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Psychologie (Fach) / Qualitative Methoden der Datengewinnung und -analyse (Lektion)
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- Vorgehen der qualitativen Evaluation: Beschreibung der Ausgangsvariablen - und - Programm und Zieldefintion Einzelfallorientierte Prozessbeschreibung Selbstevaluation der beteiligten Praktiker Ganzheitliche, offene Schlusseinschätzung Programm-, und zielgebezogene Schlussevaluation + zwischendrin: induktiveBegründung von Bewertungskriterien
- Anwendungskontexte der qualitativen Evaluation: Breites Anwendungsfeld Besonders geeignet, wenn keine klaren Effizienzkriterien aufgestellt sind und wenn Veränderungen in einem komplexen, sich verändernden Praxisfeld stattfinden
- Nennen Sie die 7 Erhebungsverfahren der qualitativen Forschung: Problemzentriertes Interview Experteninterview Episodisches Interview Narratives Interview Gruppendiskussion Vignetten Teilnehmende Beobachtung
- Was wissen Sie zum Problemzentrierten Interview? = offene, halbstrukturierte Befragung (auch Leitfadeninterview)▪ Befragter kommt frei zu Wort▪ Interview ist zentriert auf bestimmte Problemstellung, die der Interviewer einführt und auf die er immer wieder zurückkommt.▪ Problemstellung wurde vorab analysiert▪ Bestimmte Aspekte der Problemstellung sind in einem Interviewleitfaden zusammengestellt.
- Woraus besteht der Leitfaden beim Problemzentrierten Interview? Es werden eine Reihe von Fragen vorbereitet, die das thematisch relevante Spektrum des Interviews und seines Gegenstands abdecken sollen.
- Prinzipien des Problemzentrierten Interviews? Problemzentrierung = gesellschaftliche Problemstellungen bearbeiten, deren wesentliche Aspekte vor der Interviewphase erarbeitet wurden. Gegenstandsorientierung = konkrete und auf den Gegenstand bezogene Gestaltung des Erhebungsinstruments, keine Übernahme fertiger Instrumente. Prozessorientierung = Flexible Analyse des Problemfeldes: schrittweise Gewinnung und Prüfung von Daten
- Ablauf des Problemzentrierten Interviews: Problemanalyse Leitfadenkonstruktion Pilotphase Interviewdurchführung Aufzeichnung
- Anwendung des Problemzentrierten Interviews: ▪ Theoriegeleitete Forschung: Über den Gegenstand ist schon einiges bekannt und es soll nun eine spezifischere Fragestellung untersucht werden▪ Größere Stichproben, da aufgrund des Leitfadens eine bessere Vergleichbarkeit mehrerer Interviews möglich ist.
- Vorteile des Problemzentrierten Interviews: Es kann überprüft werden, ob man verstanden wurde Befragte können subjektive Sichtweise darlegen Befragte können Zusammenhänge selbst entwickeln Interviewte fühlt sich ernst genommen und nicht ausgehorcht
- Experteninterviews sind durch drei Aspekte gekennzeichnet: a) Die Zielgruppe der Befragtenb) Die relativ starke Fokussierung der Inhalte des Interviews (weniger die Person oder Biographie des Experten als vielmehr sein Wissen über das zu untersuchende Thema sind von Interesse)c) Ein hohes Maß an Pragmatik der Interviewführung: Experten haben in der Regel wenig Zeit, daher muss das Interview sich auf das Wesentliche beschränken In der Regel orientiert sich ein Experteninterview an einem vorher erstellten Leitfaden.
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- Funktionen des Leitfadens des Experteninterviews: Ein Leitfaden für ein Experteninterview hat dabei zweierlei Funktionen:1. der Forscher selbst wird zum kompetenten Gesprächspartner (für den Experten)2. Fokussierung auf Untersuchungsgegenstand
- Mögliche Probleme beim Experteninterview: „Experte ist kein Experte“ Experte spricht über Interna und Probleme seines Arbeitsfeldes statt über das Thema des Interviews Experte wechselt die Rollen zwischen Experte und Privatmensch „rhetorisches Interview“: Experte referiert sein Wissen in einem Vortrag, anstatt sich auf die Fragen des Interviews einzulassen (Wenn sein Vortrag das Thema trifft, kann es trotzdem seinen Zweck erfüllen, wenn nicht, ist die Rückführung zum eigentlich interessierenden Thema oft erschwert.)
- Auswertung des Experteninterviews: Die Auswertung eines Experteninterviews sollte sich auch wieder an pragmatischen Gesichtspunkten orientieren, d.h. nicht das gesamte Interview, sondern nur Auszüge werden transkribiert Gesprächspausen oder parasprachliche Elemente sollten wenig bis gar nicht transkribiert werden Abschließend werden thematische Vergleiche der verschiedenen Experteninterviews vorgenommen.
- Episodisches Interview - Ziel und Grundannahme: Ein episodisches Interview zielt darauf ab, den Erfahrungshintergrund einer Person zu einembestimmten Thema in Form frei erzählter Episoden aus der Vergangenheit zu erfassen, um dann nach der konkreten, aktuellen Einstellung oder Meinung der Person zu dem Thema zu kommen. GrundannahmeErfahrungen mit einem bestimmten Gegenstandsbereich werden sowohl in Form von narrativ-episodischem Wissen als auch in Form von semantischem Wissen abgespeichert. Um beide Bestandteile des Wissens zu erfassen wird:▪ Narrativ-episodisches Wissen über Erzählungen erhoben und analysiert.▪ Semantisches Wissen mit konkreten, zielgerichteten Fragen zugänglich gemacht.Ziel: Systematische Verknüpfung der Ausschnitte des Wissens
- Ablauf des Episodischen Interviews: Phase 1: Mit den ersten Fragen wird der Interviewpartner aufgefordert, seine subjektive Definition zum Forschungsgegenstand darzulegen und entsprechende Situationen zu erzählen. Phase 2: Klärung der Rolle bzw. der Bedeutung des Forschungsgegenstands für das alltägliche Leben des Interviewpartners. Phase 3: Der Interviewpartner wird aufgefordert, seine persönliche Beziehung zu den zentralen Aspekten des Forschungsgegenstands zu erläutern. Phase 4: Der Interviewpartner wird gebeten, sich zu allgemeinen Aspekten des Forschungsgegenstands zu äußern und seine subjektive Sicht zu schildern.
- Auswertung des Episodischen Interviews: Für die Auswertung eines episodischen Interviews sind nicht nur die Inhalte der erzählten Episoden aufschlussreich, sondern auch Überlegungen dazu, was den Interviewpartner zur Auswahl gerade dieser Episode veranlasst haben könnte.Wie bei anderen Interviewformen auch sind die Interviews zu transkribieren, Kategorien zu bilden und Interviews im Kontrast zueinander zu betrachten.
- Anwendungskontexte des Episodischen Interviews: ▪ Theoretischer Hintergrund: soziale Konstruktion von Wirklichkeit in der Darstellung von Erfahrungswissen▪ Fragestellungen richten sich meist auf die gruppenspezifische Unterschiedlichkeit von Erfahrungswissen und Alltagswissen (z.B.: Subjektive Theorien von Erziehern und Erzieherinnen zu Bildung im Kindergarten)
- Narratives Interview - Gegenstand: „Im narrativen Interview wird der Informant gebeten, die Geschichte eines Gegenstandsbereiches, an der der Interviewte teilgenommen hat, in einer Stegreiferzählung darzustellen. (…) Aufgabe des Interviewers ist es, den Informanten dazu zu bewegen, die Geschichte des in Frage stehenden Gegenstandsbereichs als eine zusammenhängende Geschichte aller relevanten Ereignisse von Anfang bis zu Ende zu erzählen.“(Hermanns, 1995, S. 183)➢ Narrative Interviews kommen speziell in der Biographieforschung zum Einsatz.
- Bestandteile des Narrativen Interviews: Haupterzählung: erfolgt auf eine dem Thema der Untersuchung entsprechende Eingangsfrage (Erzählaufforderung) Narrativer Nachfrageteil: zuvor nicht ausgeführte Erzählansätze können vervollständigt werden Bilanzierungsphase: Zum Schluss kommt ein Teil mit Fragen, die den Interviewten als „Experten und Theoretiker seiner selbst“ ansprechen. Hier können auch Fragen gestellt werden, die auf eine theoretische Erklärung für das Geschehene abzielen, ihr einen „Sinn“ geben.
- Was ist beim Narrativen Interview mit dem „dreifachen Zugzwang des Erzählens“ gemeint? Das „Funktionieren“ des Narrativen Interviews wird vor allem auf den „dreifachen Zugzwang des Erzählens“ zurückgeführt: Gestaltschließungszwang: Der Erzähler ist gezwungen, eine begonnene Erzählung zu Ende zu bringen. Kondensierungszwang: aufgrund der Kürze der Zeit beschränkt sich der Interviewte auf das Wesentliche. Dieses wird so verdichtet, dass es gut verstanden werden kann. Detaillierungszwang: die für das Verständnis notwendigen Hintergründe und Zusammenhänge werden „mitgeliefert“ …durch diese Zwänge beim Erzählen wird die in anderen Gesprächsformen funktionierende Steuerung der Darstellung so außer Kraft gesetzt, dass auch „heikle“ Themen und Bereiche zur Sprache kommen.
- Das narrative Interview kann als Technik zur „Hervorlockung“ von Erzählungen verstanden werden, die aus drei Gründen Daten liefert die anderen Befragungsformen nicht liefern: Verselbständigung der Darstellung beim Erzählen Menschen mehr über ihr Leben Wissen und darstellen können, als sie in ihren Theorien über sich und das Leben aufgenommen haben Analogie zwischen der Erzählung und dem erzählten Erlebten: Es wird so berichtet, wie es vom Handelnden wahrgenommen wurde
- Anwendungskontexte beim Narrativen Interview: Zur Analyse subjektiver Sicht- und Handlungsweisen Fragestellungen richten sich auf die Analyse von Verläufen vor dem Hintergrund konkreter und allgemeiner Umstände (z.B. Lebenssituationen wie die Phase der beruflichen Orientierung und eine bestimmte gesellschaftliche Phase, z.B. die Nachkriegszeit) Vor allem für Phase der Theorieentwicklung geeignet Ziel: Typologie von biographischen Verläufen
- Probleme beim Narrativen Interview: ▪ Erinnerung = Erfahrung?▪ Nutzen der Erzählzwänge ggf. ethisch problematisch▪ Großer, wenig strukturierter Textumfang, der zu Auswertungsproblemen führen kann➢ Ergebnis sind dann oft wenige, umfangreiche Fallstudien▪ Vorher abklären: Steht wirklich der Verlauf im Mittelpunkt?
- Gruppendiskussion - Grundidee: Viele Meinungen und Einstellungen sind stark an soziale Zusammenhänge gebunden, so dass sie am besten in sozialen Situationen – in der Gruppe – erhoben werden sollten. Tiefe oder latente Meinungen des Individuums kommen in öffentlichen Auseinandersetzungen erst durch Gruppenprozesse zum Ausdruck, wenn sich das Individuum z.B. in einem Gespräch gezwungen sieht, seinen Standpunkt zu vertreten. Solche subjektiven Bedeutungsstrukturen entstehen auch im Wesentlichen in sozialen Situationen, wie Alltagsdiskussionen. Durch Gruppendiskussionen kann sich öffentlichen Meinungen, kollektiven Einstellungen oder Ideologien angenähert werden.
- Ablauf der Gruppendiskussion: 1.Präsentation eines Grundreizes: Provozierende Textstelle, Film, Tonband o.Ä.2. Diskussion (möglichst wenig dirigiert)3. Weitere zuvor festgelegte „Reizargumente“ durch Diskussionsleiter/in4. Metadiskussion zur Bewertung der Diskussion▪ Konnten Teilnehmer ihre Einstellungen formulieren?▪ Wie haben Sie sich gefühlt?▪ Möglichkeit zu Lernprozessen!
- Vignetten - Gegenstandsbestimmung: Unter Vignetten werden hier kurze Fallbeispiele oder Szenarien verstanden, die bestimmte kognitive Prozesse auslösen sollen.Die Studienteilnehmer werden gebeten, sich in die vorgegebenen Szenarien hineinzuversetzen und ihre (hypothetischen) Reaktionen zu benennen. Anhand der Reaktionen können Informationen über die ausgelösten Kognitionen gewonnen werden.
- Hinweise für Erstellung von Vignetten: Die in der Vignette dargestellte Geschichte soll:a) schnell erfassbar seinb) dem Zielpublikum angepasst seinc) wahrscheinlich erscheinend) konkret, aber nicht zu spezifisch sein
- Anwendungskontext von Vignetten: Wenn an der Schule ein Programm bspw. zu gewaltpräventiven Maßnahmen oder ähnliches durchgeführt werden soll, könnten solche Vignetten vor dem Programm und nach dem Programm eingesetzt werden.Durch einen Vergleich der Antworten könnte dementsprechend eine Programmevaluation durchgeführt werden.
- Teilnehmende Beobachtung - Grundidee: ▪ Größtmögliche Nähe zum Untersuchungsgegenstand herstellen▪ Innenperspektive von Alltagssituationen erschließen▪ Höchstens halbstandardisiertes Vorgehen
- Ablauf der Teilnehmenden Beobachtung: Bestimmung der Beobachtungsdimensionen Herstellen des Kontaktes zum Untersuchungsfeld Handeln im Feld, Teilnehmende Beobachtung Feldnotizen, Beobachtungsprotokolle Schlussauswertung
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- Anwendungskontexte der Teilnehmenden Beobachtung: ▪ Untersuchungsgegenstand ist in soziale Situationen eingebettet▪ Untersuchungsbereich ist von außen schwer einsehbar▪ Die Fragestellung hat eher explorativen Charakter
- Was sind die 4 Auswertungstechniken der qualitativen Diagnostik? 1. Objektive Hermeneutik2. Grounded Theory3. Qualitative Inhaltsanalyse4. Typenbildung/Typologische Analyse
- Grounded Theory - Grundidee: ▪ Auch als „gegenstandsbezogene Theorie“ bezeichnet▪ bereits während der Erhebungsphase werden Schritte der vorwiegend induktiven Konzept- und Theoriebildung zugelassen▪ Entwicklung, Verfeinerung und Verknüpfung von theoretischen Konzepten, Konstrukten und Hypothesen
- Vorgehen bei der Grounded Theory: ▪ Zentrales Element: Memos = Merkzettel▪ Wenn in Erhebungsphase zentrale Aspekte „entdeckt“ werden: „stop and memo!“▪ Wichtig: Festhalten der konkreten Kontextbedingungen der dem Memo zugrunde liegenden Beobachtung Datenerhebung der Forscher im Feld Stop and Memo - anfertigen von Merkzetteln über konzeptuelle Aspekte des Gegenstandsbereich Ausarbeitung und Vervollständigung von Kodes und Memos durch zusätzliche Analysen und Beobachtungen Verknüpfung von Konzepten durch Vergleich der Kodes und Memos Endgültige Fassung der theoretischen Konzepte (Gegenstandsbezogene Theorie)
- Anwendungskontexte der Grounded Theory: ▪ bei teilnehmenden Beobachtungen▪ Explorative Untersuchungen
- Qualitative Inhaltsanalyse - Grundidee: ▪ streng methodisch kontrollierte, systematische und schrittweise Analyse von Textmaterial▪ Ihr Kern ist ein theoriegeleitetes und am Material entwickeltes Kategoriensystem
- Anwendungskontexte der Qualitativen Inhaltsanalyse: ▪ Bei theoriegeleiteter Textanalyse, d.h. für systematische, theoriegeleitete Bearbeitung von Textmaterial▪ Insbesondere wenn große Materialmengen zu bewältigen sind ▪ Nicht geeignet für explorativ-interpretative Erschließung des Materials
- 3 Grundformen der Qualitativen Inhaltsanalyse: Zusammenfassung: Material so reduzieren, dass wesentliche Inhalte erhalten bleiben Explikation: Zu einzelnen fraglichen Textteilen (Begriffe, Sätze…) zusätzliches Material auffinden, dass das Verständnis erweitert. Strukturierung: Bestimmte Aspekte herausfiltern, unter zuvor festgelegten Ordnungskriterien einen Querschnitt durch das Material legen oder das Material aufgrund bestimmter Kriterien einschätzen.
- Qualitative Inhaltsanalyse: Zusammenfassung: Ablauf der induktiven Kategorienbildung: Gegenstand der Analyse, Fragestellung und Theorie Festlegen des Selektionskriteriums; Kategoriendefinition Zeilenweise Materialbearbeitung, Kategoriendefinition, Subsumtion oder neue Kategorienbildung Revision der Kategorien nach 10-50% des Materials Endgültiger Materialdurchgang Interpretation, Auswertung Sobald eine zur Kategoriendefinition passende Textstelle gefunden wird: Konstruktion einer Kategorie (Kategorienbezeichnung = Begriff oder Satz, der möglichst nah am Text formuliert ist) Weitere passende Textstelle? → Subsumption (wird ebenfalls der bestehenden Kategorie zugeordnet) Erfüllt die Textstelle die allgemeine Kategoriendefinition, passt aber nicht zu den bereits gebildeten Kategorien? → neue, induktive Kategorie bilden Sobald keine neuen Kategorien mehr gebildet werden können → Betrachtung und ggfs. Überarbeitung des Kategoriensystems
- Qualitative Inhaltsanalyse: Zusammenfassung: Ergebnis und weiteres Vorgehen der induktiven Kategorienbildung Ergebnis ist ein Set von Kategorien zu einer bestimmten Thematik, der spezifische Textstellen zugeordnet sind. Für weiteres Vorgehen zwei Möglichkeiten: Interpretation des Kategoriensystems in Bezug auf Fragestellung und dahinter liegende Theorie Quantitative Auswertung: z.B. überprüfen, welche Kategorien am häufigsten kodiert wurde
- Qualitative Inhaltsanalyse: Explikation: Vorab genau definieren, wo nach zusätzlichem Material gesucht wird, um eine Textstelle zu explizieren: Zwei mögliche Quellen: Enger Textkontext: direkte Bezüge im Text, die definierend, ausschmückend, korrigierend oder auch antithetisch sein dürfen Weiter Textkontext: Über den Text hinausgehende Informationen über Textverfasser, Adressaten, Interpreten, kulturelles Umfeld oder Informationen über Entstehungssituation
- Qualitative Inhaltsanalyse: Explikation: Ablauf: Bestimmung der zu expilzierenden Textstelle Bestimmung des Zulässligen Explikationsmaterials Materialsammlung: Enge Kontextanalyse (Direktes Textumfeld) o. Weite Kontextanalyse (Zusatzmaterial über den Text hinaus) Formulierung der expilzierenden Paraphrase Überprüfung ob die Explikation ausreicht
- Qualitative Inhaltsanalyse: Strukturierung: Ziel ist eine bestimmte Struktur aus Material herausfiltern: Formale, inhaltliche Aspekte bestimmte Typen Einschätzung auf bestimmten Dimensionen Kern der Technik: Sehr genaue Definition des aus den Strukturierungsdimensionen zusammengestellten Kategoriensystems, so dass eine eindeutige Zuordnung von Textmaterial zu den Kategorien immer möglich ist.
- Qualitative Inhaltsanalyse: Strukturierung: Vorgehen: Bestimmung der Strukturrierungsdimensionen und Ausprägungen, Zusammenstellung des Kodiersystems Formulierung von Definitionen, Ankerbeispielen und Koddierregeln zu den einzelnen Kategorien Materialdurchlauf: Fundstellenbezeichnung Materialdurchlauf: Bearbeitung und Extraktion der Fundstellen Ergebnisaufbereitung
- Gütekriterien der quantitativen Forschung: ▪ Objektivität: Grad der Standardisierung von Untersuchungsmaterial, -bedingungen, -auswertung, und – Interpretation▪ Reliabilität: Genauigkeit – Wird ein Konstrukt exakt gemessen?▪ Validität: Gültigkeit – Wird jenes Konstrukt gemessen/erfasst, welches erfasst werden sollte?
- Die qualitative Sichtweise (Mayring, 2016): Keine reine Übernahme der Maßstäbe quantitativer Forschung Gütekriterien für qualitative Forschung neu definieren – sie müssen zum Vorgehen und Ziel der Analyse passen Stärker argumentative Festlegung der Gütekriterien statt bloße quantitative Festsetzung anhand von Kennwerten
- Welche sind die 6 Allgemeinen Gütekriterien qualitativer Forschung? 1) Verfahrensdokumentation2) Argumentative Interpretationsabsicherung3) Regelgeleitetheit4) Nähe zum Untersuchungsgegenstand5) Kommunikative Validierung6) Triangulation
- Qualitatives Gütekriterium: Verfahrensdokumentation: Problem: Vorgehen ist oft sehr spezifisch auf jeweiligen Untersuchungsgegenstand bezogen, Methoden werden speziell für Gegenstand entwickelt oder differenziert Entsprechend wichtig ist genaue Dokumentation der Methoden und ihres Einsatzes Explikation des Vorverständnisses Zusammenstellung des Analyseinstrumentariums Untersuchungsdurchführung Auswertung
- Qualitatives Gütekriterium: Argumentative Interpretationsabsicherung: Problem: Interpretationen sind nicht verifizierbar Interpretation nicht setzen, sondern argumentativ begründen -> Kriterien: Adäquates theoriegeleitetes Vorverständnis der jeweiligen Interpretationen Innere Schlüssigkeit der Interpretation Suche nach und Prüfung von alternativen Interpretationen =>wichtiges Element bzgl. der Gültigkeit von Interpretationsbegründungen
- Qualitatives Gütekriterium: Regelgeleitetheit: Problem: durch Offenheit gegenüber Untersuchungsgegenstand und Möglichkeit geplante Analyseschritte zu modifizieren, könnte das Untersuchungsvorgehen unsystematisch ablaufen Oevermann et al. (1979) nutzten schrittweises, sequentielles Vorgehen zur Absicherung der Interpretationsqualität, insb. durch: Analyseschritte a priori festlegen Material in sinnvolle Einheiten unterteilen Systematische Analyse von einer zur nächsten Einheit