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VL Grundlagen der Diagnostik (Fach) / 2. Vorlesung (Lektion)
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- Objektivität Objektivität steht für dasA usmaß,in dem die Ergebnisse eines Tests unabhängig von der Person des Untersuchungsleiters sind. Das Ergebnis einer diagnostischen Erhebung oder eines Tests soll möglichst unabhängig vom Testleiter, von den Testsituationsmerk-malen, von den Rahmenbedingungen, von den Auswertern und von den interpretierenden Personen sein.
- Drei Arten von Objektivität: Durchführungsobjektivität Auswertungsobjektivität Interpretationsobjektivität
- Ziel Objektivität Spezifische Störquellen, die von Personen und Situationen ausgehen, minimieren -> Merkmale von Personen „objektiv“ messen
- Durchführungsobjektivität: bezeichnet den Grad,in dem mehr oder weniger zufälligeVerhaltensvariationen des Testleiters und der Durchführungsbedingungen zu Variationen im Verhalten der Testpersonenführen.
- Angestrebt durch Durchführungsobjektivität: Unabhängigkeit von den Personen, die ein Verfahren anweisen bzw. durchführen, aber auch Unabhängigkeit vom Ort derErhebung
- wie wird Druchführungsobjektivität hergestellt? indem Untersuchungsbedingungen beim Einsatz eines Inventars möglichst den im Manual beschriebenen Bedingungen bei der Normierung des Verfahrens entspricht
- Was soll mit diagnostischen Inventaren gemessen werden? die Bearbeitung des diagnostischen Verfahrens unter der Bedingung eines für alle Personen gleichen Instruktionsverständnisses
- Problematik Durchführungsobjektivität maximale Standardisierung der Situation muss nicht notwendig dazu führen, dass die Probanden die Situation gleich wahrnehmen z.B. bei Schwerhörigen: Testleiter muss lauter sprechen
- Woraus kann man Durchführungsobjektivität schließen? aus einem Maß für Auswertungsobjektivität auf die Durchführungsobjektivität
- Auswertungsobjektivität -gegeben, wenn dasselbe Verhalten des Probanden zum selben Testergebnis führt, insbesondere dann, wenn versch. Personen Test auswerten -wenn „das Verhalten als empirisches Relativ in Item- und Test-Scores als numerischem Relativ eindeutig quantifiziert wird“ (Fisseni)
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- Wann ist Auswertungsobjektivität meist perfekt? Bei Tests und Fragebogen mit eindeutiger Kodierung
- Vorteil maschinelles Lesen von Antwortbögen - Vermeidung Ablese- und Additionsfehler
- - Zur quantitativen Bestimmung der Auswertungsobjektivität müssen... ...die Testprotokolle einer Stichprobe von mindestens zwei Personen unabhängig ausgewertet werden
- Die Korrelationen zwischen den Auswertern sind ein Hinweis auf... Grad der Auswertungsobjektivität
- Interpretationsobjektivität bezeichnet den Grad, in dem die aus denTestergebnissen gezogenen Schlüsse unabhängig von der Person sind, die die Interpretation vornimmt
- wann ist Interpretationsobjektivität gegeben? wenn der Test-Rohwert lediglich in einen Normwert umgelesen wird, aus dem dann hervorgeht, ob eine überdurchschnittliche, durchschnittliche oder unterdurchschnittliche Merkmalsausprägung vorliegt
- In welchen Fällen wird auf die Erfahrung des Interpretierenden großen Wert gelegt? -projektivenTests, -bei vielen klinischen Anwendungsfällen
- wann liegt statistische Vorgehensweise vor? (Interpretationsobjektivität) Wenn es eindeutige Regeln für die Interpretation der Werte gibt
- Wann spricht man von der „klinischen“ Vorgehensweise? (Interpretationsobjektivität) wenn es keine eindeutigen (d.h. individuelle nicht transparent kommunizierte) Regeln gibt Bei der klinischen Vorgehensweise muss ein klinischer Sachverständiger oft nicht angeben, wie er zu bestimmten Einschätzungen kommt
- Klinische Urteilsbildung bedeutet dass Informationen auf der Basis subjektiver, intuitiver, informaler Einschätzungen zu einem diagnostischen Urteil integriert werden.
- Statistische Urteilsbildung bedeutet dass auf der Basis von Formeln und Algorithmen Informationen zumeist computer-basiert zu einem diagnostischen Urteil integriert werden
- -Klinische vs. statistische Urteilsbildung- Paul E. Meehl (1954) unterscheidet für die Entscheidungsfindung zwischen(2) ▪ Art der Datenerhebung (psychometrisch vs. nichtpsychometrisch) ▪ Art der Datenkombination (formell=Regeln vs. informell=keine festen kommunizierten Regeln)
- Ergebnisse zur klinischen Urteilsbildung legen nahe,dass (3 Aspekte) 1. Diagnostizierende darin geschult werden, Verzerrungstendenzen und Fehlerquellen bei der Verarbeitung von Informationen zu erkennen 2. Strategien zur Reduktion von Verzerrungstendenzen erwerben und zur Urteils- bzw. Entscheidungsfindung Daten verschiedener Quellen integriert werden sollten 3.Verfahren sollten so ausgestaltet werden, dass Informationen zu verschiedenen Situationen und Zeiten erfasst werden
- Eigenschaften KTT(Klassische Testtheorie, 4 Aspekte): 1.ist ein Rahmen,vor dem Reliabilität definiert und verstanden werden kann 2. ist eine Menge von Annahmen, die erforderlich sind, um wahre Werte anhand der Mittelung gemessenerWerte zu schätzen und um zugleichAngaben über die Genauigkeit dieser Schätzung (=Reliabilität) zu machen 3.fokussiert auf den sogenannten „Messfehler“ und wird daher auch als Mess-Fehlertheorie bezeichnet 4. Die Reliabilität wird im Kontext der KTT über Korrelationen bestimmt
- Reliabilität(3 Aspekte) numerische Ergebnisse bei mehrfacherAnwendung des diagnostischen Verfahrens konsistent und wiederholbar sind Mess- genauigkeit eines diagnostischen Verfahrens numerische Präzision der Messung, unabhängig davon,welches Konstrukt das diagnostischeVerfahren misst
- Woraus setzt sich ein gemssener Wert zusammen? - setzt sich additiv zusammen aus dem wahren Wert T (wie „true“) und dem Fehlerwert E (wie „error“)
- Zerlegung Feher nach Magnus E = Em + Eadm + Eg + Esubj + ETfl Em = E zufolge Erinnerung (memory) Eadm = E zufolge Anwendung (administration) Eg = E zufolge Rate-Effekten (guessing) Esubj = E zufolge subjektiver Auswertung,also zufolge mangelnder Objektivität ETfl = E zufolge fluktuierender wahrerWerte
- Der Mittelwert der Fehler über unendlich viele Messungen desselben Merkmals einer Person ist...(1) Was ergibt sich daraus?(2) (1)Null (2) der Mittelwert der wahren Werte M(T) ist gleich dem Mittelwert der gemessenen Werte M(X).
- Voraussetzung für dieAnwendbarkeit der KTT ist dass die wahren Werte T der verschiedenen Messungen dieselben sind (parallele Messungen)
- Voraussetzung für dieAnwendbarkeit der KTT wahren Werte T der verschiedenen Messungen sind dieselben
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- Messfehler repräsentieren nur etwas Zufälliges, daher gilt Fehlerwert und wahrer Wert korrelieren (p) nicht systematisch miteinander: pT,E = 0
- Fehlerwert (Ea) und wahrer Wert (Tb) zweier verschiedenerTests a und b ... korrelieren nicht systematisch miteinander
- Fehlerwerte zweier unterschiedlicherTests (Ea,Eb)... ...korrelieren nicht systematisch miteinander: Ea,Eb = 0
- Definition der Reliabilität(statistisch): Die Reliabilität (rtt) ist definiert als der Quotient aus der wahrenVarianz und der beobachteten (Gesamt-)Varianz Aufgrund der Annahmen der KTT gilt, dass sich die Varianz der beobachtetenWerte (sX2) additiv aus der wahrenVarianz (sT2) und der Fehlervarianz (sE2) zusammensetzt