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Sensorik (Fach) / VL2 Gesichtssinn (Lektion)

VL2

Diese Lektion wurde von vanbeeka erstellt.

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  • 01. Welche Einteilung für Rezeptoren gibt es? zur Detektion von Reizen aus der Umwelt>>Exterorezeptoren > Mechano-, Thermo-, Nocirezeptoren zur Detektion von Zuständen im internen Milieu des Körpers>>Enterorezeptoren > Infos aus Bereich der inneren Organe, Mechano-, Chemo-, Nocirezeptoren>>Propiorezeptoren > Warnehmung räumlicher Lage und mechanischer Belastung, Muskel- und Skelettsystem, Muskelspindeln, Sehnenorgane, Mechanorezeptoren
  • 02. Welche sensorischen Prüfungen laufen über das Auge bei Kaufentscheidung ab? Erste Wahrnehmung über das Auge Erscheinungsbild (Farbe, Form, Struktur)> erste Entscheidung über Akzeptanz oder Ablehnung Qualität, Frische, Konzentrationsunterschiede von Bestandteilen Assoziationen beruhen auch auf Emotionen und Erwartungen> intuive Verknüpfung der Farbe mit weiteren sensorischen Eigeschaften = Visuelles Flavor
  • 03. Was ist visuelles Flavor? intuitive Verknüpfung der zB Farbe mit weiteren sensorischen Eigenschaften>> Grün-gelbe Erdbeere > unreif > sauer/adstringierend dadurch auch irreführung des Geschmackssinns möglich: zB Geschmack rot gefärbter Zitronenlimonade = Kirscheund Steigerung der Verzehrsmenge möglich (zB 69% mehr Gummibärchen verzehrt wenn 6 Farben in einer Schüssel gemischt als wenn separat in 6 Schüsseln)
  • 04. Welche Rolle spielen Form und Menge für sensorische Fragestellungen beim Merkmal Aussehen? sieht die gleiche Menge in unterschiedlichen Verpackungsformen mehr oder weniger aus? Zerkleinerungsgrad Einfluss auf Mengenwahrnehmung? (Fein geschnittene Karotten werden zB mengenmäßig überschätzt) Form kann Ekelempfingen auslösen (Schokopudding in Hundekotform)
  • 05. Vergleich Stäbchen und Zapfen > Größe, Zahl, Fotopigment, Funktion, Empfindlichkeit, Absorptionsmaxima (Wellenlänge) Stäbchen> Größe:  relativ groß > Zahl: ~120 Mio> Fotopigment: Rhodopsin> Funktion: Dämmerungssehen, Hell-Dunkel-Sehen> Empfindlichkeit: Empfindlich (geringe Lichtintensität nötig)> Absorptionsmaxima: 500nm Zapfen: > Größe: kleiner> Zahl: ~6 Mio> Fotopigment: L-, M-, S-Iodopsin> Funktion: Tages- und Farbsehen> Empfindlichkeit: unempfindlicher> Absorptionsmaxima: 590nm (rot,L) 540nm (grün, M) 440 nm (blau,S)  
  • 06.Was sind die Sehpigmente? für Zäpfchen: IodopsinFür Stäbchen: Rhodopsin >> Opsin + ChromophorOpsin ist ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor (Signalweiterleitung/Transduktion über GTP-bindendes Protein)Chromophor: 11-cis-Retinal (Vorstufe Vitamin A)
  • 07. Ablauf der Signaltransduktion vereinfacht beim Sehvorgang? Signalkaskade: Konfigurationsänderung 11-cis-Retinal Konformitätsänderung Opsin Aktivierung G-Protein Enzymaktivierung Hyperpolarisation der Zelle Umwandlung Licht in elektrisches Signal > Weiterleitung an Gehirn
  • 08. Sehvorgang: Signaltransduktion im Dunkeln cGMP-gesteuerter Ionenkanal ist geöffnet durch Bindung von freiem cGMP Transport von Kationen in Zelle durch Ionenkanal Membran ist depolarisiert Ausschüttung des inhibitorischen Neurotransmitters Glutamat
  • 09. Sehvorgang bei Lichtreiz Licht wird von Rhodopsin absorbiert ( dabei Isomerisierung des 11-cis-Retinal zu all-trans Retinal > Konformationsänderung des Rhodopsins = aktiviert) Aktiviertes Rhodopsin bindet an G-Protein TransducinAustausch GDP gegen GTPAktivierung des Transducins> dadurch Aktivierung der cGMP Phosphodiesterase>  Hydrolyse von cGMP zu GMP > freies cGMP in Zelle nimmt ab dadurch schließen sich Ionenkanäle > kein Einstrom von Kationen (gleichzeitig ständig Rausströmen von Kationen aus der Zelle) >> Änderung des Membranpotentials (Hyperpolarisation der Zelle) wodurch die Freisetzung des inhibitorischen Transmitters Glutamat reduziert wird>>> Signalisiert Folgezellen, dass Stimulation mit Licht stattgefunden hat je stärker Reiz, desto weniger Glutamat gelangt zu nachgeschalteten Zellen 
  • 10. Sehvorgang: weiterleitung zum Gehirn wo beginnt Verarbeitung? die Verarbeitung der visuellen Info beginnt bereits in Retina durch komplexe Verschaltung der Rezeptoren über verschiedene Nervenzellen (Lichtreiz > Glutamat sinkt > Signal an Folgezellen > Gehirn) letztlich führt verminderte Glutamatauschüttung an Synapsen der Rezeptoren zu Depolarisation der Ganglienzellen>> Ausbildung des Aktionspotentials > Weiterleitung zum Gehirn
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  • 11. Sehvorgang: Wie gelangt die Information vom Sehnerv zum Gehirn? Sehbahnkreuzung (chiasma opticum) > Zusammentreffen der Sehnerven>Infos aus linkem Gesichtsfeld an rechte Hemisphäre übertragen und umgekehrt Kniehöcher (im Thalamus)> Axone der Ganglienzellen enden > Interneuronen leiten Informationen in primären visuellen Cortex
  • 12. Sehvorgang: visueller Cortex 30% der Cortexgesamtfläche mit mehreren 100 Mio. Interneuronen konvertieren visuelle Informationen in 3D-Repräsentation unserer Umwelt analysiert das Gesehene Farb- und Bewegungssehen in unterschiedlichen Arealen mit unterschiedlichen Wegen der Verarbeitung> bei Verarbeitung Unterscheidung bekannter und unbekannter gesehener Gegenstände (> genauere Analyse des unbekannten)>kann auch zu optischen Täuschungen führen, wenn zB Infos verloren gehen oder welche hinzugedacht werden
  • 12. Farbigkeit von Dingen Dinge sind nicht farbig, sondern nur in unserer Vorstellungeigentlich wahrgenommen wird elektromagnetische Strahlung im Spektrum des sichtbaren Lichts (380 - 780nm)
  • 13. Was ist die Trichomatische Theorie und stimmt sie heute noch? Theorie zur Farbwahrnehmung von Young-Helmholtz: Aus farbigem Licht der 3 Primärfarben (rot, grün, blau) lässt sich jede andere Farbe herstellen später Nachweis von drei Zapfentypen:> Trichomatisches Sehen durch die 3 Zapfentypen> unterschiedlich empfindlich auf Licht verschiedener Wellenlängen
  • 14. Trichromatische Theorie: Was sind die drei Zapfentypen? und wie entstehen durch sie Farbeindrücke? S-Typ: Absorption im blauen BereichM-Typ: Absorption im grünen BereichL-Typ: Absorption im gelben und roten Bereich > gleich Erregung aller Zapfen: weiß> unterschiedliche Anregung der 3 Zapfentypen: Farbeindrücke: das "Mischen" erfolgt im Gerhirn> kein Licht = keine Anregung = schwarz
  • 15. Trichromatische Theorie: additive und subtraktive Farbmischung Überlagerung (Addition) der Wellenlängenbereiche führt zu unterschiedlichen Farbwahrnehmungen (zB rot + blau = magenta)> Farbgebung von Gegenständen durch Reflexion von Licht, den man dann additiv wahrnimmt(Gegenstand absorbiert vom einfallenden Licht einen Teil (=Wellenlängenbereich), der Rest wird reflektiert und als Farbe wahrgenommen
  • 15. Farbigkeit: welche Rolle spielt die Oberfläche von Gegenständen? sehr wichtig, bei zB metallisch wirkenden Farben (Gold, Silber)> u.a. durch Oberflächenspiegelung (zB Gold = gelb mit Oberflächenspiegelung)
  • 15. Wie viele Farben kann der Mensch unterscheiden? insgesamt bit zu 200 Spektralfarben (Farbtöne) und diese in ca 20 Farbintensitätsstufen (Sättigung) und 500 Helligkeitsstufen
  • 16. Welche Farbenfehlsichtigkeiten gibt es? Achromasie = Totale Farbenblindheit> als Erbkrankheitdurch Ausfall aller Zapfentypendadurch auch geringe Sehschärfe und extreme Blendungsempfindlicheit>als GehirnlässionZapfen "funktionieren", Verarbeitung ist gestörtSehschärfe ist ok Blauzapfen-Monochromasie> nur Blauzapfen funktionieren (8%) Dichromasien> nur 2 funktionierende Zapfentypen (Grünschwäche (M-Zapfen) > Rotschwäche  (L-Zapfen) >>> Blauschwäche (S-Zapfen))Männer > Frauenbestimmte Farbunterscheidungen können nicht getroffen werden
  • 16. Wie wählt man für sensorische Prüfungen die eine Beurteilung von Farben beinhalten Prüfpersonen aus? man überprüft die Farbenfehlsichtigkeit mit> Ishihara-Farbtafeln oder Farnsworth Munsell 100 Hue Color Vision Test
  • 17. Wie ändert sich Farbfehlsichtigkeit mit dem Alter Fähigkeit der Unterscheidung von Gelbtönen sinkt ab 60 Jahren (Linse wird gelber) 80 jährige: Unterscheidung im blau-grün Bereich schlechter als im gelb-rot Bereich