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Instruments (Fach) / 8.4) Life Cycle Costing (Lektion)
produktorientiertes Kostenmanagement
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- Definition und Allgemein - Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Produkten und Kundenbeziehungen anhand einer periodenübergreifenden, produkt- oder kundenlebenszyklusbezogenen Erfolgsrechnung- Product Life Cycle Costing: ursprünglich zur Planung von Großprojekten entwickelt; heutzutage besonders bei Anschaffung großer Investitionsgüter - Rechengrößen sind Ein- und Auszahlungen- Product Life Cycle Costing: grundsätzliche Unterscheidung zwischen Anbieter- und Kundenperspektive 32
- Ziele - Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch kontinuierliche Markt- und Kundenorientierung- Erfassung und Minimierung der Anschaffungs- und Folgekosten eines Produkts über den Zeitraum seiner Nutzung (Product Life Cycle Costing)- Bindung des Kunden an das Unternehmen so lange wie möglich (Customer Life Cycle Costing) 32
- Product Life Cycle Costing aus Produzentensicht - Orientierung am marktbezogenen Produktlebenszyklus -> Entstehungszyklus (Umfeldanalyse, Forschung & Entwicklung, Konstruktion) -> Marktzyklus (Fertigung, Prüfung, Nutzung) -> Nachsorgezyklus (Wartung, Reparatur, Entsorgung) Ziel:- Analyse, ob durch eine Kostenerhöhung in den Phasen vor der Produkteinführung Kostensenkungen in späteren Lebenszyklusphasen erzielt werden können Bewertungsmethoden:- Kapitalwertanalyse, Amortisationsdauer Beispiel (F. 34):Summe der Einzahlungen - Auszahlungen nominal und/oder Einzahlungen - Auszahlungen diskontiert 33, 34
- Product Life Cycle Costing aus Kundensicht - Entscheidung für oder gegen den Kauf eines einzelnen Produkts- Unternehmen sollte Überlegungen des Kunden miteinbeziehen; Kosten des Produzenten und Kosten, die während der Nutzung beim Kunden entstehen sind relevant Zusammensetzung der Kosten, die beim Kunden entstehen:- Einstandskosten (Anschaffungspreis)- einmalige Kosten (Transport, Aufstellung, Inbetriebnahme, Entsorgung)- Betriebskosten (laufende Kosten für Energie, Betriebsstoffe, Löhne)- Instandhaltungskosten (Wartung, Inspektion, Reparatur)- sonstige Kosten (Kapitalverzinsung, steuerliche Belastungen, Versicherungen) - lebenszyklusbezogene Optimierung der Preisstruktur zur Ausnutzung kundenbezogener Rendite- Bewertungsmethode: Investitionsrechnung- Beispiel: Glühbirne vs. Energiesparlampe (Analyse hinsichtlich Preis, Stromverbrauch, Brenndauer) 35
- Kosten des Produzenten vs. Kosten des Kunden siehe F. 36 Kosten des Produktherstellers:Selbstkosten = Gemeinkosten + Umweltkosten und Entsorgungskosten + Herstellkosten (=Fertigungskosten+Materialkosten)Anforderungen: Funktion, Sicherheit Kosten des Produktnutzers:Lebenslaufkosten = Investitionskosten (=Einstandspreis+einmalige Kosten) + Betriebskosten + Instandhaltungskosten + sonstige Kosten
- Lebenslaufkostenstruktur nach Produktart aus Kundensicht siehe F. 37 je nach Produktart unterschiedlich lange Lebensdauer der Produkte Gabelschlüssel:- sehr lange Lebensdauer100% Lebenslaufkosten = 0*Betriebskosten + 0*Instandhaltungskosten + 0.1*Entsorgungskosten + 0.9*Investitionskosten Pkw (geschäftlich genutzt):- 11 Jahre Lebensdauer100% Lebenslaufkosten = 0.5*Betriebskosten + 0.15*Instandhaltungskosten + 0.05*Entsorgungskosten + 0.3*Investitionskosten Wasserwerkpumpe:- 20 Jahre Lebensdauer100% Lebenslaufkosten = 0.85*Betriebskosten + 0.05*Instandhaltungskosten + 0.01*Entsorgungskosten + 0.09*Investitionskosten
- Beurteilung des Product Life Cycle Costing Vorteile:+ ganheitliche Sichtweise+ Analyse aller Ein- und Auszahlungen (von Entwicklung der ersten Einheit bis zur Entsorgung der letzten Einheit+ Verdeutlichung impliziter Entscheidungsinterdependenzen+ eindeutige Zurechenbarkeit, Prognose und Analyse aller mit dem Projekt verbundenen Zahlungsvorgänge Nachteile:- große Unsicherheit bei der Prognose langfristiger Kosten (und Umsätze)- tatsächlicher Verlauf des Lebenszyklus bei der Prognose unbekannt (nicht auf jedes Produkt treffen die standardisierten Lebenszyklusphasen zu)- nicht absehbare externe Faktoren (zB Einführung einer Verpackungsrücknahmepflicht, die zusätzliche Kosten im Nachsorgezyklus verursacht) 38
- Customer Life Cycle Costing Customer-Lifetime-Value(CLV)-Konzept:- monetären Wert eines Kunden über die gesamte Dauer der Kundenbeziehung berechnen- langfristige ökonomische Vorteilhaftigkeit einer Kundenbeziehung beurteilen- Basis für die Planung und Kontrolle bestehender und zukünftiger Geschäftsbeziehungen: -> erfolgsversprechende Kundenbeziehungen indentifizieren und klassifizieren -> systematische Ausgestaltung des Preis-, Produkt-, Kommunikations- und Distributionsmixes => zielgerichtete Investition in die Kundenbindung und Kundenzufriedenheit Bewertungsmöglichkeit eines Kunden:Marktwert des Unternehmens/Anz Kunden des Unternehmens = Wert eines Kunden dieses Unternehmens Bestandteile des Kundenwertes (Folie 41):- Customer-Lifetime-Value = Transaktionspotential (=Basisvolumen+Wachstumspotential(=Intensivierungspotential+Cross Selling-Potential+Up Selling-Potential+Potential aus sinkender Preiselastizität)+Kostensenkungspotential)+ Relationspotential (=Referenzpotential+Informationspotential+Kooperationspotential) Basiskonzept: Kapitalwertmethode- Schätzung der Ein- und Auszahlungen für die gesamte Dauer einer Kundenbeziehung- Zahlungsströme auf den gegenwärtigen Zeitpunkt diskontierenCLVt = ∑ (x*db - kundenspezifische Kosten für den Kunden)/(1+i)t Prämissen:- rein transaktionspotentialorientierte Betrachtung- Einproduktunternehmen -> Vernachlässigung des Cross-Selling- und Up Selling-Potential- Annahme konstanter Preise und Stückkosten -> Vernachlässigung des Kostensenkungspotentials- Wachstumpotential wird in Form der steigenden Abnahmemengen berücksichtigt- im ersten Jahr sind in den kundenspezifischen Kosten die Akquisitionskosten der Geschäftsbeziehung enthalten Diskontierungssatz:- wird als bekannt vorausgesetzt- Herleitung möglich über das CAPM Beispiel: siehe Folie 44 Problematik:- Vernachlässigung einer möglichen Abwanderung des Kunden, dadurch systematische Überbewertung der Kundenbeziehung=> Modellerweiterung: -> Berücksichtigung der Retentionsrate (=r; Kundenbindungsrate/Stärke bzw Intensität der Kundenbeziehung) -> Ableitung der Retentionsrate aus dem Kundenlebenszyklus Retentionsrate: siehe Folie 46- Akquisition/Beziehungsaufbau (r=0.75) -> Beziehungsphase (r=0.85) -> Rückgewinnungsphase (r=0.7)- am höchsten in Beziehungsphase- Beispiel: Folie 47 (Berechnung??????) Beurteilung des CLV:- Erweiterung des Modells um andere Determinanten des Kundenwertes denkbar -> Cross-Selling-Potential und Up-Selling-Potential kann über den Verlauf der Deckungsbeitragskurve abgebildet werden -> Referenzpotential kann über Weiterempfehlungen einbezogen werden Kritik:- methodische Schwierigkeiten des CLV-Konzeptes -> Prognose zukünftigen Kaufverhaltens -> Prognose der Retentionsrate -> Abschätzung der Kundenentwicklung -> Ermittlung des Diskontierungssatzes mittels CAPM 39-48
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