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Instruments (Fach) / 8.2) Entwicklungsbegleitende Kalkulation (Lektion)

Produktorientiertes Kostenmanagement

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  • Allgemein 18 - schnelle und frühzeitige Kostenermittlung im Entwicklungsprozess Notwendigkeit der entwicklungsbegleitenden Konstruktion:- in der Herstellungs- und Marktphase eines Produkts fällt zwar der Großteil seiner Lebenszykluskosten an, aber die Festlegung der Lebenszykluskosten erfolgt zu ca. 80% während des Entwurfs/der Konstruktion (siehe F. 18)- in den Anfangsphasen des Produktzyklus (Entwurf und Konstruktion) werden die Kosten festgelegt; in der Fertigung wirken die Kosten (sie fallen an) - je weiter der Lebenszyklus des Produkts vorangeschritten ist, desto höher sind die Kosten für Änderungen am Produkt  -> "Rule of Ten (10): Kosten für Änderungen verzehnfachen sich mit jedem Wechsel zwischen den Phasen Aufgabenklärung, Konstruktion, Fertigungsvorbereitung, Fertigung und Auslieferung Aufgaben der entwicklungsbegleitenden Kalkulation:- Kostenverfolgung des ganzen Produkts während der Entwicklung- Kalkulation einzelner Baugruppen und Teile Ziele der entwicklungsbegleitenden Kalkulation:- Angebotskalkulation unterstützen- mitlaufende Kontrolle (ob Kostenziel erreicht wird) während der Entwicklung- Variantenvergleich, auch von Konkurrenzprodukten- Kostensenkungspotentiale erkennen Kernproblem:- Konstruktion und Kalkulation werden in gegensätzliche Richtungen durchgeführt (Konstruktion: vom Endprodukt über die Baugruppen auf die Einzelteile; Kalkulation: von den Einzelteilen über die Baugruppen auf das Endprodukt) Weitere Probleme:- unvollständige Unterlagen verursachen ungenauere Ergebnisse bei der entwicklungsbegleitenden Kalkulation als bei Vor- und Nachkalkulationen 18, 19, 20
  • Verfahren der entwicklungsbegleitenden Kalkulation 21 - Expertenschätzung- Ähnlichkeitskalkulation- Kostenfunktionen- weitere
  • Expertenschätzung Varianten:- Schätzung durch mehrere Personen (Experten)- Kombination von Schätzungen und genauer Kostenermittlung Vorteile:+ für Neukonstruktionen, für die keine ähnlichen Vergleichs- oder Vorgängerprodukte existieren, anwendbar+ wenig Aufwand, keine komplexe Datenbank oder Ähnliches benötigt Nachteile:- nur ungenügende Verwertung erkannter Fehler zur Verbesserung des Schätzens- personengebunden und rational schwer nachvollziehbar- wenn Experte nicht mehr verfügbar ist, gibt es keine Kontinuität- kurzfristig nicht lehrbar 22 22
  • Ähnlichkeitskalkulation 23 Vorgehen bei einer Suchkalkulation:1) Gedankliche Zerlegung des geplanten Produkts in Baugruppen und Einzelteile2) Suche der jeweils ähnlichsten Teile mit bekannten Kosten3) Übernahme dieser Kosten (bei mehreren ähnlichen Teilen nach Gewichtung) als Kostenschätzung für das neue Teil4) Addition aller Teile-Kostenschätzungen zur Prognose der Gesamtkosten Problematik:- Vergleichsprodukte nötig- Pflege der Datenbank ist aufwendig- gegebenenfalls veraltete Kosteninformationen
  • Kostenfunktionen Kernidee:- Kostenprognose aufgrund eines funktionalen Zusammenhangs zwischen Herstellkosten und einer oder mehrerer Einflussgrößen Analytische Methoden:- zB Kurzkalkulation mit einer Einflussgröße  -> eine Größe bestimmt Kosten des Produkts  -> zB Annahmen eines proportionalen Zusammenhangs zwischen Gewicht und Kosten  -> Verrechnung (Dreisatz) ausgehend von bekannten Produkten  -> Problematik: Kosten sind in der Praxis von vielen Einflussgrößen abhängig; proportionaler Zusammenhang ist häufig nicht gegeben Statistische Methoden:- zB neuronale Netze  -> neurales Netz wird mit bekannten Vergangenheitsdaten trainiert; neue Merkmale werden eingegeben; interne Gewichtungne und Verbindungen der Neuronen werden so eingestellt, dass die Antworten des Netzes in der vorgegebenen Fehlertoleranz liegen; Ergebnis = Kostenprognose  -> Beurteilung: + komplexe Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge werden mit geringem zeitlichen Aufwand abgebildet; + für komplizierte, nicht-lineare Daten sehr gut anpassungsfähig; - Black Box (kostenbestimmende Zusammenhänge bleiben verborgen und sinnlose Verknüpfungen werden nicht erkannt; - Netzkonzeption verursacht Probleme und das Trainieren des Netzes ist aufwändig 24, 25
  • Fazit - Ziel der frühzeitigen Kostensteuerung und -kontrolle- Verschiedenste Verfahren (zB Expertenschätzungen, Suchkalkulationen, Kurzkalkulationen, neuronale Netze)- Umfang der Kalkulation und Wahl des Verfahrens abhängig von Informationsbedarf/Rechenzweck und verfügbaren Vergleichsdaten 49
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