18
Gesprächsführung (Fach) / Schulz von Thun vs Watzlawick (Lektion)
Grundlagen der Kommunikationspsychologie
Diese Lektion wurde von AnnaCy erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Schulz von Thun Benennen Sie die 4 Seiten, Ohren und Schnäbel jeweils Sender: mit 4 Schnäbel -> Äußerung als (1. Selbstkundgabe, 2 Sachinhalt, 3 Appell, 4 Beziehungshinweis) -> Empfänger (mit 4 Ohren)
- Schulz von Thun Sender: Mit 4 Schnäbeln: Gehen Sie auf die Sachebene ein • worüber ich informiere• Frage: Wie kann ich Sachverhalte klar undverständlich mitteilen?• Sollte eigentlich (abhängig vom Setting) imVordergrund stehen• Hamburger Verständlichkeitsmodell
- Schulz von Thun Sender mit 4 Schnabeln: Gehen Sie auf die Beziehungsebene ein • was ich von dir halte und wie wir zueinander stehen• Frage: Wie behandle ich meinen Mitmenschen durch die Art meinerKommunikation?• Oftmals in para- und nonverbalen Aspekten der Nachricht enthalten• Enthält Du- und Wir-Botschaften• Streng genommen Anteil der Selbstoffenbarung• Hier ist der Empfänger jedoch betroffen• Konfliktpotenzial: Streit um Definition der Beziehung zueinander
- Schulz von Thun Sender mit 4 Schnabeln: Gehen Sie auf die Selbstoffenbarung ein • was ich von mir selbst kundgebe• „Wenn einer etwas von sich gibt, gibt er auchetwas von sich […]“(Schulz v. Thun, 1981)• Selbstdarstellung + Selbstenthüllung• Enthält Ich-Botschaften
- Schulz von Thun Sender die 4 Schnäbeln: Gehen Sie auf die Appellebene ein • Wozu ich dich veranlassen möchte• Wenn wir etwas von uns geben, wollen wir i.d.R. auchetwas bewirken• Kann (mehr oder minder) offen oder versteckt (->Manipulation) sein• Wenn es um Appell geht, werden alle anderen Seiten derNachricht dem unter- bzw. zugeordnet, d.h. sie werdeninstrumentalisiert
- Schulz von Thun Empfänger: Was ist mit 4 Ohren gemeint? • Je nachdem, welche Ebene der Empfänger bevorzugt, istseine Empfangstätigkeit eine andere• Sachebene: Was soll ich verstehen?• Selbstoffenbarung: Was ist das für eine Person?• Beziehungsebene: persönlich betroffen• Appell: Was soll ich tun?• Jeder Mensch bevorzugt abhängig vom Kontext aufgrundseiner eigenen Geschichte unterschiedliche Aspekteeiner Botschaft• Eine einseitige Bevorzugung führt zu Kommunikationsstörungen!
- Schulz von Thun Empfänger: Die 4 Ohren Gehen Sie auf das Sachohr ein Geben Sie ein Beispiel • Wie ist der Sachverhalt zu verstehen?• Durch Bevorzugen der Sachebene werden alle anderen, aber in denmeisten Fällen der Beziehungsaspekt vernachlässigt • Für bestimmte Settings ist die Fokussierung der Sachebene jedochangemessen! Und zieh dir eine Jacke über
- Schulz von Thun - Empfänger: 4 Ohren Gehen Sie auf das Beziehungsohr ein • Frage: Was hälst Du von mir?• Durch Bevorzugen der Beziehungsebene liegt derEmpfänger auf „Beziehungslauer“• Alles ist auf ihn bezogen• Er fühlt sich schnell persönlich angegriffen• Andere Aspekte der Nachricht, v.a. die Sachebene, werdenvernachlässigt• Dozent: „Wir machen jetzt eine Übung…“• Student: „Och nee, bitte nicht schon wieder…!“• Dozent: „Ich verbitte mir diesen Ton, das hier ist immernoch meine Vorlesung!...“
- Schulz von Thun - Empfänger: 4 Ohren Gehen Sie auf die Selbstoffenbarung ein Geben Sie ein Beispiel • Schulz v. Thun: Bevorzugung seelisch gesünder• Entwickelt sich erst später, da es Perspektivwechselvoraussetzt• Bevorzugen des Selbstoffenbarungs-Ohrs• Aktives Zuhören• Konfliktbereitschaft• Psychologisieren• Abwehr von Eigenverantwortung Bsp: Was ist das für ein Saustall du alter Schmutzfink -> Hören mit dem Beziehungsohr: "Ich bin ein böses Kind - eine Last für meine Eltern" -> Hören mit dem SElbstoffenbarungsohr: "Er hat einen schlechten Tag gehabt"
- Die 4 Ohren Gehen Sie auf Das Appellohr ein - Empfänger mit 4 Ohren • Bevorzugen des Appell-Ohrs – „immer auf dem Sprung sein“• spricht für den Wunsch, es allen recht zu machen• Unausgesprochene Erwartungen erfüllen• Empfänger ist wenig bei sich selbst Gespräch unter Studierenden, die eine gemeinsames Referat vorbereiten:Person A: „Ist noch Kaffee da?“Person B: „Ich mache gleich neuen!“Person C: „Nein, der ist alle.“Person D: „Möchtest Du noch Kaffee, A?“Person E: „Willst Du gerade nicht mit uns arbeiten?“ • Befähigt uns, Manipulationen herauszulesen
- Anzeige
- Gehen Sie auf das Fazit zum Modell von Schulz von Thun ein • Kommunikationsstörungen resultieren aus derKombination der Bevorzugungen von Sender undEmpfänger und den Aspekten der Nachricht – sind alsosehr vielfältig!• Ein wissenschaftlicher Nachweis ist nicht erfolgt, dasModell hat sich aufgrund seiner Praktikabilität etabliert.-> bei z.B. Gesprächskonflikten kann es aber nützlich sein, dieSeiten zu trennen und zu analysieren-> Zudem ist es geeignet, um Problemfelder der Kommunikationzuzuordnen• Die Aufteilung der Ebenen ist künstlich, wird im Gesprächso nicht wahrgenommen!
- Paul Watzlawick Die 5 Axiome der Kommunikation Was sagt Watzlawick über Kommunikation? • Kommunikation = Verhalten• Es gibt für Verhalten kein Gegenteil->Man kann sich nicht nicht verhalten• Kommunikation kann auf der direkten und derMeta-Ebene betrachtet werden• Diese ist notwendig für die Analyse vonKommunikationsstörungen und damit die „Lösung“von zwischenmenschlichen Konflikten• Kommunikation ist dann erfolgreich, wenn siebewusst, gerichtet und gezielt erfolgt
- Watzlawick Nennen Sie auf die 5 Axiome 1. Man kann nicht nicht kommunizieren.2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- undeinen Beziehungsaspekt.3. Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung.4. Menschliche Kommunikation bedient sichanaloger und digitaler Modalitäten.5. Kommunikation ist symmetrisch oderkomplementär.
- Watzlawick - Gehen sie auf das erste Axiom ein -> 1. Man kann nicht nicht kommunizieren. und nennen Sie ein Bsp • Jedes menschliche Verhalten in Gemeinschaft istKommunikation, ob wir es wollen oder nicht.• Beispiele:• Eine Frau sitzt vor Ihnen, den Kopf gesenkt und ihreHandtasche auf dem Schoß haltend.• Der Vertreter eines Konkurrenzunternehmens reagiertmit Hochziehen der Augenbrauen auf Ihren Vorschlag,verneint auf Nachfrage jedoch jegliche Gedankendazu und bittet Sie, fortzufahren.
- Watzlawick - Gehen Sie auf das zweite Axiom ein -> 2. Inhalts- und Beziehungsaspekt • Der Inhaltsaspekt liefert Daten, der Beziehungsaspektbestimmt, wie diese Daten zu interpretieren sind.• Daher ist der Beziehungsaspekt dem Inhaltsaspektübergeordnet.
- Watzlawick - Gehen Sie auf das dritte Axiom ein -> 3. Kommunikation ist Ursache und Wirkung • Aufgabe:• 3er Gruppe, Film/Buch/… beschreiben• Wählen Sie einen Sprecher und 2 Empfänger• Die 2 Empfänger holen sich von mir eine Anleitung ab• Der Kommunikationsprozess wird häufig als geradlinigerAblauf von Ursache und Wirkung gesehen.• Er entspricht jedoch eher einem Kreislauf, in dem Senderund Empfänger fortwährend voneinander beeinflusstwerden.• Dies ist uns während der Kommunikation häufig nichtbewusst.
- Watzlawick- Gehen Sie auf das vierte Axiom ein -> 4. digitale und analoge Modalitäten geben sie ein bsp • Digital = eindeutig interpretierbar; verbal• Analog = indirekt, verschieden interpretierbar; nonverbalund paraverbal• Sind die beiden Anteile kongruent, spezifiziert die eineModalität die andere.• Sind die beiden Anteile nicht kongruent, dann…?• Bsp.:Eine Patientin beendet die Sitzung mit den Worten: „Das war einegute Sitzung, ich fühle mich richtig entlastet!“und lässt zuerst ihre Autoschlüssel und dann ihre Wasserflaschefallen, als sie hastig aufsteht.
- Watzlawick - Gehen Sie auf das 5te Axiom ein -> 5. Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär • Symmetrisch = Gesprächspartner befinden sich auf dergleichen Stufe oder versuchen, die Unterschiedeauszugleichen, z.B. Freunde• Komplementär = Gesprächspartner befinden sich in einerHierarchie, z.B. Mitarbeiter/Vorgesetzter, Patient/Therapeut,Kind/Eltern, ...• Beide Kommunikationsarten funktionieren, solange beideParteien mit der Beziehungsdefinition einverstanden sind.• Wenn nicht…bsp Loriot