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Klinische Kinder- und Jugendpsychologie (Fach) / Block 2 (Lektion)
SSV + Zwang + Suizid
Diese Lektion wurde von Ayaya erstellt.
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- Weiche vs. Harte Suizidmethoden Weiche Methoden = Einflussnahme/Rettung zumindest für begrenzten Zeitraum möglich Harte Methoden = Unmittelbar lebensbedrohlich → Kein Eingriff möglich
- Suizid Kann als Symptom verschiedener Störungen aber auch bei psychisch gesunden Menschen in akut belastenden Situationen vorkommen. Äußert sich in Gedanken, Handlungen und Affekten Abzugrenzen von selbstverletzendem Verhalten
- Präsuizidales Syndrom Allmählich gedankliche Einengung → Nach Entschluss gelöstheit (keine Informationen mehr nach außen)
- Wiederholungsrisiko (Suizid) Erste 6 Monate = 10% Erste 24 Monate = 42%
- Kriterien der Suizidalität Keine Distanzeirtheit Akuter/Überwältigender Konflikt (Hoffnungslosigkeit) Schulisches Scheitern (!) Psychiatrische Erkrankung/Substanzkonsum Wunsch nach stationärer Aufnahme Impulsivität Frühere Versuche/Vorbereitungen Soz. Umfeld Verlust/Trennung einer Bezugsperson Isolation
- Werther-Effekt Suizid wichtiger/fiktiver/bekannter Persönlichkeiten provoziert Nachahmung Moderatoren: Real > Fiktional, Medium, Valenz, Ähnlichkeit, Darstellung der Konsequenzen, Rezipient
- Suizid (Intervention) Therapeutischer Aktionismus (Kontakt absprechen, Erreichbarkeit, Aufsuchen bei nichterscheinen, etc.) Therapieschwerpunkte bei Problemlösen, Auslösebedingungen beseititen, kogn. Umstrukturierung Heimisches Umfeld involvieren
- Anzeichen von School-Shootings (+ "Leaking") Direktes Leaking: Briefe, Zeichnungen, Anrufe, Videos, etc. Indirekt: Tragen von Tarnkleidung/Waffen Andere Anzeichen: Tunnelblick, Heldenmythen, Ausweglosigkeit, Rachewünsche, Drohungen, mittätersuche, Hasslisten, Problemhandlungen, Berichte über Erfahrung mit Waffen
- Risikoprofil von School-Shooting-Tätern 96% männlich Zugang zu Waffen (+ Faszination) Hostile attribution (+ Gefühl von Verfolgung/Ausgrenzung) Zurückweisung von Peers/Gescheiterte beziehungen Leaking Depression, Suizidideen/-versuche Coping + Emotionsregulation schlecht
- JACA - Modell Modell zur Einschätzung der Bedrohung eines School Schootings JUSTIFICATION - Rechtfertigung von GewaltALTERNATIVELESS - Hoffnungslosigkeit, Tunnelblick, Gewaltfixierung, AlternativlosigkeitCONSEQUENCES - Nichts mehr zu verlierenABILITY - Handlungsplanung + Hantieren von Waffen
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- Störungen des Sozialverhaltens (SSV - Symptome) Wiederholtes/Persistierendes Verhalten → Verletzt grundsätzliche Rechte Anderer Mindestens drei der folgenden Symptome: Aggressives Verhalten (Meschen/Tiere), Zerstörung von Eigentum, Betrug/Diebstahl, schwere Regelverstöße Verursacht Beeinträchtigung Onset-Spezifiktation
- SSV (Onset) Childhood-Onset = Mind. ein Symptom vor 10. LebensjahrAdolescent-Onset = Kein Symptom vor 10. LebensjahrOnset unklar → Prognose bei Adolescent-Onset besser und eher auf Adoleszenz beschränkt
- SSV (Specifier: With Limited prosocial emotions) Trifft auf c.a 5% der klinischen Population zu Für Specifier mindestens zwei Kriterien in letzten 12 Monaten (typisches Verhalten) Mangal an Reue/Schuldgefühlen Gefühlskälte, mangelnde emot. Empathie Gleichgültigkeit ggü. eigenen Leistungen Abgeflachter Effekt Trait auch außerhalb von SVV
- Störung mit oppositionellem Trotzverhalten (ODD - Symptome) Symptombereiche:Ärgerliche, gereizte Stimmung (schnell ungehalten/genervt/beleidigt, oft ärgerlich/nachtragend)Streitlustiges/Trotziges Verhalten (Streitet oft, ärgert Andere, gibt Anderen Schuld)Rachsucht+ Spezifikation des Ausprägungsgrads (leicht | mittel | schwer)
- ODD - Weitere diagnostische Kriterien Mindestens vier Symptome - <5 Jahre = Mehrzahl der Tage- >5 Jahre = Mind. 1x/Woche Auftreten mit mindestens einer Person, die kein Geschwister istDauer = Mind. 6 MonateLeiden
- Verlauf einer SSV Allgemein: Im Lauf der Zeut mehr aggressive Symptome (Mädchen mehr Statusgewalt) Childhood-Onset: Stabile Symptome, steigende Quantität/Qualität, häufig entwicklung komorbider Störungen (Soz. Phobie, Drogenabhängigkeit, GAS, PS)
- Verlauf SSV vs. ADHS Angeborene biol. Risikofaktoren für Impulsivität Hoch-Risiko-Umwelt (Familie) Impulsivität + schlechte Emotionsregulation Deviante Peer-Group (→ Antisoz. Verhalten wird verstärkt) Resultat = ADHS + SSV Angeborene biol. Risikofaktoren für Impulsivität Familiäre protektive Umwelt Impulsivität + gute Emotionsregulation Gesunde Peer-Group ADHS + Regulierte Impulsivität
- SSV (Genesefaktoren - Biologisch) Gene + männl. GeschlechtUngünstiges TemperamentNeurostrukturelle Abweichungen (Volumen bilaterale Amygdala ↓)Neurochemische Abweichungen (Testosteron, Cortisol, Serotonin, Dopamin, Oxytocin, Vasopressin)Hyperreaktivität des autonomen NS bzgl. Stress
- SSV (Psychologische Genesefaktoren) Hostile Attribution BiasGeringe soz. KompetenzenDefizite in Emotions-/Verhaltensregulation + ImpulsivitätSprachprobleme
- SSV (Soziale Genesefaktoren) Aggressive/Delinquente Peer-GroupErziehung: Inkonsistent, Wärme/Aufsicht/Steuerung ↓, ModelllernenPsychische Strung der ElternGeringer SöS
- SSV (Multisystemische Therapie) Interventionsprinzipien:Kognitiv behaviorale Verfahren + pharmakologische InterventionFamilientherapien oder gemeindenahe Ánsätze Ziele: Kriminalität verringern, antisoz. Verhalten reduzieren, kosten sparen (Inhaftierung, etc.) Durchführug mit Einzeltherapeuten in Sozialem Umfeld (sehr engmaschig) Maximaler Einsatz von Familie + Therapeuten für vereinbarte Ziele (T 24 Stunden erreichbar)
- Elterntrainings Vor allem bei einfachen, handlungsorientierten Ansätzen wirksam (bzgl. SSV)→ Effekte auch nach einem Jahr stabil (+ Elterlicher Selbstwert, - Stress) Beste Effekte (Moderatoren): Überschaubare AnforderungenHandlungsorientiertAlltagsproblemeIn multimodale Therapie integriert
- Verhaltenstherapeutisches Intensivtraining zur Reduktion von Aggression (VIA) Tagesklinische Gruppentherapie + Elterntraining (über zwei Wochen) Altershomogene Gruppen (8 - 13 Jahre) → Straffer Wochenplan mit selbst geplantem Großprojekt→ An Tag eins gemeinsames Festlegen von Regeln (vier wichtigste + Plakate) - Bei Regelverstoß Ermahnung + Multipfadweg (Kind entscheidet)→ Individuelle Tagesziele für jedes Kind ab Tag zwei (→ Festlegung in Besprechung)→ Verstärkung/Bestrafung über den Tag + Belohnung am Tagesende (Extrapunkte)
- Bei SSV unwirksame Therapieansätze Tiefenpsychologsch fundierte/psychoanalytische Therapie Trainingsgruppen aus dissozialen Jugendlichen Non-Direktive Spieltherapie
- Projekt - PETRA Tailstationäre + Ambulante Intensivhilfe (Remisisionsrate = 80%) → Engmaschig + Teuer Gesamtdauer = 2 Jahre- Diagnostische Vorklärungsphase = Hospitieren mit Kamera in Familie, Analyse- Teilstationär 1 = Kind verbringt Nachmittag in Jugendhilfeeinrichtung, Lehrergespräch des Therapeuten, Psychologische Verstärkung in rel. Situationen (Hausaufgaben, Spielen)- Teilstationär 2 = Zunehmende Einbindung der Eltern (diese hospitiern) in Therapie, Anleitung für pädagogisch richtigen Umgang- Teilstationär - Ambulant = Zeit zu Hause mit Therapeut unter Anleitung der Eltern- Ambulante Nachbetreuung = Sporadische Hilfe, Eltern können sich bei Problemen melden
- Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) Alter: 3 - 12Geringe bis moderate Effekte auf oppositionelles Verhalten10 - 40 Einzel-/Gruppensitzungen Aufbau: Eltern-Kind.Programm = Verminderung hyperkinetischer/oppositioneller Verhaltensstörungen in der Familie, Problemsituationen bewältigenErzieher/Lehrer-Kind-Programm = Verminderung hyperkinetischer/oppositioneller Verhaltensstörungen in Kindergarten/Schule
- THOP - Themen Entwicklung Störungskonzept, problemdefinition, Behandlungsplanung Förderung Eltern-Kind-Interaktion/-Beziehung Verminderung inpulsiven/oppositionellen Verhaltens Operante Methoden Intervention spezifischer Verhaltensprobleme (Bsp. Selbstinstruktion) Stabilisierung der Effekte Ergänzende kindzentrierte Interventionen (nachher)
- FESSKO Kombinierte Therapie von Kindern mit internalisierenden und externalisierenden StörungenIndividuelle Rückmeldung mit Selbst- + Fremdeinschätzung Inhalte:Selbstwert fördernErkennen, Ausdruck und Regulation von Gefühlen verbessernDysfunktionale Kognitionen umstrukturierenSelbst-/Fremdwahrnehmung + Empathie verbessernSoziale Kompetenzen verbessern
- Verschiedene Formen von Zwangsgedanken Situationsgebunden oder Spontan Vermeidungsverhalten folgt häufig situationsgebundenen Zwangsgedanken
- Themenfelder kindlicher Zwänge Verschmutzung Verbotene, aggressive oder sexuelle Gedanken Gedanzen über Ordnung/Symmetrie Schlimmes wird geschehen Ekel vor Kot/Ausscheidungen Andere verletzen magisches Denken Sonstiges
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- Themen von Zwangshandlungen Reinigen Waschen Kontaktvermeidung von Schmutz Ordnen/Arrangieren Wiederholen Zahlzwänge Berührzwänge Sonstige
- Faktorstruktur von Zwangsthemen Symmetrie, Ordnung, Zählen + wiederholen Verunreinigungsgedanken, Wasch-/Reinigungszwänge Horten/Sammeln (schlecht bei KVT/SSRI) Sexuelle + Religiöse Zwangsgedanken (schlecht bei KVT) Aggressive Gedanken/Kontrollzwänge (gute Ansprechbarkeit auf Therapie) 4 + 5 evtl. gemeinsamer Faktor
- Just feel right - Zwänge Verhalten muss so lang ausgeführt werden, bis bestimmtes Gefüh/Geräusch/Bewegung aufkommt
- Zwangsstörungen bei Kindern Gedanken + Handlungen treten zu 90% gemeinsam auf, häufig multiple→ Gedanke kann nicht immer benannt werden (manchmal ich-dyston) Familie oft in Symptomatik eingebunden → Aggression (u.A bei Weigerung) ggü. Familie Nicht immer Leiden/Einsicht/Widerstand gegeben Risiko der Chronifizierung und Entwicklung von Komorbiditäten
- Zwangsstörungen (negative Prognosefaktoren Komorbiditäten Früher Beginn Stationäre Behandlung nötig Tic-Störung/ADHS schon bei Anamnese Schlechtes Ansprechen auf Erstbehandlung Horten
- Zwangsstörung Onset (Faktoren) Früher wenn... Männlich Positive Familien-Anamnese Komorbider Tic Sex. Zwangsgedanken oder Horten Wiederholungs- oder Berührungszwänge
- Pediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorders Associated with Streptococcal Infections (PANDAS) Neuropsychiatrische Symptomatik nach Streptokokkeninfektion (Antikörper Reagieren mit Basalganglien [Nucleus Caudatus + Putamen]) Risikofaktor für Zwangsstörung (Plötzlicher/Heftiger Beginn der Symptomatik, episodisch oder chronisch) Zwänge Tics Stimmungs-/Verhaltensänderungen (Reizbarkeit, Aggression, Traurigkeit, Labilität, Hyperaktivität, Schlafstörungen, Einnässen und Trennungsangst)
- Pediatric OCD Treatment Study Vergleich von SSRI und CBT und Kombination (87% Completer) - Alle drei Treatments besser als Placebo- Kombination am besten, CBT = SSRI
- Zwangsstörung (Diagnostik) Halbstrukturierte Inverviews Zwangsprotokplle (Selbst oder fremd geführt) Problem: Schamkomponente + Sleeper-Effekt
- Zwangsstörung (Intervention) Exposition mit Reaktionsverhinderung Patient muss belastbar sein/zeitliche Voraussetzungen erfüllt Kognitive DefusionAufhebung von Verknüpfung von Gedanken/metakognitiver Bedeutung (Bsp. Wort so lang sagen, bis es keinen Sinn mehr hat --> Zwangsrelevantes Wort) Narrativ-Metakognitive RollenspieleTherapeut oder Patient spielt den Zwang (Selbsterprobung o. Modelllernen)