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Allgemeine und Biopsychologie (Fach) / 11, Sprache und Denken (Lektion)

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Diese Lektion wurde von SarahMeissner erstellt.

Lektion lernen

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  • Phasen des Spracherwerbs -Erwerb prosodisch-phonologischen Wissens (2 – 9 Monate) -> erste und zweite Lallphase, bewusste Mundbewegungen -Erwerb lexikalischen Wissens (9 - 18 Monate) -> Wortrezeption, Wortproduktion, Wortschatzexplosion -Erwerb grammatikalischen Wissens (1,5 - 10 Jahre) -> Wortkombination, komplexere Sätze, Abstraktion, komplexe Grammatik
  • Wortproduktion: Versprecher - Aus Versprechern lassen sich gut Rückschlüsse auf die zugrundeliegenden Sprachproduktionsprozesse ziehen, die für sich schwer erforschbar sind Kategorien von Versprechern (Fehlertypen):  -Vertauschungen: Phoneme oder Wörter wechseln ihre Position Beispiele: zwecktischer Prak, Taffeekasse, H-mess Molle -Antizipationen oder Wiederholungen: Beispiele: Sappelschlepper, Gewissengebisse - Substitution: ein ähnliches Wort ersetzt das beabsichtigte Beispiel: Dieses Plätzchen haben wir im Urwald (Urlaub) gefunden die Sonne schneit statt die Sonne scheint (gleichzeitige Aktivierung der Konzepte Sonne und Schnee).  - Kontamination: zwei konkurrierende, semantisch ähnliche Elemente verschmelzen Beispiel: Ich möchte Herrn X beistimmen (beipflichten / zustimmen)
  • Wortverstehen - Es ist noch unklar, wie komplexe Wörter im Lexikon repräsentiert sind.  Zudem ist noch nicht geklärt, wie Wörter im mentalen Lexikon geordnet sind. - Im mentalen Lexikon im Langzeitgedächtnis sind alle Informationen über ein Wort abgebildet (Phonologie,, Syntax und Bedeutung).
  • Wortverarbeitung -In geschriebener Sprache sind Wörter durch Leerzeichen klar abgegrenzt,  bei gesprochener Sprache ist das ein komplexer Vorgang. - Ein Wort ist die Zuordnung eines Sprachlauts oder einer Buchstabenfolge zu einer Bedeutung.   Ein Wort kann mehreren Bedeutungen zugeordnet sein (z.B. Bank) - Eine Bedeutung können mehrere Wörter entsprechen (vgl. Apfelsine und Orange -Segmentierungsproblem:   Sprachstrom muss in einzelne Wörter geteilt werden.   Kapazität: Es können 2 - 4 Wörter pro Sekunde produziert werden, das Arbeitsgedächtnis kann etwa 7 Wörter behalten.   - Variabilitätsproblem:   Die Aussprache von Wörtern wechselt nach Sprecher und Kontext.   Hinzu kommt das Weglassen von Phonemen (wolln, Becha) - Beim Verstehen von Sprache wirken auch visuelle Informationen mit  (vgl. McGurk-Effekt). -nur hören, nicht sehen: BABA, Hören und sehen: DADA
  • Was kennzeichnet Sprache? -Sprache ist die Fähigkeit, Ideen durch eine komplexe Abfolge von Zeichen oder Signalen zu kommunizieren. -Die Signale können aus Lauten (gesprochene Sprache), Buchstaben (geschriebene Sprache)  Gestik oder Mimik (Gebärdensprache) bestehen. -es gibt über 100 unterschiedliche Gebärdensprachen   -Sprache basiert auf universellen Strukturen und findet sich in allen menschlichen Kulturen. - Spracherwerb erfolgt bei gesunden Kindern spontan. - Sprache ist gesellschaftlich verankert und verändert sich.
  • Das Gehirn und Sprache: Wernicke-Geschwind-Modell des Sprachprozesseses  1. Ein Sprachsignal wird im primären auditorischen Kortex verarbeitet und an das Wernicke-Areal weitergeleitet. 2. Im Wernicke-Areal wird das auditorische Signal analysiert und die Wortbedeutungen ermittelt. 3. Die Fasciculus arcuatus leitet Informationen aus dem Wernicke-Areal in das Broca-Areal und umgekehrt. 4. Im Broca-Areal wird ein motorischer Plan zum Aussprechen eines Wortes gebildet und an den motorischen Kortex weitergeleitet. 5. Der motorische Kortex generiert ein Signal, das an den Vokaltrakt weitergeleitet wird, so dass das Wort gesprochen wird. => Beim Sprechen eines gelesenen Wortes spielt der Gyrus angularis eine zentrale Rolle. Er vernetzt visuelle Informationen mit dem Wernicke-Areal. Durch Schädigung von Gehirnarealen verursachte Sprachstörungen werden Aphasien genannt. Die Art der Beeinträchtigungen hängen davon ab, welches am Sprachverstehen und der Sprachbildung beteiligte Gehirnareal betroffen ist. Aphasietypen: Broca-, Wernicke-, Leitungsaphasien, globale Aphasie.   Gehirnhemisphären und Sprache - 92 % der Bevölkerung sind Rechtshänder. Bei fast allen wird die Sprache in der linken Hemisphäre verarbeitet.  -Bei den 8 % Linkshändern ist die Sprachverarbeitung bei ca. 50% ebenfalls links lateralisiert. -Die Lateralisierung kann mit dem Wada-Test (Natriumamytaltest; In Halsschlagader wird ein Serum gespritzt, dadurch kann Person einige Minuten nicht sprechen, aber Sprachzentrum kann lokalisiert werden) geprüft werden  - Warum die Sprache überwiegend linkshemisphärisch verarbeitet wird, ist unklar. Sie ist von allen kognitiven Fähigkeiten am stärksten lateralisiert.  -Wichtige Erkenntnisse zur Lateralisierung der Sprachverarbeitung kam von Experimenten mit Split-Brain-Patienten
  • Denken ist ... -Informations- und Wissensverarbeitung (=> ich bekomme neue Informationen, diese werden verarbeitet) -Probehandeln  -gedankliche Auseinandersetzung mit der Umwelt  -Schlussfolgern  -Problemlösen  -Orientierung schaffen unter Unsicherheit  -Einsichten erzeugen - Kreativität - Denken über das Denken (Metakognition)
  • Drei Aspekte des Begriffs "Denken" -Mentale Ereignisse wie Ideen und Eingebungen -Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen und weitergehende Schlüsse daraus zu ziehen. -Tätigkeit im Sinne einer regelgeleiteten geistigen Aktivität: Einfall, Können und Tun
  • Wie erfolgt das Denken? Das hängt zunächst vom Gegenstand ab. -Wir denken mal sprachlich, mal räumlich, mal bildhaft oder musikalisch, wir denken in Formeln oder Farben, in Vergleichen und Metaphern, wir versetzen uns denkend in andere hinein, blicken in die Zukunft oder stellen uns eine Welt vor, die es nicht gibt. Dabei spielen stets verschiedene Leistungen zusammen; Denken ist kein einheitlicher Prozess. Der  Abruf vorhandenen Wissens, Imaginationskraft und ein Arbeitsgedächtnis, auf dessen »Benutzeroberfläche« wir beides miteinander kombinieren, das sind wesentliche Bausteine des Denkens.  
  • Wissen als Basis von Denken deklaratives Wissen Faktenwissen / Weltwissen (was ist...) enthält Tatsachen und Ereignisse ist explizit, d.h. unmittelbar zugänglich lässt sich gut beschreiben Repräsentation in Kategorien  Kategorien fassen Begriffe nach Ordnungsprinzipien zusammen.  sorgen für Kontinuität im Erleben  Kategorien interagieren und können durch Lernen von anderen Kategorien verändert werden.  mögliche Lernwege von Kategorien - Regeln über Eigenschaften - Einsortieren nach Ähnlichkeit (Prototyp) prozedurales Wissen Wissen über Abläufe / Fertigkeiten (wie geht ...)  enthält oft eine motorische Komponente  ist implizit, d.h. nicht unmittelbar zugänglich  lässt sich gut vormachen Repräsentation in Skripten  repräsentiert Handlungen im Gedächtnis  erlauben Prognosen, wie sich jemand in einer Situation verhalten wird  verknüpfen Begriffe und Merkmale in einem raum-zeitlichen Kontext Restaurantbesuch: Eintreten - Platz nehmen - Bestellen - Warten - Essen - Zahlen - Gehen Skripte können situationsspezifisch angepasst werden (Selbstbedienung, fremdes Land)
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  • Denken im Gehirn Je mehr jemand denkt, dsto intelligenter ist er. Intelligenz hängt mit Dekprozessen zusammen "Einteilung ist letztenendlich eine grobe Einteilung, Denken findet nicht nur im präfrontalen Kortex statt" Empathie wird als negativ wahrgenimmen, es geht um Schmerzen, Mitgefühl wirkt unterstützend Gedanken sind ... dezentral Denkprozesse lassen sich kaum an einem festen Ort im Gehirn lokalisieren. Es gibt kein »Denk-Areal«, in dem jeweils relevante Daten zusammenlaufen und weiterverarbeitet würden. Das unterscheidet Gedanken von der Sinneswahrnehmung, Sprache oder Gedächtnis. Konzepte und Gedanken sind nicht in genau fixierbaren Arealen repräsentiert, dazu ist das menschliche Denken zu facettenreich. Allerdings übernimmt der präfrontale Kortex als Teil des so genannten frontotemporalen Netzwerks (orange) häufig eine Hauptrolle bei der Steuerung des Arbeitsgedächtnisses (u.a. bei Abwägung und Auswahl zwischen verschiedenen Optionen) . Der superiore temporale Sulcus (STS; weiß) ist am Abruf von vorhandenem Wissen beteiligt, und der parietale Kortex (grün) kommt vermehrt bei nichtsprachlichen, etwa räumlichen oder musikalischen Vorstellungen zum Zug. Dies sind allerdings nur grobe Zuordnungen; Von Denkaufgabe zu Denkaufgabe unterscheiden sich die gemessenen Aktivitätsmuster im Gehirn allerdings oft stark.  Gedanken sind ... unergründlich und unerschöpflich Trotz dieser Einblicke ist die Mechanik des Denkens noch längst nicht verstanden. Nach wie vor gilt, was der Psychologe Stephen Pinker von der Harvard University 1997 in seinen Bestseller »How the Mind Works« gestand: »Wir wissen nicht, wie das Denken im Kopf entsteht – jedenfalls nicht annähernd so genau, wie wir über die Funktionen unseres Körpers Bescheid wissen.« Kein Neurowissenschaftler hat je einen Gedanken beobachtet  (wir sehen nur bestimmte Aktivitäten im Gehirn) oder konnte ihn anhand der Hirnaktivität nachvollziehen. Wann und wie neuronale Aktivität aber so etwas wie Einsicht und Verstehen produziert, ist bis heute rätselhaft. 
  • Problemlösen: Definition und Arten Klix (1971): Definitionsmerkmale eines “Problems“: (1) gegebener (Anfangs-)Zustand (2) gegebener Zielzustand (3) nicht (unmittelbares) Gelingen der Überführung von (1) in (2)  Funke (2003) Problemlösendes Denken erfolgt, um Lücken in einem Handlungsplan zu füllen, der nicht routinemäßig eingesetzt werden kann. Dazu wird eine gedankliche Repräsentation erstellt, die den Weg vom Ausgangs- zum Zielzustand überbrückt. Arten: Einfaches Problemlösen (z.B. Schach) Ausgangs- und Zielzustand bekannt, Operatoren sind verfügbar - Sequentielle Probleme - Einsichtsprobleme  Komplexes Problemlösen (z. B. Führung eines Arbeitsteams) Ausgangs- und Zielzustand oft nicht klar definiert, Operatoren zur Lösung müssen erst gefunden oder generiert werden.  Problemlösendes Denken: - Ausgangszustand und Zielzustand sind bekannt.  - Mit (bekannten) Operationen wird der Ausgangszustand in Richtung Ziel verändert. - Danach wird erneut ein Soll-Ist Vergleich durchgeführt und eine passende Operation durchgeführt.  - Das wird wiederholt, bis der Zielzustand erreicht ist.  - Manchmal ist es einfacher, vom Zielzustand rückwärts zu gehen (Backward-Planning).
  • Was meint der Begriff Kreativität In kreativen Situationen ist der Soll-Zustand unbekannt und nur manchmal der Ist-Zustand bekannt. Kreativ sein heißt, Neues, Ungewöhnliches, Originelles, Nützliches oder Ansprechendes zu erfinden. Psychische Merkmale von Kreativität nach Guilford: Problemsensitivität (erkennen, dass und wo ein Problem besteht)  Flexibilität (gewohnte Wege des Denkens verlassen; neue Sichtweisen entwickeln)  Flüssigkeit (in kurzer Zeit viele Ideen hervorbringen)  Re-Definition (bekannte Objekte neu verwenden, improvisieren)  Elaboration (anpassen der Ideen an Realität)  Originalität Was fördert Kreativität?  positive Stimmung  Wissen  Ausdauer  Offenheit für neue Erfahrungen  Risikobereitschaft  Glaube an die eigene Person  kein Zeitdruck  Kooperation  inspirierende Räumlichkeiten ......
  • Warum ist Wissen im Bezug auf Kreativität so wichtig? Hayes (1989): von 500 bedeutenden musikalischen Kompositionen (produziert von 76 „großen“ Komponisten) sind nur 3 kreiert worden vor dem 10. Karrierejahr; bei Malern ähnlich ohne Wissen ist ein Problem kaum zu verstehen  Wissen verhindert Wiederentdeckung alter Ideen  Wissen stellt einen Bezugspunkt her, von dem man bewusst abweichen kann  Wissen erzeugt Produkte von hoher Qualität Wissen erlaubt, Zufälle zu erkennen und zu nutzen  Wissen hilft, sich auf die kognitiven Ressourcen zu konzentrieren
  • Der kreative Prozess -Vorbereitung ohne intensive Vorbereitung kaum Kreativität (!)  Expertise gefordert (ab 10.000 Stunden Beschäftigung mit einem Thema), Kenntnis wichtiger Prinzipien der Domän -Inkubation Phase der Nicht-Befassung mit einem Problem (führt vermutlich zu Veränderungen der assoziativen Verbindungen im Gehirn) -Einsicht „Aha-Effekt“, Bewußtwerden des schöpferischen Augenblicks -Bewertung kritische Zensur, Einfluß von Normen und Werten -Ausarbeitung „Genie bedeutet 1% Inspiration und 99% Transpiration“ (Thomas Edison)