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Labormedizin (Fach) / Transfusionsmedizin (Lektion)
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- Routine-Abklärung einer Transfusionreaktion? Erneute Blutgruppenbestimmung von Patient und Konserve. Mikrobiologische Untersuchung der Konserve. Ggf. Blutkulturen vom Patienten. DCT, Antikörpersuchtest und -differenzierung beim Patienten.
- Bei einem Pat. mit einer Transfusionsreaktion war der Bedside-Test in Ordnung. Es sind Anti-E-AK bekannt (Rh Formel CcDee) und die Konserve war entsprechend ausgewählt worden. Der Coombs-Test vor und nach der Transfusion war negativ! Eine ähnliche Reaktion ist schon mal aufgetreten, nur weniger schwerwiegend. Deshlab eine Prämedikation mit 100mg Prednisolon i.v. bei V.a. eine Autoimmunerkrankung als Grunddiagnose! Weitere Abklärung? Konsequenzen? Bestimmung des gesamt IgA und der anti-IgA-AK zum Ausschluss eines IgA-Mangels mit Immunisierung. Seltenes Phänomen! Dann Konserven mit gewaschene Erythrozyten.
- Welche Blutgruppensysteme gibt es? ABO Rhesus: D, Ee, Cc Kell (K), Cellano (k) Kidd (Jka/Jkb), Lewis(a/b), Lutheran, Duffy (Fya/Fyb), MNSs, P Duffy Antigen ist gleichzeitig ein Rezeptor für P. vivax (M. tertiana) und knowlesi. Dadurch sind Duffy (a-b-) negative Menschen resistent gegenüber Malaria und diese Blutgruppe ist im südlichen Afrika häufig!
- Was ist bei einem Weak-D bei Rhesusprophylaxe zu beachten? Die meisten Typen können kein Anti-D bilden und werden daher als Rh-positiv (D-weak) eingestuft. Schwangere benötigen keien D-Prophylaxe! Die Typen die Anti-D bilden können werden als Rh-negativ (D-partial) eingestuft. Schwangere benötigen eine D-Prophylaxe! Das D Merkmal sollte bei der Blutgruppenbestimmung mit mind. zwei verschiedenen monoklonalen Antikörpern untersucht werden. Bei schwachen oder diskrepanten Ergenissen: PCR-Bestimmung des D-Weak-Typs.
- Schwangere mit bereits einer Vorschwangerschaft, bei der versäumt wurde eine Anti-D-Prophylaxe zu betreiben. Wie sieht in der Regel der Titer am Anfang einer neuen Schwangerschaft aus? Welches Vorgehen empfehlen sie dem Gynäkologen. Negativer oder gering nachweisbarer Titer. Je nachdem ob die Schwangere immunisiert wurde. Immunisierungsrate 80%! Rh-bestimmung des Vaters und/oder fetale Blutgruppenbestimmung aus maternalem Blut. Wenn Vater Rh-negativ und/oder Fetus Rh-negativ besteht kein Handlungsbedarf. Sonst regelmäßige Titerkontrolle, erst alle 4, ab der 24. SSW alle 2 Wochen. Bei Titeranstieg und V.a. MHN regelmäßige Messung des Blutflusses in der A. cerebri media (Anämie?).
- Was ist ein Coombs-Test? Direkter Coombstest (DCT): Beladung der Erythrozyten mit Antikörpern oder Komplement. Positiv bei Autoimmunhämolyse, MHN, Fehltransfusionen. Indirekter Coombstest (ICT): Nachweis von AK gegen Erythrozyten-AG im Blut. Ak-Suche mit Testpanel 3 versch. Erythrozyten mit möglichst verschiedenen AG-Mustern. Dann AK-Differenzierungspanel mit 11 Erythrozyten. Eingesetzt bei Schwangerschaft, BG-Bestimmung, Kreuzprobe.
- Was ist zur Transfusion notwendig? Wie erklärt sich ein negativer Antikörpersuchtest und eine positive Kreuzprobe? Welche AK findet man am meisten? Blutgruppenbestimmung und Antikörpersuchtest des Spenders und des Empfängers Kreuzprobe (Serologische Verträglichkeitsprüfung): Major probe Empfängerserum und Spendererythrozyten und Eigenkontrolle. Bedside Test am Patietnenbett vor der Transfustion (ABO Prüfung des Patienten). AKS neg und Kreuzprobe positiv: AK gegen sehr seltene Antigene. Häufige AK: Rhesus-AK
- Was ist der Ceppelini-Effekt? Positionseffekt, der sich als D-Weak darstellt. Das D-Merkmal ist genotypisch normal, wird aber durch ein C-Gen in der andreren Chromosomenhälfte unterdrückt (CCDee) Bei Auswahl der Testseren ist zu beachten dass Seren verschiedener Hersteller verschiedene Untertypen der schwachen Rhesusvariante erfassen.
- Was sind die Vorteile von Fresh Frozen Plasma (FFP) im Gegensatz zu Vollblutkonserven in der Hämotherapie? Gerinnungsfaktren bleiben erhalten. Sie sind im Vollblut nur wenige Stunden stabil FFPs lassen sich bei -30-40°C 2 Jahre lagern.
- Was ist die Eigenkontrolle und warum wird sie durchgeführt? Eigenkontrolle: Patientenserum + Patientenerythrozyten. Entspricht in etwas einem DCT, der vor Transfusion selten durchgeführt wird. Wichtig bei Vortransfusionen (beladung der Patientenerythrozyten mit AK).
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- Gründe für positiven DCT / Eigenkontrolle? Abklärung? Ursachen: Physiologischer Immunglobulin-oder Komplement-Anlagerung Erkrankungs- und medikamentenbedingte Phänomene Klinisch relevante Alloantikorper nach Transfusion Anamnese: Patient in den letzten 3–4 Wochen bis maximal 3 Monaten transfundiert?Hamolysezeichen? AIHA (Autoimmunhämolytische Anämie): In den meisten Fällen haben Wärme-Auto-Antikörper aber eine breite Spezifität (gerichtet gegen die „Rh-Grundsubstanz“) und reagieren somit mit allen Testzellen! Der Antikörpersuchtest wäre meist positiv. Alloantikorper nach Transfusion: EK oder DCT oft nur schwach positiv. -> Elution
- Wie lange ist eine Kreuzprobe gültig? 72 Stunden (3 Tage) Dadurch wird die Möglichkeit berücksichtigt, dass der Patient kurz vor der Blutentnahme immunisiert wurde und sich gerade ein Antikörper in Bildung befindet. Verlängerung auf 7 Tage möglich, wenn gesichter ist dass Patient 3 Monate lang keine Transfusion erhalten hat und keine Schwangerschaft vorliegt.
- Kreuzprobe mit positiver Verträglichkeitsprobe und komplett reaktivem Antikörpersuchtest. Was ist das? Daratumumab (Darzalex) ist ein monoklonaler IgG-Antikörper gegen CD38 zur Therapie von Multiplem Myelom. Auch Erythrozyten tragen CD 38 und es wird vor allem der ICT/ Antikörpersuchtest und die Verträglichkeitsprobe (Kreuzprobe) gestört. Eine Möglichkeit ist die Verwendung DTT-behandelter Erythrozyten für die Antikörpersuche und Verträglichkeitsprobe. CAVE: DTT kann auch Antigene der Blutgruppensysteme zerstören! Empfehlung Rhesusformel und K- und Kp(a)-kompatible Erythrozytenkonzentrate transfundieren. In der Regel nicht gestört sind AB0-, Rh- oder Kell-Bestimmung, Eigenkontrolle bzw. der direkte Antiglobulin-Test .
- Vorteile fetale Rhesus-D-Bestimmung aus maternalem Blut? Frühere Diagnostik: Fruchtwasserpunktion 15.SSW vs. PCR 9. SSW Fruchtwasserpunktion könnte eine Boosterung, AK-Bildung bewirken. Möglicherweise Vermeidung einer Rhesusprophylaxe bei Rh-positivem Kind.
- Was gehört zur serologischen Verträglichkeitsprobe? Majorprobe: Patientenserum + Spendererythrozyten Eigenkontrolle Kurzblutgruppe (ABO, Rh D) Antikörpersuchtest (ICT)
- Antikörperdifferenzierung auf Panel (Anti-D). Was muss noch gemacht werden? Bedeutung für die Mutter? Antigenbestimmung. Mutter Rh-negativ und immunisiert. Regelämßige Titerkontrollen, bei Anstieg/hohem Titer Ultraschalluntersuchung auf fetale Anämie. Möglichkeit der Rh-D Bestimmung beim Vater oder molekulargenetische fetale Rh-D Bestimmung aus maternalem Blut.
- Transfusionswesen: Hirachie grob erklären. Transfusionsgesetz seit 1998: Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen, Anwendung von Blutprodukten, Rückverfolgung, Meldewesen, Sachverständige, Pflichten der Behörden, etc. Gesetzlich vorgeschrieben für alle Einrichtungen, die Blutprodukte anwenden, ist die Bestellung eines: Transfusionsverantwortlichen (für die gesamte Einrichtung), Transfusionsbeauftragten (für jede Behandlungseinheit / Abteilung) Qualitätsbeauftragten (für die gesamte Einrichtung). Einrichtungen mit Akutversorgung müssen darüber hinaus eine Kommission für transfusionsmedizinische Angelegenheiten (Transfusionskommission) bilden. Hämotherapie-Richtlinien 2017 von der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrliche-Institusts: Praktische Umsetzung des Transfusionsgesetztes. Querschnitts Leitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten 2014 der Bundesärztekammer. Das Robert-Koch-Institut (RKI) wirkt auf die Richtlinien und Empfehlungen über den Arbeitskreis Blut (AK Blut) auf das Bundesgesundheitsministerium ein. Weitere wichtige Gesetzte: AMG (Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln, Arzneimittelgesetz) Arzneimittel- und Wirkstoffherstellungsverordnung (AMWH)
- Was gehört zur Blutgruppenbesimmung? Material? Patientenerythrozyten werden gegen Anti-A-, Anti-B- und Anti-AB-Antikörper getestet Patientenerythrozyten werden gegen 2 verschiedene Rhesus-Antikörper, Anti C,c,E,e,K getestet. Serum-Gegenprobe: Testerythrozyten der Blutgruppen A1, A2, B und 0 werden gegen das Patientenserum Antikörpersuchtest Großes EDTA-Röhrchen mit Name, Vorname und Geburtsdatum beschriftet.
- Ursprung des Rhesussystems, biochemische Erklärung und Systematik der Blutgruppen? Erklärung „Bombay-Typ“? 1940 von Landsteiner und Wiener gefundenes Erythrozyten-Antigen-System. Rh-positiv ist dominant, K,k,C,c,E,e sind kodominant. Der Bombay-Typ exprimiert nicht die Vorläufersubstanz H, ein Antigen auf der Oberfläche der Erythrozyten das bei jedem ABO-Träger vorkommt. Sie produzieren früh im Leben Anti-H-AK und können nur Blut von Menschen mit Bombay-Typ erhalten.