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Arbeits- und Organisationspsychologie (Fach) / VL 1_1: Begriff, Formen und Sektoren der Arbeit (Lektion)
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- Psychologisch relevante Merkmale von Arbeit Arbeit ist eine bewusste, zielgerichtete Tätigkeit gerichtet auf die Verwirklichung eines Ziels als vorweggenommenes Resultat (Produkt, Dienstleistung), das vor dem Handeln ideell gegeben war und willensmäßig auf das bewusste Ziel hin reguliert Bei der Erstellung des Ergebnisses formt sich zugleich die Persönlichkeit (auch Einstellungen) Jede Arbeitstätigkeit ist in ihren wesentlichen Merkmalen gesellschaftlich bestimmt (nach Hacker, 2005)
- Formen von Arbeit Erwerbsarbeit:Tätigkeiten von Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, die in einem Arbeitsverhältnis stehen oder selbstständig ein Gewerbe, einen freien Beruf oder eine Landwirtschaft betreiben oder als mithelfende Familienangehörige im Betrieb eines Verwandten mitarbeiten, ohne dafür Lohn oder Gehalt zu beziehen oder Personen, die eine geringfügige Tätigkeit (Mini-Job) ausüben oder als Aushilfe nur vorübergehend beschäftigt sind oder, die einem Ein-Euro-Job nachgehen Hausarbeit:Tätigkeiten, die zur Erhaltung des Haushalts und des zur Lebensführung benötigten Inventars, sowie die Zubereitung von Mahlzeiten dienen Erziehungsarbeit:Tätigkeiten der Beaufsichtigung, Versorgung und Erziehung von Kindern Pflegearbeit:Tätigkeiten der Pflege und Betreuung von Angehörigen Eigenarbeit:Tätigsein im eigenen Auftrag, nach eigenem Konzept, mit den eigenen Kräften und für sich selber (z.B. Heimwerkertätigkeiten) Ehrenamtliche Arbeit:Tätigkeiten im Rahmen eines öffentlichen unbezahlten Amts als Pflicht (traditionelles Ehrenamt, z.B. Schöffe) oder auf freiwilliger Basis (Freiwilligenarbeit) Freiwilligenarbeit:Aktive Mitwirkung und freiwillige Übernahme von Aufgaben oder Arbeiten in Vereinen, Initiativen, Projekten, Selbsthilfegruppen oder Einrichtungen
- Perspektiven der Bedeutung von Arbeit (Rosenstiel, 2006) Existenzsicherung Soziale Tätigkeit Persönlichkeitsentwicklung Gesundheit Subjektive Bedeutung (Wertorientierung, Motivation, Emotion, Einstellungen)
- Psychologische Aspekte der Arbeit Semmer & Udris, 2004 Arbeitsinhalt: Ganzheitlichkeit der Arbeit; Abwechslungsreichtum; interessante Aufgaben ; Möglichkeit, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten einzusetzen; Möglichkeit, etwas Neues zu lernen; Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, usw. Arbeitsbedingungen: Arbeitszeit (Dauer und Lage); Arbeitsumgebung (Geräuschpegel, Temperatur usw.); Angemessenheit von Möbeln, Werkzeugen und räumlichen Verhältnissen; gefordertes Arbeitstempo usw. Organisationale Rahmenbedingungen: Sicherheit des Arbeitsplatzes; Aufstiegschancen; Weiterbildungsmöglichkeiten; Informationspolitik der Organisation; Anerkennung usw. Soziale Bedingungen: Kontaktmöglichkeiten, Verhältnis zu Kolleginnen und Kollegen; Verhältnis zu Vorgesetzten, Betriebsklima usw. Finanzielle Bedingungen: Lohn, Sozialleistungen usw.
- Zusammenhang zwischen Arbeit und arbeitsfreier Zeit: Segmentierungsmodell Arbeit und Familie/Freizeit sind völlig getrennte Lebensbereiche, die unabhängig voneinander existieren, so dass kausale Zusammenhänge weder in der einen noch der anderen Richtung vorhanden sind.
- Zusammenhang zwischen Arbeit und arbeitsfreier Zeit: Spillover-Modell Übertragung gleichgerichteter Emotionen zwischen Arbeit und Familie. Dazu wird insbesondere auf der Übertragung negativer Emotionen und Stressreaktionen als Folge der in der Arbeit erlebten Stressoren fokussiert.
- Zusammenhang zwischen Arbeit und arbeitsfreier Zeit: Kompensationsmodell Negative Erfahrungen in einem Bereich führen zum Rückzug in einen anderen Bereich. Elemente, die in der Arbeit fehlen, wie z.B. Anerkennung, werden demnach verstärkt in Familie und Freizeit gesucht.
- Zusammenhang zwischen Arbeit und arbeitsfreier Zeit: Instrumentalitätsmodell Das Umfeld eines Lebensbereiches ist Resultat dessen, was im jeweils anderen Bereich erzielt wurde, dass z.B. ein angenehmes Privatleben als Resultat positiver Arbeitsergebnisse resultiert.
- Zusammenhang zwischen Arbeit und arbeitsfreier Zeit: Konfliktmodell Erfolg und Zufriedenheit in einem Lebensbereich geht oft zu Lasten des anderen Bereiches, da dafür in aller Regel Zeit und Energie investiert werden müssen.
- Ausgliederung aus dem Berufsleben Arbeitslosigkeit: Arbeitslos ist, wer in keinem Beschäftigungsverhältnis steht und eine Beschäftigung sucht [und eine Meldung bei der Arbeitsagentur erfolgt ist (BfA)] Outplacement: Unterstützung von Einzelpersonen und Gruppen, welche von Arbeitslosigkeit bedroht bzw. arbeitslos geworden sind bei der Bewältigung der Folgen sowie Beratung für eine Neuorientierung Unterbrechung der Berufstätigkeit aus familiären Gründen Bezahlte und unbezahlte Freistellung von der Arbeit wegen Kindererziehung Ruhestand
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- Ruhestand: Veränderungen umso positiveres Erleben, je.. Veränderungen: Zeitliche und inhaltliche Umstrukturierung des Tagesablaufs Erleben von Nutzlosigkeit Mangel an Aufgaben Bewältigung des Wegfalls sozialer Kontakte Umso positiveres Erleben, je.. besser der gesundheitliche Gesamtzustand ist mehr Freizeitaktivitäten fortgeführt werden, die bereits vor Eintritt ausgeübt wurden besser das soziale Netzwerk in Hinblick auf Qualität ist besser die finanzielle Gesamtsituation ist höherwertig die ausgeübte Berufstätigkeit war
- Veränderungen in der Arbeitswelt und Folgen für die Arbeitspsychologie -Wachsendes Alter der Arbeitnehmer: --> Leistung, Handlungsgrundlagen, Fehler, Lernprozesse -Wachsender Arbeitnehmermarkt --> Faire Auswahlprozeduren, Arbeitsbedingungen für benachteiligte Gruppen, Weiterbildung, Diversität, Flexibilisierung der Arbeitsorte -Wachsende Arbeitsbelastung --> Stress & Zeitdruck, Burnout, Balance zw. Arbeit und Freizeit, Selektion & Platzierung, Präventionsprogramme -Einsatz des Internets -->Telearbeiter, soziale Isolation, Selbstführung, Selbstmanagement, E-Recruitment und E-Assessment, E-Learning -Globaler Kostendruck -->Organisationales Lernen und Wissensmanagement, Innovation und Kreativität, befristete Dienstverträge, Werkverträge, Leiharbeit -Stellenabbau -->Veränderte Karrierepfade, Bewältigung von Arbeitsplatzunsicherheit, Folgen von Outsourcing und Arbeitslosigkeit, Intrapreneurship und Entrepreneurship -Reduktion manueller Arbeit --> Dienstleistung, Emotionsarbeit, kognitive Anforderungen in komplexen Mensch-Maschine Systemen, Aus- und Weiterbildung -Internationalisierung der Märkte -->Multikulturelle Aspekte der Zusammenarbeit, interkulturelle Werte, mobile Arbeit(splätze), Angemessenheit von Instrumenten der Personalarbeit im Vergleich