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Instruments (Fach) / 6) Grundlagen des Kostenmanagements (Lektion)
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- Kostenmanagement aktuell - häufig in Verbindung mit Stellenkürzungen/Kündigungen/Personalabbau (hat aber schlechte Auswirkungen auf das Betriebsklima und die verbleibenden Arbeitnehmer)- striktes Kostenmanagement bei Symrise (Duft- und Geschmackstoffhersteller) 1
- Von der Kostenrechnung zum Kostenmanagement - neue, veränderte Herausforderungen für die Unternehmensführung, die mit Kostenmanagement bewältigt werden- Kostenmanagement = alle Steuerungsmaßnahmen, die der frühzeitigen und antizipierten Beeinflussung von Kostenstruktur und Kostenverhalten und der Senkung des Kostenniveaus dienen- Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen führen zu Herausforderungen für die Unternehmensführung; Herausforderungen bestimmen die Aufgaben des Kostenmanagements Gesamtwirtschaftliche Tendenz -> Herausforderungen für die Unternehmensführung -> Aufgabenfelder des Kostenmanagements- Globalisierung -> Wettbewerbsdruck und somit auch Kostendruck -> Kostenhöhe, Kostenstruktur und Kostenverlauf müssen gemanagt werden- Automatisierung -> Anstieg der Fixkosten -> Fixkostenmanagement- höhere Relevanz der Kundenwünsche und Prozessabläufe -> Prozessorientierung -> Prozesskostenmanagement 2, 3
- Ursachen für Kostennachteile - Kostennachteile hauptsächlich aus Produkt- und Prozessgestaltung Gründe für Kostennachteile/Kostenvorteile:- Faktorkosten (zB Lohnhöhe)- Produktgestaltung -> Design (mangelnde Umsetzung einer fertigungsgerechten Produktgestaltung -> höhere Kosten bei der Fertigung) -> erhöhte Technik- und mangelnde Kundenorientierung (höhere Komplexität -> höhere Kosten)- Standort -> Niedriglohnländer (zB Südkorea); Lohnkosten nehmen nur 1% der Gesamtkosten ein -> Stückkostendegression (zB Deutschland, Japan, USA); höhere Investitionen in Maschinen- und Automatisierungstechnik 4
- Formen des Kostenmanagements proaktiv vs. reaktives Kostenmanagement Proaktives Kostenmanagement:- Ziel: langfristige Verbesserung der Kostenposition- Vorgehen: laufende, frühzeitige und systematische Suche nach Kostensenkungspotentialen; Prozess-/Kunden-/Qualitäts-/Wertschöpfungs- und Mitarbeiterorientierung- Akzeptanz bei Mitarbeitern: hoch- Nachhaltigkeit: nachhaltiges Kostenmanagement; Ansatz zur Wertsteigerung Reaktives Kostenmanagement:- Ziel: Kostenreduktion in Notsituationen- Vorgehen: kurzfristige, top-down Maßnahmen bei Eintritt des Kostendrucks; keine strategische Analyse der Ursachen der Kosten- Akzeptanz bei Mitarbeitern: gering- Nachhaltigkeit: keine Nachhaltigkeit; Wettbewerbsvorteile können nicht aufrechterhalten werden 5
- Gestaltungsparameter des Kostenmangements Zielrichtungen, Rahmenbedingungen, Objekte, Instrumente + Maßnahmen, Organisation, Kosteneinflussgrößen, Aufgaben Zielrichtungen:- Kostenniveau, Kostenstruktur, Kostenverlauf Rahmenbedingungen zur Zielerreichung:- Kostenbewusstsein- IT Objekte des Kostenmanagements:- Ressourcen, Prozesse, Produkte- Kostenarten: Einzel-/Gemeinkosten, fixe/variable Kosten, Kosten von Funktionsbereichen Instrumente und Maßnahmen des Kostenmanagements:- Basis: Kostenrechnung- Instrumente: zB Life Cycle Costing, Target Costing, Prozesskostenrechnung, Wertanalyse- Maßnahmen: zB Outsourcing, Standortverlagerung, Standardisierung, Materialsubstitution Organisation des Kostenmangements:- Aufbau- und ablauforganisatorische Regelungen- Koordination zwischen Kostenmangement und anderen Führungsaktivitäten Kosteneinflussgrößen:- strategische, taktische, operative Einflussgrößen- wirksam auf Preis- und/oder Mengenkomponente von Kosten- wirtschaftliche, technische- unternehmensinterne, -externe Aufgaben:- kostenbezogene Aufgaben des Unternehmens: Planungs-, Kontroll-, Informations-, Organisations-, Personalführungs- und Controllingaufgaben 7, 8, 9
- Prozess des Kostenmanagements 1) Kostenanalyse 2) Formulierung von Maßnahmen 3) Implementierung von Maßnahmen 10
- Schritt 1 des Kostenmanagementprozesses 11, 15 1) Kostenanalyse (Analyse von Kostenniveau, -verlauf, -struktur) Kostenniveau:- Ziel: Kosten reduzieren (sind die Kosten zu hoch?)- Einflussfaktoren: -> Menge der Produktionsfaktoren -> Wert der Produktionsfaktoren Kostenverlauf:- Ziel: Flexibilisierung der Kostenreagibilität (sind die Kosten nicht flexibel genug?)- Einflussfaktoren: -> Beschäftigung -> Technik -> Lernen/Erfahrung -> Sprünge durch Unstetigkeit im Wertgerüst, Komplexität Kostenstruktur:- Ziel: Kostenzusammensetzung optimieren (Wie setzen sich die Kosten zusammen?)- Einflussfaktoren: -> zeitlicher Horizont des Kostenanfalls (variabel/fix) -> Zurechenbarkeit der Kosten (Einzel-/Gemeinkosten) Kostenremanenz:- bei linearem Kostenverlauf: tatsächliche Kosten sinken nicht so stark wie geplant bei sinkender Beschäftigung (niedrigere/flachere Steigung)- bei sprungfixem Kostenverlauf: tatsächliche Kosten sinken nicht so stark wie geplant bei sinkender Beschäftigung (niedrigere/flachere Steigung und linearer Verlauf statt stufenweiser Reduktion) Kostentreiber:- operative Kostentreiber: -> erklärt kurzfristige Kostenabhängigkeiten -> Unterscheidung in 5 Kosteneinflussgrößen nach Gutenberg (Faktorpreise, Beschäftigung, Faktorqualitäten, Betriebsgrößen, Fertigungsprogramm)- strategische Kostentreiber: -> erklärt langfristige Kostenabhängigkeiten -> einzelne Größen von Porter und Shank/Govindarajan aufgezählt -> 1) relevante Kostentreiber identifizieren -> 2) funktionalen Zusammenhang ermitteln (Ausprägung des Kostentreibers und der Kostenhöhe) -> 3) Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Kostentreibern analysieren -> Analyse der Wirkung strategischer Kostentreiber auf die Rentabilität im produzierenden Gewerbe (anhand Breite der Produktpalette, Fertigungstiefe und Umsatz in einer Matrix; Folie 15) -> Ansatz von Porter: verschiedene Kostentreiber haben verschiedene Auswirkungen (Betriebsgröße -> führt zu Kostendegressionen/-progressionen; Kapazitätsauslastung -> Fixkostendegression mit steigender Auslastung; vertikale Integration -> Leistungstiefe) -> Ansatz von Shank/Govindarajan: Unterscheidung in strukturelle Kostentreiber (im Rahmen der Wertschöpfung; zB Unternehmensgröße, Fertigungstiefe) und operationale Kostentreiber (Ausführung des Wertschöpfungsprozesses; zB Kapazitätsauslastung)- Zusammenwirken der Kostentreiber: Strategische Kostentreiber -> taktische Kostentreiber -> operative Kostentreiber -> Kostensituation 11-18
- Schritt 2 des Kostenmanagements 19 Formulierung von Maßnahmen - kostenbeeinflussende Maßnahmen auf Basis der Kostenanalyse zur gezielten Beeinflussung der Kosteneinflussgrößen erarbeiten Reaktiv vs. proaktiv:- reaktiv: Personalabbau, (Arbeitszeitverkürzung, Outsourcing, Budgetkürzungen, Downsizing)- proaktiv: Target Costing, Product Life Cycle Costing, Prozesskostenrechnung, (Benchmarking, Downsizing) Ablauf der Maßnahmensuche:- fallweise (nur wenn es gerade nötig ist): -> gelegentliche Suche nach Maßnahmen -> meist bei umfangreicheren Projekten- kontinuierlich: -> kontinuierliche Suche nach Maßnahmen -> inkrementelle Verbesserungen (zur Ergänzung umfangreicherer Maßnahmen) -> Weiterentwicklung: Kaizen-Philosophie (kontinuierlicher Verbesserungsprozess im Sinn einer allumfassenden Kundenorientierung; "viele kleine Schritte") 19, 20
- Schritt 3 des Kostenmanagements Implementierung von Maßnahmen - problemlose Umsetzung von Maßnahmen kann durch Störfaktoren behindert werden Ursachen von Widerständen:- zu wenig Kenntnis über die verfolgten Ziele- schlechte Erfahrungen aus früheren Maßnahmen- Beeinträchtigungen von eigenen Privilegien und Prestige- Überzeugung, es selbst besser zu wissen- Angst aus der Veränderung als Verlierer hervorzugehen- Angst der neuen Aufgabe nicht gewachsen zu sein- generelle Skepsis gegenüber Neuem (Sicherheitsbedürfnis)- Selbstentfaltung wird höher gewichtet als ökonomischer Erfolg- ideologische Interessengegensätze Mögliche Wirkungen von Widerständen:- "Dienst nach Vorschrift"- (innere) Kündigung- Absentismus (häufiges Fehlen)- Weigerung, an der Umsetzung mitzuwirken- negative Beeinflussung anderer Mitarbeiter- negative Äußerungen gegenüber Kunden- Qualitätseinbußen bei Produkten aufgrund geringerer Sorgfalt 21
- Fazit des Kostenmanagements - Kostenmanagement ist notwendig, um den Entwicklungen der Umwelt umfassend zu begegnen- Kostennachteile ergeben sich überwiegend aus der Produkt- und Prozessgestaltung- zur Bewältigung von Kosten kann eine proaktive oder eine reaktive Perspektive eingenommen werden- Der Prozess des Kostenmanagements besteht aus den Phasen der 1) Kostenanalyse, der 2) Formulierung von Maßnahmen und der 3) Implementierung von Maßnahmen 22
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