dieBetroffenen berücksichtigen  Zwei Arten von Sorgen:  Typ 1: Bewertung von Ereignissen undkörperlichen Symptomen  Typ 2: Bewertung der Typ 1 Sorgen bzw. vonKognitionen allgemein.
  • GAS Beispiele für Typ 2 Sorgen (Meta-Kognitions-Fragebogen) Positiv  Ohne mich zu sorgen, würde ich oberflächlich, eingebildet undrücksichtslos werden.  Sich-Sorgen hilft mir bei der Problemlösung.  Geschieht etwas Schlimmes, über das ich mich vorher nicht gesorgthabe, fühle ich mich verantwortlich.  Negativ  Ohne Kontrolle über meine Gedanken würde ich verrückt werden.  Meine Gedanken stören meine Konzentration.  Ich wäre eine stärkere Persönlichkeit, wenn ich mich weniger sorgte.
  • Kognitives Modell der Generalisierten Angststörung Auslöser Aktivierung positiverMeta-Überzeugungen(Auswahl der Strategie) Sorge vom Typ 1 Aktivierung negativerMeta-Überzeugungen Meta-Sorgen (Typ 2) Verhalten, Gedankenkontrolle, Gefühle   Sohn ist mit dem Fahrrad unterwegs„Was wenn er einen Unfall hatte?“ Sich Sorgen machen ist indieser Situation sinnvoll Sorgen über katastrophalen Unfall „Wenn ich meine Gedanken nichtkontrolliere, werden sie michkontrollieren“ „Ich verliere die Kontrolle“„Ich werde verrückt“ VerhaltenFreunde desSohnesanrufenIhm entgegengehenRadfahrenverbieten und Gedankenkontrolle‘Positives Denken’‘Gedanken-Stopp’ und Gefühleängstlich:angespanntruhelosKonzentrationsproblemeÜbelkeit
  • Kognitives Modell der GAS nach Wells, 1997 Zentraler Aspekt des Modells: • Metakogni>veÜberzeugungen– Posi>ve Metakogni>onen– Nega>ve Metakogni>onen  Wells argumen>ert, dass Sorgenhäufigkeit vorallem mit solchen Metakogni>onenzusammenhängt  Erst mit nega,ven Metakogni,onen entstehtdie Psychopathologie der GAS
  • Warum sorgen sich GAS Patienten? Sorgen wird von den • Pa8enten meist alsunangenehm beschrieben. Bei anderen Angststörungen steht Vermeidung o? im Vordergrund der Erkrankung. Warum vermeiden GAS Pa8enten Sorgen nicht?
  • GAS Sorgen als Problemlöseverhalten  Sorgen stellen ein Problemlöseversuch dar. (Barlow)  Sich sorgen wird aktiv als Strategie zur Bewältigungbefürchteter Gefahren und Bedrohungen eingesetzt(Wells)  „Mein sich sorgen hilft mir mit Befürchtungenzurechtzukommen“  „Sich sorgen schützt mich“  „Wenn ich mich sorge, bin ich auf das Unheil vorbereitet“
  • GAS Sorgen als Vermeidung der Befürchtung Beim Sorgen zeigen GAS • Pa:enten wenigerphysiologische Ak:vierung als wenn sie sichmögliche nega:ve ZukunBsereignisse vorstellen Sorgen reduziert Ak:vierung (im Vergleich zurVorstellung einer Befürchtung) àNega:veVerstärkung des Sorgenprozesses (Borkovec)
  • GAS Sorgen als Vermeidung von „Unsicherheit“ Unsicherheitsintoleranz (Intolerance of Uncertainty) „IoU is a cognitive bias that affects how a personperceives, interprets, and responds to uncertainsituations on a cognitive, emotional, andbehavioral level“ (Dugas et al., 2005)
  • GAS Unsicherheitsintoleranz (UI): Fortentwicklung des Konzepts  Hohe UI zeigt sich nach Dugas in  Erhöhter Wachsamkeit (auf zukünftige Ereignisseausgerichtet) um notfalls reagieren zu können.  der Befürchtung, dass zukünftige Ereignisse negativausfallen werden und deshalb vermieden werdensollten  der Tendenz, unsichere zukünftige Situationen alsbelastend zu erleben  Der Tendenz sich zu sorgen
  • ICD-10: Vermeidend-Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (F60.6) Eine Persönlichkeitsstörung, die • durch Gefühle vonAnspannung und Besorgtheit, Unsicherheit undMinderwerOgkeit gekennzeichnet ist. Es besteht eineandauernde Sehnsucht nach Zuneigung undAkzepOert werden, eine Überempfindlichkeitgegenüber Zurückweisung und KriOk miteingeschränkter Beziehungsfähigkeit.• Die betreffende Person neigt zur ÜberbetonungpotenOeller Gefahren oder Risiken alltäglicherSituaOonen bis zur Vermeidung besOmmterAkOvitäten.
  • Befunde zur UI (Unsicherheitsintoleranz) Unsicherheitsintoleranz • ist korreliert mitSorgenhäufigkeit (PSWQ) (Dugas et al, 1997;Freeston et al., 1997)  Experimentell erhöhte Unsicherheitsintoleranzführt zu mehr Sorgen (Ladouceur,Gosselin & Dugas, 2000)  Unsicherheitsintoleranz ist korreliert mit derTendenz, ambivalente SituaUonen alsbedrohlich einzuschätzen (Dugas et al. 2005)