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Emotionspsychologie (Fach) / 06. kognitiv- physiologische Emotionstheorie (Lektion)

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  • Theoretische Postulate Verknüpfung der physiologischen Komponente mit der Emotionsintensität; Verknüpfung der kognitiven Komponente mit der Emotionsqualität.• eine emotions-relevante Einschätzung der Situation und• eine Kausalattribution (Ursachenzuschreibung) der Erregung auf dieseSituationseinschätzung.
  • Der alltägliche vs. nicht-alltägliche Fall der Emotionsentstehung: A.Die Qualität der Emotion wird determiniert durch unsere subjektiven Bewertungen.B. Die Intensität der Emotion wird auch teilweise durch die Einschätzung der Situationdeterminiert, jedoch überwiegend durch die Intensität der körperlichen ReaktionC. Das Erleben der Emotion erfordert eine Attribution (Kognition) der Erregung auf eineemotionale Ursache.
  • Experiment von Schachter und Singer (1964) Unabhängige Variablen: Art der Information (über die Injektion: keine Information, richtige oder falsche Informationen); Emotionsinduktion (Situation euphorisch versus ärgerlich). Physiologische Erregung Abhängige Variablen: Angaben der Probanden über eigene Emotionen Beobachtungsdaten zu den erlebten Emotionen.
  • Kritische Anmerkungen zum Experiment von Schachter & Singer (1962): A. Der Versuchsplan ist nicht vollständig.B. Die Ergebnisse entsprechen nur teilweise den Hypothesen.C. Die injizierte Dosis Adrenalin war nicht am Körpergewicht orientiert.D. Die Skala zur Emotionserfassung war mehrdeutig.E. Kein Doppelblindversuch für die AV Beobachtung
  • Können die Befunde von Schachter & Singer repliziert werden Ø (Leider) keinerlei Bestätigung für die Theorie von Schachter und Singer (1962).Ø Die Injektion von Adrenalin scheint in hohem Maße mit negativen Emotionenassoziiert zu sein und ist nicht beliebig interpretierbar.Ø In den Worten von Marshall & Zimbardo:Die Wirkung von Adrenalin weist eine „geringe Plastizität“ auf. Die Wirkung kannnicht beliebig in positive und negative Emotionen „ausgeformt“ werden
  • Die Beeinflussung von Emotionen durch [Fehl-] Attributionen: A. wahren Erregungsursachen(emotional versus nicht-emotional) B. wahrgenommenen Erregungsursachen(emotional versus nicht-emotional)
  • Möglicher Einwand gegen das Experiment von Ross et al. (1969): Was passiert in der Gruppe "Lärm-Attribution"?Die Probanden werden falsch informiert über die Auswirkungen des Lärms, abersie werden richtig informiert über die bevorstehenden Symptome.Was passiert in der Gruppe "Schock-Attribution"?Die Probanden werden richtig informiert über die Auswirkungen des Lärms, abersie werden nicht informiert über die bevorstehenden Symptome. Manipuliert wird also nicht nur die Attribution der Erregungssymptome auf verschiedeneQuellen, …… sondern auch der Umstand, ob überhaupt richtige Angaben über auftretende Symptomegemacht werden
  • zur Fehl-Attribution physiologischer Erklärung und zur Hypothese der vorbereitenden Information A. Eine Fehl-Attribution physiologischer Erregungsmuster reduziert entsprechendeemotionale Symptome und deren Konsequenzen.B. Eine vorbereitende Information zu physiologischen Erregungsmustern reduziertebenfalls entsprechende emotionale Symptome und deren Konsequenzen.C. Beide Faktoren schließen sich also nicht aus, sondern ergänzen sich gegenseitig.
  • Die Modifikation der 2-Faktoren-Theorie durch Valins (1966): Zentrales Postulat:Unzutreffende Meinungen über oder Wahrnehmungen von körperlichen Veränderungenkönnen dieselben Auswirkungen haben wie tatsächliche körperliche Veränderungen. Es ist also Valins zufolge nicht die objektiv vorhandene physiologische (Erregungs-)Komponente, die unsere Emotionen beeinflusst, sondern (nur) deren subjektiveWahrnehmung
  • Abschließend: Gibt es Emotionen ohne physiologische Erregung Hohmann (1966) untersuchte querschnitt-gelähmte Personen (mitunterschiedlicher Lokation der Verletzung).Seine Befunde entsprechen – auf den ersten Blick – der Theorie von Schachter,denn die Probanden berichten über eine Abnahme von Emotion, und zwar umsodeutlicher, je höher die Lokalisation der Verletzung war.Nachfolgende Arbeiten erbrachten jedoch gänzlich andere Befunde:Dies sind methodisch besser konzipierte Arbeiten mit Querschnittgelähmtenebenso wie Arbeiten mit gesunden Probanden, bei denen Signale aus demperipheren Nervensystem durch Betablocker unterdrückt wurden.
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