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Emotionspsychologie (Fach) / 05. Emotionstheorie James (Lektion)
5.
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- „Common-Sense“-Auffassung von Emotionen: Ein Stimulus, der eine Emotion auslöst, und nachfolgend eine Erregung des autonomenNervensystems:
- James-Lange-Theorie der Emotion: Ein Stimulus führt zur Erregung des autonomen Nervensystems; dessen Wahrnehmung „ist dieEmotion“.
- Cannons Kritik und die Cannon-Bard-Theorie der Emotion: Ein Stimulus wird durch (ältere) Teile des Gehirns verarbeitet und führt (parallel) zur Erregungdes autonomen Nervensystems sowie zum Erleben der Emotion.
- Schachter‘s 2-Faktoren-Theorie der Emotion: Ein Stimulus führt zur Erregung des autonomen Nervensystems und regt gleichzeitig einekognitive Bewertung („appraisal“) an. Auf diese Weise wird die Erregungskomponente als eineEmotion (welche auch immer) bewertet
- Merkmale der Theorie (1): Emotionen werden angesehen als eine Folge (der Wahrnehmung) körperlicherVeränderungen;• …es erfolgt eine Unterscheidung von verschiedenen Instinkten,• …zudem eine Differenzierung in gröbere und feinere Emotionen (siehe nächsteFolie),• …und eine Unterscheidung in Instinkte und Emotionen.Merksatz: Wir weinen nicht, weil wir traurig sind – sondern wir sindtraurig, weil wir weinen.
- Merkmale der Theorie (2): Unterscheidung in „gröbere Emotionen“ mit starken körperlichenAuswirkungen; Beispiele sind Zorn, Furcht, Liebe, Hass, Freude, Kummer,Scham und Stolz• …und „feinere Emotionen“ wie etwa „moralische, intellektuelle und ästhetischeGefühle“ mit nur geringfügigen körperlichen Veränderungen; Beispiele sindGenugtuung, Dankbarkeit, Wissbegierde, Erleichterung oder Bewunderung.Die James‘sche Theorie behandelt überwiegend die „gröberen“ Emotionen.Im Gegensatz bspw. zur Theorie Watsons ist das ERLEBEN der Emotionen einwichtiger Teil seiner Theorie
- Merkmale der Theorie (3): Zentrales Postulat:„… die körperlichen Veränderungen (folgen) unmittelbar auf die Wahrnehmung dererregenden Tatsache (…)und die Empfindung (unser bewusstes Erleben) eben dieser Veränderungen zumZeitpunkt ihres Auftretens IST die Emotion.“
- Zeitliche Sequenz der Emotionsentstehung: A. Die Auslösung einer Emotion:Die Auslösung der körperlichen Veränderungen erfolgt unmittelbar durch dieWahrnehmung eines bestimmten Gegenstandes oder eines Sachverhaltes. B. Die Art der körperlichen Veränderungen:Diese körperlichen Veränderungen beinhalten unwillkürliche Reaktionen wie erhöhteHerzrate, flacher Atem, Zittern der Lippen, Gänsehaut & „Aufruhr“ in den Eingeweiden,aber auch Willkürreaktionen wie Davonlaufen, Zuschlagen oder andere impulsive C. Was ist demzufolge eine Emotion?Die Wahrnehmung dieser körperlichen Veränderungen ist die Emotion.Fazit: Wir weinen nicht, weil wir traurig sind - sondern wir sind traurig, weil wir weinen.
- Warum gibt es so zahlreiche Emotionen? 1. Emotionsauslösender Stimulus (z.B. Gefahrenquelle) …2. Wahrnehmung dieses Stimulus …3. Körperliche (insbesondere viszerale) Veränderungen …4. Wahrnehmung dieser viszeralen Veränderungen …… à diese Wahrnehmung IST die Emotion.
- Welche körperlichen Reaktionen sind wichtig Reaktionen des autonomen Nervensystems (viszerale Reaktionen)• Herzrate• Änderungen der Atmung• Gänsehaut• Aufruhr in den Eingeweiden• Schweißbildung
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- Weiterentwicklung der Theorie durch William James: 1)Hinzufügung einer bewertenden Komponente… statt einer bloßen Wahrnehmung eines Stimulus… postuliert James die »Idee des lebenswichtigsten Elementes einer Gesamtsituation«Beispiel: Ein gefährliches Tier in freier Wildbahn… im Gegensatz zu ...einem gefährlichen Tier in einem Käfig. 2)Stärkere Gewichtung der unwillkürlichen (viszeralen) Reaktionen bei derEmotionsentstehung.Grund für diese Änderung:Willkürliche Handlungen (wie etwa Weglaufen bei Angst vor dem Bären oderWeglaufen vor einem Regenschauer) können viele vorauslaufende Ursachenhaben, und diese sind nicht notwendigerweise emotionaler Natur.
- Walter Cannons Kritik an James: 1. Es gibt Emotionserleben auch nach einer Viszera-Durchtrennung (QuerschnittLähmung);2. ... mangelnde Differenzierungsfähigkeit der Viszera für verschiedeneEmotionen;3. Unempfindlichkeit und ...4. Langsamkeit der Viszera-Reaktionen, und …5. eine künstliche Induktion viszeraler Änderungen führt nicht zur Emotion.
- Es gibt Emotionserleben auch nach einer Viszera-Abtrennung 1. Befunde aus Tierexperimenten (Hunde, Katzen) von Sherrington sowie Cannonund Mitarbeitern ...2. Das Ausdrucksverhalten der Tiere bleibt identisch …3. … wenngleich diese naturgemäß nicht zu ihrem Erleben befragt werdenkönnen.
- Mangelnde Differenzierungsfähigkeit der Viszera für verschiedene Emotionen 1. Identische viszerale Muster treten bei verschiedenen emotionalen und auch beinicht-emotionalen Zuständen auf.2. Beispiel: Ähnlichkeit von Wut und Furcht bezüglich der begleitenden viszeralenVeränderungen 3. Diese schwierige (biopsychologische) Frage ist bis heute nicht hinreichendgeklärt, auch nicht mit bildgebenden Verfahren des Gehirns.
- Die Eingeweide sind relativ unempfindliche Organe. 1. Es gibt hier nur wenige Rezeptoren und Nervenfasern.2. Allerdings wird diese Kritik inzwischen relativiert (wenn auch nicht widerlegt).
- Viszerale Reaktionen laufen zu langsam ab, um für die Emotionsentstehung verantwortlich zu sein 1. Entsprechende Reaktionszeiten liegen im Bereich zwischen mindestens 0,25 und1 Sekunde, teilweise auch weit darüber hinaus.2. Hierzu wären experimentelle Studien zu zeitlichen Merkmalen emotionalerReaktionsmuster notwendig …3. … die bis heute nicht vorliegen beziehungsweise unterschiedliche, nichteindeutige Ergebnisse erbracht haben.
- Eine künstliche Induktion viszeraler Änderungen führt nicht zur Emotion. 1. Beispiele sind Fieber oder die Injektion von Adrenalin.2. Eine systematische Untersuchung der Adrenalinwirkung erfolgte durch denspanischen Mediziner Marañon, dessen Arbeiten wir im folgenden betrachten
- Marañons Experimente mit Adrenalin: Versuche mit über 200 Probanden, denen unterschiedliche Mengen Adrenalin injiziertwurden. Erfasst wurden …• Latenz• Dauer• Intensität• und Art (Form)