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Emotionspsychologie (Fach) / 10.Methode der Emotionspsychologie (Lektion)
zehnte Vorlesung
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- Sprachliche Methoden • Erfassen sprachlichen Mitteilungen über Gefühle, Stimmungen, Befinden u.a.• Enge Verwandtschaft zur Introspektion• Urteilsbasierte Daten können dennoch geprüft werden hinsichtlichIntersubjektivität, Reliabilität und Validität• Hohe Augenscheinvalidität und Ökonomie• Gebundene vs. ungebundene Erhebungen
- sprachliche Methode; Unterscheidung im Modus • Verbal: „…ich zittere“ (Zustand, konkreter Sachverhalt)• Adverbial: „… ich reagiere ängstlich, wenn…“ (Konditional, Verhaltensaspekt)• Adjektivistisch: „ich bin traurig“ (abstrahierend)• Substantivisch: „Ärger“ (häufig Einschätzungsskalen, bez. auf Intensität)
- sprachliche Methode; Reaktionsmessung • Zweikategoriale, mehrkategoriale oder nichtkategoriale Urteile• Alternative: Affect-Grid (Russel, Weiss & Mendelsohn, 1989)
- sprachliche Methode; Beurteilungsaspekte • Actor vs. Observer• Introspektiv vs. Global• Emotion als Ganzes vs. Teilaspektbezug (körperliche Symptome,Handlungskomponenten, vorauslaufende Kognitionen, Coping, …)• Zeitbezug der Beurteilung (z.B. trait vs. state)• Ereignissimultane Erfassung zur Vermeidung von Urteilsfehlern um Parallelität zu anderen (z.B. physiologischen) Daten herzustellen
- Indukttionsverfahren • Experimentelle Manipulation, um Kausalbeziehungen greifbar zu machen.
- induktionsverfahren 2.1 Veltentechnik• Lesen selbstbezogener Aussagen Induktion trauriger, gehobener undneutraler Stimmung• Eher für die Induktion negativer emotionaler Stimmung geeignet2.2 Musik• Direktes oder non-direktives Zuhören2.2 Imagination• Autobiographical recollections• Furcht am schwersten induzierbar• Eher Akteur statt Beobachter• eher visuell als verbal oder motorisch herstellbar2.4 Geschichten und Filme• gelten als effektivste Induktionsverfahren• Sammlung von Gross und Levenson (1995) für acht spezifischeemotionale Zustände(z.B. Vergnügen „Harry und Sally“; Furcht „The Shining“)2.5 Bilder• Bisher geringe Wirkung; stand. Verfahren und Sets (z.B. Hamm & Vaitl, 1993)2.6 Geschenke, Erfolgsrückmeldungen, soziale Interaktion• Induktion positiver Stimmung durch zufälliges Finden• Beliebt: positive und negative Erfolgsmitteilungen relativ zur Gruppenleistung• Arousal durch Konfidenten oder Versuchsleiter und durch öffentliches Sprechen 2.7 Gesichtsausdruck und andere• Wenig effektiv (r = .34)? Unterschied zwischen Eigen- und Außenmanipulation• Facial Feedback Hypothese und Variation der Körperhaltung2.8 Natürliche Variation und weitere Ansätze• Z.B. Telefoninterviews in Abhängigkeit vom Wetter (Schwarz & Clore, 1983)• Hypnose und pharmakobasierte Methoden nur eingeschränkt benutzbar
- Induktionsverfahren; meta-analystische Verfahren • Größere Effekte bei negativer (rm = .53) als bei positiver Induktion (rm = .41)• Größter Effekt bei Filmen: negativ (rm = .73) und positiv (rm = .74)• Geringe Effekte für Gesichtsausdrucksverfahren: (–) rm = .08 und (+) rm = .19• Effekte verringern sich wenn Verhaltensmaßen als Kontrolle verwendet werden
- Ausdruckspsychologische Verfahren • Erfassen die nonverbalen Aspekte der „üblichen“Emotionskomponenten• Vorwiegend mimischer Ausdruck erfasst• seltener Stimme, Gestik, Körperhaltung• Kodierung(ssysteme) vs. Beobachter(studien)• Schwierigkeiten: Komplexität und interindividuelleVariabilität
- Ausdruckspsychologische Verfahren; Elektromyografische Verfahren • Um nicht sichtbare mimische Muskelaktivität nachzuweisen (micro-mimics)• 1. Einschränkung: komplexer Muskelapparat vs. begrenzte Ableitungskapazität• Lösung: Ableitung prototyp. Muskel: Zygomaticus major (Lächelmuskel s. 1)oder Corrugator supercilii (Augenbrauen zusammenziehen s. 2)• 2. Einschränkung: Artefakte bei geringfügigen Bewegungen deshalb ungeeignet in spontanen oder interaktiven Settings
- Ausdruckspsychologische Verfahren; Kodierverfahren • Messinstrument = Beobachter• Trennung von Kodierung undInterpretation wichtig• Zeitaufwendig oder nur bereichsspezifisch• Oft nicht frei zugänglich und deswegenwenig überprüfbar
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- Ausdruckspsychologische Verfahren;Anatomische und fundierte Verfahren Umfassende Kodierung und slow-motion-Technik• Aufbauend auf Hjörtsjö (1970) von Ekman und Friesen (1970) weiterentwickeltzum Facial Action Coding System (FACS) und EMFACS• Theoretische Verfahren beschränken sich Teilaspekte (interkulturelleÜbereinstimmung, Basisemotionen, Kleinkinduntersuchungen – MAX & AFFEX)
- Ausdruckspsychologische Verfahren; situierte Verfahren
- Ausdruckspsychologische Verfahren Beispiel aus der Forschung • Psychopathypersonality disorder associated with antisocial behavior, alack of empathy, and poor ability to perceive emotions inthe face
- Qualitative Verfahren • Ergänzung des Methodeninventars in„unbekanntem“ Theoriengebiet• Deskriptiver und interpretativer Zugang mit(vorwiegend) Einzelfallbezug• Hoher Alltagsbezug durch Leitfadeninterviews,Fragebögen und Biografien• Inhaltliche Standards durch methodologische Standards: Inhaltsanalyse(Mayring, 1997), Beobachterübereinstimmung (Krippendorf, 1980) undLeitfäden: COREQ (Sainsbury & Craig, 2007)• Im Zentrum der Analyse steht ein Kategoriensystem• Teilweise Versuch der Quantifizierung – z.B. Affektskala (Schöffer, 1980)• Möglichkeiten der technischen Unterstützung: MAXQDA (Kuckartz, 2010) Affektive Diktionär Ulm
- Psychophysiologische Verfahren; Elektrodermale Aktivität (EDA) • Grundlage: bioelektrische Eigenschaften der Haut• Ekkrine Schweißdrüsen durch Sympathikusgesteuert• Bipolare Ableitung der Hautleitfähigkeit (SCL)• Verlaufsmessung mit Amplituden
- Psychophysiologische Verfahren; Kardiovaskuläre Aktivität • Sammelbegriff für zahlreiche Vorgänge im Herz-Kreislauf-System• Herzschlagfrequenz (HR) als Anzahl der Herzschläge (üblicherw.) pro Minute• Üblicherweise über Elektrokardiogramm erfasst (EKG)• Erfassung über zwei Messelektroden und eine Masseelektrode• Ableitorte: Gliedmaße und/oder Brust• Erfassung der heart rate variability (HRV): Indikator für Parasympathikus• Erfassung des Blutdrucks (Systole / Diastole) über Manschette – keine Kont.
- Psychophysiologische Verfahren; Elektrische Muskelaktivität (EMG) • Grundlage ist quer gestreifte Skelettmuskulatur• Ableitung von Muskelpotentialen• Aufzeichnung ergibt Elektromyogramm (EMG)• Immer zeitliche und räumliche Aggregation
- Psychophysiologische Verfahren; Hirnelektrische Aktivität (EEG) • Non-invasive Methode zur Ableitung von elektrischer Aktivität• Elektroenzephalogramm (EEG) event-related-potential (ERPs)• Gemessen über unipolare Ableitung• Standard zur Platzierung: 10-20-System (Jasper, 1958)• Erfassung postsynaptischer Signale von Apikaldendriten derPyramidenzellen
- Psychophysiologische Verfahren; Hirnelektrische Aktivität (EEG) • Non-invasive Methode zurAbleitung von elektrischer Aktivität• Elektroenzephalogramm (EEG)event-related-potential (ERPs)• Gemessen über unipolare Ableitung• Standard zur Platzierung: 10-20-System (Jasper, 1958)• Erfassung postsynaptischer Signalevon Apikaldendriten derPyramidenzellen