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Gesprächsführung (Fach) / Gesprächsführung (Lektion)

Allgemeine Aspekte der Gesprächsführung

Diese Lektion wurde von AnnaCy erstellt.

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  • Allgemeine Phasen professioneller Gespräche 1. Auftrag: störungsspezifische Therapie und Beratung 2. a. ) Gesprächsziele der Therapeutin b.) IN der Therapie spontan auftretende Themen c.) Anliegen des Patienten 3. a.) Themenklärung (Erwartungen abgleichen, Hauptanliegen herausfinden) b.) Thema nicht mehr  im sprachtherapeutischen Rahmen? -> Andere Therapie und Beratungsangebote anregen 4. Problembeschreibung ( Problem definieren, Bedingungen analysieren) 5. Zielformulierung (KOntrete Veränderung, Perspektiven) 6. Lösungsfindung (Lösungsmöglichkeiten sammeln, Lösungen erproben) 7. Reflexion ( Neue Erfahrungen, Lösungsbewertung)
  • Themenklärung •Erwartungen abgleichen  •Hauptanliegen herausarbeiten  •Patienten/ Klienten wissen ihre Hauptthemen i.d.R. nicht  •unsere Aufgabe: „zwischen den Zeilen“ lesen  ->  die uns gegebene Information in Haupt- und Nebenschauplätze einzuteilen  ->Verdeckte Anliegen herauszulesen  -> Gezielte Fragen zu stellen  •Bsp.  ->eine Patientin ist depressiv, aber was ist das Thema in der Depression?  ->Ein Mitarbeiter einer Firma wünscht sich mit uns ein Selbstsicherheitscoaching, aber was heißt das in diesem Fall? 
  • Problembeschreibung und Zielformulierung •Problem definieren, Bedingungen analysieren  •Konkrete Veränderungen, Perspektiven  •Problem genau spezifizieren  -> Wann und wo tritt das Problem auf?  ->Was passiert beim Patienten genau?  -> Wer ist beteiligt? Wie reagieren die Beteiligten?  •Ziele ableiten (SMART-Prinzip) - Positiv formuliert  ->Situationsbezogen  ->messbar und konkret  ->Attraktiv und ausführbar für den Patienten/ Klienten  ->Realistisch  >Terminiert 
  • Lösungsfindung •Lösungsmöglichkeiten sammeln  •Lösungsbewertung  •Ideen sammeln  ->Wann trat/ tritt das Problem nicht auf?  ->Was wurde bisher versucht?  ->Spezifische Fragetechniken, Imaginationen, Problemkuchen, … (siehe Kopie Kanfer, 2012)  •Lösungsschritte formulieren  ->In Teilschritte herunter brechen  ->Notwendige Mittel/ vorhandene Ressourcen analysieren  ->Evtl. Hinzunahme der Problemlöseschritte nach D‘Zurilla und Goldfried (1971) 
  • Reflexion •Neue Erfahrungen  •Lösungsbewertung  •Neue Erfahrungen und gefundene Lösungen bewerten  ->Dies kann in sensu oder in vivo erfolgen  ->In vivo bietet sich an in Anlehnung an das Expertendasein des Patienten/ Klienten  •Falls kein zufriedenstellendes Ergebnis  ->Andere Lösung auswählen  ->Zieldefinition überprüfen  ->Anliegen und Problem neu definieren  •wichtig: Klient übernimmt Inhalt, Sie die Strukturierung! 
  • Gesprächsplanung •Äußere Vorbereitung  ->Geplante Themen (schriftlich)  ->Hilfsmittel  ->Raum und Zeit  ->Beteiligte  ->Störungen?  •Innere Vorbereitung  ->Innere Haltung ggü. Beteiligten  ->Wie geht es mir als Behandler/ Berater gerade?  ->Brauche ich etwas, um den Termin gut bewältigen zu können?  ->Fühle ich mich vorbereitet? 
  • Fragetechniken offene Fragen „W“-Fragen (Was, wo, wann, wie)  Können nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden  Ziel: viele Informationen, ausführliche Antworten  Bsp. „Wie erklären Sie sich Ihr Verhalten?“  Positiv: Regen zum Nachdenken an  Zusätzliche Infos, neue Gedanken  Partnerschaftlicher Dialog wird gefördert  Gesprächseröffnung/ -aufrechterhaltung  Schaffen Freiräume  Geringere Beeinflussung  Eignen sich zur Analyse  Klares  Negativ: Zeitaufwändig  Gesprächspartner vielleicht „nicht zu bremsen“  Kontrolle schwer haltbar  Gesprächsverlauf ungewiss  Ausnahme: Warum-Frage!
  • Fragetechniken geschlossene Fragen „Entscheidungsfragen“  Stellen Klarheit und Verbindlichkeit her  Halten das Gespräch kurz  Kommen schneller zum Abschluss  Positiv: Fördern kurze, prägnante Antwort  Bringen Themen auf den Punkt  Von Vorteil bei weitschweifigen Gesprächspartnern  Gesprächssteuerung  Eindeutige Entscheidungen  Negativ: Geringe Informationen  Wenig Spielraum für den Befragten  Keine Infos zu Hintergründen  Bei häufigem Einsatz Verhörcharakter 
  • Fragetechniken Mischformen Geschlossene Frage: - Fage: „Haben Sie gestern mit Ihrem Partner gesprochen?  - Mögliche Antwort :  Ja“ oder „Nein“  Schließende Frage : -FRage:  „Wann haben Sie gestern mit Ihrem Partner gesprochen?“  - Mögliche Antwort: „Am Nachmittag“  Öffnende Frage: -Frage: Wie ist Ihr Fazit zu dem Gespräch mit Ihrem Partner?“  -Mögliche Antwort:  „Wir konnten uns darauf einigen, dass…“  Offene Frage:  -Frage :  Was für einen Eindruck hatten Sie vom Gespräch mit Ihrem Partner?“  - Mögliche Antwort :„Also, eigentlich hatten wir… aber es kam zu…“   
  • Fragetechniken Fragearten Bedarfsbezogene Fragen:  - Informationssaammlung  -> Zur Bedarfsermittlung von: Hintergründe, Wünschen, Vorstellungen zB " Worung sehen Sie die Gründe für den Klimawandel?" Einstellungsfragen: Informationssammlung für die Einstellung des Verhaltenspartners zB "Wie stehen Sie zu dieser Aussage?" Verständnisfragen:  Rückfragen wenn etwas unklar ist - Fachausdrücke, Vertragsbedingungen etc zB "Können Sie mir den § 5 bitte genauer erklärem?" Spiegelungs-/Rückkopplungsfragen: Geben den INhalt des zuvor Gesagten wieder - verhindert Mehrdeutigkeit, Missverständnisse - signalisiert aktives ZUhören - Übergangsmöglichkeiten zur Argumentation zB "Sie stellen sich also vor, dass die UNterzeichnung des Vertrages bereits heute durchgeführt werden soll? Suggestivfragen:  -Die Antwort ist bereits in der Frage enthalten wird sehr leicht als manipulativ empfunden. Unterstellung von Meinungen. Wenn in ehrlicher Absicht etwas festgehalten werden soll. ZB "Wir waren uns doch in unresem Letzten bereits einig, dass" Rangierfragen: Um wieder auf das Thema zurückzukommen - wirkt sehr diplomatisch - Möglichkeit, Widerstände zu umgehen - zB "Wo waren wir stehe geblieben?" "Das ist ein wichtiger Hinweis, können wir doch zunächst den xy-Punkt besprechen? Motivationsfragen:  - Positive Gesprächsatmosphäre schaffen - stellt den Gesprächspartner positiv dar - drückt Anerkennung aus - zB "Ihre Meinung ist mir zu diesem Thema sehr wichtig, wie sehen Sie den Sachverhalt?" Dirigierende Fragen:  - Sollen die Übereinstimmung mit dem Gesprächspartner ins Gedächtnis rufen zB "Sie erwähnten, dass sie an einem langen Mietverhältnis interessiert sind. Welcher Zeitraum schwebt ihnen vor? Alternativfragen:  Sollen dem Gesprächspartner den Eindruck vermitteln, er könne frei wählen - mehrere Alternativen zur Auswahl - unterstellt, dass geerell eine Einigung zustande kommt - sinnvoll maximal drei Alternativen - bewirkt Abschluss /Teileinigung - zb Bevorzugen Sie eine Ratenzahlung oder zahalen sie jetzt bar? Gegenfragen:  - Taktisches Mittel um ZZB einen Verkaufs-/Vertragsabschluss herbeizuführen - wirkt provozierend - erweckt den Eindruck, dass nicht geantwortet werden kann/möchte -sinnvoll, um Einstellung zu erfahren, Zeit für eine Antwort zu gewinnen, bei Verständnisfragen - zB "Wie weit können Sie den Preis reduzieren? "Welche Preisvorstellun haben Sie denn?"
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  • Fragetechniken Wofür? •Geeignetes Mittel, um Gespräch zu strukturieren, die Richtung zu bestimmen, Balance zwischen Zielorientierung und Eingehen auf den Gesprächspartner zu finden  1. Zum Einstieg sollten Fragen zur Sachlage gestellt werden, welche Fakten erkunden, mit dem Ziel, allgemeine Informationen zu sammeln. Der Trchter ist somit weit; es werden viele, möglichst offene Fragen gestellt.  -> bedarfsbezogene Fragen; Einstellungsfragen 2. Danach werden Fragen zum Umfeld des Problems gestellt. Dabei werden Erklärungen und Auswirkungen auf andere Themenfelder beleuchtet, um die Struktur der Thematik herauszuarbeiten. Im Verlauf dessen erfolgt eine Konzentration auf die wesentlichen Thematiken, und dementsprechend engt sich der Fragentrichter ein . -> dirigierende Fragen 3.Schließlich werden lösungsorientierte Fragen gestellt, um Vereinbarungen vorbereiten zu können.  -> selbstreflektorische Fragen, Alternativfragen, Gegenfragen
  • Feedback geben •Die eigene Wahrnehmung beschreiben, nicht den anderen bewerten!  •Konkret beschreiben, nicht verallgemeinern!  •Brauchbare Rückmeldungen mit Veränderungsansatz geben, nicht über Unabänderliches sprechen!  •Keine Änderungen fordern!  •Sachlich richtig, klar und genau formulieren!  •Nicht zu viel auf einmal!  •Positive Rückmeldungen einbauen!  •Feedback-Empfänger direkt ansprechen!  •Bereitschaft für Feedback einholen!  •Reaktion auf das Feedback vorhersehen!  •Eigene Motivation prüfen 
  • Feedback nehmen •Nur zuhören, nicht rechtfertigen!  •Wirken lassen!  •Später für sich sortieren, was annehmbar ist! 
  • Kritik und Anerkennung •Lob und Anerkennung müssen realistisch und authentisch sein  •Echte Anerkennung bedarf keiner Vergleiche  •Lob für Selbstverständliches führt zu Misstrauen  - Kritik hoch: Demoralisierung/Ablehnung - Anerkennung hoch:Stagnation
  • Konstruktiv negative Kritik äußern •Vier-Augen-Gespräche in geschütztem Raum  •Immer direkt ansprechen, nicht über Dritte  •Fakten äußern statt Gerüchte oder vage Vermutungen  •Sachliche Argumentation statt emotionaler Angriff  •Keine Vergleiche mit anderen Personen  •Klare Stellungnahme zu eigenen Erwartungen statt theoretische Grundsatzdiskussionen über richtig oder falsch  •Aktives Zuhören, wenn der Gegenüber sich erklärt  •Positiven Gesprächsabschluss finden 
  • Feedback in Gruppen •Zufriedenheits-/Stimmungsbarometer  ->Wichtig: klare Frage formulieren!  Bsp. „Wie zufrieden waren Sie mit dem Inhalt der Gruppenstunde?“
  • Feedback in Gruppen •Feedback-Bögen/Evaluation •Bsp. Quantitativ  „Wie beurteilen Sie die Qualität dieser Vorlesung?“  1 - 2 - 3  gut mittel schlecht  •Bsp. Qualitativ  „Wie fanden Sie das Seminar?“
  • Kreativität Funktion •Ziel ist die Nutzung von Kreativität, um  •Eine entspannte, lockere, angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen  •Um Ängste zu überwinden  •Um ein Kennen Lernen zu fördern  •Um Gesprächsblockaden zu lockern  •Um die Ebene zu wechseln/ auf eine Drittebene zu verlagern  •Um einen positiven Abschluss, z.B. nach einer anstrengenden Gruppenstunde, zu finden  •… 
  • Warm Up-Übungen Rational-analytische Übungen zum Einstimmen auf die Bearbeitung gut strukturierter Probleme; regen zum Denken in Alternativen und Vielfalt an  •Bsp.  •Gemeinsame Eigenschaften finden; „Ein Gummibär ist bunt und süß. Was ist noch bunt und süß?“  •Versch. Nutzungsformen; „Welche Verwendungen gibt es für einen Ziegelstein?“ 
  • Warm Up-Übungen •Emotional-intuitive Übungen •Emotional-intuitive Übungen zum schnellen Einführen in Fantasiewelten und Entfaltung der Kreativität  •Beispiele  •Geschichten erfinden  •Einpunkt-Abfragen  •Graffitis  •Zeitungsmeldungen erfinden  •Geschichten erzählen und vorlesen  •Rollenspiel/Sketch 
  • Warm Up-Übungen •Soziometrische Übungen zum Aufzeigen von Zusammenhängen und Strukturen (z.B. in einer Gruppe)  •Bsp.  •Übungen in einer Reihe; z.B. nach Geburtsdatum, Schuhgröße, Körpergröße, …  •Vernetzungsübungen; z.B. Hand auf Schulter der Person legen  •mit der man noch keinen Kontakt hatte und dann eine Frage stellen oder  •Eine Person stellt sich in die Mitte, stellt sich vor und nach und nach werden Anknüpfungspunkte gefunden 
  • Intuitive Methoden •Liefern in kürzester Zeit viele Ideen  •Fördern Gedankenassoziation  •Aktivieren das Unbewusste  •Bsp.  •Brainstorming  •Onkel-Otto-Zettel  3 Plakate  ->„An der Präsentation gefällt mir…“  ->„An der Präsentation gefällt mir nicht…“  ->„An der Präsentation sollte verbessert werden…“  •Mind-Maps 
  • Bsp. Mind-Map „Der Ursachenstern“ Die Ursachen für eine psychische Störung oder ein gravierendes Probem (Verhalten) können sich auf Ereignisse beziehen, die zum Teil weit in der Vergangenheit liegen, bzw können sich auf verschiedene Ebenen (Psyche, Körper, Beziehungen Schicksalsschläge) befinden. Durch farbige Markieungen lassen sich die Ursachen in Gruppen zusammenfassen. Der Lösungsstern wird analog erarbeitet bsp Depression -> Traditionelle Werte, Eheprobleme, Gewalt, Selbstwert, Abhängigkeit -> Finanzen, keine Arbeit, Alter, Umzug = fehlende Freunde, Umstellung, Eisenmangel -> Elternhaus, Tochter, Vorwürfe
  • Diskursive Methoden •Probleme werden in ihrer Gesamtheit erfasst und dann in systematischen Einzelschritten bearbeitet  •Bsp.  •Der morphologische Kasten  ->Bsp. ein neuer Tisch soll entwickelt werden  •Problemlösungs-/Relevanzbaumanalyse; Fragebaum  ->Bsp. Vorbereitung auf die mündliche Prüfung 
  • Weitere Bsp. „Der Kopffüssler“ Diese kindliche Zeichnung ist Anlass für die ausführliche Erarbeitung der Regeln zur adäquaten Selbstverstärkung und der Hausaufgabe dazu. Gut geeignet bei Gratifikationskrisen im Job, niedrigem Selbstwertgefühl und Depressionen sowie häufigen negativen Selbstverbalisationen
  • Weitere Bsp. „Das Schicksalsdiagramm“ Die Gesamtskala entspricht dem ganzen Leben meine Seite mit 50% wird gemeinsam mit den individuellen Möglichkeiten unter der Kontrolle des KLienten beschriftet. Aufgabe Klient: Diese Seite immer zu 100% nutzen. Die rechte Seite- die anderen 50% wird zunächst inhaltlich erarbeitet und beschriftet, dann benannt: Seite des Schicksals. Aufgabe Klient: Entweder demütig annehmen oder einzelne Punkte sinnvoll in den linken Bereich des eigenen Engagements (unterer gebogener Pfeil, in Grün) überführen. Der gewölbte Pfeil oberhalb des Modells (in Rot) zeigt dysfunktionale Übergriffe in den Schicksalsbereich: Problematisches Verhalten individuell benennen, Folgen wie Energieverlust, Konflikte etc ausführlich besprechen