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Instruments (Fach) / 4.1) Prozesskostenrechnung (Lektion)
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Diese Lektion wurde von DarkerThanCiel erstellt.
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- Entwicklung der Prozesskostenrechnung 4 Auswirkungen von Globalisierung und Veränderung der Absatzmärkte:- steigende Produktdifferenzierung- kürzere Produktlebenszyklen- intensiverer Wettbewerb- Kostenreduktion Neue Möglichkeiten bei Informations- und Fertigungstechnologien:- computerintegrierte Produktionssysteme- synchronisieren betrieblicher Prozesse=> Bedeutung von Planung, Steuerung, Überwachung und Koordination nimmt zu- steigende Technologiekosten und sinkende Lohnkosten => veränderte Kosten- und Wertschöpfungsstruktur=> Anpassung bisheriger Kostenrechnungssysteme an die neuen Gegebenheiten nötig - zunehmende Bedeutung von Gemeinkosten in der Kostenkalkulation -> Lohnkosten sinken aber die Gemeinkosten steigen (auf Basis des Anteils an der Wertschöpfung) Mängel der traditionellen Kostenrechnung:- Zuschlagssätze sind zu ungenau- sehr hohe Zuschlagssätze (teilweise mehrere 100%)- fixe Gemeinkosten werden auf Einzelkostenbasis verrechnet- Gemeinkosten moderner Fertigungstechniken können auf Basis wertabhängiger Bezugsgrößen nicht zutreffend geschlüsselt werden=> tatsächliche Kosteneinflüsse (zB Komplexität, Variantenvielfalt) werden nicht ausreichend mit einbezogen Lösung der Probleme der traditionellen Kostenrechnung: Prozesskostenrechnung- Alternative zur Gemeinkostenverrechnung- beanspruchungsgerechte Kalkulation- höhere Kostentransparenz- Gemeinkosten durch Prozessgestaltung kontrollieren- Gemeinkosten-Bewusstsein- effiziente Planung 2, 5, 6
- Prioritäten des Kostenmanagements in deutschen Großunternehmen 3 hohe Priorität: Kostensenkung mittlere Priorität: Kostentransparenz erhöhen, Kostentreiber identifizieren, Kostenbewusstsein stärken, Kostenstruktur optimieren geringe Priorität: degressive Kostenverläufe fördern, progressive Kostenverläufe vermeiden
- Aufbau der Prozesskostenrechnung 1) Prozesse identifizierenTätigkeitsanalyse um die repetitiven Teilprozesse zu ermitteln 2) Prozesskosten bestimmenGemeinkosten den Teilprozessen zuordnen 3) Kostentreiber ermittelnin leistungsmengeninduzierte und leistungsmengenneutrale Prozesse unterscheiden 4) Prozesskostensätze bildenleistungsmengeninduzierte und leistungsmengenneutrale Prozesskostensätze berechnen 5) Hauptprozesse zusammenfassenTeilprozesskosten den Hauptprozessen zurechnen 6) KostenverrechnungKosten auf Produkte/Varianten verrechnen 7
- Schritt 1 der Prozesskostenrechnung 9, 10 1) Prozesse identifizieren - Aktivitäts- bzw prozessorientierte Kostenverrechnung=> alle Tätigkeiten im Unternehmen, die zu einem messbaren Arbeitsergebnis führen, werden erfasst=> Tätigkeiten werden zu kostenstellenbezogenen Aktivitäten (Teilprozessen) zusammengefasst- in jeder Kostenstelle werden die Tätigkeiten/Teilprozesse erfasst- alle Teilprozesse einer Kostenstelle werden in einer Prozessliste zusammengefasst- Teilprozesse sind für ursachengerechte Verrechnung unterschiedlich gut geeignet Unterteilung von Teilprozessen:- repetitiv: identische, wiederkehrende Tätigkeiten (Stapelfahrten)- nicht repetitiv: einmalige, dispositive oder kreative Tätigkeiten (Managementtätigkeiten) - Prozesskostenrechnung nur bei Prozessen mit repetitiven Prozessmerkmalen und wenigen Entscheidungen verwendet (nicht bei innovativen Prozessmerkmalen und/oder vielen Entscheidungen) 8
- Schritt 2 der Prozesskostenrechnung 11, 12 2) Bestimmung der Prozesskosten Prozesskosten = Summe des Faktorverzehrs aller Tätigkeiten eines repetitiven Prozesses Zuordnungsmethoden der Gemeinkosten:- direkt/analytisch: alle Gemeinkosten einer Kostenstelle werden untersucht und einzelnen Prozessen zugerechnet - indirekt: Kosten werden über Schlüsselungen verteilt
- Schritt 3 der Prozesskostenrechnung 3) Kostentreiber ermitteln - Prozesse werden in leistungsmengeninduzierte und leistungsmengenneutrale Prozesse unterteilt- leistungsmengeninduzierte Gemeinkosten sind von der Menge der erbrachten Leistung abhängig und es gibt je einen Kostentreiber pro Prozess- leistungsmengenneutrale Gemeinkosten sind von der Menge der erbrachten Leistung unabhängig und es gibt keine Kostentreiber- auch wenn Kostenverursachung heterogen ist wird nur ein Kostentreiber dem Prozess zugeordnet Anforderungen an Kostentreiber:- einfach aus den verfügbaren Informationen ableitbar- proportional zur Ressourcenbeanspruchung- durchschaubar und verständlich => hier steht Prozessmenge (keine wertorientierten Größen) im Vordergrund 13, 14
- Schritt 4 der Prozesskostenrechnung 4) Prozesskostensätze bilden Prozesskostensatz = Prozesskosten/Prozessmenge Prozessmenge = Einheiten des Kostentreibers, die in einer Periode realisiert werden sollen Verrechnung leistungsmengenneutraler Kosten:Alternative 1: Verrechnungshöhe ist proportional zur Höhe der leistungsmengeninduzierten ProzesskostenAlternative 2: leistungsmengenneutrale Kosten zum Sammelposten zusammengefasst und dann auf die Summe der Einzel- und Prozesskosten verteilt 15, 16
- Schritt 5 der Prozesskostenrechnung 17, 18 5) Zusammenfassung zu Hauptprozessen - Teilprozesse werden kostenstellenübergreifend zu Hauptprozessen zusammengefasst- Prozesse, die die gleichen Kostentreiber haben oder die in einem festen Verhältnis stehen, werden zusammengefasst- Kosten der Teilprozesse können Hauptprozessen zugewiesen werden=> neue (strategische) Informationen können gewonnen werden
- Schritt 6 der Prozesskostenrechnung 6) Kostenverrechnung - untersuchen, welche Prozesse und Prozesskostensätze von Kostenträgern in Anspruch genommen werden 19
- Allokationseffekt - Gemeinkosten werden anhand der Inanspruchnahme betrieblicher Resssourcen zugeordnet- Allokationseffekt ergibt sich, wenn von der traditionellen Zuschlagskalkulation abgewichen wird- Nutzung von Prozesskostensätzen (Kosten der Prozessabwicklung) anstatt von wertorientierten Zuschlagsbasen- Verhinderung von zu hohen (niedrigen) Zuschlagssätzen bei Produktion mit zu hohen (niedrigen) Einzelkosten 20, 21
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- Komplexitätseffekt 23 - Komplexität und Variantenreichtum von Produkten wird beanspruchungsgerecht erfasst- komplexere Produktvariante -> höhere Kosten zugerechnet, da höheren Bedarf an gemeinkostenverursachenden Aktivitäten- proportionale Verrechnung der Komplexitätskosten bei der Zuschlagskalkulation (je höher Komplexität, desto höherer Gemeinkostenzuschlag)=> komplexe Produkte werden ansonsten zu billig veräußert und verursachen hohe Kosten 22
- Degressionseffekt - Prozesskosten pro Stück sind abhängig vom Beschaffungsvolumen (da Prozesskosten = Anzahl Bauteile * (Kosten einer Bestellung/bestellte Menge) ) => je höher die Stückzahl (bestellte Menge), desto höher die (Prozess)kosten- Degressionseffekt wichtig bei Kalkulation von Rabattstaffeln, Mindermengenzuschlägen und Kundenwertberechnungen- kritische Menge ermitteln bei der die Zuschlagskalkulation "gleiche Ergebnisse liefert" Zuschlagssatz*Einzelkosten = (Prozesskostensatz*durchschnittliche Bestellmenge)/kritische Menge kritische Menge = (Prozesskostensatz*durchschnittliche Bestellmenge)/(Zuschlagssatz*Einzelkosten) 24, 25
- Allokations-, Komplexitäts- und Degressionseffekt - Zusammenfassung - prozessorientierte Kalkulation ist vorteilhafter als traditionelle Zuschlagskalkulation auf Einzelkostenbasis - Prozesskostenrechtnung: Kostenzuordnung anhand der Inanspruchnahme der Unternehmensprozesse Allokationseffekt:- Einzelkosten haben keinen Einfluss mehr auf die Kostenzuordnung- Produkte mit hohen Einzelkosten werden nicht mehr benachteiligt Komplexitätseffekt:- höhere Komplexität (durch mehrere Varianten, höhere Anzahl an Bearbeitungsschritten usw) wird berücksichtigt- Kostennachteile komplexer Produktionsabläufe werden sichtbar Degressionseffekt:- Degressionseffekt durch größere Bestell- und/oder Produktionsmengen wird berücksichtigt- Kostennachteile kleiner Auftragsmengen werden sichtbar 26
- Nutzung von Prozesskostenrechnung in deutschen Großunternehmen 90% der befragten Unternehmen nutzen Benchmarking36% der Nicht-Anwender planen den Einsatz von Benchmarking 55% der befragten Unternehmen nutzen Target Costing13% der Nicht-Anwender planen den Einsatz von Target Costing 46% der befragten Unternehmen nutzen Prozesskostenrechnung24% der Nicht-Anwender planen den Einsatz von Prozesskostenrechnung 26% der befragten Unternehmen nutzen Life Cylce Costing7% der Nicht-Anwender planen den Einsatz von Life Cycle Costing
- Vor- und Nachteile der Prozesskostenrechnung Vorteile:+ Prozesstransparenz+ kostenstellenübergreifende Prozessbetrachtung+ Motivationswirkung+ Argumentationshilfe gegenüber Kunden+ Transparenz bestehender Abhängigkeiten+ anschaulichere Kostensteigerungen (durch Vielfalt, kleine Losgrößen, Komplexität, Variantenreichtum von Produkten) Nachteile:- Vollkostenrechnung (Fixkosten werden proportionalisiert)- beschränkte Einsatzbereiche- hoher Detaillierungsgrad
- Fazit der Prozesskostenrechnung - Zuschlagskalkulation führt bei hohen Gemeinkosten und modernen Produktionstechnologien zu ungenauen Ergebnissen- beanspruchungsgerechtere Kalkulation durch Prozesskostenrechnung- Gemeinkosten werden über Prozesse auf Kostenträger verrechnet -> geeignete Prozesse und Kostentreiber müssen ermittelt werden -> Unterscheidung in leistungsmengeninduzierte und leistungsmengenneutrale Prozesse -> viele Vorteile (Allokations-, Komplexitäts- und Degressionseffekt) -> kann nur bei repetitiven Tätigkeiten mit geringen Entscheidungsspielräumen verwendet werden -> Widerstände innerhalb Unternehmen 29