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Emotionspsychologie (Fach) / 04. Behavioristische Emotionstheorie (Lektion)
vierte Vorlesung
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- Merkmale Behaviorismus Experiment als Methode S_R_Modell Bewusstein:nein Homöstase: nein Hedonismus: ja Beschränkung auf intersubjektive zugängliche Daten
- Definition Emotione aus behavioristischer Sicht Reaktionsmuster, tief greifende Änderungen des köperlichen Mechanismus als Ganzem beinhaltet meisten Reaktionen sind gelernt, einige ungelernt Furcht, Liebe, Wut, als Basisemotion -> ungelernt intersubjektiv beobachtbare Reaktionsmuster, die durch Umweltreize ausgelöst werden
- Konditionierung emotionaler Reaktion I Phase NS(Ton) -> / UCS (Luftstoß) -> UCR (lidschlag) II Phase NS(ton)+ UCS (luftstoß) -> UCR(Lidschlag) III Phase CS (Ton)-> CR(Lidschlag)
- Experiment beim kleinen Albert Lassen sich beim Menschen Furchreaktionen konditionieren? JA Lassen sich Prozesse der Reizgenralisierung beobachten? Eher JA Lassen sich konditionierte Furchtreaktionen experimentell beseitigen? JONES
- Das „direkte Konditionieren“: Der kleine Peter (Mary Cover Jones, 1924) Erzeugung einer positiven Reaktion (in Anwesenheit des CS), die mit dernegativen CR (Furcht) unvereinbar ist• Stufenweise Annäherung an den CS (sukzessive Approximation)
- Das „direkte Konditionieren“: Der kleine Peter (Mary Cover Jones, 1924) 01. Das Kaninchen im Käfig löst überall im Raum Furchtreaktionen aus.02. … Das Kaninchen im Käfig wird in ca. 4 Meter Entfernung geduldet.04. Das Kaninchen im Käfig wird in ca. 1 Meter Entfernung geduldet.05. Das Kaninchen im Käfig wird in unmittelbarer Nähe geduldet.06. Das Kaninchen wird geduldet, wenn es frei im Raum ist.07. Peter berührt das Kaninchen, wenn die Versuchsleiterin es trägt.08. … Peter berührt das Kaninchen, wenn es frei im Raum ist.11. Peter hockt sich in entspannter Haltung neben das Kaninchen.12. Peter hilft der Versuchsleiterin, das Kaninchen zu seinem Käfig zu tragen.13. … Peter hält das Kaninchen auf seinem Schoß.16. Peter streichelt das Kaninchen liebevoll.
- Die systematische Desensibilisierung (Joseph Wolpe, 1958) Moderne Variante des direkten Konditionierens • Anwendung bei emotionalen Störungen / Ängsten• Erstellen einer Angsthierarchie (s. nächste Folie)• Erlernen einer „positiven Reaktion“ (Entspannungstechnik)• Auslösen dieser positiven Reaktion in Anwesenheit von „negativen“ Reizen,die mit Furcht assoziiert sindo „in vivo“: tatsächliche Anwesenheit der Reize (z.B. Schlange, Spinne…)o oder „in sensu“: bloße gedankliche Vorstellung• schrittweise Bearbeitung der Angsthierarchie für gering bis sehr hochangstbesetzte Reize
- Zwischenfazit zum Klassischen Konditionieren: Forschung von Watson Kritik:Behavioristische Emotionstheorieno nur 1 VP (!)o nicht replizierbaro Sind laute Geräusche wirklich angeborene UCS für Furcht? (eher nein…)o Vermischung des klassischen Konditionierens mit operantemKonditionieren (Bestrafung)o ethische Gesichtspunkte
- Der Garcia-Effekt (Garcia & Koelling, 1966): Erwerbsphase TestphaseTestreiz ReaktionGruppe 1NS = audiovisuell &GeschmackUCS = E-Schock(Schmerz) nur audiovisueller CS Vermeidung (geringere Trinkmenge)nur Geschmacks-CS /Gruppe 2NS = audiovisuell & GeschmackUCS = Medikament (Übelkeit)nur audiovisueller CS /nur Geschmacks-CS Vermeidung(geringere Trinkmenge)
- Der Garcia-Effekt (Garcia & Koelling, 1966): Schlussfolgerungen: Bei Präsentation von Ton und Licht (audiovisueller CS) …o keine / schwächere / langsamere Konditionierung… der Vermeidung der Übelkeit! Bei Präsnetation von Salz keine / schwächere / langsamere Konditionierung… der Vermeidung von Schmerz!
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- Der Garcia-Effekt (Garcia & Koelling, 1966): Zusammenfassung Gut lernbar:Kombination von A. Geschmacksreiz undVermeidung von ÜbelkeitB. audiovisuelle („elektrische“) Reize undElektroschockvermeidungSchlecht lernbar:Kombination von A. audiovisuelle („elektrische“) undVermeidung von ÜbelkeitB. Geschmacksreiz undElektroschockvermeidung
- Grenzen und Möglichkeiten des klassischen Konditionierens von Emotionen: Das Konzept der "Preparedness" von Seligman: Die Bereitschaft zu phobischen Reaktionen ist nicht für alle Arten von Reizenidentisch.• Experimente von Öhman et al. (z.B. 1978):UV: „phobische" versus neutrale Reize beim klassischenKonditionierenAV: z.B. Hautleitfähigkeit während und nach demklassischen Konditionieren
- Ergebnisse aus Öhmann, Fredrikson & Hugdahl (1978) Die Hautleitfähigkeit als Indikator der Furchtreaktion von Probanden.Konditionierungsprozess links: phobische Reize (Spinnen / Schlangen) vs. rechts: nichtphobischeReize (Blumen / Pilze). (+/- = +/- Paarung mit Elektroschock)
- Grenzen und Möglichkeiten des klassischen Konditionierens von Emotionen: Konzept Preparness von Seligmann: Im Experiment von Öhman et al. (1978) zeigte die Gruppe mit phobischen CS eine stärkere Furchtkonditionierung bei E-Schocks als die Gruppe mit nicht-phobischen Reizen. • ... Sowohl in der Lernphase als auch in der Löschungsphase ... Preparness ist .. die (angeborene, d.h. in der Phylogenese erworbene) Bereitschaft,auf bestimmte Reize, die in der Phylogenese mit Gefahr assoziiert waren,mit Furcht zu reagieren (s.a. typische Inhalte von Phobien).• Interaktion von Phylogenese und Ontogenese (aktuelle Lernerfahrung)
- Anwendungsbeispiele zum Klassischen Konditionieren die Babysitter-Situation• Werbung (Mode-Getränke, Markenkleidung, „positive Emotionen“)• Angst nach einem Unfall (z.B. bei einem Auto-Unfall, bei Artisten, beimZahnarzt)Behavioristische Emotionstheorien• Nahrungsmittel und Übelkeit: Entwicklung von Geschmacksaversionen,z.B. auch im Rahmen einer Chemo-Therapie• Düfte in Verkaufsräumen (z.B. in der Weihnachtszeit)
- Kritikpunkte an Watsons Emotionstheorie Die Definition der Emotionen als "chaotisches Reaktionsmuster“ist nicht haltbar.• Furcht ist nicht die einzige Emotion, ...... und klassisches Konditionieren nicht die einzige Möglichkeit zum Erwerbderselben.• Die Genese und Weiterentwicklung der Emotionen bleiben unklar, da dieLerngeschichte des Individuums niemals vollständig bekannt ist.• Bestimmte Reize sind leichter konditionierbar als andere - siehebeispielsweise das Konzept der Preparedness.