18

Diff. Psych (Fach) / kognitive Theorien (Lektion)

äää

Diese Lektion wurde von Mari1004 erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • Begriffsbestimmung Kognition (cognition): Gesamtheit der geistigen Aktivitäten im Zusammenhang mit Denken, Wissen, Erinnern und Kommunizieren Emotion (emotion): Reaktion des gesamten Organismus, die 1.physiologische Erregung, 2. Ausdrucksverhalten und 3. bewusste Erfahrung beinhaltet Motivation (motivation): Prozesse, die an der Vorbereitung und Durchführung von Handlungen beteiligt sind, die Bedürfnisse befriedigen oder Frustration vermeiden sollen Persönlichkeit (personality): Das für ein Individuum charakteristische Muster des Denkens, Fühlens und Handelns
  • Abgrenzung Kognitive Wende -> führte Verhalten auf Informationsverarbeitungsprozesse zurück – innere Prozesse Abwendung vom Behaviorismus Eigenschaften sind nicht mehr auf direkt beobachtbares Verhalten oder verbale Berichte beschränkt Behaviorismus: Mensch als Blackbox Eigenschaftstheorien: Eigenschaften aus der Blackbox werden durchbeobachtbares Verhalten erschlossen, keine Angabe welche Prozesse eineSituation-Reaktion-Beziehung erzeugen Psychoanalyse: Mensch als energieverarbeitendes System Kognitive Theorien: Mensch als informationsverarbeitendes System Analogie zu sequenzieller und später auch paralleler Verarbeitung in Computernund neuropsychiatrisch orientierten Modellen (neuronale Netzwerke) Verarbeitungsprozesse sind weitestgehend unbewusst, Problem ist nichtUnbewusstes, sondern die Frage, was Bewusstsein ist.
  • Menschenbild? Erleben und Verhalten beruht auf der Verarbeitung von Informationen Information = Bedeutung eines Zustandes von Materie oder Energie für ein informationsverarbeitendes System Beruht auf Informationsübertragung im Nervensystem: über Rezeptorenreize aus der Umwelt und dem eigenen Körper werden Informationen empfangen und in andere Informationen umgewandelt Ist unter anderem verantwortlich für bewusstes Erleben Über motorische Aktivität können Informationen auf die Umwelt übertragen werden (Verhalten) Es werden Informationen genutzt, die die aktuelle Situation überdauern (= Wissen) In allen Informationsverarbeitungsmodellen spielt das Langzeitgedächtnis eine entrale Rolle; es beeinflusst nahezu alle Verarbeitungsprozesse.
  • Informationsverarbeitungsmodelle in den kognitiven Theorien Je stärker Informationsverarbeitungsmodelle neuropsychiatrisch orientiert sind, desto größeren Raum geben sie unbewussten Verarbeitungsprozessen und unbewussten Ergebnissen solcher Prozesse Unterscheidung zwischen zwei Modi der Informationsverarbeitung = Zwei- Prozess-ModellEmotional - rationalAffektiv - kognitivIntuitiv - analytischSpontan - willentlichImplizit - explizit->Impulsiv - reflektiv
  • Reflektiv- Impulsiv Modell nach Strack und Deutsch Fundamentale Unterscheidung zwischen reflektiver und impulsiver Informationsverarbeitung: Impulsives System ständig aktiv Reflektives System kann an- und ausgeschaltet werden Zwei mentale Systeme, die sich bez. Repräsentation und Verarbeitung von Informationen unterscheiden. auf nachdenken beruhenden entscheidung->Verhaltensentscheidung
  • Reflektives System Bewusste Entscheidung Arbeitet mit Inhalten des Langzeitspeichers, generiert neue Inhalte Erfordert viel Energie (Fähigkeit und Motivation) Entscheidung basiert auf Wissen Regelbasiertes Vorgehen Kann Emotionen, Kognitionen und Verhalten
  • Impulsives System Assoziative Verknüpfungen und motivationale Orientierung beeinflussen Entscheidung Abruf aus dem Langzeitspeicher Inhalte sind durch Erfahrung und Lernen verbunden Erfordert wenig Energie > Effizienz  Aktivierung von Inhalten beeinflusst Emotionen, Kognitionen und Verhalten  Man isst trotzdem Kuchen, wenn man keine Kraft mehr im reflektiven System hat. ist das Verhalten Verhaltensschemata -> sich ausbreitende aktivierung-> Wahrnehmung, Vorstellung
  • wie funktionieren beide sytreme Beide Systeme laufen parallel ab und haben Verhalten als gemeinsames Ziel Sie können unterschiedliches, teilweise sich widersprechendes Verhalten anregen Drei Arten der Verhaltenssteuerung: Spontan (durch impulsives System) Automatisiert (Delegation an impulsives System) Willentlich (reflektives System).
  • Selbsterfüllende Prophezeiung Eine Vorhersage über ein zukünftiges Verhalten oder ein zukünftiges Ereignis,die Interaktionen so verändert, dass eintritt, was erwartet wurde Beispiele: Auf der Party werde ich viel Spaß haben Der guckt mich sowieso nie an Ich mache einen schlimmen Fehler bei der Fahrprüfung.
  • Robert Rosenthal, Experiment etwa 1963 mit Ratten Experiment Robert Rosenthal (etwa 1963) Hypothese: Versuchsergebnisse in Tierversuchen werden durch die Versuchsleiter beeinflusst Ratten wurden per Zufall in zwei Untergruppen geteilt Ratten sollten einen Lernversuch machen Versuchsleitern wurde gesagt, sie hätten a) intelligente Ratten b) dumme Ratten Ergebnis: „Intelligente“ Ratten lernten Labyrinthe deutlich schneller als die „dumme“ Ratten.
  • Anzeige
  • Robert Rosenthal Experiment mit Kindern etwa 1965 Hypothese: Kinder werden klüger, wenn ihre Lehrer dies von ihnen erwarten Intelligenztest in einer Grundschule Behauptung: Der Test würde zeigen, bei welchen Kindern die Intelligenz im nächsten Jahr besonders stark ansteige Per Zufall suchte er 20% der Schüler/-innen aus, die besonders gut abgeschnitten hätten und teilte dies den Lehrern mit Intelligenztest wurde nach 6, 12 und 24 Monaten wiederholt. Nach 12 Monaten: Deutliche IQ-Steigerung der „Hochbegabten“Unterschied zur Restgruppe war signifikant IQ-Steigerungen nur im 1. und 2. Schuljahr In den höheren Schulklassen hatte die Lehrererwartung nur einen geringenEinfluss auf die Leistung der Schüler, in den unteren Klassen war der Effektdramatisch.
  • Lehrer schätzten die experimentalgruppe ein als: Lehrer schätzten die Experimentalgruppe ein als: Intelligenter Neugieriger Angepasster Weniger von Anerkennung abhängig. Erklärung Lehrer verhielten sich „Hochintelligenten“ gegenüber warmherziger und freundlicher (= Klima der sozialen Wertschätzung und Akzeptanz) Lehrer stellen höhere Anforderungen an „Hochintelligente“ Lehrer gaben unmittelbarere und klarere Rückmeldungen (sowohl Lob als auch Kritik) zur Leistung dieser Schüler Lehrer schufen mehr Möglichkeiten zur Beteiligung am Unterricht, zum Vorzeigen der eigenen Arbeiten → Verstärkung bzw. Rückmeldung.
  • Enfluss auf Situationen Selbsterfüllende Prophezeiungen haben größeren Einfluss auf Situationen, inwelchen wenig Informationen für die Beurteilung zur Verfügung steht
  • Informationsverarbeitungstheorien Persönlichkeitsdispositionen beruhen auf: Individualtypischen, zeitlich stabilen Parametern informationsverarbeitender Prozesse (z. B. Schnelligkeit, Schwelle der Auslösung oder Intensität einer Reaktion, Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses) sowie Individualtypischen Gedächtnisinhalten im (zeitlich stabilen) Langzeitgedächtnis
  • Beispiel Informationsverarbeitungstheorien und Intelligenz Francis Galton (1822-1911) versuchte, Intelligenz durch Parameter in Informationsverarbeitungsprozessen zu erfassen: Er testete Sinneswahrnehmungen und Gedächtnisleistungen Arthur Jensen (1979) fand einen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Reaktionszeit bei einfachen Entscheidungsaufgaben Ted Nettelbeck (1982) fand einen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Inspektionszeit (= Zeitbedarf, Länge zweier Linien zu vergleichen) George A. Miller fand 1956 heraus, dass Erwachsene 7 +- 2 Elemente (chunks) gleichzeitig im Gedächtnis behalten können. Fazit Kapazität des Arbeitsgedächtnisses stellt eine wichtige Quelle von Intelligenzunterschieden dar Intelligenzunterschiede hängen mit der Geschwindigkeit elementarer Informationsverarbeitungsprozesse und der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses zusammen
  • Wie entsteht Verhalten? Verhalten wird dadurch geleitet, dass eine Person bestimmte Konsequenzen des Verhaltens antizipiert und diese Konsequenzen bewertet Stellen diese Konsequenzen Ziele dar, ist das Verhalten das Mittel zur Erreichung Um Konsequenzen zu bewerten und Ziele zu definieren, müssen Informationen kognitiv verarbeitet werden Es kann sich hierbei um situationsspezifische oder personenspezifische Informationen handeln.
  • Wie entstehen interindividuelle Verhaltensunterschiede? Durch Rückgriff auf ihr Wissen und ihre Überzeugungen gelangen Menschen zu Interpretationen der Situationen, in denen sie handeln Erfahrungen, Ziele und Emotionen in vergleichbaren Situationen bringen unterschiedliche Interpretationen hervor Auch auf der Basis von Wissen und Überzeugungen ändern Menschen ihr individuelles Verhalten.
  • Bedeutung für die aktuelle Persönlichkeitspsychologie Gerade sozialkognitive Theorien haben sehr großen Einfluss auf Persönlichkeitspsychologen Kognitive Theorien legen großen Wert auf empirische Prüfbarkeit Aktuelles Interesse: Kombination kognitiver und Eigenschaftstheorien.