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Beschaffung (Fach) / 1. Kapitel (Lektion)
verschiedene Themenbereiche der Beschaffung
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- Sinkende Wertschöpfungstiefe Verlagerung der Produktion ins Ausland Rückholung der Produktion Wertschöpfungstiefe = wie hoch ist der Anteil eines Unternehmens bei der Produktion eines Produktes (selbst produziert) und wie hoch ist der Anteil anderer Unternehmen sinkende Wertschöpfungstiefe führt zu: höherer Beschaffungsanteil und höheres Logistikaufkommen erhöhter Personalbedarf Verlagerung der Produktion ins Ausland: höhere logistische Kosten verlangt höheres Verständnis über Fertigungstechniken & -verfahren der Lieferanten Rückholung der Produktion erfordert: erhöhtes Verständnis von Technologien
- Trends & Entwicklungen im Einkauf Reduktion von Maverick-Buying (Einkauf von Materialien ohne die Einkaufsabteilung mit einzubeziehen) -> durch Einbeziehen erhofft man sich Einsparungen Miteinbeziehen des Einkaufs in Produktentwicklung -> Einsparung Einsatz von elektronischen Beschaffungssystemen -> schafft Transparenz/spart Zeit leistungsabhängige Entlohnung/geeignetes Entlohnungssystem Green Procurement -> ethnischen & gesellschaftlichen Anforderungen gerecht werden internationale Beschaffungsstrukturen -> Verschiebung der Beschaffungsregion in Richtung China, Indien, Osteuropa -> mehr Bedeutung des Einkaufs in Zukunft
- Verschiedene Ebenen Güterebene Finanzebene dispositive Ebene/Steuerungsebene: Anfrage von Kunden -> muss ausgerechnet werden (z.B. was wird gebraucht?) -> Beschaffung frägt bei Lieferanten an -> dieser macht Angebot (wie viel kostet das intern?) -> Angebot an Kunden von Absatz & dann Bestellung bei Lieferanten -> Auftragsbestätigung an uns und an Kunden um es rechtlich abzusichern -> Faktura von Lieferanten an uns & von uns an Kunden -> Logistik transportiert
- Funktionen & Objekte der Beschaffung Funktionen: Bedarfsermittlung: Auslösung des Bestellungsprozesses durch Anforderungen der Bedarfsträger; Feststellung des Bedarfs hinsichtlich Art, Qualität, Menge, Zeitpunkt, Ort Beschaffungsmarktforschung: Sammlung, Analyse, Aufbereitung und Weiterleitung von Marktinformationen für Beschaffungsentscheidungen Bestellung inkl. Bestellabwicklung Lieferantenmanagement: Bestimmung des Lieferantenkreises; Auswahl, Beurteilung & Entwicklung der Lieferanten Make or Buy Entscheidungen: Entscheidung über Eigenherstellung oder Fremdbezug Objekte: Hilfsstoffe, Rohstoffe, Betriebsstoffe Handelswaren Zulieferteile Ersatzteile Betriebsmittel Personal Informationen Kapital Dienstleistungen
- Beschaffung als Grenzsystem Bedarfsträger haben Anforderungen, diese werden von Beschaffung gebündelt & bestellt bei Lieferanten. Dieser liefert Teile anschließend -> wird aufgespaltet und an verschiedene Bedarfsträger bereitgestellt Wieso? -> Homogenität muss erzeugt werden; keine Qualitätsschwankungen, Mengenrabatte, Austauschbarkeit, Risikoaspekte
- Ziele der Beschaffung Versorgung der Bedarfsträger: mit richtigen Gütern & Dienstleistungen in der richtigen Art; Menge, Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort -> muss in jedem Unternehmen gegeben sein! zu möglichst geringen Kosten unter Berücksichtigung der Mitarbeiterinteressen & Umweltbedingungen -> werden in jedem Unternehmen individuell angepasst!
- 6 Ziele der Beschaffung: hohe Lieferbereitschaft; Liefertermintreue; Flexibilität hohe; angemessene Qualität günstige Einstandspreise & kostenvergünstigte Versorgung optimales Bestandsmanagement (kurze Durchlaufzeiten, optimale Kapitalbindung) Umweltverträglichkeit & Entsorgungssicherung Unterstützung anderer Bereiche
- 1. Ziel: hohe Lieferbereitschaft; Liefertermintreue; Flexibilität Termin- & mengengerechte Bereitstellung der Objekte (Materialien) bei internen Bedarfsträgern Absicherung gegen Lieferunsicherheiten; Änderung der Nachfrage schnelle & reibungslose Anpassung an Änderungen auf den Beschaffungsmärkten flexible Reaktion auf: Veränderungen der Versorgungssituation; Umwelteinflüsse; Wettbewerbsveränderungen; Preisänderungen -> um flexibel sein zu können, muss man vorbereitet sein! Man kann flexibel sein, wenn noch genügend Kapazitäten verfügbar sind (wenn man ausgelastet ist, wird es teurer flexibel zu sein)
- 2. Ziel: angemessene Materialqualität Qualität muss nicht immer hoch sein, sondern angemessen (den Zweck voll erfüllend) Qualität der Erzeugnisse abhängig von Qualität der zugelieferten Materialien Qualitätskosten: Fehlverhütungskosten; Prüfkosten; Fehlerkosten
- 3. Ziel: günstige Einstandspreise & Versorgung a) direkte Materialkosten Angebotspreis ist nicht gleich Einstandspreis! Einstandspreis = Preis nach allen Rabatten & Kosten um alternative Lieferanten vergleichbarer zu machen) Treuerabatt = Rabatt für langjährige Kunden Funktionsrabatt = Vergütung für Übernahme von Funktionen (z.B. Abholung der Produkte; Durchführung des Kundendienstes, etc.) Boni = bekommt man am Ende des Jahres; wird im Nachhinein gewährt; + für Kunden: bekommt Geld zurück; + für Verkäufer: Kunde kauft durch Erstattung vielleicht mehr; - für Kunden: über Jahr hinaus wird mehr gekauft als vielleicht nötig (schwierig für Kalkulation); - für Verkäufer: Kunde sagt "zu teuer" -> Erstattung im Nachhinein bringt nichts, weil Produkt wo anders gekauft wird wo es günstiger ist Skonto = + für Käufer: hoher Prozentsatz, den man einspart; + für Verkäufer: Liquidität wird erhalten, man bekommt Geld sofort Materialkosten = Menge x Einstandspreis Total Costs of Ownership (TCO): Logistikkosten = Kosten von Anschaffung/Nutzung/Entsorgung eines assets -> Grafik b) Bestellkosten entstehen, obwohl noch nichts physisch bewegt wurde BANF = Bestellanforderung wesentliche Bestandteile: Kosten der Materialdispostition Kosten des internen Transports Wareneingangskosten (Warenannahme) Einlagerungskosten Qualitätkontrollkosten Kosten der Materialprüfung Kosten der Administration (z.B. Rechnungsprüfung) c) Lagerhaltungskosten fixe Lagerhaltungskosten z.B. Miete variable Lagerhaltungskosten z.B. Heizung, Wasser, Kühler sprungfixe Kosten = Kosten, die beim Erreichen einer bestimmten Kapazität sprunghaft also stufenweise steigen - verändern sich bis zu einer bestimmten Produktionsmenge gar nicht Opportunitätskosten = Geld, das man haben könnte aber nicht hat (Kosten der alternativen Verwendung) z.B. Waren werden gekauft und dann gelagert = Kosten -> Opportunitätskosten (man könnte Lager anderweitig verwenden oder Produkte verkaufen) Lagerkosten: Kosten für Ein & Auslagerung fixe Lagerkosten nicht kurzfristig von Lagermenge abhängig -> fallen sowieso an (z.B. Raumkosten, Lagerpersonal fix, Unterhaltungskosten, Kosten für Einrichtung, Instandhaltungskosten) Variable Kosten direkt von Lagermenge abhängig (z.B. Treibstoff & Energie, Lagerpersonal variabel) Bestandsmenge: Kosten, die direkt vom Wert der Bestände abhängen (Bestandshöhe) z.B. Kapitalkosten, Kosten für Verderb, Schwund, Alterung Anteil der Lagerkosten am durchschnittlichen Gesamtwert: Lagerkostensatz (%) = Lagerkosten der Periode/durchschn. Bestandswert x 100% Erweiterung des Lagerkostensatzes um die Bestandskosten: Lagerhaltungskostensatz (%) = Lagerkostensatz + kalk. Zinsen d) Fehlmengenkosten zusätzliche Kosten reduzierte Erlöse entgehende Deckungsbeiträge
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- 4. Ziel: optimales Bestandsmanagement (genug Platz?/genug Kapital?) absolute Bestandhöhen hängen von Platz & Kosten ab! Was hat Länge der Durchlaufzeit mit Bestandshöhen zu tun? -> je geringer die Durchlaufzeit, desto höher der Lagerbestand Was hat Höhe der Lagerbestände mit Wiederbeschaffungszeit zu tun? -> je geringer der Bestand, desto früher muss ich wieder bestellen; je individueller der Wusch, desto mehr muss ich vorplanen (schwieriger) Was hat Flexibilität mit Lagerbestand zu tun? -> je flexibler ich bin, desto mehr Bestand muss da sein
- 5. Ziel: Umweltverträglichkeit & Entsorgungssicherheit Ressourcenschonendes Arbeiten -> Nachhaltigkeit Abfall = schlecht getrennte Ressourcen je umweltfreundlicher man produziert, desto weniger Abfall (Kosten!) hat man! -> weniger Materialverbrauch Beschaffung umweltverträglicher Stoffe & Produkte sparsamer, ressourcenschonender Materialeinsatz Vermeidung nicht wiederverwendbarer Abfälle Auswahl umweltverträglicher Transportsysteme sichere Lagerung von umweltgefährdeten Stoffen & Abfällen sichere Entsorgung unvermeidlicher Rückstände
- 6. Ziel: Unterstützung anderer Bereiche a) F&E Infoaustausch über Stoffe, Produkte, Verfahren um den Preis so niedrig wie möglich zu halten, da Produkte noch beeinflusst werden können "Design-Freeze" -> Entwicklungsprozess abgeschlossen & Beginn der Produktion b) Fertigung Abstimmung über Make or Buy Planung & Änderung von Materialflüssen was braucht Fertigung -> dementsprechend einkaufen! c) Absatz Abstimmung über neue Stoffe, Handelsware, Qualität Festlegung von Distributions- & Transportmitteln um auf Wünsche/Änderungen der Kunden eingehen zu können z.B. bei individuellen Wünschen d) Controlling Ermittlung & Auswertung materialwirtschaftlicher bzw. beschaffungsbezogener Prozesse um sinnvolle Kennzahlen zu erhalten/entwickeln -> um günstiger einzukaufen (Preise vergleichen)
- Zielkonflikte a) komplementäre Ziele kein Zielkonflikt (Ziele supporten sich gegenseitig) Gewinnmaximierung vs. Reduzierung der Ausschussquote Fußballspielen & abnehmen b) konkurrierende Ziele Zielkonflikt Kosten sparen & hohe Qualität Kosten sparen & Umwelt schonen c) indifferente Ziele Ziele haben nichts miteinander zu tun Umweltschutz & geringe Durchlaufzeiten personalneutrale Reorganisation der Verwaltung & Kostenreduzierung
- DuPont Schema Grafik! ROI = ...